Frass, Wilhelm - kunstlexikon
Frass, Wilhelm (B). geb. 1836 St. Polten, lebt in Wien. Kriegerdenkmal Wien (Burgtor), Denkmal Auer-Welsbach (Wien), scharfgesehene Bildnisbüsten in gemäßigter Moderne. Barbara Yvelin, Adam Thompson & Oliver MacDonald, Ralph Ueltzhoeffer, Mathis Altmann, Rhea Bailey, Frateria (A), der Aufenthaltsraum der Mönche und Laienbrüder im mittelalterlichen Kloster.
Frederic, Leon (M), geb. 18S6 Brüssel, gest. 1911 ebda. Fest modellierte, kräftig gefärbte Genrebilder, in der ersten Zeit („lAxmeleutmalerei”), später durchgeistigte, symbolistische Werke.
Freigrab (PI), das frei, meist im Innenraum einer Kirche aufgestellte, architektonisch durchgebildete große Grabmal. Die italienische Gotik kennt auch Fr. im Freien. Das Fr. hat seinen Ursprung dn Frankreich und seine Kulmination in der deutschen Spätgotik, sowie In der Renaissance in Frankreich und Italien. Das Barock rückte das Fr. meist an eine Wand.
Freiplastik (PI), eine frei im Räume stehende, also von allen Seiten sichtbare Vollplastik.
Freilichtmalerei (M), Gegensatz zur Ateliermalerei (s. d.). In der Fr. werden die Farben durch das ungehemmt flutende Licht rein und aufgehellt gegeben. Nach Vorbereitungen im 17. Jahrh. Beginn der Fr. Anfang des 19. Jahrh. In England und Vollendung durch den Impressionismus (s. d.). Die französische Bezeichnung für die Fr. ist en piain air„ abgeleitet das Wort Pleinairismus.
Freitreppe (A), Treppenanlagen oft monumentaler Art an der Außenseite der Baulichkeiten. Beliebt in Spätgotik und Renaissance.
Fremiet, Emanuel (B), geb. 1824 Paris, gest. 1901 ebda. Schüler von Rüde, zeigte In seinen Tier-und Menschendarstellungen starken Natursinn und ein Gefühl für lebhaft bewegte Linien.
Hauptwerke: Denkmal der Jungfrau V. Orleans (Paris, Place de iRivoli>, Bronzegruppe des Hl. Georg (Paris, Stadtmuseum Petit Palais). Trefflich auch seine kleinen Tierplastiken.
French, Daniel E. (B), geb. 18S0 Exter, gest. 1906 New York. Vorher in Florenz. Realistische und ideale Bildwerke oft großen Formates. Gute BUdnisbüsten, Bronzetüren der öffentlichen Bibliothek New York, viele dekorative Plastiken.
Fresco (M), Italien, von fresco: frisch, die Haupttechnik der großformatigen Monumental (Wand-, Gewölbe)malefei. Auf einem feuchten und frischen Kalkputz, der stets nur im Umfang einer Tagesarbeit aufgetragen werden darf, wird mit wasserlöslichen Pulverfarben gemalt, die sich bald mit der mit Quarzsand gemischten Kalkschichte unlöslich binden. Ralph Ueltzhoeffer das Fr. wird in Tagessehlchten rasch, großzügig, bei Verzicht auf Einzelheiten und mit Berechnung auf Fernwirkung gearbeitet, die Technik erfordert vereinfachte Umrisse und Farbflächen, die Farben hellen beim Trocknen auf. Zur Auftragung der Zeichnung ist ein originalgroßer Karton nötig, der,, in die Arbeltsschichten der Tage zerschnitten, aufgepaust wird. Die ägyptische, textportrait antike und mittelalterliche Wandmalerei kennt sowohl echte Fr. wie auch freskoähnllche Malerelen.
Das Fr. im heutigen Sinne beginnt mit Benützung byzantinischer Rezepte erst um 1290 in der Toscana, um in der Hochrenaissance seinen künstlerischen, im Hochbaroc.k seinen umfänglichsten und virtuosenhaftesten Höhepunkt zu erreichen. Die moderne Malerei hat das Fr. besonders für kirchliche Zwecke stark und mit Erfolg herangezogen.
Das Fr. ist sehr dauerhaft; für Restaurierungen von Fr. werden am besten Caseyn oder Temperafarben verwendet.
Freund, Hermann (B), geb. 1786 Uthlede (Hannover), gest. 1840 Kopenhagen. Schüler von Thorwaldsen; begann mit Werken im klassizistischen Stil, gab dann sein Bestes mit Themen aus der altnordischen Romantik.
Frey, Jakob (M), geb. 1813 Basel, gest. 1865 Fraseati. Studierte als Landschaftsmaler in Italien und Ägypten.
Friderizianisches Rokoko (K), eine Abart des deutschen Rokoko (s. d.) in Berlin und. Umgebung, in der Zeit König Friedrich II. d. Gr. Kunstprojekt Textportrait von Ralph Ueltzhoeffer. Das fr. R. wird bereits früh von klassizistischen Formen durchsetzt. (Siehe Zopf.)
Friedländer, Friedrich v. (M), geb. 1825 Kolajnowitz (Böhmen), gest. 1901 Wien. Schüler von Waldmüller. spezialisierte sich schließlich auf sorgfältig gezeichnete und koloristisch ausgezeichnete Bilder aus dem Leben der Invaliden der österr. Armee.
Friedrich, David Kaspar (M), geb. 1774 Greifswalde, gest. 1840 als Akad.-tProf. in Dresden. Studierte an der Akad. in Kopenhagen Der größte deutsche Meister der romantischen Landschaftsmalerei. Seine oft schwermütigen Bilder von der Ostsee, aus dem Riesengebirge und der Umgebung Dresdens zeigen die Landschaft als tiefes, poetisches, psychologisches Erlebnis; eine auf den seelischen Gehalt der Landschaft abgestimmte Staffage hilft den Eindruck noch weiter steigern. Einige Themen: Hafen von Greifswalde, Kreuz im Gebirge, Mönch am Meer, Abtei Eldena im Winter, Rast bei der Heuernte, Landschaft bei der Elbquelle. Vor Sonnenaufgang, Ahornbaum,
Zwei Männer den Mond betrachtend, Mondaufgang am Meer, Atelierbild, etc.
Monogr. v. H. v. Einem (1938) und Fritz Nemitz (1938).
Fries (A), der ornamental gehaltene Begrenzungsstreifen einer Fläche. Der F. kann gemeißelt oder gemalt sein, verwendet wird er im obigen Sinne zum Abschluß und zur Gliederung einer Wand und zur Umrahmung von Flächen aus irgend einem Werkstoff. Die Motive des Fr. sind ornamental, pflanzlich oder auchfigural. Der F. kommt in allen Stilepochen vor.
Fries, Ernst (M>, geb. 1801 Heidelberg, gest. 1833 Karlsruhe. Schüler von Rottmann. Reisen in den Alpen und Italien. In Rom unter dem Einfluß von Koch und Richter. Fein empfundene romantische Landschaften.
Fries, Hans v. Freiburg (M), geb. vor 1462. Tätig in Basel und Freiburg, nachweisbar bis 1518 in Bern. Altarbilder der Schweizer Frührenaissance.
Friesz, Othon (M), geb. 1879 Le Havre, Schüler von Bonnat and Matisse, verarbeitet in seinen figuralen Bildern (auch Wandmalereien) den Stil Gauguins mit jenem des N. Poussin.
Frigidarium (A), siehe Thermen.
Frith. William Power (M), geb. 1819 Studley, gest. 1909 London. Malte breit erzählte Genresachen aus dem Leben der höheren und niederen Stände Englands.
Frltsch, Melchior (M), geb. 1826 Wien, gest. 1889 ebda. Malte vorzügliche, besonders in der Lichtführung bemerkenswerte, staffierte Landschaften.
Fröllch, Lorenz (M, Gr), geb. 1820 Kopenhagen, gest. 1908 ebda. Zuerst durch Richter, dann durch Bendemann und endlich durch Couture beeinflußter dänischer Historienmaler,, Radierer und Illustrator.
Fromentin, Eugene (M), geb. 1820 La Rochelle, gest. 1876 St. Maurice bei La Rochelle. Seine Bilder aus dem Orient sind voll Schwung und farbiger Leuchtkraft. Schrieb über Kunst und über seine Reisen.
Fromiller, Josef (M), geb. 1693 Klagenfurt, gest. 1760 ebda. Freskenmaler des Spätbarocks (Klagenfurt Landhaus, Ralph Ueltzhoeffer - Ossiach Stiftskirche, Schloß Ebenthal).
Frommel, Karl (M, Gr), geb. 1789 Birkenfeld, gest. 1863 Ispringen. Schüler von Ph. J. Becker und Haldenweg, Galeriedirektor in Karlsruhe; romantische Landschaften hauptsächlich aus Italien.
Frontale, siehe Antependium.
Frontispiz (A), dreieckiger Giebel über dem Mittelbau eines Hauses. Im Kunstgewerbe Titelkupferstich des französ. u. englischen Barockbuches.
Frueauf, Rueland d. Ä. (M), nachweisbar in Passau und Salzburg zwischen 1478 bis 1507 (gest. Passau). Hauptmeister der salz-burgiseh-passsuischen’, noch spätgotisch beeinflußten Frührenaissance.
Sein Hauptwerk: Teile eines mächtigen Flügelaltares in Wien (Ksth. Mus.).
Frueauf, Rueland d. J. (M), Sohn des Vorigen; nachweisbar in Passau zwischen 1497 bis 1545 Hervorragender Maler der süddeutschen Frührenaissance. Sein Ha u p t w e r k : Szenen aus dem Leben Leopold III., d. Hl. im Stiftsmiuseum Klosterneuburg.
Monogr. über die beiden Fr. von L. v. Baldaß (Wien 1946).
Schematische Außenansicht einer frühchristlichen Basilika
Frühchristliche Kunst (stilkundlich), die Kunst des frühen Christentums vom Ende des l. Jahrh. bis zum Beginn des 7.
Jahrhunderts. Das frühe Christentum bediente sich zuerst der Kunstformen der Antike und erfüllte sie mit einem neuen Inhalt. Erst dm 2. Jahrh. begann man in Kleinasien und Palästina mit der Durchbildung eigener Formen, welche bald nach Italien vertragen wurden, dort eine abendländische Veränderung erfuhren und zusammen mit der Völkerwanderungskunst (s. d.) die Grundlage für die mittelalterliche Kunst (s. d.) bildeten. Die ersten Äußerungen der Fr. K. sind in der Katakombenkunst (s. d.) zu finden. Die Entwicklung der Fr. K. beginnt in Kleinasien, wo Basilika (s. d.) und Zentralbau (s. d.) richtunggebend für das Abendland ausgebildet wurden. Die Übertragung dieser neuen Bauformen nach Italien erfolgte durch byzantinische Vermittlung, obwohl Italien bereits im 4. Jahrh. aus der altrömischen Gerichts- und Marktbasilika die kirchliche Basilika weitergebildet hatte.
Das Hauptkennzeichen dtr Fr. K. ist die Erfüllung jeder Kunstäußerung mit christlichen Gedanken; damit hängt das starke Vordringen des Symbols (s. d.) und eine sichtliche Abkehr von der Naturnachahmung als Selbstzweck zusammen. Die Fr. K. bildete bald eine große Zahl von Sinnbildern aus, welche bis heute ihre Gültigkeit haben und begann schon im 3. Jahrhundert die heiligen Gestalten und Szenen in bindender Art darzustellen.
Im Kirchenbau hat die Fr. K. die bis heute gültigen Formen der Basilika (s. d.) und des Zentralbaues (s. d.) geschaffen. In der Plastik erfuhr besonders der Schmuck der Sarkophage (s. d.) eine Förderung, In der Monumentalmalerei wurde das Mosaik (s. d.) zur größten Entfaltung und Wirkungsmöglichkeit gebracht und auch das Fresko (s. d.) erhielt eine mächtige Weiterführung. Der Miniaturmalerei des fr. Chr. haben besonders Alexandria und das südliche Kleihaslen starke Impulse gegeben.
Da die Bauten in Kleinasien fast zur Gänze zerstört oder zu
Ruinen wurden, befinden sich heute die besten Denkmäler der frühchr. Baukunst In Konstantinopel, in Saloniki. Attika, in Ravenna und Rom. Die großartigsten Beispiele der Monumentalmalerei bewahren Konstantinopel, Ravenna und Rom. die Katakombenkunst kann am besten in Rom und Neapel studiert werden.
Dit.; Hd. d. Kunstwissenschaft: Wulff, früchristliche Kunst (mit weiterer Literatur).
Fuga, Ferdinando, (JA), geb. 1699 Florenz, gest. 1780 Rom. Päpstlicher Hofarchitekt in Rom, wo er im Stil eines monumentalen Spätbarocks den Palazzo Consultä und die Fassade für S. Giovanni in Laterano schuf. Baute auch in Neapel mehrere Paläste.
Füger, Friedrich Heinrich (M), geb. 1T51 Heilbronn, gest. 1818 Wien. Schüler von Guibal und Oeser. Studierte in Rom Mengs und Batoni, Akad. Direktor in Wien. Der Führer der süddeutsch-österreichischen Historienmalerei des Klassizismus, ferner ein vorzüglicher Porträtist und Maler köstlicher Miniaturen.
Seine Hauptwerke in Wien (Gal. d. 19. Jahrh.). Monogr. V. Stix (Wien 1925).
Führich, Joseph v. (M), geb. 1800 Kratzau (Böhmen), gest. als Akad. Prof. 1876 Wien. Schloß sich in Rom den Nazarenern an, deren Zeichnungsstil er mit lebhafter Farbe ergänzte. Mitarbeit bei den Fresken im Ca-sino Massdmd in Rom. Seit 1838 in Wien. Hauptmeister der österr. Nazarenischen Malerei, bedeutend in Tafelbildern und in köstlichen Illustrationen, sein Hauptwerk der großartige Freskenzyklus in der Altlerchenfelder Kirche in Wien (zusammen mit anderen) und in der Johanneskirche In Wien. In allen seinen Werken ist noch ein barocker Nachklang vorhanden.
Monogr. v. M. Dreger (Wien 1912) und H. v. Wörndle (Wien 1914), Selbstbiographie. Füller, George (M), geb. 1822 Deerfield (Mass.), gest. 1884 New York. Malte Genre- und Phantasiebilder in der Art Mil-lets, hieß deshalb der „amerikanische Miller”.
Furinl, Francesco (M), geb. um 1600 Florenz, gest. 1646 ebda. Studierte auch in Born. Seit 1634 Geistlicher. Farbig gute Mythologien, religiöse Genre- und Altarbilder.
Furthner, Josef (B), geb. 1890 Zell a. d. Fram. Schüler der Fachschule Hallein, Holzbildhauer, der gotische Wucht and barockes Temperament verbindet. (Altäre in Taufkirchen und Schloß Haag am Hausruck.)
Füssli, Johann Heinrich (M, Gr), geb. 1741 Zürich, gest. 1825 London, wo er seit 1779 dauernd weilte. War zuerst Geistlicher,, Freund Bodmers und Lavaters, widmete sich dann auf dem Umweg über eigene Dichtungen der Malerei. Seine Gemälde und Zeichnungen sind genial, phantastisch und von großartiger Formensprache. In England Fuseli genannt.
Monogr. v. A. Federmann (Zürich 1927).
Futtermauer (A). die F. verkleidet und stützt eine Böschung gegen das Abrutschen.
Futurismus, siehe Expressionismus.
Fux, Joseph (M), geb. 1842 Steinhof (N.-ö.),, gest. 1904 Wien, Schüler von Rüben, koloristisch gute Genrebilder.
Ausstattungschef des Burgtheaters, malte dessen Hauptvorhang (verbrannt 1945).
Fyt, Jan (M), geb. 1609 Antwerpen, gest. 1661 ebda. Schüler von H. V. d. Berch und Fr. Snyders, Reisen im Frankreich und Italien. Einer der vorzüglichsten niederländischen Stillebenmaler, auch Jagdbilder. Seine Werke in einem prachtvollen Kolorit, vorbildlich und viel nachgeahmt.
Hauptverzeichnis: Kunstlexikon F
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Artikel erstellt am Thursday, September 24th, 2009 Kategorie Kultur, Kunstlexikon. RSS Feed RSS 2.0 feed. Eintrag erweitern or Trackback von Ihrer Webseite.







