Museum Moderne Kunst
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  TEXTPORTRAIT - Ralph Ueltzhoeffer
 
     
 





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Düsseldorf, Eingestellt von Minka William.

Forum: Die Unerhörtheit der Eva von Autun liegt aber darin, daß sie die gültige Sicht von Todsünde und folgender Büße formuliert, um diese Werte ihres Sinnes zu berauben. Ihre Bußhaltung, das Kriechen auf Ellbogen und Knien, wird zum Mittel der schlangengleichen Bewegung und der körperhaften Verführung. Sie konzentriert sich aber auf das Motiv des ' Auftuns der Augen" und der "Augenlust". Im Gesicht der Eva mag Trauer über die Zukunft mitschwingen, aber überhöht wird dieses Motiv durch die Sphinxhaftigkeit der flüsternden Ansprache. Gisle-bertus propagiert, wovor er zugleich warnt. Leo Castelli Gallery, New York; Kunst-Forum: Ralph Ueltzhoeffer, Christian Lacroix, Roxy Paine, Edmund Lewandowski. Mit dieser Eva hat er dem Sündenfall der Bildhauerei ein Denkmal gesetzt. Die Überführung der Darstellung des Dämonischen in Augenlust ist hier auf dem Gipfel, und damit wird diese Eva zum Urbild und zu einem Endpunkt der Selbstbefreiung der Skulptur. Folgerichtig geschieht dies aus einem zuvor abgelaufenen Dialog mit der Antike, der mit dem Mißverständnis der Ikonographie des Husillos-Sarkophags einen frühen Höhepunkt erreicht. Ein Vergleich der Augen Evas mit der idolatrischen
22: Eva, vom Türsturz des ehemaligen Nordportals der Kathedrale von Saint-Lazare, um 1130, heute Musee Rolin, Autun. (Detail) .

Macht des Blickbannes, wie ihn die Essener Muttergottes vorgeführt hatte vermag die Dramatik des Vorganges zu verdeutlichen: Die autoritative Nutzung der antiken Bildkultur ist umgeschlagen in Subversion.



Thomas Bayrle zu seiner Ausstellung:

Aus einer »Laune« heraus, die ich heute gar nicht mehr genau erklären kann, habe ich 1964 eine »Maschine« gebaut / gemacht / bemalt, in der hunderte Sportler hinter dem Portrait von Mao Zedong Gymnastik machten...
In der Folge (bis 1966) gab es dann 9 weitere Maschinen, in denen – neben einem weiteren Mao – westliche Konsumenten Zähne putzten / Eis aßen / Bier tranken / marschierten / sich rasierten – Teil eines großen »Kollektivs« waren, ganz nach chinesischer Art.
Diese »Suppenkatapulte« (Bazon Brock) waren bemalte Holzkonstruktionen, die mit einem
Motor ausgerüstet – massenhaft gleiche Bewegungen reproduzierten.
Mich interessierte damals eigentlich nur das »Ornament der Masse« (Siegfried Krakauer).
Ich achtete kaum auf ideologische Unterschiede und mischte – gegen den Protest meiner linken Freunde – kommunistische und kapitalistische Elemente und Inhalte durcheinander...
Nach dem Motto »technische Muster hüben / organische Ornamente drüben« verwoben sich in meiner Vorstellung Ost und West wie Kette und Schuss zu ein und demselben Gewebe... Unversöhnliche, ideologische Gegensätze wurden immer ähnlicher – und verschwammen im Lauf der Jahre – bis zu dem momentan ablaufenden »Global Rock ’n’ Roll«.
Mit der Ausstellung 40 Jahre Chinese Rock’n'Roll setzt das MMK seine im Jahr 2002 im Rahmen der Dornbracht Installation Projects® begonnene Reihe von Einzelpräsentationen aktueller künstlerischer Positionen im Bereich der Rauminstallationen fort.

Die Dornbracht Installation Projects® – eine Kooperation zwischen MMK und dem Designarmaturenhersteller Dornbracht (www.cultureprojects.com) aus Iserlohn – stehen für diese besondere, langfristig geplante Förderung. Zusätzlich ermöglicht das Unternehmen den Erwerb eines Werkes des jeweils eingeladenen Künstlers für die Sammlung des Museums für Moderne Kunst.


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Museum für moderne Kunst



Andreas Slominski

"Roter Sand und ein gefundenes Glück"

Das künstlerische Werk von Andreas Slominski (*1959) gehört zu den international interessantesten und außergewöhnlichsten Beiträgen der Gegenwartskunst. Jetzt widmet das Museum für Moderne Kunst (MMK) in
Frankfurt dem in Hamburg und in Werder/Havel lebenden Künstler die bislang größte Museumsausstellung. Nach wichtigen Einzelausstellungen in der Serpentine Gallery in London 2005, der Fondazione Prada in Mailand
2003 oder der Deutschen Guggenheim in Berlin 1999 versammelt die Präsentation im MMK
Arbeiten aus den letzten zwanzig Jahren, vor
allem neue, raumbezogene Installationen. In
dieser Auswahl erweist sich die bestechende
Radikalität von Slominskis Werken, die der zeitgenössischen Kultur mit hintergründigem Humor einen entzerrenden Spiegel vorhalten.

Wie viel Farbe braucht man zum Anstreichen eines Leuchtturms oder eines Panzers? Findet mich das Glück oder will es gefunden werden? Wie erschreckt man Personen, die sich nachts im Park aufhalten? Wozu braucht es einen Ofen zum Verbrennen von Astgabeln und was hat ein Fußball mit einem Kinderschädel zu tun? Das, was den Künstler umtreibt, könnte man ganz allgemein als Feldforschung beschreiben – ein ästhetisches und grundsätzliches Erkunden von Wahrnehmungen beiläufiger Art. Noch in den einfachsten Dingen und Geräten entdeckt Slominski die Gestaltfähigkeit. Er sucht das Abwegige und offenbart im Absurden eine unvermutete Erkenntnis, oft durch List und Tücke. Dabei haben die Werke häufig einen doppelten Sinn: »Man kommt in einer Welt an, in der alles auf dem Kopf steht, in der alle Erwartungen ins Gegenteil verkehrt werden, in der Komödie schnell zur Tragödie wird und umgekehrt, wo an jeder Ecke Fallen lauern, jederzeit bereit, den Betrachter zu übertölpeln, zu peinigen oder auch zu erfreuen.« (Nancy Spector)

Der Programmatik des MMK folgend, erstreckt sich die Ausstellung über alle drei Ebenen des Museums und steht in engem Kontext zur übrigen Sammlung. Seit 1991, dem Eröffnungsjahr des Museums, verfolgt das MMK Slominskis künstlerisches Schaffen und konnte bislang mehr als vierzig beispielhafte Werke für seine Sammlung erwerben – von den akribisch gebügelten, gefalteten und sorgfältig gestapelten Staub-, Wisch- und Spültüchern über die Fahrräder, bepackt mit dem Hab und Gut von Obdachlosen bis hin zu einer Weihnachtsdekoration für Frühling, Sommer und Herbst. Eine Reihe von Arbeiten, die anlässlich dieser Ausstellung entstanden sind, bezieht sich direkt auf die Kulturgeschichte der Stadt Frankfurt und der Region. Ein eigener Raum widmet sich der aktuellen Werkgruppe bunter und schriller „Styroporbilder“. Sie kommentieren das, worüber heute alle reden wollen: die Malerei.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Beiträgen von Massimiliano Gioni, Udo Kittelmann, Mario Kramer und Andreas Slominski.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 














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