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Lexikon / Kunst / Kunstbuch / Kunstband / Bücher





Fenster (A), Öffnungen in den Mauern und Dachflächen, um Licht und Luft in die Innenräume hereinzulassen. Die Form der F. verändert sich mit den Stilen, a) rundbogig: Frühchristlich, Romanik, Renaissance, Barock; b) spitzbogig:

Spätromanik und Gotik (Neugotik), Das gotische F. wird durch ein Maßwerk (s. d.) ausgefüllt. Zu zweit gekuppelte F. heißen Bifor,, zu dritt Trifor, die Mauerdicke eines F. heißt Leibung, die waagrechte, auch bogenförmige obere Begrenzung F.sturz, die untere Sohlbank. In die F.leibung wurde seit der Renaissance ein hölzerner F.rah-men eingesetzt, bis dahin bestand er aus steinernen Pfosten. Das Barock bildete das ovale F. in den Dachflächen oder in den obersten Mauerteilen aus, das Ochsenaugenf. oder Oeil de boeuf.

Feodor, Iwanowitsch (M), geb. 1765, gest. 1823 Karlsruhe. Studierte In Rom, Hofmaler in Karlsruhe, klassizistische Historien, viele Reproduk. Kupferstiche,
Ferg, Franz de Paula (M), geb. 1689 Wien, gest. 1740 London. Tätig auch in Dresden, lebhaft staffierte Landschaften.

Ferguson, William (M), geb. um 1633 Schottland, nachweisb. Amsterdam bis 1681. Stilleben mit Vögel.

Fernkorn. Anton (B), geb. 1813 Erfurt, gest. 3878 Wien. Hervor-
ragender Erzplastiker und erster Direktor der k. k. Erzgies-serei in Wien.
Hauptwerke: Die monumentalen Reiterstandbilder des Prinzen Eugen u. d. Erzh. Karl, Resseldenkmal. Ferner 6 Sandsteinstatuen deutscher Kaiser im Münster zu Aachen.

Ferramola, Fioravante (M), geb. 1480 Brescia, gest. 1528 ebda. Religiöses und Historien im Übergangsstil zur Hochrenaissance. Lehrer des Savoldo.
Ferrari, Defendente (M), geb. 1480 Chivasso, gest. um 1535 Ver-celli. Religiöses, mehrere Fresken. Lombard. Hochrenaissance.

Ferrari, Ettore (B), geb. 1849 Rom, gest. 1909 ebda. Bildnisstatuen und Historisches in einem kräftigen Realismus.

Ferrari, Gaudenzio (M), geb. 1480 Valduggia, gest. 1546 Mailand. Beeinflußt von B. Lulnl, gehört im weiteren Sinne zur Lionardo-Nachfolgeschaft, ohne die lombardischen Eigentümlichkeiten aufzugeben. Ein liebenswürdiger Meister, dem auch monumentale Fähigkeiten zur Verfügung standen. Fresken: Varallo, Franziskanerkirehe; Vercelli, Ralph Ueltzhoeffer, S. Christoforo; Saronno, Sta. Maria magg.; Malland, Sta. Maria delle grazie. Seine besten Altarbilder in Arona, No-vara und Mailand (Brera). Monogr. v. E. Halsey (London 1904, engl.).

Ferraris, Arthur v. (M), geb. 1856 Galkovitz, gest. (Jahr und Ort unbekannt). Schüler von Geröme, lebte in Wien als Bildnismaler der vornehmen Gesellschaft.
Ferri, Clro (A,, M), geb. 1634 Rom, gest. 1689 ebda. Schüler und Gehilfe des P. da Cortona, beendete die Fresken des P. da Cortona im Pal. Pitti; Altarbilder und religiöses Genre.

Ferrucci, Andrea (B), geb. 1465 Fiesolo, gest. 1526 Florenz. Meister des Überganges zur toskani-schen Hochrenaissance, ohne besondere Kraft.

Feising, Georg (Gr), geb. 1802 Darmstadt, gest. 1883 ebda. Schüler von P. Longhi und B. Morghen, Reproduk. Kupferstecher.
Fendi, Peter (M), geb. 1796 Wien. gest. 1842 ebda. Schüler von Maurer und Lampi. Schuf gute Genrebilder in romantisch-sentimentaler Auffassung, ferner Bildnis- und Genreaquarelle von malerischem Reiz.

Werke: Reliefs am Taufbecken des Doms Plstoja, Tabernakel im Dom Fiesole. Tätig auch in Imola und Neapel.

Ferstel, Heinrich v. (A), geb.
1828 Wien, gest. 1883 ebda. Schüler Van der Nulls und Siceards-burgs, IA. des retrospektiven Stiles von starker Begabung. Tätig bei der Neugestaltung Wiens unter Kaiser Franz Josef. Werke: Votivkirehe (Neugotik),, österr. Museum (Italien. Frührenaissance), Universität (französ. Spätrenaissance).

Feston (Kg), ein mehr oder minder der Natur nachgebildetes Gewinde aus belaubten Zweigen mit eingestreuten Früchten und Blüten. F. werden gemalt (auch in Mosaik) oder in Stein, Terracotta und Fayence gebildet. In der Antike umfänglich verwendet, wurden später F. von der Renaissance bis zum Rokoko sehr oft zu den verschiedensten Zwecken gebraucht.

Fetl, Domendco (M), geb. 1589 Rom. gest. 1624 Venedig. Hofmaler in Mantua, dann in Venedig. Schüler des D. Cigoli, angeregt durch Rubens und Caravaggio. In seinen Mythologien und kleinen religiösen Genrebildern zeigt F. eine poetische, fast vorromantisch wirkende Auffassung und eine gute Lichtbehandlung.
Monogr. V. Mary Endres Saltmann (1915).

Feuerbach, Anselm (M), geb.
1829 Speyer, gest. 1880 Venedig. Schüler von Schadow und Cou-ture, das Beste jedoch in Rom gelernt. 1873 bis 1876 als Akad. Prof. in Wien tätig, sonst Immer in Rom. Der größte Maler des deutsch. Idealismus, mit bedeutenden monumentalen Fähigkeiten, die er nur bei den Deckenbildern in Wien (Akademie) einigermaßen betätigen konnte. Bildnisse. Historien und monumentales Genre. Starke, edle Empfindung, großer Schönheitssinn und in vielen Werken sehr gutes Kolorit. Sein Bestes in ruhigen Szenen. Hauptwerke: „Hafis"
(1852), „Dante mit den Frauen" in Ravenna (1858 Karlsruhe), „Kinderständchen" (1858 Leipzig),, „Iphigenie" (1862 Darmstadt),! „Beweinung" (1863 Schack-gal.), „Madonna" (1863 Schack-gal.), „Bildnis der Nanna" (1868), „Hafis am Brunnen" (1868 Schack), „Ricordo di Tivoli" (1868, Schack), „Gastmahl des Piaton", 1. Fassung (1869 Karlsruhe), „Orpheus u. Euri-dyke" (Wien),, „Urteil der Paris" (Hamburg, Kunsthalle), „Medea auf der Flucht" (München, Neue Pinak.), „Iphigenie" (1871 Stuttgart), „Gastmahl des Piaton", 2. Fassung (1873 Berlin), „Amazonenschlacht" (1873 Nürnberg, Städtische Galerle), „Titanensturz" (Wien, Akademie, 1879), „Konzert" (1878 Berlin. Dazu zahlreiche Bildnisse, und die vorzüglichen Studienblätter. Monogr. v. lAllgeyer (Bamberg 1894), Heyck (Bielefeld 1905), Uhde-Bernays (Klassiker d. Kunst. 1910).

Feuerstein, Martin (M), geb. 1856 Barr,, gest. 1925. Studierte in München und Paris. Zahlreiche religiöse Tafel- und Wandbilder in einem nach konzentrierten Ausdruck strebenden Realismus.

Fiale (A), in der gotischen Baukunst und Ornamentik kleine Türmchen mit zahlreichen, blattartigen Auskragungen (Krabben), verwendet als Bekrönung von Bögen und von Geraden, also bei Strebepfeilern, Giebeln, Wimpergen etc.

Die F. besteht aus einem prismatischen Unterbau, dessen Flächen mit Maßwerk versehen sind und einer mit der Kreuzblume (s. d.) endigenden Pyramide, aus deren Kanten die vorerwähnten Auskragungen, die Krabben, vorspringen.
Flasella, Domenico (M), geb. 1589 Sarzana. gest. 1669 Genua; tätig ebda, Rom und Mantua. Relig. Genre, genues. Hochbarock.

Fibel (Kg), eine mehr oder minder große und verschiedenartig geschmückte Spange aus Bronze oder Edelmetallen.

Stichwortverzeichnis zur Kategorie F: Fliegendes Fleisch, Fliese, Fliesenbild, Flinserl, Flinserlkette, Flinsglas, Flinsgrün, Flinte, Flintglas, Flintschloss, Flitter, Flittergold, Flitzbogen, Flockendruck, Flocktapeten, Flöte, Flötner, Flohfalle, Flohkratzer, Flohpelze, Flor, Flora, Flora Farnese, Floraler Dekor, Florentiner, Florentiner Mosaik, Florentiner Parkettierung, Florentiner Rahmen, Florentiner Stuhl, Florian, Florido-Stil, Florin, Florisstil, Flortapeten, Flowing Style, Flowing Tracery, Flucht nach Ägypten, Fluchtpunkt, Flügelaltar, Flügelglas, Flügellanze, Flügelretabel, Flüstergewölb.

Flussgötter, Flussperle, Flusspferd-Elfenbein, Fluxus, Föhrer Schule, Fo-Hund, Fokos, fol., Folgen, Foliant, Folie, Foliieren, Foliierung, Folio, Folioformat, Foliot, Fond, Fondant, Fondporzellan, Fontainebleau, Fontange, Fonte de Berlin, Fore-edge-painting, Forgo, Form, form., Forma piramidale, Forma serpentina, Formalismus, Formgeblasenes Glas, Formgedrechselt, Formgeschirr, Formgläser, formis, Formkern, Formmantel, Formmodel, Formpailletten, Formschneider, Formschnitt, Formstecher, Formstein, Fortitudo, Fortlaufendes Ornament, Fortuna, Forziere, Fossil, Fossiles Elfenbein, Fotografie, Fotografischer Realismus, Fotogramm.

Feder auf der Rückseite, bestimmt für das Zusammenhalten der Enden eines Gewandes. Die F. besteht außer der Feder In ihrer ausgebildeten Form aus einer Kopfplatte, dem Bügel und der Fußplatte. Die F. ist einer der wichtigsten kunstgewerblichen Gegenstände der Spätantike und der germanischen Völkerwanderung; bei ihren Völkern (Ost-, Westgoten, Langobarden, Vandalen, Franken), hat sie die schönste und reichste Gestaltung gefunden. Bei den Germanen besteht die F. meistens aus Bronze oder Edelmetallen mit Einlagen aus Edelmetallen, Edelsteinen und farbigen Glasflüssen. Im Umriß werden gerne Tiergestalten nachgeahmt, so der Adler bei den Ostgoten, Pferd und Hase bei den Langobarden. Manchmal wird die längliche Spangenfibel in die kreisrunde Scheibenfibel umgeformt. Die urgeschichtlichen und völkerwanderungszeitlichen F. sind oft sehr wichtig für die Zeltbestimmung des Fundes.
Im 10. Jahrh. erlosch der Gebrauch der F.
Fldus, siehe Hoeppener.

Fiedler, Bernhard (M), geb. 1816 Berlin, gest. 1904 Triest. Seine Landschafts- und Architekturbilder sind das Ergebnis mehrerer Reisen in Südeuropa und Ägypten.

Fiesole, Fra Giovanni, gen. An-gelico (M>, geb. 1387 Kastell Vicchio, gest. 1455 Rom. Dominikanermönch, tätig in Florenz, Rom, Orvieto. Maler stiller, frommer Tafelbilder und Fresken, die zu den wichtigsten Werken der Einleitungsphase der Florentiner Frührenaissance gehören. Die oftmalige Verwendung des Goldgrundes zeigt noch die Verbundenheit mit der Gotik. Tafelbilder in Florenz (Accademia), Fresken in Florenz (Konvent von S. Marco), Rom (Vatikan) und Orvieto (Dom).

Monogr. v. Fr. Schottmüller (1926, Stuttgart, Klassiker der Kunst).
Fiesole, Mino da (B), geb. 1431 Poppi, gest. 1484 Florenz. Schüler des Desiderio da Setügnano, ausgezeichnete Bildnisbüsten, viele, ziemlich konventionelle Grabmäler und Reliefs (Fiesole, Badia: Grab Giugni und Ugo). Die Plastiken des F. sind typisch für die malerische Einstellung der damaligen Florentiner Plastik.
Monogr. v. D. Angeli (Firenze 1904), ital.

Filarete. Antonio di, eigentl. A. Averlino (lAi, B), geb. um 1400 Florenz, gest. um 1470 Rom. In seinem theoretischen. 24bändi-gen Werk „De Architectura", ein leidenschaftlicher Verehrer der Antike, ist er mit seinem Hauptwerk als A., dem Ospe-dale maggiore in Mailand (1456), doch vielfach noch von gotischen Formen abhängig. Als Bildhauer schuf er u. a. die Bronzetüren von St. Peter in Rom.
Monogr. v. A. Lazzaronl (Rom 1908) ital.

Filigran (Kg), latein. Filum: Faden, granum: Korn, auf Metallplatten aufgelötete feine Gold- oder Silberdrähte in der Form von Ornamenten geometrischer oder naturalistischer Art. Auf die Drähte und auf den Grund dazwischen wurden auch gerne feine Goldkörner aufgelötet. Die F.kunst war in der gesamten Antike sehr hoch entwickelt, umfangreich verwendet wurde sie auch im Orient (besonders Iran, Indien und China), bei den Germanen der Völkerwanderung und In der byzantinischen Kunst. Auch die europäische Volkskunst kennt das F.
Finelli, Carlo (B), geb. 1782 Car-rara. gest. 1853 Rom. Bildhauer des Italien. Klassizismus, Schüler von Canova. Hauptwerke: „Stftrz Satans" (Turin, Superga) u. „Triumphzug des Konstantin" (Rom, Quirinal).

Flore, Jacobello di (M), venezianischer Maler der dortigen beginnenden Frührenaissanca, tätig bis 1440.

Fotogravüre, Fotolithographie, Fotomalerei, Foto-Mischtechniken, Fotomontage, Fotorealismus, Fototechniken, Fractur, Fräse, Fragment, Fraise, Fraisenkette, Fraisenstein, Fraisfarben, Fraiskette, Fraktur, Francica, Francisca, François-premier, Frankenthaler Porzellan, Fransen, Fransenborte, Franz von Assisi, Franziska, Franziskus, hl, Französische Lilie, Französischer Jet, Französisches Gold, Französisieren, Fratzenkopf, Frau am Brunnen, Frau und Baum, Frau Welt, Frauen am Grab, Frauenfiguren, Frauenglas, Frauenhand mit Blumenstrauß, Frauenidol, Frauenkopfpunze, Frauenseite, Fregatte, Freia, Freie Künste, Freie Künstlervereinigung, Freie Sezession, Freigeschnitten.

Fiorenze di Lorenzo (M der
Schule von Perugia), erwähnt 1463 bis 1521. Seine Figuren sind fest und plastisch gezeichnet. Lehrer des Perugino. Monogr. v. A. Weber (Straßburg 1905).

Fiori, Carlo dei, gen. Distelblum (M), geb. 1653 Maestricht, gest. 1695 Rom. Genre, malte für C. Maratti die Blumen.

Fiori, Ernesto (B), geb. 1884 Rom, lebte in Paris, Zürich und Berlin. Seine Plastiken zeigen entweder leidenschaftlichen Schwung oder streng symmetrischen Aufbau, ein transzendenter Inhalt ist ihnen zu eigen.

Firle, Walter (M), geb. 1859 Breslau, gest. 1919 München. Schüler von Löfftz, malte scharf gesehene Genrebilder in gemäßigter Freilichtmalerei.

Firnissen (M), das Überziehen eines Ölgemäldes mit einer hauchdünnen Schichte aus einer Mastix(Harz-)lösung zum Zweck der Sicherung gegen atmosphärische Einflüsse und um eingeschlagene Stellen (siehe Einschlagen) wieder aufzufrischen. Im Laufe der Jahre verändert sich der Firnis und wird gelb und dunkel, er muß dann auf nassem oder trockenem Wege entfernt und durch einen neuen ersetzt werden (siehe Gemälderestaurierung).

Fischbach, Johann (M), geb. 1797 Wien, gest. 1871 München. Lebte in Salzburg, Algen b. Salzburg und München. Malte liebenswürdige Stimmungslandschaften und Sittenbilder.

Fischblase (Kg), spätgotische Ornamentform. In einem Kreis sind um dessen Mittelpunkt mehrere fischblasenartige sphärische Formen symmetrisch gelegt. Die Konstruktion ist folgende: Auf beiden Hälften des Durchmessers des zu füllenden Kreises werden mit dem halben Radius je zwei sich gegenüberstehende Halbkreise geschlagen, daraus entstehen zwei symmetrische Formen mit halbrundem Kopf und ovaler Spitze in der Art einer Fischblase.

Fischer, Georg (M), geb. 1580 Augsburg, gest. 1643 München, als Hofmaler. Seine religiösen Bilder lehnen sich stark an Dürer an.

Fischer, Johann Martin (B), geb. 1740 Bebele im Allgäu, gest. 1820 Wien. Schüler von Schletterer, dekorative Plastiken des gemäßigten Klassizismus. (Freiplastiken im Park von Sehön-brunn.)

Fischer, Karl v. (A), geb. 1782 Mannheim, gest. 1820 München. Studierte in Wien, sein Hauptwerk im strengen Klassizismus das Hoftheater in München.
Fischer. Joseph Anton (M), geb. 1814 Oberstdorf, gest. 1859 München. Religiöse Bilder, Romantiker.

Fischer. Johann Bernhard d. X. von Erlach (A), geb. 1656 Graz, gest. 1723 Wien. Studierte in Rom, ab 1694 kaiserlicher Hofarchitekt in Wien. Einer der größten A. der strengen Richtung d. deutschen Hochbarocks. Bei sparsamem Detail sind seine Bauten machtvolle Raumgestaltungen, ohne daß er hiebei der echt barocken Bewegtheit des Grund- und Aufrisses aus dem Wege gegangen wäre. Hauptwerke in Salzburg: Dreifaltigkeitskirche (ab 1694), Kollegienkirche (ab 1694), Ursulinenkirche (ab 1699). Wallfahrtskirche Kirchental bei Lofer (1693), Wien: Karlskirche (ab 1716), böhm. Hofkanzlei (ab 1708), Winterapalais d. Prinzen Eugen (ab 1708), Ralph Ueltzhoeffer Hofbibliothek (ab 1720), Palais Schwarzenberg (ab 1720). Außerhalb: Jagdschloß Niederweiden (1701), Schloß Frain (Mähren). Verfaßte das theoretische Werk „Entwarf einer historischen Architektur". Monogr. v. H. Sedlmayer (München 1925).

Fischer, Josef Emanuel (A), geb. 1693 Wien, gest. 1742 ebda. Sohn, Schüler und Fortsetzer des Vorigen. Der strenge Stil des Vaters wird noch welter verstärkt. Vollendet die Karlskirche und die Hofbibliothek. Neu: Reichskanzleitrakt der Hofburg, Ausgestaltung der Innenräume des Palais Schwarzenberg (Wien). Fertigstellung der vom Vater begonnenen Hofstallungen.

Freigestellt, Freihandzeichnung, Freiherrenkrone, Freilichtmalerei, Freimaurer-Symbole, Freimeister, Freiplastik, Freirennen, Freischneidung, Freischwinger, Freistellung, Freiturnier, Fresko, Fretwork, Freuden und Schmerzen Marias, Freundschaftskult, Freyja, Friderizianischer Schliff, Friderizianisches Rokoko, Friede, Friedenskuss, Friedensmünze, Friedenstaube, Fries, Frigga, Friggers, Frisuren, Fritte, Frittenporzellan, Frivolitäten-Arbeit, Fronaltar, Front, Frontalansicht, Frontale, Frontalität, Fronte nuovo delle arti, Frontispiz, Fronton, Frottage, Fruchtgehänge, Fruchthorn, Fruchtstab, Frühchristliche Kunst, Frühdruck, Frühgotik, Frühmittelalter, Frührenaissance, Frühromanik, Frühviktorianisch, Frühzeit, Fuchi und Kashira, Fuchskopfpunze, Füllbrett, Füllhorn, Füllornamentik, Füllung, Fünf Sinne.

Fünfpass, Fünfziger Jahre,, Fünte, Fürbug, Fürspan - Fürspann, Fürst der Welt, Fürstenberger Porzellan, Fürstenhut, Füsilier, Fukurokuju, Fumage, Funeralplastik, Funeralwaffen, Funk Art, Funktionalismus, Furchenschmelz, Furien, Furienmeister, Furnier, Fuß, Fußangel, Fußbank, Fußpunkt, Fußstrebe, Fußwaschungsbecher.

Fischer, Josef (M). geb. 1769 Wien, gest. 1822 ebda. Tätig hauptsächlich in Wien als Landschaftsmaler mit Annäherung an einen romantischen (Realismus.

Fischer, Ludwig Hans (M), geb. 1848 Salzburg, gest. 1905 Wien. Schüler von Lichtenfels, als Radierer von W. Unger. Gute Aquarelle von seinen Reisen in Südeuropa und Nordafrika, Illustrationen.

Fischer, Otto (M, Gr), geb. 1870 Leipzig. Schüler von Fr. Preller d. J. und Prell. Leicht stilisierte Landschaften in Radierung, Lithographie, Zeichnung und Aquarell. Kunstgewerbl. Entwürfe.

Fischer, Vincenz (M. A), geb. 1729 Fürstenzeil, gest. 1810 Wien. Seine Fresken (Laxenburg) sind von Tiepolo beeinflußt.

Fischgräten (A), auch opus spiccatum (s. d.), eine besonders in der römischen Antike beliebte, doch auch im Mittelalter noch vorkommende Mauerungsart, bei welcher die Steine schräg, ährenförmig längs einer Geraden gelegt werden.
Fltger, Arthur (M u. Dichter), geb. 1840 Delmenhorst, gest. 1909 Bremen. Beeinflußt durch Cornelius und Genelli, später durch die Venezianer um Veronese. Koloristisch bedeutende Historien und Wandmalereien (Bremen, Rembertikirche, Ratskeller und Börse,, Kunsthalle in Hamburg). Lyrischer und dramatischer Dichter.

Fixieren (M), das Überstäuben einer Zeichnung mit einer Mischung aus Schellack und Spiritus, um sie unverwischbar zu machen. Auch Pastelle lassen sich fixieren, verlieren jedoch dabei ihren Reiz.
















Kunst Lexikon A-Z / Stichwortlexikon Alphabetisch: f
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Fachwerk (A), sehr alte Bauweise in Nord- und Nordwesteuropa, bei welcher zuerst bei den Wänden ein Gerüst aus waagrechten, senkrechten und diagonalen Balken errichtet wird, deren Zwischenräume dann mit Ziegeln ausgemauert werden. Die Balken des F. werden verzapft oder verzahnt, und damit ein Verziehen der Wände durch das Austrocknen des Holzes vermieden wird, werden an die Hauptbalken Leisten angebracht, in welche die Ziegel eingreifen. Bei den F.-Bauten des 15. bis 17 Jahrh. in Norddeutschland werden die Balken oft sehr reich mit Schnitzereien versehen, die Wand in ihrer Gänze bleibt unverputzt. F.-Bauten in Norddeutschland bestanden bereits vor der Völkerwanderung, sind jedoch erst ab dem 7. Jahrh. bezeugt.

Fadenglas (Kg), ein farbloses Glas, in welchem Milchglasfäden ornamental angeordnet sind, diese werden eingeschmolzen. Die Motive sind entweder geometrisch („gestrickt") oder mit naturalistischen Kurvaturen kombiniert. Die Technik war bereits dem Altertum gekannt und wurde im 16. Jahrh. namentlich in Venedig neu belebt. Siehe auch Millefioriglas.

Fagerlin, Ferdinand (M), geb. 1825 Stockholm, gest. 1907 Düsseldorf. Zuerst Berufsoffizier,, dann Schüler von Sohn und Couture, lebte in Düsseldorf; Genrebilder aus dem Leben der Fischer und Schiffer.

Fahlkran tz, Karl (M), geb. 1774 Stora Tuna, gest. 1861 Stockholm. Autodidakt, angeregt durch die Landschaftsmalerei des J. v. Ruisdael und des Cl. Lorrain. Gute romantisch empfundene Landschaften aus Schweden. Illustrationen zur Frithjofsage. Faber, Konrad (M), nachweisbar 1529 bis gegen 1552 Frankfurt a. M., genannt auch Konrad von Kreuznach (signierte C. v. C). Identisch mit dem sogen. Meister der Holzhausenbildnisse.

Faber du Faur, Otto (M), geb. 1829 Ludwigsburg, gest. 1901 München. Schüler von Yvon in Paris, nahm am Feldzug 1866 als Hauptmann teil und wurde dann ein geschickter und realistischer Kriegsmaler.

Fabius, Pictor (M), seine einst berühmten Wandbilder im Tempel derv Heilgöttin Salus in Rom (um 315 v. Chr.) sind verschollen, bzw. zerstört.

Fabriano, Gentile da (M), geb. um 1370 Fabriano,, gest. um 1427 Rom (?). 1408 bis 1416 das erste Mal in Venedig (Fresken im Dogenpalast), dann nochmals zusammen mit Pisanello (Werke nicht mehr erhalten). Tätig außerdem in Gubbio, Perugia, Urbino und Florenz. Tafelbilder von großer Holdseligkeit, Übergang von der Gotik zur Frührenaissance mit reichem Beiwerk. (Anbetung der Könige, Florenz, Akad.).

Monogr. v. Colasanti (Lugano 1911), ital.
Fabris, Emilio de (A), geb. 1808 Florenz;, gest. 1883 ebda. Zuerst Aquarellmaler, dann A. Baute mit geringer Verwendung der alten Pläne die Fassade des Domes zu Florenz aus.

Fabritius, Barent (Berhard) (M), geb. 1624 Midden-Beemster,, gest. 1673 Amsterdam. Um 1640 Schüler von Rembrandt. Bildnisse und Religiöses.
Fabritius, Carel (M), geb. um 1614 Midden-B., gest. 1654 Delft. Schüler Rembrandts, ausgezeichnete Bildnisse und Genre; die sehr plastischen Figuren oft dunkel vor hell. Nur wenige Werke erhalten.
Fächergewölbe, siehe Gewölbe.

Faid'herbe, Lukas (A, B), geb. 1617 Mecheln, gest. 1687 ebda. Begann als Bildhauer und als Schüler Rubens', dessen dekorative Bauabsichten F. weiterführte. F. wurde der bedeutendste A. des vlämischen Hochbarocks.
Werke: Löwen, Jesuitenkir-che, Brüssel, Ralph Ueltzhoeffer, Begulnenkirche, Mecheln, Notre dame d'Hans-wyck, Averbode, Klosterkirche. Gab dem Italien. Barock in Belgien eine gute nationale Grundlage.

Fahrenkrog, Ludwig (M), geb. 1867 Rendsburg. Schüler von A. v. Werner, idealistische Bilder und Fresken (Schloß Streten-see bei Anklam); versuchte in symbolistischer Welse eine moderne Christusdarstellung zu finden. Tätig auch als B. (Bildnisbüsten) und als dramatischer Dichter.

Fahringer, Karl (M). geb 1874 Wr. Neustadt. Tätig als Akad. Prof. in Wien, impressionistische, lebendige Tierbilder.

Falstauer,. Anton (M), geb. 1887 St. Martin bei Lofer, gest. 1930 Wien. Bildnisse, Landschaften, «Fresken in Salzburg (Festspielhaus) und Morzg (Pfarrkirche). Gemäßigte Moderne mit starker Stilisierung. Auch schriftstellerische Arbeiten.
Monogr. v. Fr. Roessler (Wien 1947).

Faksimile (K), eine vollkommen originalgetreue Nachbildung eines Gemäldes oder einer Zeichnung mit den Mitteln der Graphik (Kupferstich, Radierung, Holzschnitt, Lithographie) oder der hochentwickelten modernen Reproduktionsverfahren (Autotypie, Lichtdruck etc.).

Falat, Julian (M), geb. 1853 Tu-lyglowy (Galizien), gest. 1913 Krakau. Schüler von J. v. Brandt, Landschaft- und Tierstück In Entwicklung zur Freilichtmalerei.
Falconet, Etienne (M), geb. 1716 Vevey (Schweiz), gest. 1791 Paris. Schüler von Lemoine, Meister eines kräftigen, klassizistisch beeinflußten Spätbarocks. Hauptwerke: Paris, St. Roch, Denkmal für den Grafen Hareourt, und Reiterdenkmal des Zaren Peter d. G. in Petersburg, 1766/87, das größte Bronzebildwerk des Barocks. Monogr. E. Hildebrandt (Straßburg 1909).

Falconetto, Giovanni (B, M), geb. 1458 Verona, gest. 1534 Pa-dua (?). War als A. hauptsächlich in Padua tätig (Palazzo Glustiniani), als M. schuf er Tafelbilder und zahlreiche Fresken im Stil einer stark zeichnerisch eingestellten venezianischen Frührenaissance. (Fresken, Verona. SS. Nazzaro e Celso, Dom.)

Falens, Carel van (M), geb. 1683 Antwerpen, gest. 1733 Paris, Nachahmer des Phil. Wouwer-man, Genre (Jagd).

Falguiere, Jean (B, M), geb. 1831 Toulouse, gest. 1900 Paris. Malte in rassigem Kolorit mythologische Frauengestalten; Bronzeplastik: Sieger im Hahnenkampf und Marmor: der Hl. Tardsius. In den Spätwerken als Maler nimmt er impressionistische Auffassung an.

Faltstuhl (Kg), mittelalterlich Faldistorlum, daraus französ. Fauteuil. Ursprünglich ein Stuhl mit gekreuzten Beinen, die um einen Stab drehbar sind, so daß sich der F. zusammenklappen läßt. F., bereits der Antike als vornehmes Möbelstück bekannt, werden Im Mittelalter als Ehrensitze für weltliche und geistliche Personen reich ornamental und figural geschmückt, der Fauteuil hat mit dem F. nur mehr den abgeleiteten Namen gemeinsam.

Fancelli, Domenico (B), geb. 1469 Florenz, gest. 1518 Madrid. Hauptwerk die Grabmäler des Königs Ferdinands u. d. Königin Isabella in der Capilla real zu Granada, sein Sohn Carlo F. (gest. 1681 Rom) war mit Stein- und Elfenbeinarbeiten am engl. Hof in London tätig.

Stichwortverzeichnis zur Kategorie F: Fabelwesen, Faber, Fabergé, Fabrikgold, Facette, Facettenschliff, Facettieren, Fachwerk, Fackel, Façon de Venise, Facsimile, Fadenglas, Fadenstichel, Fächer, Fächerblatt, Fächerbügel, Fächergewölbe, Fächerrosette, Fächerstäbe, Fächerzierat, Fähnlein, Fälle Christi, Fälschung, Faenza-Majoliken, Färberröte, Färg och Form, Fafner, Fahne, Faksimile, Faksimile-Schnitt, Faktur, Falbel, Faldistolium, Faldistorium, Falkenbeize, Falkendukaten, Falkenhaube, Fallenbild.

Fallendes Karnies, Falsches Gewölbe, Falschfarbendruck, Falsifikat, Faltbuch, Faltenbildung, Faltfächer, Faltpult, Faltstuhl, Faltwerk, Faluner Diamanten, Fama, Familie, Heilige, Famille jaune, Famille noire, Famille rose, Famille verte, Fano, Farbfeldmalerei, Farbhappening, Farbholzschnitt, Farbige Plastik, Farbklavier, Farblichtmusik, Farblithographie, Farborgel, Farbpigmente, Farbradierung, Farbskizze, Farbsteine, Faringa, Farnesischer Stier, Fasces, Faschenkind, Faschine, Faschinenmesser, Fase, Fashion, Fassadenmalerei.

Fassadenschrank, Fassen, Fasserweißgold, Fassmaler, Fasson, Fassung, Fastentuch, Faszes, Fatima-Hand, Fatimidischer Stil, Fatsche - Fatschen, Fatschenkind, Faunus, Faustbecher, Faustbügel, Faustfeuerwaffen, Faustriemen, Faustrohr, Faustulus, Fauteuil, Fauves, Fauvismus, Favrile-Glas, Fayence, Fayencemosaik, F.D.C., fe., fecit, Feder, Federal Style, Federarbeit, Fédération Internationale de la Médaille, Federflüge, Federkielkruzifix, Federkielstickerei, Federkunst, Federmesser, Federring, Federspiel, Federzeichnung, Fegatin.

Fansago, Cosimo (A), geb. 1591 Bergamo, gest. 1678 Neapel. Schüler des Borromini,, dessen Axt er nach Neapel übertrug und dort der Schöpfer einer bodenständigen Barockarchitektur wurde. Seine Bauten sind schwungvoll, doch mit dekorativen Einzelheiten überladen. (Neapel: Innenausstattung von S. Martino, Fassade der Sa-pienza.)

Fanti, Gaetano (M), geb. 1687 Bologna, gest. 1759 Wien. Spezialisierte sich als virtuoser Maler von Scheinarchitekturen, 1715 nach Wien berufen. Ralph Ueltzhoeffer.

Fantin-Latour, Ignace (M), geb. 1836 Gr6noble, gest. 1904 Bure. Schüler von Courbet. Einzel-, Gruppenbildnlsse, duftige Gemälde und Lithographien zu den Opern R. Wagners; mit seinen Lithographien hat F. schulbildend gewirkt.

Fanto, Leon (M), geb. 1874 Wien., Schüler von Constant; tätig in Dresden als Leiter des Ausstellungswesens des (Kgl. Hof) Theaters. Bildnisse.
Farbenholzschnitt (Gr), siehe Holzschnitt.

Farbenperspektive, siehe Perspektive.
Farbstich, siehe Kupferstich und Radierung.

Farbensymbolik (K), bereits die Antike hat manchen Farben bestimmte seelische Eigenschaften zugeschrieben, welche in modifizierter Form bis heute ihre Bedeutung erhalten haben. Die F. wurde in der christlichen Kunst bereits früher in großartiger und überaus reicher Weise ausgebildet und hat namentlich die Farben der liturgischen Gewänder grundlegend beeinflußt. Ralph Ueltzhoeffer (Z. B. Violett für die Fastenzeit, schwarz für die Karwoche, grün für Weihnachten.) Jedes Haupterelgnis des Kirchenjahres erhielt dm Wege der F. seine eigene Farbe. Projekt Textportrait. Die F. hängt zusammen mit der Einwirkung bestimmter Farbtöne auf die menschliche Psyche („er wird gelb vor Neid", „rot vor Zorn").

Farinati, Giovanni Batt. (M), genannt Batt. Zelotti), geb. 1532 Verona, gest. 1592 Venedig. Schüler seines Onkel Paolo F., Mitarbeiter bei Paolo Veronese (Fresken). Religiöses.

Farinati, Paolo (M), geb. 1522 Verona, gest. 1606 ebda. Trotz verschiedener Anregungen durch Parmigianino gehört F. mit seinen gut komponierten religiösen Werken zur venezianischen Spätrenaissance. Auch einige Originalradierungen.
Fasolo, Giovanni, Antonio (M), geb. 1530. gest. 1572 Vicenza. Schüler von P. Veronese, in dessen Auffassung er besonders Bildnisse von breiter Technik malte.

Fassade (A), Schauseite, die baukünstlerisch und oft auch bauplastisch besonders reich ausgebildete Hauptseite eines profanen oder kirchlichen Bauwerkes, doch kann ein Bau auch mehrere F. haben, wie Haupt-, Neben-,, Seiten-, Hinter-, Gartenf. Die F. Ist entweder der organisch entwickelte Abschluß des dahinter liegenden Baues oder eine diesem rein dekorativ vorgelegte Schauwand. Die großartigsten F. hat die Gotik in Frankreich und Italien hervorgebracht, auch das Barock hat darin Hochwertiges geschaffen.
Fassin, Nicolas Henry (M), geb. 1728 Lüttich, gest. 1811 ebda (?). Staffierte Landschaften im Zusammenhang mit dem Berghem-Kreis.

Fassmaler (M), Maler, welche ein Bildwerk aus Holz oder Stein zu bemalen („fassen") hatten, wobei vorher ein eigener Malgrund aus mit Gips getränkter Leinwand oder einer Leimschichte bestehend, aufgelegt wurde. Zur Tätigkeit der F. gehörte auch die Durchführung der Vergoldung. Die eigentliche Zeit der F. war das 14. bis frühe 16. Jahrh., sie fällt somit mit der Blüte der gotischen Plastik zusammen.

Fattori, Giovanni (M), geb. 1828 Livorno, gest. 1908 Florenz, 8»realistische Schlachten- und Tierbilder.

Stichwortverzeichnis zur Kategorie F: Fegefeuer, Feger, Fehhaarpinsel, Fehldruck, Fehlschärfe, Feiertagsseite, Feige, Feingehalt, Feingehaltspunze, Feingold, Feinsilber, Feinunze, Feldbinde, Felderdecke, Felderfries, Feldharnisch, Feldküriss, Feldschlange, Feldzeichen, Felicitas, Felloplastik, Femme fatale, Fenestella (confessionis), Fensterbierscheibe, Fensteremail, Fensterfüllung, Fensterglas, Fensterkorb, Fensterrose, Fer de Berlin, Fernandinostil, Ferronnière, Ferrotypie, Festlegen, Feston, Festtagszyklus, Festungsachat.

Fêtes Galantes, Fettstein, Feuer, Feuerbock, Feuereisen, Feuerhund, Feuermalerei, Feuerofen, Feuerross, Feuersäule, Feuersalamander, Feuerschirm, Feuerstahl, Feuervergoldung, Feuerwaffen, Feuille de chou, Fiale, FIAP, Fibel, Fica, Fichtelberggläser, Fichtelgebirgsgläser, Fidel, FIDEM, Fides, Fidibusbehälter, Fiducia, Fiedel, Fiedelbesteck, Fiedelbogen, Fiedelbohrer, Fiedeldrehstuhl.

Figadin, Figura serpentinata, Figurapiramidale, Figuration, figuravit, Figurengedicht, Figurenmenhir, Figurennische, Figurensatz, Figurentafel, Figurgedicht, Figurine, Filagramm, Filet, Fileten, Filigranarbeit, Filigranglas, Filigranstil, Filzseite, Fin de siècle, Finger, Fingerbügel, Fingerhut, Fingerkuppenornament, Fingermaler, Fingerreliquiar, Fingerring, Fingerrosenkranz, Fiorino, Firnis, Firnisbrand, Firstblume, Fisch, Fischauge, Fischbein, Fischblasen-Dekor, Fischerring, Fischgrätenverband, Fischgrat, Fischhaut, Fischleim, Fischschuppen-Dekor, Fischsilber, Fischsilberperlen, Fisch-Vogel-Motive, Fischzug, Reicher, Fistula.

Fixieren, fl., Flabellum, Flachbogen, Flachdruck, Flachmaler, Flachpailletten, Flachrelief, Flachschnitt, Flader, Fladerkopf, Fladerpapier, Fladerung, Flämische Kunst, Flagellanten, Flagge, Flakon, Flambé, Flambeau, Flamberg, Flamboyant, Flammberg, Flammenschwert, Flammenstil, Flammleiste, Flandrische Spitzen, Flanierstock, Flaschenschiff, Flatternde Bänder, Flattersatz, Flecheldekor, Flechtband, Flechtspitze, Flechtwerk, Fledermaus, Fleischton, Fleuron, Fliegen, Fliegende Blätter, Fliegender Galopp.

Fauchier, Laurent (M), geb. 1643 lAix en Prov., gest. 1672 ebda. Bildnisse, von Mignard beeinflußt.

Favretto Glacomo (M), geb. 1849 Venedig, gest. 1887 ebda. Schüler von K. Blaas, malte mit frischem Realismus Szenen aus dem venezianischen Leben.
Fayd'herbe, siehe Faid'herbe.

Fayence (Kg), im Scharffeuer gebrannte Tontafeln und Gefäße,, welche mit einer ornamental und figural bemalten Zinnglasur versehen sind. Der Name stammt von der oberitalienischen Stadt Faenza, doch ist auch unter Bezug auf die den Vertrieb der spanischen F. besorgenden Insel Majorca die Bezeichnung Majolica üblich. Die F. ist eine uralte Kunstform; die ältesten Denkmäler sind in Babylonien, Assyrien und Ägypten zu finden; von den Arabern in Spanien besonders kultiviert, wurde die F. im 14. Jahrh. nach dem übrigen Europa übertragen, wo sie besonders in Mittelitalien (Gubbio, Urbino) eine hohe Blüte fand. Textportraits, dort wurden namentlich dekorative Gefäße und Prunkschüsseln mit figuralen Szenen in Gemäldeform bemalt, geschaffen. Siehe auch Delfter F. und Deruta-F.

Febure, Claude de (M), geb. 1632 Fontainebleau, gest. 1675 Paris. Schüler von Lesueur und Lebrun, als Bildnismaler tätig in Paris und London.
Fee. (M), latein, „gemacht" (Fe-cit), Zusatz bei Künstlersignaturen, oft auch durch pinx. (plnxit) „hat gemalt" ersetzt.

Fechner, Hans (M), geb. 1860 Berlin, gest. 1919 ebda. Schüler von Defregger. Bildnisse und Genre.

Federighi de'Tolomei, Antonio (A, B), geb. um 1430 Siena, gest. 1490 ebda. Tätig mit und neben J. d. Quercia in Siena (Weihwasserbecken im Dom, Reliefs an der Loggia dei Nobili). Die Antike ist stark, malerisch und mit betonter Lebensfreude nachempfunden.

Fedl, Pio (B), geb. 1815 Viterbo, gest. 1892 Florenz. Begann als Goldschmied und Kupferstecher, wurde dann einer der besten B. des italien. Realismus. Werke: Raub der Polyxena (Florenz, Loggia de'Lanzi). Bildnisstatue des Marchese Torri-giani mit seinem Sohn und andere Bildnisstatuen.

Feid, Josef (M), geb. 1806 Wien, gest. 1870 ebda. Waldlandschaften, Weidebilder mit Tieren.

Feinlnger, Lionel (M), geb. 1871 New York, studierte in Hamburg, Paris und Dessau; schloß sich in Paris dem Picasso und Braque an und arbeitete Gemälde und Holzschnitte in einem seltsamen romantisierenden Kubismus.

Feistenberger, Anton d. Ä. (M), geb. 1678 Kitzbühel, gest. 1722 Wien. Studierte in Rom unter Gaspar Dughet, dessen heroischen Landschaftsstil er mit eigenen, meist großen Bildern geschickt weiterführte.

Feistenberger, Simon Benedikt (M), geb. 1695 Kitzbühel, gest. 1759 ebda. Malte Bildnisse und Fresken (Tiroler Spätbarock).

Feldbauer, Max (M, Gr), geb. 1859 Lüneburg;, gest. 1920 München. Schüler von Bracht, Landschaften, Pferde, Illustrationen für die „Jugend".

Feilerer, Max (A), geb. 1889 Linz. Lebt als Direktor der Hochschule f. angewandte Kunst in Wien. Erbaute Wohnhausanlagen, das Hotel auf dem Tulbin-ger Kogel u. a.

Fellinger, Leo (M), geb. 1884 Graz. Malt farbig leuchtkräftige Blumenstücke.
Fellner, Ferdinand (A). geb. 1847 Wien, gest. 1916 ebda. Baute mit Hellmer viele vorbildliche Theater (Wien, Deutsches Volks theater Prag, Deutsches Theater in Temesvär, Karlsbad, Augsburg u. a. m.).

Flandrin, Jean Hippolyte (M), geb. 1809 Lyon, gest. 1864 Rom. Begann als Pferde- und Soldatenmaler angeregt von Gros, kam dann in Rom in den Einfluß des Ingres und wurde schließlich einer der größten und formreinsten Monumentalmaler Frankreichs bis zu Puvis de Chavanne. Er versuchte mit vielem Erfolg, die strenge Größe Giottos mit der Grazie Raffaels zu vereinigen.
Seine besten Werke sind großartige Monumentalmalereien in Paris (St. Severin, St. Vincent de Paul und St. Germain des Pres). Sehr geschätzter Bildnismaler.
Monogr. v. Cl. Jeannet (Paris 1866, franz.).

Flandrin, Jean Paul (M), geb. 1811 Lyon. gest. 1902 Paris. Bruder des Vorigen und gleich ihm Schüler/ von Ingres. Seine ruhig aufgebauten Landschaften haben vom Impressionismus nichts angenommen.

Flaxman, John (B, Gr), geb. 1755 York, gest. 1826 London. Hauptvertreter einer griechisch orientierten klassizistischen Plastik in England. Seine strengen Bildwerke sind in erster Linie durch die griechischen Vasengemälde angeregt worden (Grabmäler in St. Paul und Westmlnster, London).

Flachbogen (A), ein aus einem Kreissegment gebildeter Bogen, er ist also kleiner als der aus einem Halbkreis entstandene Rundbogen (siehe Bogen).
Flachgiebel (A), ein dreieckiger Giebel, dessen Seiten höchstens bis zu 30» geneigt sind. (Siehe Giebel.)

Flagg. Georg (M), geb. 1816 New-haven (Conn.), gest. 1897. Studierte in Europa die alten Italiener und malte dann in seiner Heimat Bilder des historischen Genres.
Flamboyante Kunst (K), Spätphase der französischen Gotik, gekennzeichnet durch eine besondere Üppigkeit der Formen und durch die Verwendung flammenartiger Motive.


           
    Flechtband - Kunstlexikon F
Förster, Ludwig - lexikon F
  Frass Wilhelm - lexikon F