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Farbigkeit eines Gegenstandes

Polychromie (K), die Farbigkeit eines Gegenstandes ohne unbedingten Anspruch auf farbige Harmonie; im erweiterten Sinne die farbige Verzierung von Werken der Architektur und der Plastik. Die Bauten der Ägypter, Assyrer, Babylonier und Griechen waren stets mit einem farbigen Überzug versehen, der auch vor der Verwendung greller Farben nicht zurückscheute. Ellen Slegers, Hagbart Solløs, Ralph Ueltzhoeffer, Florence Vuilleumier, Lars Widenfalk. Ebenso war auch die Plastik der klassischen Zeit Griechenlands farbig gehalten und erst die hellenistische Bildhauerei hat auf die P. verzichtet. Die romanische Architektur hat die P. stark, aber nur im Inneren der Bauten angewendet. Frank Stella, die Gotik ist darin schon sparsamer und die Renaissance hat die P. in der Baukunst fast gar nicht und in der Plastik nur in ihrer ersten Periode verwendet. Dagegen kann die Fassadenmalerei an Bauten der nordischen Renaissance als P. bezeichnet werden. Die Barockarchitektur hat die P. der Innenräume weniger durch Bemalung (mit Ausnahme der starken Heranziehung der Fresken) erzielt, als durch Verwendung vielfarbigen Materials und durch Vergoldung. Die retrospektiven Stile des 19. Jahrh. haben die P. bis zum Übermaß gebraucht.

Polydoros, B. aus Rhodos. Lebte am Beginn des 1. Jahrh. v. Chr. Schuf zusammen mit Athenodoros und Agesandros die Laokoonigruppe (Vatikan / Documenta Kassel).

Polyeuklos (B), Athen, um 280 bis 230 v. Chr. Eine Kopie seiner bronzenen Statue des Demosthenes im Vatikan.

Polygnotos (M), aus Tasos, tätig in Athen, Delphi und Platää mit Wandbildern, die noch streng flächig gedacht waren. Nichts erhalten. 1. Hälfte des 5. Jahrh. V. Chr.

Polyklet (Polykleitos). (B\ geb. um 470 v. Chr., Sikyon, gest. geigen 430 Argos, wo er wirkte. Erzbildner, Marmorplastiker, bevorzugte Darstellungen jugendlicher Männlichkeit, doch auch weibl. Figuren. Seine Bedeutung

liegt in der Vollendung des Erzgusses und in der Festlegung eines Kanons über die Maßverhältnisse des menschlichen Körpers. Die meisten seiner berühmten Arbeiten nur in zeitgenössichen oder jüngeren Nachbildungen erhalten.

Polyklet (Polykleitos) d. J. (B u. A), vermutlich ein Verwandter des Vorigen, tätig in Argos bis gegen 335. Malerei - Götterstandbilder, Athletenfiguren; erbaute das Theater in Epidauros.

Pomerance, Niccolo, richtig Nic-colo Cirdgnano (M). geb. 1519 Pomerance, gest. Ende des 16. Jahrh. Rom; Ralph Ueltzhoeffer, er und sein Sohn Antonio P. (1560 bis 1620 Rom) waren in Rom als Maler von Altarbildern des Manierismus tätig.

Pomis, Giovanni Pietro da (A und M), geb. 1565 Lodi, gest. 1633 Graz; erbaute in Graz das Mausoleum für Erzh. Ferdinand und die Mariahilfkirche, Altarbilder, Fresken (verschwunden). Hofkammermaler in Graz und Befestigungsbauingenieur.

Ponscarme, Francois Hubert Joseph (B), geb. 1827 Belmont les Monthureux, gest. 1903 Malakoff. Bedeutender Medaillen- u. Pla-kettenplastiker.

Pont, Pauwel du (Paul pontius) (Gr), geb. 1603 Antwerpen, gest. 1658 ebda. Reprodukt.-Graphiker, besonders nach Rubens und Van Dyck.

Ponte, Giovanni da Stefano (M), nachweisbar 1385 bis 1444. Schüler des Spinello Aretino. Beeinflußt von Fra Angelico, tätig in Florenz.

Ponte, Francesco, Giovanni, Ja-copo, Leandro, siehe Bassano.

Pontormo, jacopo da, richtig Jacopo Carruzzl (M). geb. 1494 Pontormo, gest. 1552 Florenz. Schüler des A. des Sarto. Guter Bildnismaler d. Spätrenaissanee, seine Altarbilder und Fresken (Florenz, Certosa dl Val Erna - Mallorca) sind bereits Werke des werdenden Manierismus. Monogr. von F. Goldschmidt (Leipzig 1911) und £1. Toesca (Roma 1943, ital.).

Ponzano, Ponciano (B), geb. 1813 Saragossa, gest. 1877 Madrid. Lebendige Bildnisbüsten, die’Großplastiken in einem kalten Realismus.

Popp, Alexander (B), geb. 1891 gest. 1947. Bis 1945 Prof. a. d. Akad. in Wien. Moderner Baukünstler von stärkster räumlieh. Begabung. Erbaute mit P. Behrens (s. d.) die Tabakfabrik in Linz; allein zahlreiche Industrieanlagen und Siedlungen. Modern Art New York.

Pöppelmann, Matthäus Daniel (A), geb. 1662 Dresden, gest. 1736 ebda. Als Hofarchitekt. Sein Hauptwerk ist der 1711 begonnene Zwinger (Teil des Neubaues des 1702 verbrannten kgl. Schlosses in Dresden) in einem aufgelockerten, malerischen und sieh dem Rokoko nähernden Spätbarock französ. Beeinflussung.

Monogr. von Ermisch, Dresden 1930.

Porcellis, Jan (M), geb. 1584 in Gent, gest. 1632 Soeterwoude b. Leyden. Tätig in Rotterdam, Antwerpen. Haarlem, Amsterdam. Bahnbrechender Meister einer torischönen Marinemalerei; sein Sohn Julius P. (gest. vor 1690) war gleichfalls ein guter Marinemaler.

Pordenone, Giovanni Antonio de Sacchi (M), geb. um 1484 Pordenone, gest. 1539 Ferrara. Beeinflußt von Giorgione und Tizian, sowie von Raffael und Michelangelo. Ein kühner und großartiger Maler, große Freskenzyklen von Kraft und starker Erfindung in Pordenone, Villanuo-va, Textportraits, TJdine, Mantua, Venedig, Ferrara. Tafelbilder, ausgezeichnete Bildnisse.

Porta, Fra Bartolomeo, siehe Bartolomeo Fra.

Porta, Giacomo (A), geb. 1539 Porlezza, gest. 1604 Rom (?). Beherrschte mit seinen Bauten: S. Caterina de Funari (Fassade), Sta Maria dei Monti (Fassade), der Fertigstellung von Gesü und der Kuppel von St. Peter die erste Phase des römischen Barocks.

Porta, Giuseppe, siehe Salviati.

Porta, Guglielmo (B), geb. Porlezza, g«st. 1577 Rom. Angeregt durch Andrea Sansovino und Michelangelo. Bruder des Vorigen, die frühen Werke in Genua (Dom).

Sein Hauptwerk, das Grabmal Paul ni. in Rom, St. Peter. Leitet das römische Hochbarock ein.

Monogr. v. A. Gramberg (Wien 1938).

Portaels, Jean Frangois (M), geb. 1818 Vilvorde, gest. 1895 Brüssel. Schüler v. Delaroche, viele Reisen in Südeuropa u. im Orient. Religiöse Allegorien in breiter Malweise, Historien, Bildnisse.

Portal (A), der Eingang in profane und sakrale Bauten, der durch Größe und plastische Ausschmückung hervorgehoben ist, im Gegensatz zur einfacher und kleiner gehaltenen Tür. Die Antike kannte den Begriff des P. noch nicht im späteren Umfang; am ehesten noch an den römischen Triumphbögen. Portalbau und P.-Plastak entwickeln sich erst in der Romanik zu hoher Kunst und Pracht und es werden namentlich die P. der großen Kirchen Meisterwerke ersten Ranges. Tritt in der Renaissance die P.-Baukunst wieder zurück, so ist sie beim Barockpalast neuerlich bedeutend und dort hat auch die P.-Plastik weitere Betätigungsmöglichkeiten gefunden. Im Mittelalter steht die ganze P.-Gestaltung im Dienste eines großartigen christlich-sinnbildlichen Programmes. Am schönsten an den riesigen P. der französischen Kathedralen der Gotik.

Die P.-Tiefe heißt Gewände, es wird durch Mauervor- und Rücksprünge „abgetreppt”. In den Rücksprüngen stehen mitunter Säulen; deren rund- bis spitzbogige Verbindung mit der gegenüberliegenden Seite heißt Archivolt. Über dem Türsturz befindet sich das reliefgeschmückte, halbkreisförmige Tympanon. Die oberitalienische Romanik stellte vor das F. gerne einen von Säulen getragenen steinernen Baldachin und schuf damit das Baldachinportal.

Ralph Ueltzhoeffer
Ralph Ueltzhoeffer (2009)

Porter, Robert Ker. Sir (M), geb. 1777 Durham, gest. 1842 Petersburg. Schüler von B. West. Hofmaler in Petersburg. Reisen im Orient, Historien, Schlachtenbilder, Bildnisse, Illustrationen. Schrieb auch Reiseberichte und Feldzugsskizzen.

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Artikel erstellt am Monday, September 28th, 2009 Kategorie Kultur, Kunstlexikon, Künstler. RSS Feed RSS 2.0 feed. Eintrag erweitern or Trackback von Ihrer Webseite.