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Wolfgang Betke - Berlin

Galerie ScheiblerMitte: Wolfgang Betke - “Ich wär so gern Dein Schmuckeremit!” (Dauer der Ausstellung: 11. September – 16. Oktober 2010, Eröffnung: 10. April 2010, 18 - 21 Uhr). Ort: Charlottenstraße 2, 10969 Berlin.

PRESSETEXT: Mit diesem Hinweis auf die dekadente Showversion des Eremiten, als Angestellter in englischen Landschaftsparks des 18. Jahrhunderts, stellt Wolfgang Betke seine erste Einzelausstellung bei Aurel Scheibler in einen erweiterten Kontext. Wird doch dadurch die soziale Rolle des Künstlers in derzeitigen kulturindustriellen Verwertungszusammenhängen ironisiert. Die intensive Eigenheit seiner Bilder lässt aber auch eine kritische, wenn nicht eremitische, Distanz zur allgemeinen medialisierten Verflachung erahnen. Das thematisiert Wolfgang Betke schon seit Jahren in seinen weithin bekannten Sprach-Performances, die er live aufführt und in seinen Radiogedichten im OceanClubRadio, die er bis vor kurzem wöchentlich auf Sendung hatte. In seiner Malerei vereint Wolfgang Betke heterogenste Elemente. Unzählige Farbschichtungen lassen Rahmen entstehen, an denen sich die Entstehungsgeschichte seiner Bilder ablesen lässt. Sie wirken oft wie aus sich widersprechenden bildnerischen Ordnungen zusammengefügt. Das erreicht Betke nicht zuletzt durch seine Beherrschung einer Vielzahl malerischer Techniken. Detailliert ausgemalte Landschaftsdetails oder Kleidungsstücke stehen vor amorph wogenden Flächen, Prima–Malerei akzentuiert lasierende Farbverläufe. An anderen Stellen sieht man Plakatfetzen oder Fotos ins Bild geklebt, die Teile eines Gesichtes zeigen und nun als Ausgangspunkt für den Wiederaufbau eines neuen Gesichtes dienen. Diese Köpfe von Wolfgang Betke sind allerdings in ihrer Verzerrtheit oder Gebrochenheit nicht vergleichbar mit den massenmedial lancierten Menschenbildern, aber in Betkes Augen realistischer als so manches Foto. Aggressive Dekonstruktion kommt dabei neben konstruktiven Mitteln gleichermaßen zum Einsatz. So schleift Betke Teile seiner Oberflächen mit Schleifmaschinen wieder ab. Dabei wird die Leinwand an manchen Stellen extrem dünn und löchrig, was als Teil des Prozesses begrüßt wird. In solchen Fällen haben wir es mit der buchstäblichen Auflösung nicht nur der Figur, sondern des Bildes an sich zu tun. Zudem wird der Künstler hierbei zum Archäologen, der in der Zeit des gemalten Bildes zurückgeht und tiefer liegende Sedimente freilegt. Bilder sind für ihn geschichtete Zeit. Kein Wunder also, daß die Erfahrung der Dauer anhand seiner Bilder für Wolfgang Betke eine wichtige Kategorie darstellt. Die so erzielte Intensivierung formaler und geistiger Dichte wirkt in diesen Bildern auf uns Betrachter zurück. Dann nehmen wir Teil an einem quasi-eremitischen Akt auf Zeit.

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  1. 1

    Cecil Curney | 22.02.2011 @ 10:01 pm:

    Also ich bin mir sicher das war eh lediglich eine kurzweilige Erscheinung

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Artikel erstellt am Wednesday, August 18th, 2010 Kategorie Ausstellung, Galerien. RSS Feed RSS 2.0 feed. Eintrag erweitern or Trackback von Ihrer Webseite.