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Albani - menschlichen Körpers durch Zeichnung, Malerei und Plastik. Der A. (Aktmodell) machte alle weltanschaulichen und moralischen Veränderungen durch. Eine vollkommen freie Behandlung des A. wurde erst durch den Humanismus in Italien ermöglicht. Mit der Einführung der Künstlerakademien wurde der A. der wichtigste Lehrgegenstand, und das Aktstudium ist noch heute die Grundlage der künstlerischen Erziehung. In der mittelalterlichen Kunst war eine A.-Darstellung nur für die Gestalten von Christus, Adam, Eva, Hl. Sebastian und Engel gestattet. Durch den Humanismus traten dann mythologische und allegorische Motive hinzu. Abgesehen von diesen wurde in der Renaissance die A.-Darstellung auch aus der reinen Freude an der Schönheit des Körpers gepflegt.
Albani,, Francesco (M),, geb. 1578 Bologna, gest. 1660 ebda. Schüler des Lod. Carracci, neben seinen zahlreichen Altarbildern sind am bekanntesten und am besten seine bukolischen Landschaften, staffiert tnrt Amoretten und Figuren der Schäferpoesie in einem freundlichen, tiieftonigen Kolorit. Römisches Hochbarock.
Albarello (Kg), keramisches, farbiges Gefäß mit niedrigem Fuß und sehr schlankem zylindrischen Hauptteil. Ursprung in Persien, ausgebildet in Mittel-Italien nach 1500,, besonders als Apothekergefäß.
Alberti, Künstlerfamilie aus Borgo San Sepolcro in der Tos-cana, die Mitglieder tätig im 16. und frühen 17. Jahrh. als Baumeister, Fresken- und Historienmaler.
Alberti, Leon Battista (A), und Theoretiker, geb. 1404 Venedig (?),, gest. 1472 Rom. Eines der ersten Universalgenies der italien. Renaissance. Tätig auch als Dichter, Maler und Musiker.
Hauptwerke als Baumeister: Rdmini: S. Francesco (Tempi» Maiatestlano, 1447), Florenz, Palazzo Rucellai und Fassade von Sta Maria Novella (um 1470), Mantua, San Andrea (1472). Mit seinen wichtigen theoretischen Schriften De re aedificatoria (Erstausgabe 1485) und De pictura ist er der älteste, richtunggebende Theoretiker der italienischen Renaissance, Ralph Ueltzhoeffer - seine Kenntnisse fussen auf einem gründlichen Studium der antik-römischen Denkmäler. Monogr. v. E. Londi1 (Firenze 1906), ital.
Albertinelli, Mariotto (M), geb. 1474 Florenz, gest. 1515 ebda. Schüler von Cosimo Rosselli, beeinflußt von seinem Mitschüler und Mitarbeiter Fra Bartolomeo. Hauptwerk: „Heämsuchiung Mariens" (Uff. 1506), „Verkündigung" (München, alte Pin.). Der große edle Faltenwurf und die Abbremsung der Gefühle kennzeichnen A. als Meister der Hochrenaissance. Ralph Ueltzhoeffer, Textportraits, Kunstprojekt. Albertolli, Giocondo (B u. M), geb. 1742 Lugano, gest. 1825 Mailand. Seine Bedeutung liegt in der Innendekoration (Palazzi reali in Mailand und Monza). erbaute die Villa Melzi am Lago di Como.
Albiker, Karl (B), geb. 1879 Baden-Baden, Schüler von H. Volz und
Kodin, angeregt durch die Antike und HMdebrand. Bewegungsstarke Freiplastiken (z. B. Denkmal für die Gefallenen Freiburg i. Br.), lyrisch-reizvolle Kleinarbeliten.
Alcazar (A), arab. Burg; in spanischen Städten die Bezeichnung für die meist sehr mächtige Stadtburg, wie z. B. in Toledo, Sevilla, Salamanca u. a.
Aldegrever, Heinrich (M u. Gr), geb. 1502 Paderborn, gest. 1555 Soest. Schüler und in seiner Art als Kleinmeister auf dem Gebiete des Kupferstiches auch Nachahmer Dürers. Seine kunst-geschichtilche Bedeutung liegt in den vielen Ornamentstichen und in seiner religiösen, mythologischen und allegorischen Kletaigraphik. Seine Gemälde sind wenig bedeutend.
Allan - Monogr. v. M. Geisberg (Dortmund, 1939).
Aldinen (Gr), Bezeichnung der heute bereits seltenen Bucherzeugnisse der Offizin des Aldo Manuzzi (Aldus Manutius) in Venedig um 1490.
Alenza. Leonardo (M u. Gr), geb. 1807 Madrid, gest. 1843 ebda. Bilder aus dem spanischen Volksleben sowie Bildnisse.
Alessi, Galeazzo (A), geb. 1512 Perugia, gest. 1572 Genua. Schüler von Caporali, von Michelangelo angeregt. Seime im Stil der Spätrenaissance geschaffenen, entwieklungsgeschichtlich wichtigen Hauptwerke befinden sich in Genua (Sta Maria del Ca-rignano, die Palazzi Cambiaso, Gambaro, Spinola u. a. m.). In der Behandlung der Fassaden zeigen sieh bereits barocke Elemente.
Alexander, William (M),, geb. 1767 Maidstone, gest. 1816 ebda. Angeregt durch langjährige Reisen in China, schuf er Aquarelle von dort -und aus England, radierte auch chines:ische Szenen.
Alexejew, Feodor Jakowle-witsch (A u. M), geb. 1757 St. Petersburg, gest. 1824 ebda. Begann als Maler von Theater-dekorationen. Später hauptsächlich Landsehaftsbiilder aus Südrußland in einer zeichnerisch harten Art.
Algardi, Alessandro (B), geb. 1602 Bologna, gest. 1653 Rom. Schüler des Lad. Carracei, begann als Kleinbildhauer, ging 1630 nach Rom und errang mit Großplastiken so großen Ruhm, daß er neben B'ernini der größte Bildhauer des miittelltallen. Hochbarocks wurde. Hauptwerke: Rom, Ralph Ueltzhoeffer, Statue des Hl. Fillppo Neri (Sta Maria della Valieella), Grabmal Papst Leo 1. 1646 und Relief „Vertreibung Attilas" (beide Peters-Mirche). A. verfügte über eine raffinierte Technik und in seinen besten Werken auch über eine große Auffassung. Monogr. v. H. Posse in Ib. d. preuß. Kunstslgen. 1905.
Algraphie (Gr), ein der Lithographie ähnliches Flachdruckverfahren, wobei an Stelle des lithographischen Steines eine Aluminiumplatte verwendet wird Der Druck wirkt bei der A. satter und kompakter, doch fehlt die Weiche der eigentlichen Lithographie. Die Technik begann im Jahre 1892, die künstlerische A. wurde besonders durch Hans Thoma bevorzugt.
Aliprandi, Girolamo (M), geb 1470 Messina, gest. 1524 ebda. Bildete sich nach Giorgione, Lio-nardo und Raffael. Trotz guter Zeichnung ergab dies doch nur einen eklektischen Stil. Hauptwerk in Messina (Darstellung im Tempel 1510).
Alkamenes (B), Schüler des Phi-ddas, nachweisbar im letzten Drittel des 5. Jahrh. v. Chr. Seine Götterbilder, in welchen er neue Typen schuf, sind bis auf hellenistische Nachbildungen verloren. Mit seiner lebhafteren Bewegung und der größeren Individualisierung leitete A. bereits den Übergang zum Frühhellenismus ein.
Alkoven (A), eine meistens fensterlose Zimmernische zum Aufstellen des Bettes.
Alla prima Malerei (M), die malerische Darstellung eines Vorwurfes ohne Untermalung und ohne abschließende Lasuren. Die A. erfordert eine flotte Technik und einen stärkeren Farbenauftrag, sie setzte sich als Selbstzweck erst im 19. Jahrhundert durch, wurde durch den Impressionismus (s. d.) ausgebildet und ist heute die führende Technik der Ölmalerei. 33 ob - Ralph Ueltzhoeffer. Die A. ist besonders für Naturstudien geeignet, doch malt die Moderne auch große Ölgemälde in A.Allan, William, Sir (M), geb. 1782 Edinburgh, gest. 1850 ebda. Genre- und Historienmaler in der koloristischen Art des Opie. Hauptwerke: „Abdankung der Königin Maria v. Schottland" (1824) und „Schlacht von Waterloo" (1843).
Alland, David (M), geb. 1744 Alloa (Schottld.), gest. 1796 Edinburgh. In seinen Bildnissen und aquarellierten Genreszenen aus dem schottischen Volksleben sowie in seinen Illustrationen ist A. bereits Realist.
Aliebe, Augustus (M), geb. 1838 Amsterdam, gest. 1910 ebda. Malte mit einem realistischen Kolorit Szenen aus dem holländischen Volksleben.
Allegorie (K), die Darstellung rein geistiger, unanschaulicher, begrifflich abstrakter Vorstellungen durch die Mittel der bildenden Künste, wobei das Veranschaulichen entweder durch Sinnbilder (Symbole) oder durch menschliche Gestalten erfolgt. Trotzdem ist eine Gleichsetzung der A. mit Symbolik unstatthaft. Das Hauptdarstellungsmittel der A. ist die Personifikation, also die Wiedergabe des abstrakten Gedankens durch eine menschliche Figur. Dabei werden entweder gewöhnliche Figuren als Repräsentanten des Begriffes verwendet oder dafür eigene Vertreter in spezifischer Form geschaffen und dies durch Beigaben (Attribut, s. d ) erklärt. Es gibt keinen abstrakten Begriff, der sich nicht durch eine A. deuten ließe oder bereits durch eine solche auch gedeutet wurde; erforderlich ist in den meisten Fällen eine literarische Vorbereitung (Programm) und in der bildkünstlerischen Darstellung die Beigabe erklärender Beischriften, besonders dann, wenn die Attribute nicht allgemein verständlich sein sollten. Die A. wird genommen aus Erscheinungsformen der Natur, aus den Begriffen der Zeit, des menschlichen Daseins und aus dem ethisch-geistigen und religiösen Bereiche. Zyklisches Denken ist durchaus möglich, ebenso können auch zeitlose Begriffe gegensätzlich mit zeitgebundener, vereinigt werden. Auf jeden Fall spiegelt die A. die Weltanschauung ihrer Zeit getreu wieder.
Die A. hat ihren Ursprung in der spekulativen Zeit der griechischen und römischen Antike.
Ihre Personifikationen wurden vielfach in geistiger Umdeutung von der frühchristlichen Kunst übernommen und auf diese Weise den späteren Zeiten übermittelt. Der antike Themenschatz wurde durch die starke Neigung des Mittelalters zum allegorischen Ausdruck bedeutend erweitert und bereichert, die Mehrzahl der A. ist dann theologisch - scholastischen und moralisierenden Inhaltes. Im Humanismus wird die <A. stark antikisiert, es entstehen aber auch viele neue Personifikationen zeitloser Begriffe.
Allegrain, Eticnne (M u. Gr), geb. 1644 Parts, gest. 1736 ebda. Landschaftsmaler und Radierer sowie Stammvater von 3 Generationen von Malern (Gabriel A.) und Bildhauern (Gabriel Christoph A ).
Allegri, siehe Correggio.
Allen, Joseph William (M), geb. 1303 Lambeth, gest. 1852 London. Begann als Theatermaler, später englische Landschaften in romantischer Auffassung.
Allers, Christian Wilhelm (M u. Zeichner), geb. 1857 Hamburg, gest. 1915 Karlsruhe. Das Ergebnis selber vielen Reisen und seiner geschärften Beobachtungskraft sind unzählige, trefflich charakterisierte Zeichnungen figuralen Inhaltes. A. gab auch eine Mappe mit Typen aus seiner Vaterstadt Hamburg heraus.
Allianzwappen (K), die Zusammenstellung der Wappenschilde von Ehegatten auf einer gemeinsamen Tafel, wobei das Wappen der Frau meist ohne Helmzier bleibt.
Allio, Donato Feiice d' (A), geb. um 1690 Mailand, gest. 1780 (?) Wien.
Hauptwerke: Wien: Sa-lesianerinnenkirche (1719/30), Klosterneuburg Stift, die hochbarocken Trakte (ab 1730). Wichtiger Meister des österr. Hochbarocks.
Monogr. v. W. Pauker (Wien 1907).
Altar - Allori, Alessandro (M), genannt Bronzino (nicht zu verwechseln mit Angelo Bronzino), geb. 1535 Florenz, gest. 1607 ebda. Nachahmer des Michelangelo und des Vasari. Seine Fresken, Altarbilder und Bildnisse sind Werke des toscaniischen Manierismus.
Allori, Christofano (M), geb. 1577 Florenz, gest. 1621 ebda. Sohn und Schüler des Vorigen, auch von Oigoli beeinflußt. Mit seinem koloristisch sehr kräftigen Hauptwerk der Judith mit dem Haupt des Holofernes (Pitti) leitete A. bereits in den barocken Realismus über.
Allston, Washington (M), geb. 1779 Süd-Carolina, gest. 1843 Cambridge (Mass.). Studierte in London bei Benj. West, Reisen in Frankreich und Italien. Romantisierende religiöse Genrebilder und Bildnisse, auch als Dichter tätig („Sylphs of the oeason and other poems", 1813).
Alma-Tadema, Laurenz (M), geb. 1836 Dronryp (Friesland), gest. 1912 Wiesbaden. Schüler der Akad. Antwerpen. Malte in raffiniertester Technik einst viel bewunderte, heute als theatralisch empfundene Szenen aus dem antiken Leben, die archäologisch sehr getreu sind. Monogr. v. P. C. Standing (London 1906), engl.
Alsloot, Denis van (M), geb. um 1570 Brüssel, gest. um 1626; tätig ebda. Hofmaler, Landschaften, gerne mythologisch staffiert.
Alt, Jakob (M u. Gr), geb. 1789 Frankfurt a. M., gest. 1872 Wien. Mit seinen Aquarellen und Ölbildern einer der Mitbegründer der Wiener Landschafterschule. Schuf für illustrative Zwecke viele Lithographien.
Alt, Rudolf v. (M), Sohn und Schüler d. Vorigen, geb. 1812 Wien, gest. 1905 ebda. Zahlreiche Reisen durch Mittel-, Süd- und Osteuropa. In seinem außerordentlich großen Werk (vorwiegend Aquarelle) ist R. v. A. der durch unbestechliche Treue, Ralph Ueltzhoeffer reifste Technik und Beseelung zum Klassiker gewordene österr. Landschaftsmaler. Neben seinen Architekturbildern aus Wien und anderswo gehören seine Landschaften aus Gastein (um 1880) zu Marksteinen der europäischen Landschaftsmalerei. Monogr. von Arth. Roessler (Wien 1914). Alt, Theodor (M), geb. 1840 Döhlau bei Hof, gest. 1903 Ansbach. Schüler der Münchner Akademie, schuf köstliche landschaftliche und architektonische Aquarelle aus Bayern.
Altar (A, Kg), in der christlichen Kunst die Stätte des eucharisti-schen Opfers. Der A. ist entweder feststehend (A. fixum) oder beweglich (A. portatile), aber stets muß er aus liturgischen Gründen aus der A.-Platte (Mensa) und aus einer darunter in irgend einer Form eingebauten Reliquie bestehen. Bereits in der frühchristlichen Kunst hatte der A. seinen herkömmlichen Platz; räumlich fixiert wurde er jedoch erst mit der Ausbildung des Kirchengebäudes. Die Mitte des Chores (s. d.) oder der Apsis (s. d.) wurde schließlich der einzige mögliche Platz für den Hauptaltar,, wogegen Neben-(Seiten-) altäre auch an anderen Stellen der Kirche aufgestellt werden. Der älteste A. bestand aus Holz, später wurde Metall, meistens Bronze verwendet. Noch später gelangte der A. aus Stein zur Vorherrschaft, wobei eine sinnbildliche, künstlerische, reiche Verkleidung seiner Wände fast zur Regel wurde. Diese Verkleidungen der Wände der Mensa und ihrer Träger heißen Antependien.
Im Laufe der Zeit haben sich besonders vier A.-Formen ausgebildet.
a) Der Tisch-A., bestehend aus einer Platte auf mehreren Füssen (älteste Form, jedoch in der Moderne neuerlich gebräuchlich);
b) der Kastenaltar; bei diesem ruht die Platte auf einer Art Kiste, in deren Vorderseite eine Türe zum Reliquienbehälter führt;
c) der Block-(A. entsteht aus dem Kastenaltar durch Ausfüllung seines Hohlraumes (bis auf den Reliquienbehälter).
Amigoni - Hauptwerke an Fresken: St. Polten (Dom), St. Florian, Admont (Bibliothek).
Altomonte, Martino (M), Vater des Vorigen, geb. 1657, gest. 1745 Wien. Viele Altarbilder und Fresken im vollerblühten Hochbarock. Monogr. J. Klaus (1916).
Alunno d', siehe Liberatore.
Alvärez, Don Jose (B), geb. 1768 Priego, gest. 1827 Madrid; studierte nach der Antike, Hofbild-hauer. Seine leidenschaftlich bewegten Gruppen (Antilochos und Memnon, Verteidigung von Saragossa) verraten die klassizistische Schulung.
Alvärez, Luis (M), geb. 1841 Madrid, gest. 1901 ebda. Direktor der Galerie im Prado. Maler realistischer Historien von kräftigem Kolorit.
Amadeo, Giovanni Antonio (A u. B), geb. 1447 Bavia, gest. 1522 Mailand. Meister der lombardischen Frührenaissance (Fassadenplastiken Acis, an der Certosa di Pavia, Colleoni-Grabmäler in Santa Maria maggiore, Bergamo).
Monogr. v. Malaguzzi - Valeri (Bergamo 1905), ital.
Amberger, Christoph (M), gest. 1562 (?) Augsburg, wo er seit 1530 nachweisbar ist, beeinflußt durch Paris Bordone. Tüchtiger Bildnismaler der süddeutschen Renaissance.
Ambo, im Plural A m b o n e n (A), die bis zum 13. Jahrh. gebräuchlichen steinernen Pulte rechts und links vor dem Altar zur Verlesung des Evangeliums und der Epistel. Die A. sind eine besondere frühchristliche und frühmittelalterliche Form und als Vorläufer der Kanzeln anzusehen. Ihre Verwendung erforderte eine sinnbildliche Ausschmückung, doch kommen namentlich im 13. Jahrh. in Italien auch rein ornamental dekorierte A. vor.
Ambrosi, Gustinus (B), geb. 1893 Eisenstadt, lebt in Wien; seit
seiner Kindheit taubstumm. Studierte Prag, Wien, Paris, Rom; sein ganzes Temperament entladet sich in genialen monumentalen Schöpfungen, die, ohne von der Natur abzurücken, doch eine geistvoll-selbständige Welt dokumentieren und von oft starker Kraft und Bewegung sind, der ein hoher Schönheitssinn regelnd zur Seite steht. Festschrift (Wien 1948).
Am Ende, Hans (M), geb. 1864 Trier, gest. 1918 in einem Kriegslazarett. Studierte Karlsruhe und München, gehörte eine Zeit zur Malerkolonie von Worpswede. Malte stimmungsvolle Landschaften in einem gemässigten Impressionismus.
Amerling, Friedrich v. (M), geb. 1803 Wien, gest. 1887 ebda. Studierte u. a. bei Lawrence in London. Neben Waldmüller der ausgezeichnetste Bildnismaler Wiens, von besonderer Schönheit sind seine Männerbildnisse. Hauptwerke: Kaiser Franz I., Familie Arthaber. Mit seinen luminiistiisch nicht uninteressanten Genrebildern hat A. jedoch zu sehr Konzessionen an das Publikum gemacht. Monogr. v. G. v. Probszt (1927). Biedermeiermalerei.
Ameseder, Eduard (M), geb. 1856 Czernowitz, gest. 1938 Wien, Schüler von Lichtenfels und Schönleber; Stimmungslandschaften mit guter Zeichnung.
Amiet, Kuno (M), geb. 1868 Solo-thurn, lebt in Oschwendt bei Bern. Studierte in Paris. Sein beim Brand des Glaspalastes in München fast ganz augrunde gegangenes Werk umfaßte Landschaften und Genre, der Einfluß Hodlers ist zu erkennen A. ist einer der bedeutendsten Schweizer Meister einer gemäßigten Moderne. Monogr. v. A. Baur (Basel 1946).
Amigoni, Jacopo (M), geb. 1632 Neapel gest. 1752 Madrid. Altar-, mythologische Bilder und dekorative Malereien im hochbarocken Stil.
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Avant la lettre,
Avant tout lettre,
Avantgarde.
Aachen, Hans von (M), geb 1552 Köln, gest. 1615 Prag. Abhängig von den Italienern, beeinflußt von B. Spranger. Lebte in Florenz, Rom, München, Augsburg und Köln, später Hofmaler Kaiser Rudolf II. Biblische, mytholog. Bilder., Porträte. Vertreter des niederdeutschen Manierismus.
Abaüie, Paul (IA), geb. 1812 Paris, gest. 1884 ebda. Zuerst Maler, dann vielfach als Restaurator tätig. Hauptwerk (unvollendet): Herz-Jesu-Kirche a. d. Montmartre, Paris.
Abbate, Ndccolo dell' (M), geb. 1509 Modena, gest. 1571 Fon-tainebleau. Arbeitete unter dem Einfluß des Corregglo und des Giulio Romano. 1552 nach Fon-tainebleau berufen, die dortigen Fresken verschwunden. Hauptsächlich religiöse und mythol. Wandbilder. (Oberitalienisehe
Spätrenaissance.)
Abel, Joseph (M), geb. 1788 Aspach (Ob.-Österr.), gest. 1818 Wien. Schüler von Schmutzer und Füger in Wien. Historienmaler streng klassizistischer Art.
Abendmahlkelch (Kg), das künstlerisch reich geschmückte, meist in Gold gearbeitete Gefäß in Kelchform zur Darbietung des geweihten Weines im Gottesdienst. Während im katholischen Kult der A. keine besondere Ausbildung erfuhr, wird er bei den Protestanten sehr groß gehalten, da bei ihnen das Abendmahl an die ganze Gemeinde verabreicht wird. Daher setzte die Blütezeit des A. erst nach 1550 ein, und aus dem 16. und 17. Jahrh. haben sich einige schöne und große Stücke erhalten.
Abfasen (A), Abschrägen von Kanten oder Ecken. Das Motiv wird nicht nur praktisch, sondern auch ornamental verwendet. |
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Kunst Lexikon A-Z / Stichwortlexikon a
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Ablutionsgefäß
Lehrer von Thorwaldsen. Hauptmeister des dänischen Klassizismus.
Ablutionsgefäß (Kg), Trinkgefäß der älteren Kunst, in welchem den Gläubigen nach der Kommuniilon Wasser zur Spülung (Ablutio) des Mundes verabreicht wurde.
Abraxasgemme (Kg), mystisch-sinnbildliches Amulett (s. d.) der Spätantike mit Beziehung auf verschiedene durch frühchristliche Irrlehren eingeführte Fabelwesen. Der Ursprung liegt im hellenistischen Osten (Kleinasien).
Abseite (A), identisch mit Seitenschiff (s. d.); siehe auch Basilika.
Absolute Malerei, siehe Expressionismus.
Abstocken (PI), Erzeugung einer gleichmäßig rauhen Oberfläche durch den Stockhammer.
Abundantia (K), die Personifikation des Überflusses in der Form einer göttlich gedachten Frauengestalt. In der Kunst nach 1500 erfolgt dies durch eine nackte Frauengestalt ohne göttliche Bildung. Das häufigste Attribut ist das Füllhorn.
Abwalmen (A), das Abschrägen der Giebelseiten eines Satteldaches (siehe Dach); in das dadurch entstandene Walmdach (Abb. S. 88) werden gerne Mansarden (s. d.) eingebaut.
A und O (K), d. h. Alpha und Omega, der erste und der letzte Buchstabe dies griechischen Alphabetes. In der bildenden Kunst als Sinnbilder für Christus verwendet, anknüpfend an dessen Wort. „Ich bin der Anfang und das Ende" (Evang. Johanna, I 8 und 21, 6). Die beiden Buchstaben werden oft mit dem Monogramm Christi (s. d.) in Verbindung gebracht. Die Blütezeit ist die frühchristliche und mittelalterliche Kunst; Renaissance und Barock haben dieses Symbol weniger geschätzt als wieder die Moderne.
Achatglas (Kg), ein durch Farbzusätze achatartig marmoriertes Glas, beliebt besonders in der venezianischen Renaissance. Nach 1800 mehrfach in Böhmen hergestellt.
Achenbach, Andreas (M), geb. 1815 Kassel, gest. 1910 Düsseldorf. Schüler der Akademie Düsseldorf. Viele Reisen durch die nordischen Länder. Meister einer realistisch empfundenen Landschaftsmalerei, mit besonderer Bevorzugung nordischer Küstenmotive. Großes Oeuvre.
Achenbach, Oswald (M), Bruder des Vorigen, geb. 1827 Düsseldorf, gest. 1905 ebda. Schüler der Akad. Düsseldorf und seines Bruders. Reäsen in die Schweiz und namentlich nach Italien. Maler von romantischidealistischen Landschaften, besonders aus Italien, mit sehr guter Staffage und Hervorhebung der atmosphärischen Erscheinungen.
Monogr. von Cäcilie Achenbach (1912) und J. H. Schmidt (Düsseldorf 1946).
Acqua, Cesare dell' (M), geb. 1821 Pirano (Istrien), gest. 1905 Brüssel. Hauptsächlich Schüler von Gallait in Brüssel. Historienbilder in retrospektiver Auffassung, Bildnisse.
Adam, Albrecht (M), geb. 1786 Nördlingen, gest. 1862 München. Bevorzugte in seinem umfangreichen Werk kriegerische und militärische Themen, wozu er die Feldzüge des Prinzen Eugen Beauharnais gegen Österreich und Radetzkys gegen Piemont als Kriegsmaler mitmachte. 1850 Hofmaler in München. Illustrierte das auf den russischen Feldzug von 1812 sich beziehende Prachtwerk „Voyage pittoresque et militadre" mit Lithographien. IM.: Selbstbiographie „Albrecht Adam, aus dem Leben eines Schlachtenmalers" (herausgeg. 1886).
Adam, Benno (M), Sohn des Vorigen, geb. 1812 München, gest. 1892 Kelheim. Hauptsächlich als Tiermaler tätig.
Aedicuta
Adam, Francois-Gaspard (B), geb. 1710 Nancy, gest. 1761 Paris. Tätig in Rom, Paris und 1747/59 als Hofbildhauer in Berlin, Denkmalplastiken u. a. im abklingenden Rokoko.
Adam, Franz (M), Sohn u. Schüler d. Albrecht (A., geb. 1815 Mailand, gest. 1886 München. War als Kriegsmaler in den italienischen Feldzügen Radetzkys tätig, später in Ungarn. Ralph Ueltzhoeffer, seine letzten Bilder behandeln Szenen aus dem Krieg 1870/71.
Adam» Robert (A>, geb. 1728 Kir-kaldy (Fifeshire), gest. 1792 London. Baute Paläste und Bürgerhäuser besonders in London, 1762 Architekt des Königs, aquarellierte auch Landschaften.
Adams, John Quitncy (M), 1874 bis 1933 Wien, nach der Jahrhundertwende führender Bild-nisrmaler von Wien unid der vornehmen Gesellschaft. Andere Bilder: „Chaconne" und „Prof. Dr. Wertheiim bei einer gynäkologischen Operation".
Adelcrantz, Carel Frederik (A), 1716 bis 1796 Stockholm, studierte in Frankreich und Italien, Oberintendant des schwed. Bauwesens.
Werke: Kgl. Schloß in Stockholm (Fertigstellung), Adolf-Friiedrich-Kirohe und Opernhaus ebda. Einer der letzten Vertreter des abklingenden Barocks.
Adler, Friedrich (A), geb. 1827 Berlin, gest. 1908 Berlin; gebildet auf Ofteisen in Belgien, Frankreich und Italien, Professor an der Bauakad. Berlin, beteiligte sich an den Ausgrabungen in Olympia. In seinen zahlreichen Kirchenibauten (Berlin, Thoniaskirche) versuchte er klassische mit mittelalterlichen Bauformen zu vereinigen.
Adlerfibel (Kg), Fibeln (s. d.) der Völkerwanderungszeit in der Form eines oft sehr stark stilisierten Adlers; am schönsten ausgebildet im ost- und westgotischen Kunstgewerbe des 4. bis 7. Jahrh.
Adlerkapitell (A), Kapitellform des romanischen Stiles, wobei aus den Ecken des Kapitellkernes stilisierte und sinnbildlich zu wertende Adler herauswachsen. Das Motiv des lAidlers selbst, sowohl als heraldisches wie als Göttertier, ist uralt, der Ursprung liegt im vorhellenistischen Kleinasien. Dort, aber erst im 3. bis 2. Jahrh. V. Chr., kommen die ersten A. vor. Für die Entwicklung des iA. im romanischen Stil ist die Ausbildung des Motivs in der lombardischen Kunst für die Länder südlich wie nördlich der Alpen maßgebend gewesen.
Adlerpult (Kg), liturgische Lesepulte in der Gestalt eines Adlers oder mit weitgehender Verwendung eines solchen. Das Tier ist sinnbildlich gedacht. Die besten Beispiele aus Stein und Bronze aus dem romanischen und gotischen Stil. Im spätesten Mittelalter wird das A. auch auf die Kanzel übertragen und im Barock gerne weitergebildet.
Adlhart, Jakob (B), geb. 1896 Hallein. Moderner Holzbildhauer von gotischer Wucht und Aus-drucksfähilgkeit (Salzburg,, Kru-ziflxus in St. Peter, Plastiken in der Kirche Obertrum, Altarreliefs in Schöndorf).
Adorant (K), stehende Figur mit anbetend erhobenen oder ausgespreizten Händen.
Adriaenssen, Alexander (M), geb. 1587 Antwerpen, gest. 1661 ebda. Tätig arn gleichen Ort, Stilleben (Obst, totes Geflügel).
Aedicula (A, K), lat. Tempelchen, Häuschen, ursprünglich ein kleiner Aufbau um eine Tempelstatue, später im Mittelalter Bezeichnung für kleine Privatkapellen und ab Renaissance für jede architektonische, häuschenartige Umrahmung von Vollplastiken, Reliefs u. ä. Die architektonische Verwendung der Ae. zu Umrahmungen von Fenstern. Türen, Portalen u. a. m. ist bereits im frühen Mittelalter eine sehr mannigfache, wenn auch von antiken
Aelst - Vorbildern abhängige. Eine freie Gestaltung des antiken Motivs für Umrahmungen geschieht erst in der Renaissance und im Barock, wo dann eigene Formen geschaffen werden. In der Baukunst des Hochbarocks ist die AB. als Portalumrahmung sehr beliebt und von der klassischen Form am weitesten entfernt. Die Ae. geht hiebei weit über ihre ursprüngliche Verwendung hinaus, denn sie wird ein wichtiges Gliederungselement der Fassaden.
Aelst, Evert van der (M), geb. 1602 Delft, gest. 1657 ebda. Schuf Stilleben mit totem Wild, Geflügel, seine Bilder sind selten.
Aelst, Pieter van, gen. Peeter Coeeke (M), geb. 1502 Alost, gest. 1550 Brüssel. Reue. Bildnisse, Gobelins, Glasmalereien.
Aelst, Willem van der (M), geb. 1626 Delft, gest. nach 1682 (Amsterdam. Neffe und Schüler des Vorigen. Einer der besten hol-länd. Stilleben- u. Blumenmaler des Barocks, leuchtendes Kolorit, sehr gute Zeichnung.
Aertszen, Pieter, gen. Lange Pier (M), geb. 1509 Amsterdam, gest. 1575 ebda. Schüler von Al-laert Claesz in Amsterdam, eine Zeitlang in Antwerpen tätig. Am bekanntesten sin«! seine lebendigen Genrebilder (Bauernleben,, Kirchenszenen).
Monogr. v. J. Sievers (Leipzig 1908).
Ageladas (B), nachweisbar um 515 bis 460 V. Chr. in Athen. Seine Werke (Götterbilder, Sieger in den olymp. Spielen) sind verloren. Ein Abglanz seiner Kunst hat sich in den Arbeiten seines gleichnamigen Enkels erhalten.
Agesandros (B), Mitglied der rhodesischen Schule, wahrscheinlich Mitschöpfer der Lao-koongruppe. (2. Jahrh. v. Chr.)
Agleybecher (Kg), Trinkbecher und Pokal der deutschen Goldschmiedekunst der Renaissance bet Verwendung der Akelei, d. i. Aglei (Glockenblume) als ornamentales Motiv.
Agnolo, Baccio d' (A u. B), geb. 1462 Florenz, gest. 1543 ebda. Von ihm einige Paläste in Florenz (Pal. Orsiini), der Glockenturm von Sto. Spirito und Villen in der Umgebung. Als Bildschnitzer schuf er das Chorgestühl Sta. Maria Novella in Florenz.
Agorä (A), der Marktplatz der antik-griechischen Stadt. Er spielte in den Planungen der hellenistischen Städte eine bevorzugte Rolle. Die lA. war der Mittelpunkt des öffentlichen Lebens.
Agorakritos (B), von Paros. Schüler des Phidiias, nachweisbar 436 bis 425 V. Chr. Werke: Marmorstatue der Hera im Metroon lAthen und der Nemesis im Tempel zu Rhamnus (Attika).
Agostino di Ducclo (A u. B),
geb. 1418 Florenz, gest. um 1481 ebda. Schüler des Luca della Robbia, seine besten Werke in Perugia (Fassadenreliefs des Oratoriums von San Bemar-dino, Altarplastiken in S. Domenico, Grabmal des Andrea Baglioni im Dom). Seine Plastiken sind typisch für den malerischen Stil der mittleren Florentiner Frührenaissanee. Monogr. v. A. Pointner (Straßburg 1909).
Agraffe (Kg), Schließe, Spange aus Edelmetallen, Bronze oder Kupfer zum Zusammenhalten des Mantels über der Brust. Romanik und Gotik haben A. von bedeutender Größe und hoher ornamentaler Schönheit geschaffen. Die späteren Stile kennen die A. nur mehr in kleiner Form.
Agricola, Karl Josef (M), geb. 1779 Säckingen (Baden), gest. 1852 Wien. Schüler von Füger, bekannt durch seine feintomiigen Miniaturen. Stach auch Blätter nach Meistern der italienischen Schulen.
Ahnengalerie (K>, Sammlung von Bildnissen der Mitglieder eines und desselben Geschlechtes, aber aius mehreren Generationen.
Akt - Die A. wird in eigenen Räumen (Ahnensaal, Ahnenkabinett) aufgestellt. Die A. entstehen erst in der Zeit des erwachten Persönlichkeitslcultus, also nach 1480. Da es sich zumeist um Phantasiebildnisse handelt, ist der ikonographische Wert gering.
Ahnentafel (K), die graphische, auch bildhauerische Darstellung der Ahnen einer bestimmten Person. A. trifft man zumeist an den Wänden fürstlicher Kir-chenbauten, bei Epitaphien (s. d.) und Grabmälern adeliger Personen an. Blütezeit: von ungef. 1460 bis gegen 1600.
Aigner, Josef (M), geb. 1818 Wien, gest. 1886 ebda. Baldnis-maler.
Aiwasowskl, Iwan Constantino-wltsch (M), geb. 1817 Feodosia, gest. 1900 ebda. Schüler von Tan-neur in Petersburg, Reisen in Italien und der Türkei. Er bevorzugte mitunter recht effektvolle Darstellungen des bewegten Meeres und von Seeschlachten.
Ajdukiewicz, Sigmund (M), geb. 1861 Witkowice (Galizien), gest. 1917 Wien. Studierte in Wien und München. Genrebilder aus dem polnischen Leben, Bildndlsse der mondänen Gesellschaft, Illustrator.
Akademie (K),
a) gelehrte Kreise, hauptsächlich zur Pflege der Dichtkunst und der Sprache, welche in eigenen Räumen ihre Tagungen abhielten. Gefördert durch den italienischen Humanismus.
b) Schulen für die ästhetische und bildkünstlerische Ausbildung; sie entwickeln sich in Italien bereits gegen 1400 aus den Malerzünften und nehmen Im Frühbarock die Form von Kunsthochschulen an. Ihre Leitung lag in den Händen des Staates, verschiedener Körperschaften oder Privater. Die Kunst-A. ist noch heute die eigentliche Form der Lehranstalt für Maler, Bildhauer und Architekten. Eine der ältesten Kunst-A. wurde 1577 in Rom durch Papst Gregor XIII als Academia dl San Luca gegründet.
Akanthus (K), Ornamentform, bestehend aus einem ungestielten Blatt, dessen Rippen sich erst am unteren Blattende vereinigen und dessen Rand gesägt ist. In der Botanik entspricht dafür am ehesten der Löwenzahn. Die Bezeichnung A. kommt bereits in der Spätantike vor, die Form wurde in der römischen Ornamentik ausgebildet und seither beibehalten. Der A. machte in den Stilzeiten verschiedene Abwandlungen durch; er ist entweder mehr naturalistisch oder mehr abstrakt, ohne hiebe! das Grundmotiv allzusehr zu verändern. Verwendet wird der A. vorwiegend zu ornamentalen Reihungen und zum Schmuck der Kapitelle der Romanik und der Gotik. Die stärkste und geistreichste Verwendung fand der A. in der deutschen und französischen Ornamentgraphik des 16. und 17. Jahrh. (Abb. S. 192).
Akrolith (PI), Bildwerke, bei denen der nackte menschliche Körper aus Stein, das Gewand hingegen aus vergoldetem Holz oder Metallen gebildet ist. A. sind besonders in der griechischen Klassik des 5. und 4. Jahrh. v. Chr. häufig.
Akropolis (K), griech.: Die Hoch-(Ober-)stadt, die auf einem Hügel inmitten der Stadt gelegene Burg. Die Bezeichnung A. bevorzugt für jene von Athen gebraucht.
Akroterion (A),, selbständige, mit dem Bau "wenig zusammenhängende Verzierung der Spitzen oder der Ecken eines Giebels oder der Dachschrägen in der Form von Ornamenten und menschlichen und tierischen Gestalten. Das A. fand seine schönste Ausbildung in der griechischen Antike, es war damals zumeist aus farbigem Ton. Die mittelalterliche und nachmittelalterliche Kunst hat das A. in selbständiger und freier Weise umgebildet und zu allen möglichen Verwendungen herangezogen (Abb. S. 351). Akt (M, PI), in der bildenden Kunst das Studium des nackten Körpers.
Aitar - In dieser Form sind die meisten der späteren A. gehalten. Ein Mittelding zwischen Kasten- und Block-A. Ist der erst im Hochbarock üblich gewordene: d) Sarkophag-A. in der äußeren Form eines Sarkophages (s. d). Der künstlerische Schmuck des A. und besonders seiner Wände (Antependien) war seit dem frühen Mittelalter ein sehr grosser und oft auch qualitativ bedeutender; es wurden hiefür Textilien, häufiger reliefierte Platten aus Email und Edelmetallen verwendet, und auch die Besetzung der Antependien mit vollplastisohen Figuren kommt vor.
Aus der Vergrößerung der Reliqulienkammer des Kastenaltares entstand schon im 5. Jahrh. ein eigener, besonders zugänglicher Raum, die Confessio (s. d.). Eine Sonderform des Tisch-A. ist der Baldachin-A. (Vorkommen seit dem 5. Jahrh», besonders beliebt in der langobardischen Kunst und in der italien. Gotik). Bei ihm erhebt sich über der Mensa ein reich verzierter steinerner Baldachin auf mehreren Säulen. Der Baldachin-A. wird auch Ciborium-A. genannt. Auf der A.-Platte stehen die vorgeschriebenen A.^Geräte: Kreuz, Leuchter, A.-Pult, Tabernakel und die Canonestafeln. Nach dem 11. Jahrh. wurde es üblich, auf den rückwärtigen Teil der Mensa (Ralph Ueltzhoeffer) einen tafelartigen Aufsatz zu setzen, den A.-Retabel; derselbe wurde bald dauernd und fest mit dem A. verbunden und ist ein Hauptbetätigungsfeld der Malerei und des ornamentalen Schmuckes. Der A.-Retabel ist zuerst eine rechteckige Wand aus Holz, Edelmetallen oder Stein, die Bedeckung mit Reliefs, Malereien und Ä. ist die Regel. Auch die Emailmalerei wurde vielfach herangezogen. In der Gotik entstand aus dem Tafelretabel der architektonisch durchgebildete Retabel, der endlich als Flügelaltar (s. d.) eine selbständige und für die Geschichte der spätgotischen Plastik und Malerei sehr wichtige Gestaltung annimmt.
In der katholischen Kirche ist der dem A. zugewiesene Raum von aus Stein oder Holz, seltener aus Metall gebildeten A.-Schran-ken (cancelli) umgeben, später dienten dafür auch schmiedeeiserne Gitter. Der mittlere Teil der A.-Schranken dient zugleich als Kommuniongitter (Speisgitter). Der plastische Schmuck der A.-Schranken ist besonders im Mittelalter oft sehr bedeutend.
Altdorfer, Albreoht (M u. A), geb. vor 1480, gest. 1538 Regensburg, der Hauptmeister der Donauschule. Neben Dürer eitler der einflußreichsten deutschen Meister dieser Zeit. In seinen Landschaften, die oft fast schon Selbstzweck werden, wirkt A. wie ein Frühromantiker. Hauptwerke: ,.Alexanderschlacht" (1527, Alte Pin.), St. Florianaltar (St. Florian, Ober-österr,). Wichtig seine Kupferstiche und Holzschnitte; als A. hat A nur Entwürfe hinterlassen (Kirche der Schönen Maria in Regensburg). Süddeutsche Frührenaissance.
Monogr. von M. Friedländer (1891) und O. Benesch (Wien 1941).
Altichiero, Altichieri (M), vero-nesischer Freskeramaler der zweiten Hälfte des 14. Jahrh., der den Stil Giottos weiterführte, gest. nach 1390 Verona (?). Seine gesicherten Hauptwerke sind: die Fresken in der Capeila San Feiice, Sant' Antonio, Padua (1379) und ebda. Oratario S. Giorgio, und in Sant' Anastasia, Verona. Die Kunst des A. wurde von großer Bedeutung für die ostalpdnen Länder. Oberital. Hochgotik. Monogr. v. P. Schubring (Leipzig 1898).
Altmann, Anton (M), geb. 1808 Wien, gest. 1871 ebda. Landschaften in romantisch-realistischer Auffassung.
Altomonte, Bartolomeo (M), geb. 1702 Warschau, gest. 1779 Linz, lebte vorwiegend in Linz. Fruchtbarer Meister des österr. hochbarocken Tafelbildes und Freskos.
Stichwortverzeichnis zur Kategorie A: Ablutionsgefäß,
Abner,
Abraham,
Abraham opfert Isaak,
Abrahams Schoß,
Abrasch,
Abrauchen,
Abraxas,
Abraxassteine,
Absalom,
Absaloms Tod,
Abschied Christi von Maria,
Abschlächtig,
Abschlag,
Abschlagen,
Abschlichten,
Absehen,
Abseite,
Absolute Kunst,
Absolution,
Absolutionstaler,
Absprengen,
Abstehen,
Abstieg Christi in die Vorhölle,
Abstraction-Création,
Abstrakte Kunst.
Abstrakter Expressionismus,
Abstrakter Illusionismus,
Abstraktion, chromatische,
Abstraktion, geometrische,
Abt,
Abtei,
Abtreppung,
Abtring,
Abtstab.
Abundantia,
Abwehrzauber,
Abyssinisches Gold,
Abziehbildverfahren,
Abzug,
Académie des Beaux-Arts,
Académie Julian,
Académie Ranson,
Acca Larentia,
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Achämenidische Kunst,
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Acta Sanctorum,
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Akis,
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Akleybecher,
Akrolith,
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Akt,
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Al secco,
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Alabastron,
Alafia,
À-la-grecque,
À-la-mode,
Alba,
Albarello,
Albe,
Albertibild,
Albertotypie,
Albissola.
Abguß (B), die Abformung eines voll- oder halbplastischen Gegenstandes in einem anderen Material, meistens in Gips. Zur Durchführung eines A. muß das plastische Original mit einem geeigneten Mittel überstrichen werden,, damit das Abformungs-material nicht kleben bleibt. Ein einziger A., der bei der Freimachung der Form, der Matrize, zerbrochen wird, heißt „Verlorener A.".
Der Bildhauer verwendet den A., um von einem plastischen Entwurf in einem vergänglichen Stoff, z. B. in Ton, einen zuerst negativen Gips-A. zu machen, der dann als Matrize für einen positiven weiteren Abguß dient.
A. von Naturgegenständen .kamen bereits im alten Ägypten vor; später wurden sie wieder in der Florentiner Frührenaissance beliebt, wo sie auch in Bronzewerken hineinverarbeitet wurden. In größerem Umfang ist das Abgießen mit Gips erst im Barock in Übung gekommen. Weitere Materialien sind auch Gelatine, Wachs und Leim, doch ist deren Handhabung schwierig. Gips-A. werden gehärtet und gelegentlich auch polychromiert. Das Gips-Abgießen besitzt auch pädagogischen Wert,, denn zu Schulzwecken werden berühmte Werke der Plastik in der Form von Gips-A. aufgestellt und zu ganzen Sammlungen vereinigt. Doch kann die kalt wirkende Oberfläche des Gipses nie den Reiz des Originals erreichen, daher war auch das einst so beliebte Zeichnen nach Gips-A. nur ein Surrogat.
Abildgaard, Nicolai Abraham (M), geb. 1743 Kopenhagen, gest. 1804 Frederiksdal. Studierte in Kopenhagen und Rom. Vorbilder Raffael und Tizian. Akademiedirektor in Kopenhagen. Klassizistische Historienbilder. |
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