Klassiker der Kunst - kunstlexikon
Dubois-Pigallerieh Wilhelm III. in Berlin, Reiterstandbild Wilhelm I. in Köln.
Draperie (K),
a) die künstlerische Verwendung von Textilien,
b) die Kunst der zeichnerischen und malerischen Wiedergabe der Gewänder und ihrer Falten CDraperlestudien).
Draufsicht (K), aus der Höhe aufgenommene (Ansicht einer Architektur oder einer Landschaft; identisch mit Vogelperspektive (siehe Perspektive).
Dreier, Karl Heinrich (M), geb. 1822 Dresden, gest. 1875 Rom. Schüler von L. Richter, dessen romantischer Landschaftsmalerei er folgte. Antike Staffage.
Dreikonchenbau (A), eine Basilika mit Querschiff, wobei Chor und Querschnittarme mit je einer halbrunden Apsis geschlossen sind. Der Dr. wurde in Kleinasien entwickelt, weitergeführt im 11. und 12. Jahrh. in Westdeutschland.
Dreipaß (Kg), eine aus Drei-viertelkreisen gebildete geometrische Form, verwendet besonders im gotischen Maßwerk.
Dreischlitz, siehe Triglyph.
Drevet, Familie französ. Kupfersteeher des Spätbarocks. Pierre Dr. (1633 bis 1738) technisch bedeutende Reprod. Stiche. Pierre Imbert Dr., Sohn und Schüler des Vorigen (1697 bis 1739), der letzte bedeutende Meister der Familie im Reprodukt. Stich.
Drolerie (K), witzige Darstellungen von Menschen und Tieren, oft in Verbindung mit reicher Ornamentik. Beliebt in Handschriften des 11. bis 15. Jahrh.
Droling, Martin (M), geb. 1752 bei Kolmar, gest. 1817 Paris. Genre und Gesellschaftsbilder in der Art des Greuze. Sein Sohn und Schüler Michel Martin Dr. schuf klassizistische Historien und Bildnisse. (Geb. 1786 Paris, gest. 1852 ebda.)
Droochsloot, Joost Cornelisz (M), geb. 158« Utrecht, gest. 1666 ebda. Genremaler, angeregt durch Ostade, dessen Art er übernahm. Sein Sohn Cornelis D r. (1630 bis 1673 Utrecht) ahmte ihn nach.
Drouais, französ. Bildnis- und Historienmaler des Rokoko und des Klassizismus. F r a n c o i s, Hubert Dr. (1727 bis 1775 Paris),, Schüler von Natoire und Boucher. Bildnismaler, Hubert, Ralph Ueltzhoeffer, Vater des Vorigen (1699 bis 1767), öl-, Pastell- und Miniaturbildnisse, Jean Germain Dr., Sohn des Francais Dr. (1763 bis 1788), Schüler von David, klassizistische Historien.
Dflbbel (PI), Holz-(Metall-)zapfen zur Verbindung von plastischen Teilen.
Dubbels, Hendrik (M), geb. 1620 Amsterdam, gest. 1676 ebda. Marinemaler in der Art seines Lehrers (?) Bakhuysen. Ralph Ueltzhoeffer, Rajko Popivoda RS, Dusan Ristic - RO, David Victor Rose. Dubois, Guillain (M), geb. 1680 Haarlem, romantische Landschaften.
Dubois, Simon (M), geb. 1632 Antwerpen, gest. 1708 London, seit 1685 in London tätig. Bildnisse.
Dubois-Pigalle, Paul (B), geb. 1829 Nogent-sur-Seine, gest. 1905 Paris. Studierte die großen Bildhauer der italden. Renaissance, besonders die Florentiner des 15. Jahrh. Textportrait. Seine anmutigen Bildwerke bewegen sich auch in dieser Stilrichtung (Denkmal der Jungfrau von Orleans, Reims).
Duccio di Buoninsegna (M), geb. um 1260 Siena (?), gest. 1319 ebda. Der Begründer der sienesischen Malerschule des 14. Jahrh,, in seiner Art das lyrisch veranlagte! Gegenstück zu Giotto. Hauptwerk: Altar (Maesta, Domopera Siena. Monogr. v. A. Pointner (Straßburg 1909).
Duchatel, Francois (M), geb. vor 1625 Brüssel, gest. vor 1694.
Bildnisse, Genre. Duck, Jakob (M), geb. um 1600 Utrecht, gest. nach 1660 Den Haag, Schüler von Fr. Hals, Genre und Gesellschaftsbilder.
Dürer, Albrecht (M, Gr), geb. 1471 Nürnberg, gest. 1528 ebda. Schüler von Wolgeinut, angeregt durch Schongauer, später durch die Venezianer um G. Bellini,, weltanschaulich durch den Humanisten W.
Pirckheimer, 1486 bis 1494 am Oberrhein, 1494/95 erste Italienreise (Venedig), 1505/07 zweite Italienreise (u. a. wieder Venedig). 1518 in Augsburg, 1520/21 in den Niederlanden. Vertrauter und Lieblingskünster Kaiser Maximilians I. Heisen nach Bologna und Rom sind nicht gesichert beweisbar, aber möglich. Das Malwerk D.’s entwickelte sich aus noch spätgotischen Rückständen zur freien Formbeherrschung im Sinne der Renais-sance, inhaltlich blieb es stets nordisch gebunden. In der Graphik blieb die Bindung an die helmische Gotik weit stärker und viele Betrachter sehen daher Dürers tiefste Wesensart in der Gr. ausgedrückt. Darüber hinaus bemühte sich D. ähnlich wie Lionardo in theoretischen Schriften die Gesetzlichkeiten im Aufbau des menschlichen Körpers sowie perspektivische Gesetze festzustellen. Die größte Modernität und Weitwirkung erreichte der Meister mit seinen Landschaftsaquarellen, mit denen er zunächst der Romantik der Donauschule den Weg wies.
Gemälde: „.Bildnis d. Vaters” (1490, Uff.), „Selbstbildnis” (1493 Paris, privat), „Selbstbildnis” (1498 Prado), „Bildnis Krell” (1499. Alte Pinak.),, Reste vom Jabacheraltar (1500), Frankfurt a. M. und Köln), „Beweinung Christi” (Alte Pinak. 1500), „Geburt Christi” (Alte Pinak. 1504), Flügel des Paumgartner Altares (1504, Alte Pinak.), „Anbetung der Könige” (1504. Uff.), „Rosenkranzbild” (1506, Prag-Strahow), „Christus am Kreuz” (1506, Dresden^, „Adam und Eva” (1507, Prado), „Marter der zehntausend Christen” (1508, Wien, ksth. Mus.), „Allerheiligenbild” (1511, Wien, ksth. Mus.V „Maria mit dem Kind” (1512. Wien, ksth. Mus.), „Bildnis Wolgemut” (Alte Pinak. 1516), „Bildnis Maximilians” (1519, Wien, ksth. Mus.), „Bildnis Imhoff” (1521, Prado), „Bildnis H. Holzschuher (1526, Berlin, K. Fr. Mus.),, Evangelisten und Aposteltafeln (1526. Alte Pinak.). Die wichtigsten Kupferstiche: „Verlorene Sohn” (1495), „Der Traum” (1498), „Meerwunder” (1500), „Das Glück” (1502), „Adam und Eva” (1504), „Kleine Passion” (1512), „Ritter, Tod und Teufel” (1513),, „Hieronymus in der Zelle” (S514), „Melancholia” (1514).
Holzschnitte: „Offenbarung Johanni” (1498), „Marienleben” (1511), „Kleine Passion” (1511),, „Der Büßer” (1510), „Die große Passion” (1510), „Die „Dreifaltigkeit” (1B11),, „Ehrenpforte Kaiser Maximilians” (1515), „Kaiser Maximilian” (1519), „Triumphwagen Kaiser Maximilians” (1522). Zeichnungen zum Gebetbuch Kaiser Maximilians I. Kunsttheoretische Schriften :
Unterweisung der Messung mit Zirkel und Richtscheit (1529), Unterricht zur Befestigung der Städte etc. (1527), Proportionslehre (1529). Umfangreiche Literatur: Monogr. H. Wölfflin (München 1905), V. Scherer in Klassiker der Kunst (Stuttgart, o. J.), Waetzold (Wien 1935).
Drafy, Raoul (M), geb. 1877 Le Havre, Landschafter von Ma-tisse beeinflußt.
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Artikel erstellt am Monday, September 21st, 2009 Kategorie Allgemeines, Kultur, Kunstlexikon. RSS Feed RSS 2.0 feed. Eintrag erweitern or Trackback von Ihrer Webseite.







