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KUNSTLEXIKON

   
   


Kunst / Kunstbuch / Kunstband / Bücher / Lexikon





Spätbarock. Monogr. v. Fritzsche (Magdeburg 1936).
Candid, Peter, eigentl. P. de Witte (M), geb. 1548 Brüssel, gest. 1628 München. Schüler und Gehilfe von Vasari bei dessen Fresken im Florentiner Dom, ab 1578 in München, später ebda. Hofbildnismaler. Monogr. v. J. Hee (Leipzig 1885).

Canella, Giuseppe (M), geb. 1789, nachweisbar bis 1827. Architekturmaler.

Monogr. v. H. Bassl-Rathger (Bergamo 1947, ital.).

canevale, Isidoro (A), geb. 1730 Vincennes,, gest. 1786 Wien. Ab 1760 ebda, tätig als A. des Frühklassizismus.

Canlassi, Guido, gen. Cagnacci (M), geb. 1601 S. Arcangelo di Romagna, gest. 1681 Wien, Hofmaler ebda, Schüler d. Guido Reni, religiöses und mythologisches Genre in bestechender Koloristik, signierte als Cagnacci. Hochbarock.

Cano, Alonso (M, B), geb. 1601 Granada, gest. 1667 ebda. Schüler von Montanes und Pacheco,, verwendete für seine zahlreichen religiösen Gemälde ein wirkungsvolles Helldunkel, die Anregung durch die Venezianer ist sichtbar. Die meisten Werke in Granada (Dom), Sevilla (Kathedrale). Malaga (Dom) sowie im Prado. Seine Skulpturen sind formenschön und zugleich tiefgefühlt (Altäre in Sevilla, Granada - Kathedrale). Hochbarock.

Canon, Hans (M), eigentl. Johann v. Straschiripka, geb. 1829 Wien,, gest. 1885 ebda. Zuerst aktiver Offizier, später Schüler von Waldmüller und Rahl, in dessen Art er seine farbenkräftigen, auch an Rubens erinnernden Genrebilder malte. Bedeutender ist C. als ein trefflicher Porträtist. Von ihm Wandbilder in Karlsruhe (großherzogl. Wartesaal) und das riesige Deckengemälde im Naturhistorischen Museum Wien. Retrospektive Historienmalerei.

Canonica, Luigi (A), geb. 1767 Tesserete, gest. 1844 Venedig. Baute in Mailand die Arena und die Theater in Brescia. Cremona und Mantua.

Canonica, Pietro (B), geb. 1869 Turin. Hat wertvolle, gemäßigt realistische Grabmäler, Bildnisbüsten und Ideales geschaffen.

Canova, Antonio (B), geb. 1757 Possagno, gest. 1822 Venedig. Der größte Italien. Bildhauer des Klassizismus, formensicher, edel, wenn auch nicht immer tief in der Empfindung, wobei ihm die ruhigen Themen besser gelangen, als die temperamentvollen und bewegten. Führte die Plastik bewußt zur Antike zurück. Ausgebildet in Venedig und Rom. Aufenthalte dann noch in Wien, Paris und Possagno, wo er, dem Pantheon nachgebildet, eine Kirche als Zentralbau errichtete.

Hauptwerke: Wien, The-seusgruppe (Ksth. Mus.), Grabmäler für Clemens XIII. und XIV. in Rom (St. Peter), Grabmal der Erzherz. Christine (Wien,, Augustinerkirche), Statue Napoleons (Mailand, Brera) u. v. a. m.
Monogr. v. V. Malamani (Mailand 1911, ital.) und A. G. Meyer (Bielefeld 1898).
Cantarini. Simone, gen. II Pe-sarese (M), geb. 1612 Oropezza, gest. 1648 Ralph Ueltzhoeffer - Verona. Maler und Radierer der bolognesischen Schule des Hochbarocks, aus venezianischer Schule hervorgegangen, von G. Reni weitergebildet. Religiöses, Bildnisse und Mythologien.

Cantoni, Simone CA), geb. 1736 Muggio (Tessin),, gest. 1818 Gor-gonzola. Baute in Mailand und Genua klassizistische Paläste.

Capeiie (Cappelle), Jan van de (M), geb. 1625 Amsterdam, gest.

Caroto, Gianfrancesco (M), geb. um 1470 Verona, gest. 1546 ebda. Schüler des Liberale da Verona u. d. Mantegna, beeinflußt durch Michelangelo. Tätig in Verona und Mantua. Streng aufgebaute Altarbilder von guter Färbung und starker plastischer Wirkung. Veronesische Renaissance.

Carpaccio, Vittore (M), geb. Ort und Jahr unbekannt, gest. um 1525 Venedig (?). Schüler von Bastiani und Gentile Bellini. In seinen Bildern ist C. einer der köstlichsten und bedeutendsten Erzähler der venezianischen Frührenaissance, zu deren wichtigsten Künstler er gehört. Sein Hauptwerk ist der Zyklus aus der Legende der Hl. Ursula in Venedig, Accademia. Ein ähnlicher Zyklus aus dem Leben des Hl. Georg in der Scuola degli Schiavoni, Venedig. C. gelangen besonders Schilderungen ruhigen, idyllischen oder festlichen Inhaltes, wogegen bewegte Szenen ihm weniger lagen; die Wiedergabe der Einzelheiten (Landschaft, Interieur) ist stets von größter Sorgfalt und Hebe.

Monogr. v. W. Hausenstein (Stuttgart 1925).

Carpeaux, Jean Baptiste (B), geb. 1827 Valenciennes, gest. 1875 Becon. Schüler von David d'An-gers und Rüde; mit seinen ausgeprägt naturalistischen, stets vorzüglich komponierten Großplastiken hatte er lange Zeit eine Führerstellung inne Viele dekorative Bauplastiken, wie die Gruppe „Der Tanz" für die Grand Opera und die Fontaine der vier Weltteile in Paris. Monogr. v. Riotor (Paris 1906, franz.).

Carpi, Antonio da (M), geb. 1495 Carpi, gest. um 1580. Nachfolger des Cima da Conegliano, Madonnenbilder mit guter Landschaft.
Carpi, Ugo da (eigentl. Panico) (Gr), geb. 1455 Capri, gest. 1523 Rom; bereicherte die italien. Graphik durch die Einführung des Helldunkel - Holzschnittes (Chiaroscur-Schnitt).

Carpioni Giulio (M, Gr), geb. 1611 Venedig, gest. 1674 Verona. Schüler des Varotari und Can-tarini, Religiöses und Mythologien, im Kolorit noch Anschluß an Tintoretto.

Carrä, Carlo (M), geb. 1881. Mitbegründer des italien. Futurismus, ohne hiebe! die Naturform vollkommen aufzugeben, die später erneut betont wird. Tätig in Mailand.

Monogr. v. G. Pacchione (Mila-no 1945, ital.).
Carracci, Agosttno (M), geb. 1557 Bologna, gest. 1602 Parma. Begann als Goldschmied, dann Schüler bei seinem Onkel Lodo-vico C. und Fontana; zusammen mit seinem Bruder Annibale C. und dem Onkel Lodovico C. begründete er die Scuola degli in-camminati, eine Richtung, die im Gegensatz zum Naturalismus des Caravaggio eine ideale Auffassung und eine Auswertung der Großmeister der Hochrenaissance bezweckte. In seinen wenigen erhaltenen Bildern (Religiöses und Landschaften) zeigte er jedoch sich naturalistischen Zusätzen nicht abgeneigt, was auch für die Kunst seiner Brüder gilt.

Carracci, Annibale (M), geb. 1560 Bologna, gest. 1609 Rom, Bruder des Vorigen Durch seinen Onkel Lodovico C. und das Studium des Correggio geschult, der Hauptmeister und der Begründer der idealistischen römischen Hochbarockmalerei. In seinen idealistisch gehaltenen religiösen Bildern (auch einige Mythologien) ist er einer guten Naturbeobachtung nicht aus dem Wege gegangen, in seinen ausgezeichneten Landschaften bestehen Zusammenhänge mit der Kunst des Paul Bril. Sein Hauptwerk (zusammen mit seinem Bruder Agostino) ist der Freskenzyklus (Thema aus der griech. Mythologie) im Palazzo Farnese in Rom, begonnen 1597. Der Naturalismus des Annibale C. zeigt sich deutlich in seinen Zeichnungen bolognesi-scher Straßenfiguren.

Church, Frederick Edwin (M), geb. 1826 Hartford (Conn.), gest. 1900 New York. Malte effektvoll beleuchtete Landschaften aus allen Teilen Nord- und Südamerikas. Später auch als Ergebnis weiterer Reisen Landschaften aus Griechenland und dem Orient.

Churiguerrastil (K), phantastisch-dekorative Abart des spanischen Hochbarocks, genannt nach seinem Hauptmeister Jose Churiguerra <1650 bis 1723) und bis in das 18. Jahrh. wirksam. Die Hauptmerkmale des Ch. liegen weniger im Baulichen, als im Dekorativen!, wozu besonders Stuck, Vergoldung und Holzschnitzerei verwendet wurden.

Ciardi, Guglielmo (M), geb. 1844 Venedig, gest. 1902 ebda. Maler Italien. Marinen und Landschaften in temperamentvoller impressionistischer Weise.
Ciborium, siehe Altar.

Cignani, Carlo (M), geb. 1628 Bologna, gest. 1719 Forli. Schüler von Albani, lebte in Rom, Parma und Forli. Angeregt auch durch Correggio. Die Einwirkung der Carracci ist in seinen religiösen und mythologischen Gemälden zu erkennen. Hauptwerk: Fresken in der Cappella della Madonna del fuoco (Forli).
Cignaroli, Giambettino (M), geb. 1706 Salo, gest. 1770 Verona. Studierte Correggio und P. Verone-se, Begründer der klassizist. Malerei in Verona. Historien.

Cigoli. Lodovico (Cardi da Ci-goli) (M), geb. 1559 Castelvecchio
bei Empoli, gest. 1613 Rom. Schüler des Santi del Tita, angeregt durch Barrocdo und Correggio. Begründer der Florentiner Barockmalerei, lebte seit 1604 in Rom, wo er sich der Michelangelo-Nachfolge anschloß Seine religiösen Werke sind ziemlich eklektisch.

Cima, Giovanni B., genannt da Conegliano (M), geb. 1459 Co-negliano, gest. 1517 (?) Venedig Schüler von Bart. Montagna in Vicenza, später von G. Bellini in Venedig. Seine typisch quattrocentesken Altargemälde und Sonstiges sind ausgezeichnet in der Komposition und in ihrer schönen Landschaft. Monogr. v. R. Burckhardt (Leipzig 1905).

Cimabue, Giovanni (M), toska-nischer Maler aus dem Ende des 13. Jahrh., angeblich 1302 in Florenz gestorben. Von den aus der älteren Literatur her bekannten Gemälden, in welchen er die Maniera bizantina überwand und der Vorbereiter Giottos geworden sein soll, hat sich nur In Überarbeitung das Apsismosaik im Dom zu Pisa erhalten. Die Gestalt des C. liegt noch im Dunklen.
Monogr. v. E. Benkard (1917) u. Bob. Salvini (Roma 1946, ital.).
Cinquecento (K), Italien. = Fünfhundert, die Zeit von 1500 bis 1599, also das 16. Jahrh. in Italien; im engeren Sinn die Zeit der Hochrenaissance (1500 bis 1540). Von C. abgeleitet die stil-kundliche Bezeichnug cinque-centesk. „im Stil der Kunst des C".

Cione, Andrea, siehe Orcagna.
Cione, Nardo (M), nachweisbar in Florenz zwischen 1368 bis 1394. Tafelbilder der Florentiner Spätgotik. Bruder des Andrea Cione, gen. Orcagna und des Jacopo di C, nachw. 1368 bis 1344 Florenz. Das Werk der drei Brüder ist schwer zu trennen.

Cippollino (A, PI), eine Marmorart mit silberweißen und rötlichen Glimmereinschlüssen, ergibt besonders schöne, geschliffene Platten.

Croos, Anthony (M), geb. 1606 <?), gest. 1663 (?) Den Haag. Schüler von J. van Goyen, Landschaften.

Cubiculum (A), im altrömischen Hause das Schlafzimmer (Abb. S. '24), in der frühchristlichen Kunst die Grabkammer eines Märtyrers in den Katakomben (s. d).

Cucuel. Edward (M, Gr), geb. 1875 San Francisco, lebt in München, Schüler von Gerome und Benj. Constant. Figuren-, Genre-, Landschaftsbilder. Bildnisse, umfangreich tätig als geschmackvoller Illustrator.

Curry, Adolf (M), geb. 1879 Wien, gest. 1939. Schüler von Gysis, Löfftz und (Rumpier, kleine pikant farbige Gesellschaftsbilder, meist im Kostüm des 18. Jahrh.

Cuvillies, Francois d. Ä. (A), geb. 1698 Soissons, gest. 1768 München. Schüler von Robert De Cotte, ab 1738 Hofarchitekt in München, wo er das französ. Rokoko heimisch machte und es bayrisch umgestaltete. Bauten: Teile der Residenz-München, Amalienburg, Residenztheater, Palais Hohlstein. Sein Sohn Francois C. d. J. (gest. 1770 München) baute in der gleichen Art wie sein Vater. Werke in München: die Palais Arco und Preysing, das fürsterzb. Palais Passau, Schloß und Pfarrkirche in Zell at d. Pram (Innviertel). Rokoko.

Cuylenborch (Ceulenborg), Abraham v. (M), gest. 1658 Utrecht. Mythol. staff. Landschaften, Ruinen, Grotten (vielfach mit Aktfiguren).

Cuyp, Aelbert (M), geb. 1620 Dordrecht, gest. 1691 ebda. Schüler seines Vaters Jacob Gerr.-C, beeinflußt durch Jan v. Goyen. Die große Bedeutung dieses Hauptmeisters der holländ. Landschaftsmalerei des Hochbarocks liegt auf seinen goldig und poesievoll beleuchteten Landschaften, die mit ruhigen Gruppen von Menschen und Tieren staffiert sind. („Der holländ. Lorrain.") Auch ausgezeichnete schlichte Bildnisse, ferner Schlachten- und Genrebilder, Stilleben und Kircheninterieurs.

Cuyp, Benjam. Gerritsz (M), geb. 1612 Dordrecht, gest. 1652 ebda. Landschaften, ländl. Genres, Schlachten.

Cuyp, Jacob Gerritsz (M), geb. 1594 Dordrecht, gest. 1651 ebda. Bildnis, Genre, Tiere.

Czerny, Siegfried (M), geb. 1889 Heidelberg. Schüler von Habermann und des Maltheoretikers Max Doerner, München. Bildnismaler,, wichtige maltechnische Untersuchungen.

















Kunst Lexikon A-Z / Stichwortlexikon c
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Cabanel, Alexandre (M), geb. 1823 Montpellier, gest. 1889 Paris. Begann in der Art Davids, malte dann später technisch virtuose Historien und Phantasiebilder, die, theatralisch komponiert, ohne besonderen geistigen Gehalt sind.
Cacciatorl, Benedetto (B), geb. 1794 Carrara, gest. 1871 ebda. Arbeitete zahlreiche Kolossalplastiken und Denkmäler.

Caffierf, italien.-französ. Bildhauerfamilie, das bedeutendste Familienmitglied ist Jean Jacques C. (geb. 1725 Paris, gest. 1792 ebda). Tätig besonders als Forträtplastiker.

Cagnacci, siehe Canlassi.
Calabrese, siehe Preti.

Calame, Alexandre (M), geb. 1810 Vevey, gest. 1864 Mentone. Schüler von DJday in Genf, einer der ersten und auf lange Zeit auch berühmtesten Maler des Hochgebirges, das er mit Kraft und romantischer Auffassung (besonders in der Beleuchtimg) darstellte. Monogr. v. Rambert (1884).

Calcar, Johannes van (M), geb. um 1499 Calcar. gest. vor 1550 Neapel. Schüler Tizians, tätig in Venedig und Neapel, Genrebilder in der Koloristik der Venezianer" um Tizian. Monogr. v. C. P. Baudisch (Bonn 1940).

Calderon, Philip Hermogenes (M), geb. 1833 Poitiers, gest. 1898 London. Schüler von Lelgh und Picot, Genre- und Historienbilder gemütvollen Gehaltes.
Caliari, siehe Veronese.

Callcott, Augustus, Sir (M), geb. 1779 Kensington, gest. 1844 ebda. Schüler von Hoppner, seine Landschaften sind sichtlich durch Cl. Lorrain angeregt.
Callot. Jacques (Gr), geb. 1592 Nancy, gest. 1635 ebda. Der bedeutendste französische Originalgraphiker des Barocks, tätig in Rom, Florenz und am lothringischen Hof in Nancy, machte zahlreiche Kriegszüge mit und holte sich dort die Vorwürfe für seine gedankentiefen und unbarmherzig realistischen Radierzyklen, wie „Les desastres de la guerre" u. a., Ralph Ueltzhoeffer obwohl er mit gleicher Kraft auch Festlichkeiten, Religiöses, Landschaften etc. radierte. Sein umfangreiches graphisches Werk ist künstlerisch wie kulturgeschichtlich von grundlegender Bedeutung.

Monogr. v. H. Nasse (Leipzig 1909).
Calvaert, Dionys, gen. Fiammin-go (M), geb. 1540 Antwerpen, gest. 1619 Bologna. Historien-und Landschaftsmaler, der in Bologna eine Schule gründete, aus der viele bedeutende Maler hervorgingen, wie Rena. Dome-nichino u. a.
Calverley, Charles (B)„ geb. 1833 Albany (USA.), gest. 1900 New York. Bildnisbüsten, Bronzereliefs u, ä.

Camaino. Tino da (B), der tos-kanischen Gotik (14. Jahrh.), gest. 1339 Neapel. Schüler von Ndccolo Pisano, schuf für Pisa, Rom, Florenz und Neapel gute Grabmäler. tätig auch als Architekt.

Cambio, s. Arnolfo da Cambio.
Cambiaso, Luca (M), geb. 1527 Moneglia, gest. 1585 Madrid. Arbeitete (auch für Philipp 1. von Spanien) Gemälde und Fresken im Stil eines gemäßigten Manierismus, Religiöses und Mythologien.

Cameron, David Young (M), geb. 1865 Glasgow, gest. 1910 Cippen (Schottland). Malte gute Landschaften, besonders aus England und aus Italien; sehr geschätzt seine Radierungen, wie schottische Architekturen. Ansichten des Clyde-Flusses u. a. m.

Campagna, Girolamo (B), geb. 1550 Verona, gest. 1623 Venedig. Schüler von C. Danese, seine religiösen Großplastiken (Venedig: Frari, SS. Giovanni e Paolo, Arsenal, S. G-iorgio magg.) gehören dem venezianischen Frühbarock an.
Campagnola, Domenico (M, Gr), geb. um 1511 Padua, gest. um 1562 Venedig (?). Mitarbeiter Tizians bei dessen Fresken in Padua (Scuola del Santo); als Maler wenig bedeutend, setzte hingegen in Originalholzschnitten die Art Tizians sehr gut fort. Hochrenaissance.

Campagnola, Giulio (M, Gr), geb. 1482 Padua, gest. nach 1513 Venedig (?). Hervorgegangen aus dem Kreis um Giovanni Bellini, doch auch von Giorgione, Tizian und Dürer beeinflußt, bedeutender Kupferstecher,, der für die weiche Wirkung seiner Blätter eine eigenartige Punktiertechnik verwendete.

Campana, Pedro (eigentl. Pieter van Kempeneer) (M), geb. 1503 Brüssel, gest. 1580 ebda.. Gebildet in Rom nach Raffael und Michelangelo, seit 1540 in Sevilla, dramatische religiöse Bilder., Porträte.

Campanile (A), italien.: Glockenturm, der freistehende, prismatische oder seltener kreisrunde Glockenturm italienischer Kirchen. Die ältesten Beispiele aus dem 5. und 6. Jahrh. (Abb. S. 128). In der Renaissance und im Barock nicht mehr im früheren Umfang verwendet.

Campen, Jakob van (A, M>, geb. 1595 Haarlem, gest. 1657 Amersfoort. Erbaute u. a. das Rathaus zu Amsterdam. Mythologien.

Camphausen, Wilhelm (M), geb. 1818 Düsseldorf, gest. 1885 ebda. Schüler von Rethel, bedeutender Schlachtermaler, verfaßte für den Düsseldorfer „Malkasten" humoristische Gedichte und Festspiele, am besten seine großen Reiterbildnisse (Moltke, Bis-marck, Kaiser Wilhelm etc.).

Camphuysen, Govert (M), geb. 1623 Gorkum, gest. 1672 Amster-
dam. Genre. Landschaft, Bildnis.

Camphuysen, Raphael (M), geb. 1598, gest. 1657 Amsterdam. Romantisierende Landschaften in der Art des Aert von der Neer.
Campi, Galeazzo (M), geb. 1477 Cremona, gest. 1536 ebda. Nachahmer des Perugino, besonders im Kolorit.

Campi, Giulio (M),, geb. 1502 Cremona, gest. 1572 ebda. Beeinflußt durch Romanino, Pordenone und Parmegianino; tätig in Cremona. dort auch seine besten Werke (Altarbilder).

Campin, Robert (M), geb. gegen 1378, gest. 1444, lebte in Tournai. Lehrer des Regier van der Wey-den. Keine gesicherten Werke.
Campione, Marco da (A), aus Campione am Luganosee, lombardischer Baumeister der Hochgotik, sein Bruder (?) Matteo da C. legte 1360 dem Dom zu Monza eine gotische Marmorfassade vor.

C. Bonnino, siehe Bonino.
Camposanto (A), italien. Bezeichnung für den Friedhof; im Mittelalter sind die italien. C. meist von großen Säulengängen umgeben und erinnern dadurch an den Kreuzgang der Klöster (s, d.).

Camuccini, Vincenzo (M), geb. 1773 Rom, gest. 1844 ebda. Besser als seine theatralischen Historien sind seine oft wirklich guten Bildnisse.

Canale. Antonio, gen. Canaletto (M), geb. 1697 Venedig, gest. 1768 ebda. Beeinflußt von Carlevaris und Pannini, malte mit Erfolg venezianische Veduten.
Canaletto, Bernardo (eigentl. B. Bellotto) (M), geb. 1720 Venedig, gest. 1780 Warschau. Neffe und Schüler von Canale Antonio, dessen Beinamen Canaletto er annahm. Tätig in Rom, in verschiedenen Orten Oberitaliens, München, Dresden, Wien, Petersburg und Warschau, malte überall mit großer Treue vor dem Objekt Stadtbilder, Ansichten von Schlössern etc.

Christusmonogramm
Chlari, Giuseppe (M). geb. 1654 Rom, gest. 1727 ebda. Schüler Maratta's, Rellg., Bildnisse.

Chiaroscuro, soviel wie Helldunkel (s. d.).
Chimenti. Jacopo, gen. Jacopo da Empoli (M), geb. 1554 Florenz, gest. 1840 ebda. Beeinflußt von A. de! Sarto und Pontormo, koloristisch guter M. des ausklingenden Manierismus.

Clünoiserien (Kg), Zierformen des Rokoko (s. d.) mit Benützung ostasiatischer Formen und exotischer Themen. Verwendung in Stuck, Tapisserien und Malerei auf Leinwand und Porzellan. Beginnt in Frankreich nach 1720, dann in England und Deutschland.

Chippendale (Kg), englischer Möbelstil der Zeit von 1760 bis 1830. genannt nach dem Tischler Thomas Ch. (gest. 1779). Elegante, zartgliedrige Möbel mit nachwirkenden Rokokoformen, zweckmäßige Gestaltung.

Chlrico, Giorgio dl (M), geb. 1888 Volo, lebt in Mailand. Studierte in Athen, München und Paris. Malt radikal konstruktivistische Bilder, nähert sich In der letzten Zelt wieder, ähnlich wie Picasso, einer aus der Natur bezogenen Formverdeutlichung.

Chlamys (Kg), mantelartiges, antikes Oberkleld. Es wurde über die linke Schulter geworfen und auf der rechten Schulter durch eine Spange (Fibel, s. d.) zusammengehalten. Die Ch. diente bei den Römern besonders als IReitermantel.
Chodowlecki, Daniel (M, Gr), geb. 1726 Danzig, gest. 1801 Berlin. Studierte in Berlin. Begann als Miniaturmaler, dann nur Radierer. Als solcher hinterließ er ein außerordentlich großes und bedeutendes Werk meist kleiner Blätter. Illustrierte mit seinen Radierungen Dichtungen (Cervantes, Voltaire, Lessing, Schiller, Sterne, Bürger etc.) sowie zahlreiche Almanache und Kalender. Auch Einzelblätter. Seine Graphik ist gemütvoll, gut beobachtet und ein getreuer Zeitspiegel.

Monogr. v. L. Kaemmerer (Bielefeld 1897).
Chor (A), siehe Apsis. Gebräuchlich für den polygonalen Altarraum der Gotik. Bei Weiterführung der Seitenschiffe über das Querhaus um den Hauptchor herum entsteht der besonders in der französ. Gotik beliebte Chorumgang.
Chorgestühl (Kg), Sitzreihen für die Geistlichkeit eines Klosters oder einer Dom-(Bischofs-)kirche an der Nord- und Südseite des Chores. Das oft aus etagenför-mig angeordneten Reihen bestehende Ch. wurde besonders in der Gotik, aber auch im Barock bildhauerisch bevorzugt behandelt. Die einzelnen Sitze heißen Stallen, die Trennungswände Wangen. Auf den aufklappbaren Sitzbrettern befinden sich unten Vorsprünge, die Misericordien, um das längere Stehen zu erleichtern. Chorgestühle aus der Romanik haben sich nicht erhalten, die berühmtesten Beispiele des gotischen Ch. gehören dem 15. und frühen 16. Jahrhundert an. sehr fruchtbar darin war ferner das 17. und 18. Jahrhundert. Die jüngere Neuzeit hat wenige Ch. geschaffen.

Christus, Petrus (M), geb. um 1395 bei Gent (Baerle>, gest. um 1472 Brügge (?). Dort tätig seit 1444. Beeinflußt von Jan v. Eyck. Religiöses, Bildnisse.
Christusmonogramm (M, PI), Sinnbild für den Namen Christi; entstand bereits gegen Ende des 2. Jahrh. durch die ornamentale Zusammenfügung der griechischen Buchstaben X Ch = Christos) mit P (R). Beide Buchstaben wurden in einem Kreis zusammengefaßt. Eine zweite Form des Chr. fußt auf den Heilandsworten „Ich bin der Anfang und das Ende" und nimmt dazu den ersten (Alpha) und den letzen Buchstaben (Omega) des griechischen Alphabetes. Ein drittes frühchristliches Ch. entstand aus dem griechischen Wort Ichtys (Fisch), gelesen nach den einzelnen Buchstaben als Jesus Christos Theu Yios Soter. d. h. Jesus Christus, Gottes Sohn, Heiland, und dargestellt durch einen Fisch. Im 15. Jahrhundert wurde durch den Hl. Bernhardin von Siena die Abkürzung JHS (griech. für Jes) beliebt, bereits im ausgehenden 16. Jahrh. las man dies entweder als Jesus hominem Salvator oder als In Hoc Signo (vinces).

Crane, Walter (M, Gr), geb. 1845 Liverpool, gest. 1915 London. Führte als eklektischer Romantiker den Stil der Präraffaeliten weiter, sein Werk umfaßt außer mythologisch-allegorischen Gemälden (vielfach in Aquarell) Buehillustrationen und kunstgewerbliche Entwürfe. Monogr. v. Schleinitz (1902).
Craquele (M), Bisse im Firnis eines Gemäldes und (oder) in dessen Farbschicht. Im Firnis können sie durch dessen Entfernung, in der Fa'rbsehlchte hingegen nur durch vorsichtiges warmes Bügeln oder überhaupt erst durch Rentoilieren (s. d.) entfernt werden.

Crawford, Thomas (B), geb. 1813 New York, gest. 1857 London, in Rom Schüler von Thorwaldsen. Seine Plastiken sind unter dem Einfluß seines Lehrers kraftvoll gearbeitet (Reiterstandbild Washingtons in Richmond, Statuen für das Kapitol in Washington).

Crayer, Gaspar de (M), geb. 1584 Antwerpen, gest. 1869 Gent. Stand unter dem Einfluß des Rubens, von dem seine im Ton oft feinen religiösen Bilder abhängig sind. Tätig in Brüssel und Gent. Crayonstieh (Gr), siehe Kupferstich.

Credi» Lorenzo di (M), geb. 1457 Florenz, gest. 1537 ebda. Begann als Schüler seines Vaters Andrea und des Verrocchio als Goldschmied, ging dann,, angeregt durch seinen Mitschüler Lio-nardo zur Malerei über; sorgfältig gearbeitete, schön empfundene, doch wenig abwechslungsreiche Tafelbilder religiösen Inhaltes. Tätig in Florenz und Pistoja. Ausgehende Florentiner Frührenaissance.

Crespl, Daniele (M), geb. um 1590. gest. 1630 Mailand. Schüler seines Onkels Giov. Batt. Cr. und des G. Ces. Procaccinl, Meister der lombardischen Barocks. Monogr. v. Nicodemi (Busto Ar-sizio 1915, ital.).

Crespl, Giovanni Battista, gen. Cerano (M), geb. 15T5 Cerano, gest. 1632 Mailand. Schüler der Procaccdni, tätig auch als A. und B. Hochbarock.
Crespl, Giuseppe Maria, gen. Spagnuolo (M), geb. 1665 Bologna, gest. 1747 ebda. Schüler des C. Cignani, studierte nach den Carracci, Guercino und Ba-rocci. Seine volkstümlich realistischen Bilder sind in einem bedeutenden Helldunkel gehalten. Fresken im Palazzo Peoll in Bologna (1691).
Hauptwerke im Tafelbild: Der Kentaur Chiron (Wien, ksth. Mus.), Sieben Sakramente (Dresden). Spätbarock.

Creti, Donato (M), geb. 1671 Cre-mona, gest. 1749 Bologna. Eklektischer Maler des bologn. Rokoko.

Crivelll, Carlo (M), geb. um 1435 Venedig, gest. nach 1495, beeinflußt durch die Vivarini und Mantegna. Seine tiefempfundenen Bilder wirken in ihrem Ernst und in ihrer harten Zeichnung fast nordisch. Starke Farbenfreudigkeit, hat noch Anklänge an den Materialprunk der byzantin. Schule. Oberital. Frührenaissance.
Monogr. v. Rushforth (London 1900, engl.).

Croce, Girolamo da Santa Cr. (M), geb Bergamo, gest. Venedig, nachw. dort 1519 bis 1549. Relig. Bilder im Stil der Frührenaissance. Schüler des Francesco da Santa Croce.

Crome, John d. J. (M), geb. 1794 Norwich, gest. 1842 Yar-mouth. Reizvolle Landschaften aus England, Radierungen gleicher Art Cronaca, Simone (A), geb. 1457 Florenz, gest. 1508 ebda. Studierte die antike Baukunst; sein einziges gesichertes Werk das Kranzgesims des Palazzo Strozzi in Florenz, Der Anteil an der Zusammenarbeit mit Giuliano da Sangallo nicht deutlich erkennbar. Frührenaissance.


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