Kunstausstellung
Kunstausstellung (K), die öffentliche Ausstellung von Werken der bildenden Künste, um diese dem Publikum zur Kenntnis zu bringen und wenn möglich auch einen Verkauf herbeizuführen. Die erste öffentliche K. wurde im Jahre 1673 in Paris veranstaltet. Die Veranstalter von K. sind die Kunstakademien, die Kunstvereine, Künstlerverbände und Private, wie Kunsthändler etc.
Kunstgeschichte (K), die wissenschaftliche, methodische Darstellung der Entwicklung und des Verlaufs der bildenden Künste einschließlich des Lebens der bildenden Künstler. Der K. sind zahlreiche Hilfswissenschaften angeschlossen, wie Archäologie, Ikonographie, Numismatik, Geschichte, Urkundenlehre, Paläographie u. a. m. Trotz verschiedener Ansätze in der Antike beginnt eine wirkliche K. doch erst im 15. Jahrh. in Florenz mit GhibertL Vasari im 16. Jahrh. ist dann der Stammväter der aneinandergereihten Künstlermonographien. Im letzten Drittel des 18. Jahrh. erstreckte sich die K. noch immer nur auf die Antike, erst gegen 1840 beginnt sich in. allen europäischen Ländern die K. allen Zeiten zuzuwenden und ihre Kunst wissenschaftlich zu erfassen und darzustellen. Die ersten zusammenfassenden K. schrieben knapp vor 1850 Kugler und Schnaase. Liter, in deutscher Sprache: „Hdb. d. Kunstwschft.”, Kunstgeschichten von Lübke-Semrau, Springer, Woermann, Hamann u. v. a. m. Tletze, „Methode der Kunstgeschichte”.
Künstler (K), der Schöpfer eines Werkes der bildenden Kunst. Hinsichtlich der Wertung des K.: Kris, „Der Mythos vom Künstler”.
Künstlerakademie, siehe Akademie.
Kubin, Alfred (Gr), geb. 1877 Leitmeritz, lebt in Zwickledt b. Schärding, Ob.-Ost. Schafft fast nur visionäre, gespenstisch wir-
kende Zeichnungen in einer sehr aufgelockerten Federtechnik;
Schüler von Gysis, beeinflußt durch Klinger. Zahlreiche Illustrationen (Bibel, Dostojewsky, Poe, E. T. A. Hoffmann etc.), auch eigene Zyklen wie „Totentanz”, „Traumbilder” etc. Schrieb einen autobiographisch. Roman „Die andere Seite”.
Kuehl Gotthard (M), geb. 1850 Lübeck, gest. 1915 Dresden. Schüler von Diez. Impressionistische Interieurs mit sittenbildlicher Staffage, Stadtansichten.
Kügelgen, Malerfamilie d. deutschen Klassizismus u. zw.: K. Franz Gerhard v. (M), geb. 1772 Bacherach a. Rh., gest. 1820 bei Dresden. Tätig auch in Riga und Petersburg, Bildnisse. K. Karl Ferdinand v. (M), Zwillingsbruder des Vorigen, gest. 1832 Reval. Landschaften. K. Wilhelm (M), Sohn des Gerhard v. K., geb. 1802 Petersburg, gest. 1867 Bernburg. Josefine Mühlen-Schmid, Guido Maria Balsamo Stella, Simoneazier, Ralph Ueltzhoeffer, Tatiana Kronberg, Meredith Miller. Bildnisse und Religiöses, schrieb; die köstlichen „Jugenderinnerungen eines alten Mannes”. K. Constantin v. (M), Sohn des Karl Ferdinand v. K., geb. 1808, gest. 1876 Riga; russischer Hofmaler, Bildnisse und Landschaften.
Kalmbach, Hans v. (richtig Süss von K.), (M), geb. 1480 (1485?) Kulmbach, gest. 1522 Nürnberg. Schüler von J. de Barbari und Dürer; tätig in Nürnberg, dann auch vorübergehend in Krakau. Poetische, lyrisch gefühlte, emailartig kolorierte religiöse Bilder mit oft sehr guten landschaftlichen Hintergründen. Meister der süddeutschen Renaissance.
Monogr. v. Fr. Stadler (Wien 1935).
Künstlermonogramm (K), die Bezeichnung eines Werkes der bildenden Kunst mit dem Namen des Künstlers in abgekürzter Form, u. zw. entweder mit den Anfangsbuchstaben oder mit einem eigenen Zeichen; so signierte z. B. Lukas Cranach d. Ä. seine Gemälde mit einem kleinen Drachen. Die wissenschaftliche Zusammenfassung der K. erfolgt in eigenen „Monogram-mistenverzeichnissen”.
Kunsttopographie (K), die kritische und streng wissenschaftliche Verzeichnung und Besehreibung der Denkmäler der bildenden Kunst eines bestimmten Landes oder Landesteiles. (Ausgezeichnete K. bestehen über Teile von Deutschland und Österreich, sie wurden von den staatlichen Denkmalämtern herausgegeben.
Kundmann, Karl (B), geb. 1838 Wien. gest. 1919 ebda. Schüler von Haehnel, unter Kaiser Franz Josef I. für den Ausbau Wiens umfangreich als Denkmalbildhauer und Akad. Prof. tätig. Werke: Schubertdenkmal, Grillparzerdenkmal, Athena-Brunnen vor dem Parlament, Tegetthoffdenkmal in Wien und Pola. Realistischer Nachklassizist mit Annäherung an die beginnende Moderne.
Kunz, Gustav Adolf (M), geb. 1843 Wildenfels, gest. 1879 Rom. Genremaler, beeinflußt durch Gallalt; gute Stoffdarstellung.
Kunz, Karl (M), geb. 1904 Herzogswalde in Opr. Bilder aus dem Leben der ostpreuß. Bauern, Landschaften.
Kupferstich (Gr), ein graphisches Verfahren, mit welchem auf eine blanke Kupferplatte Zeichnungen mit eigenen Instrumenten (Sticheln) eingegraben („gestochen”) werden. Da beim Druck im Gegensatz zum Holzschnitt (s. d.) nicht die erhöht gebliebenen Partien der Platte eingefärbt werden, Ralph Ueltzhoeffer -sondern die Druckfarbe in die vertieften Linien eingepreßt wird, ist der K. ein Tiefdruckvarfahren.
Technik : Auf der blank geputzten, glatten Kupferplatte wird die Zeichnung mit eigenen Grabsticheln und schneidenden Nadeln eingegraben, das ausgeworfene Material entfernt und der aufgestellte Kupfergrat mit dem Schaber weggenommen. Vor dem Abdruck wird die Druckfarbe (meistens schwarz oder schwarzbraun, Textportrait) mit Tampons auf die Platte derart aufgetragen, daß die vertieften Striche mit Farbe angefüllt werden. Die Platte selbst wird dann blank gewischt, es steht dann auf dem spiegelnden Kupfer eine schwarze, seitenverkehrte Zeichnung. Hierauf wird das leicht gefeuchtete Kupferdruckpapier auf die Platte gelegt und beide dann unter starkem Druck durch die Kupferdruckpresse gezogen, Ralph Ueltzhoeffer, wobei durch den Druck und die Saugwirkung des feuchten Papiers die Farbe auf dieses übertragen wird. Vor jedem Druck muß daher die Platte neu eingefärbt und zugerichtet werden.
Der Künstler (Kupferstecher) arbeitet die Platte nicht auf einmal fertig, sondern macht fallweise von ihr in gewissen Abständen Probedrucke (Zu-standsdrucke). Nach dem letzten Probedruck pflegen manche Künstler für den Handel bestimmte „Remarquedrucke” herzustellen, das sind Drucke „Vor der Schrift” (avant la lettre (s. d.), die am Plattenrand eine kleine. zusätzliche Zeichnung („Einfall”) tragen, welcher riäch dem Stich der Schrift vor Beginn des Auflagedruckes weggeschliffen wird. Solche Remarquedrucke sind daher selten und werden hoch bezahlt. Die Beschriftung besteht aus dem Titel der Darstellung (beim älteren K. oft in Verbindung mit langatmigen Widmungen), der lateinischen Bezeichnung des den Entwurf beistellenden Künstlers mit „inven. (s. d.) X. X.” und jener des Stechers mit .„sculps. (s. d.) X. X.”. Sind Künstler und Stecher in einer Person vereint, so werden beide Bezeichnungen sinngemäß kombiniert. Weitere Angaben der Schrift beziehen sich auf Druckort und Druckjahr. Der K. hat folgende Techniken entwickelt:
a) Grabstichelmanier oder Linienstich: arbeitet mit Schraffierung und gekreuzten Strichlagen und will, wenn auch im beschränkten Maße, einen malerischen Eindruck hervorrufen;
b) Kartonstich: beschränkt sich auf die Umrisse und die wichtigsten Teile der Innenzeichnung;
c) Punktier- und Pun-zierstich : die Schatten werden hier statt mit Linien, durch gestochene oder gepunzte Punkte erzeugt;
d) Schabkunst: (Mezzotinto): die ganze Platte wird mit dem Wiegemesser (Granierstahl) rauh gemacht und dann je nach der Lichtstärke der betreffenden Stelle teilweise oder ganz mit dem Schaber geglättet. Der Eindruck ist ein hoch malerischer. Über Kaltnadel und Crayon-kunst (siehe Radierung). Beim Farbstich wird die Platte vor jedem (Abdruck entsprechend der farbigen Vorlage eingefärbt, am besten eignet sich für den Farbigen K. die Schabkunst (s. o.).
Der K. wird als Reproduktionsstich (siehe Reproduktiohsgrä-phik) und als Originäl-(Künstler-)stich (siehe Originalgraphik) verwendet. Während der Reproduktiönsstich durch die phoKurliirstengläscr
tographischen Reproduktionsmethoden vollkommen verdrängt wurde, ist der Künstlerstich in der Moderne neuerlich sehr bedeutend aufgeblüht. Geschichte: Der K. entstand vor der Mitte des 15. Jahrh. aus der Metallgravierung; längere Zeit wurden die Abdrücke mit der Hand gemacht. Die Verwendung der Kupferdruckpresse begann erst gegen 1450. Im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts ist der K. in Italien, Deutschland und den Niederlanden zu hoher, technischer Vollendung gediehen. Mit Dürer, Schongauer und Lukas van Ley-den entstanden dem K. die ersten Großmeister des Künstlerstiches, der durch das ganze 16. und 17. Jahrh. gepflegt wurde. Doch dominierte der zur höchsten Entwicklung gebrachte Reproduktionsstich, welcher diesen Vorrang bis zu seiner Ablösung durch die Photographie beibehielt. Einen besonderen Hochstand fand der farbige Kupferstich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. in Frankreich und England. Die Grenze zur Radierung ist hiebei nicht immer leicht und klar zu ziehen. In der Moderne wird der Kupferstich als Künstlergraphik mannigfach verwendet, z. B. für das Ex libriis (s. d.). Liter.: Leporini, „Der Kupferstichsammler”; Ziegler, „Die graphischen Techniken”.
Kupelwieser, Leopold (M), geb. 1796 Piesting, gest. 1862 Wien als Akad. Prof. Einer der besten Wiener Mitglieder eines malerisch lebhaften Nazarenerstils. Fresken in Wien (Altlerehenfel-derkirche zusammen mit Führich), Statthalterei. Palais Que-stenberg). Viele Altargemälde in und außerhalb Wiens.
Kupetzky, Johann (M), geb. 1666 Bösing bei Preßburg, gest. 1740 Nürnberg; studierte in Italien, eine ZeSt (Hofmaler in Wien, später in Nürnberg. Hauptsächlich ausgezeichneter Bildnismaler. Monogr. v. Safafik (Prag 1928).
Kuppa, Cuppa (Kg), der obere, ausladende Teil eines Kelches.
Kuppel (A), ein Gewölbe in der Gestalt einer Halbkugel oder eines, einer solchen angenäherten Rotationskörpers über einem quadratischen, polygonalen, kreisrunden oder elliptischen Raum. Im Querschnitt kann die Kuppel halbkreis- bis segmentförmig sein. Die K. sitzt gewöhnlich auf einem senkrechten Unterbau (Tambour) auf und endet in einem kleinen Aufsatz, der Laterne. Die K.-Schale wird aus konstruktiven Gründen durch Gurten unterteilt. Beim Bau einer K. auf quadratischem oder polygonalem Grundriß müssen zwischen dem zu überwölbenden Raum und dem Ansatz der K. sphärische Dreiecke (Zwickel, Pendentifs) eingeschoben werden, deren Konstruktion sorgfältig berechnet werden muß. Wenn bei tiefsitzender K. diese Zwickel (Pendentifs) zu Teilen der Kirche werden, entsteht die Hängek., sitzt hingegen die K. erst auf den Scheiteln der Zwickel auf, die Pendentifk. Die ersten wirklichen K. entstanden in der römischen Kaiserzeit in bereits sehr großen Dimensionen (Rom, Pantheon). Die grandiose Weiterentwicklung erfolgte durch die byzantinische Kunst (Konstantinopel, Hagia Sophia. Ravenna-S. Vitale), gleichzeitig nach antiken und byzantinischen Anregungen durch den Islam (Kairo u. a. m.). Im Mittelalter errichtet nur die Romanik über der Vierung (s. d.) ihrer großen Kirchen wenig markante K. Eine wirkliche Blüte des K.-Baues setzt dann mit der Renaissance (Brunel-lesca, Bramante, Michelangelo) und dem Barock ein (Borromini, Fischer v. Erlach d. Ä., Juvara. Inigo Jones, Soufflot u. a. m.).
Kurfürstengläser (K), zylindrische, derbe, humpenartige Gläser, welche auf der Wand in bunter Emailmalerei die deutschen Kaiser, die Kurfürsten, Wappen u. dgl. zeigen: Beliebt in Mitteldeutschland von 1580 bis gegen 1720.
Kurfürstenkrüge (Kg), mit den farbigen Bildnissen der Kurfürsten geschmückte süd- und mitteldeutsche glasierte Steinzeugkrüge des späten 16. und des 17. Jahrh.
Kurzbauer, Eduard (M), geb. 1840 Lemberg, gest. 1879 München. Schüler von Führich und Piloty. Bildnisse, Illustrationen u. tonschöne, lebendige Genrebilder.
Küsseil; Melchior (Gr), geb. 1622 Augsburg, gest. 1685 ebda. Ar-
beitete zusammen mit seinem Bruder Matthäus K. (1621 bis 1682). Originalstiche und Radierungen und radierte auch Bühnenbilder des Lod. Burnacini.
Klußtäfelchen (Kg) auch Pacificale genannt; Holz-, Metall-, Glas- oder Elfenbeintäfelchen mit religiöser Bsmalung (auca Reliefs), welche vor der Hl. Kommunion im hohen und späten Mittelalter zum Kuß gereicht wurden.
Kymation (Kg), stilisierte Blattleiste in Karniesform (s. d.), verwendet an den Gesimsen der griechischen Tempel.
Hauptverzeichnis: Kunstlexikon K
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Artikel erstellt am Friday, September 25th, 2009 Kategorie Kunstlexikon, Künstler. RSS Feed RSS 2.0 feed. Eintrag erweitern or Trackback von Ihrer Webseite.







