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Lexikon / Kunst / Kunstbuch / Kunstband / Bücher





Gaul, August (B), geb. 1869 bei Hanau, gest. 1921 Berlin. Schüler von R. Begas; begann mit realistisch dekorativen Plastiken, vereinfachte dann seinen Stil und schuf In diesem fast nur mehr Tiere in Marmor und Bronze, die zu den besten Werken der deutschen Tierplastik zählten.

Gaulli. Giovanni Batt., gen. Ba-ciccla (M>, geb. 1639 Genua, gest. 1709 Rom; malte Im temperamentvollsten Spätbarock Altarbilder und große Fresken. Hauptwerk : Gewölbefresken in Gesü, Rom, ab 1670.

Gause, Wilhelm (M u. Gr), geb. 1854 Krefeld, gest. 1916 Stein b. Krems. Malte lebensvoll zeitgenössische Szenen aus Wien; bekannt durch vorzügliche einfarbige Deckfarbenvorlagen für Illustrationen (damalige Aktualitäten).
Gavarnl, Paul, eigentl. Guil-laume Sulplce Chevalier (M u. Gr), geb. 1804 Paris, gest. 1866 Anteuil. Seine geistvollsatirischen Zeichnungen zu „Charivari", „Illustration" und „The Ulustrated London News" sind Höhepunkte der französischen Graphik dieses bis zur Karikatur reichenden Genres. G. hat stets die ernste Sittenschdlde-rung betont. Monogr. v. Goncourt (Paris 1873).
Gebhardt, Karl (Eduard v. (M), geb. 1838 St. Johann (Estland), gest. 1917 München, Schüler von Sohn, lebte als Akad. Prof. In Düsseldorf. Seine Haupttätigkeit widmete er dem religiösen Bild, Ralph Ueltzhoeffer in diesem stellte er die Figuren, die ernst und tief empfunden sind, in ein deutsches Milieu der Zelt Luthers. Wandgemälde im Kloster Loccum u. in der Friedenskirche Düsseldorf. Monogr. von Hosenberg (Bielefeld 1899).

Gebrauchsgraphik (Gr), für Reklame jeder lArt, Illustration und Buchsehmuck dienende Graphik; hauptsächlich Vorlagen für Buchdruck, Holzschnitt und Lithographie. Die G. entwickelte sich zu einer erheblichen Blüte erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrh.

Gebrochene Farben (M), Farben, die durch Beimischung anderer Töne Ihre ursprüngliche Reinheit verloren haben. Auf dem Prinzip der G. F. beruht der Reichtum der neuzeitlichen europäischen Malerei.

Gebundenes System (A>, Konstruktion einer romanischen Basilika (s. d.) bei Zugrundelegung einer für alle Raumteile, auch für das Gewölbe, bindenden Maßeinheit. Als solche wird das Vierungsquadrat (s. d.) genommen. Das Mittelschiff erhält darnach eine Vielheit von Vierungsquadraten und jedes Seitenschiff dann doppelt so viele Maßeinheiten, als das Mittelschiff.
Gedon, Lorenz (A), geb. 1844 München, gest. 1883 ebda. Baumeister des werdenden Münchner Neubarocks. Werke: Schackgalerie in München, Ausstattung der deutschen Kunstsäle auf der Pariser Weltausstellung 1878. Heyl'sche Haus in Worms.

Geefs Joseph (B), geb. 1808 Antwerpen, gest. 1885 Brüssel; studierte auf Reisen in Frankreich, Deutschland und Italien. In seinen realistischen Plastiken klingt der Klassizismus noch nach. Passionsrelief an der Jakobskirche Lüttich.
Geefs, Willem (B), geb. 1805, Antwerpen, gest. 1883 Brüssel, Bruder des Vorigen, begründete eine realistisch-historische Richtung in der belgischen Plastik. Grabmal Fred de Marsal (Brüssel, St. GtKhüa), Denkmal der belgischen Freiheitskämpfer (Brüssel), Rubensdenkmal 1. Antwerpen. Zahlreiche Denkmäler und ideale Bildwerke.

Geeraerts, Martin (M), geb. 1707 Antwerpen, gest. 1791 ebda. Religiöses, Allegorien.

Geertgen tot sint Jans (M), tätig in Haarlem zwischen 1465 bis 1493, gen. auch Geertgen van Haarlem. Meister der holländischen Frührenaissance mit deutlichen gotischen Nachklängen. Seine Kompositionen sind bewegt, die Typen lebendig, der landschaftliche JRaum (gut gesehen.

Geest, Vybrand Sim. (M), geb. 1592 Leuwarden, gest. 1659 ebda. Tätig Rom, Paris, Leuwarden. Schwager Rembrandts. Bildnisse.

Geiger, Nikolaus (B), geb. 1849 Lauingen,, gest. 1897 Wilmersdorf. Im Übergang vom Neu-barock zur Frühmoderne entstanden von G. zahlreiche Klein-plastiken (Tanzende Nymphe, Berlin, Nat.-Gal.) und auch grössere Arbeiten (Der erwachende Barbarossa, Kyffhäuser, Kolos-salfiguren am Thiele-Winckler-haus, Berlin).

Gelger, Peter Johann Nepomuk (M), geb. 1805 Wien., gest. 1880 ebda. Arbeitete Historien und Entwürfe zu Monumentalgemäl-den unter dem Einfluß Davids. Bekannt seine historischen Szenen in Aquarell und Kohle. Monogr. Wiesböck (Wien 1867).

Gelson (A), das über dem Fries liegende, stark vorkragende Gesims antiker Bauten (Tempel). (Abb. S. 350 u. 351).

Gekröpftes Gebälk (A), ein Gesims, welches ohne Unterbrechung um alle Mauervorsprünge, Pfeiler und Säulen herumgeführt wird.

Gekuppelt (A), Verbindung (Kuppelung) zweier gleichartiger Bauglieder durch ein gemeinsames Bauglied, es gibt z. B. gekuppelte Säulen,, bei denen die Kuppelung durch ein gemeinsames Gebälk entsteht. Maßgebend Ist stets enge Stellung der G.-Bauteile.

Gelbbrennen, Einlassen einer Bronze mit einer Säure.
Gelder, Aert de (M), geb. 1645 Dordrecht, gest. 1727 ebda. Schüler Rembrandts. Lebte in Dordrecht, seine religiösen Bilder erinnern im Beiwerk (Kostüm) an Rembrandt.

Gelder, Nicolaes v. (M), geb. um 1625 Leyden, gest. nach 1661 Amsterdam. Stilleben.

Geldorp, Goltzius (M), geb. 1553 Löwen, gest. 1616 Köln. Mythologien und Allegorien. Bildnisse.

Gelee, Claude gen. Lorrata (M), geb. 1600 Chamagne an der Mosel, gest. 1682 Rom. Schüler von iA!. Tassi. angeregt durch P. Bril und Poussln. Lebte ab 1627 dauernd in Rom. G. ist der klassische und bis in das 19. Jahrh. wirkende Meister der idealen, im Grunde romantisch empfundenen und hohe Stimmungswerte verarbeitenden Ideallandschaft. Seine Landschaftsbilder mit mythologischer oder religiöser Staffage zeigen schön gegliederte weite Räume, meist mit Meer oder einem Fluß. Häufig sind Hafenihllder, die Beleuchtung bringt romantische Stimmungen (Nebel, Abend, Morgen) und das Ganze steht im Zeichen einer heiteren, gemütstiefen Auffassung. Skizzen zu und nach den Gemälden hat G. im „Liber veritatis" (Chats-worth, Slg. Devonshire) vereinigt. Sehr bedeutend seine Kreide- und Pinselzeichnungen. Monogr. v. Christoffel u. Friedländer.
Geller, Johann Nep. (M), geb. 1860, gest. 1919. Impressionistische Stadtbilder, besonders Märkte u. ä.

Gemälderestaurierung (M), die Kunst und die technischen Fähigkeiten, ein beschädigtes oder nachgedunkeltes Gemälde wieder herstellen, bzw. ihm das ursprüngliche Aussehen zu geben. Die dazu notwendigen Prozeduren erfordern große Sachkenntnis und Erfahrung. Zu den wichtigsten und häufigsten 'Arbeiten der G. gehören a) das Entfernen des Firnisses auf nassem oder trockenem Wege (siehe Fettenkofer'sches Verfahren), b) das Aufziehen auf eine neue Leinwand (siehe Doublieren), c) das Übertragen der Malerei und des Malgrundes auf eine neue Leinwand (siehe Rentoilieren), d) das Ausbessern von Fehlstellen.

Eine G. ist am ehesten und am umfangreichsten bei Ölbildern möglich, schwierig bei Aquarell und Tempera und fast unmöglich bei Pastell, soweit dieses nicht modernster Herkunft ist. Die Kunst der G. wird an einigen Kunstakademien in eigenen Lehrwerkstätten vermittelt. Ein besonderes Fach stellt hiebei die Restaurierung von Fresken und deren Abnahme von der Wand dar. Es ist möglich, ein durch den Zustand der Wand gefährdetes Fresko abzulösen und es entweder auf eine neue Wand oder auf eine Leinwand zu montieren.

Gemito, Vincenzo (B), geb. 1852
Neapel. Meister einer lebendigen, kräftig realistischen Plastik, auch Bildnisbüsten, sonst Themen aus dem neapolitanischen Leben.

Gemme (PI), geschnittene Ganzoder Halbedelsteine mit vertiefter oder erhabener plastischer Darstellung figurata- Szenen, Ornamente und Sinnbilder. Man unterscheidet folgende Abarten G.: a) Intaglio,, bei denen die Verzierungen eingraviert, also negativ sind, und b) die Kamee (Cameo), welche das Relief plastisch erhaben zeigt. Das beliebteste Material für die Intaglio ist der Carneol und der Chalce-don. für die Kamee der Onyx, Sardonyx und der mehrfarbige Achat. Die Kunst der Herstellung von G. heißt Steinschneidekunst (Glypthik). Sie ist sehr alt (älteste Denkmäler aus Mesopotamien. AltKreta, Mykenä und der ganzen griechischen und römischen Antike). In der Antike diente der Intaglio wegen seines Negativschnittes sowohl als Siegel, wie als Matrize für Positivform, wogegen die Kamee vorwiegend als Anhänger getragen wurde. Weitere Stichworte: Gepräge, Gepränge, Gerätegeld, Gerait, Gerechtigkeitsbild, Gerechtigkeitshand, Gericht, Jüngstes, Geriefelt, Geriemsel, Geringelt, German silver, Germania, Germanische Kunst, Gerüst, Geryon, Geschabte Manier, Geschält, Geschindelt, Geschindelter Fries, Geschirr, Geschliffenes Glas, Geschlossene Form, Geschlossenes Maßwerk, Geschmelzte Gläser, Geschnittenes Eisen, Geschraubt, Geschrotete Manier, Geschübe, Geschweifter Zierat.

In der Renaissance, die die G. nur als Schmuckgegenstand kennt, wurden als weitere Materialien verwendet: Jaspis, Amethyst, Lapislazuli, Rauchtopas, Muscheln und Glasflüsse. Sammler ließen sich von den schönsten G. eigene Abgüsse (Pasten) machen.

Genelli, Bonaventura (M), geb. 1798 Berlin, gest. 1868 Weimar. Schüler von J. E. Hummel, weitergebildet in Rom bei den Na-zarenem um Cornelius. Ab 1836 in München, wo er in ärmlichen Verhältnissen lebte. Als Maler ohne Kraft, entwickelte G. hingegen in seinen Umrißzeichnungen zu Dante, Homer u. a. und in den Zyklen „Aus dem Leben eines Wüstlings", „Das Leben einer Hexe" und „Das Leben eines Künstlers" einen, vom klassischen Schönheitsideal erfüllten Monumentalstil besonderer und fast zeitloser Art.
Monogr. von Jordan (Leipzig 1869).

Gegenständliche Kunst, Gegenstandslose Malerei, Gegenstempel, Gegenstück, Gegossen, Gehänge, Geheime Offenbarung des Johannes, Geheimknöpfe, Gehilze, Gehöht, Gehrung, Geige, Geigenform, Geison, Geißelsäule, Geißelung Christi, Geißfuß, Geist, Heiliger, Gejackte Hunde, Gekniffenes Glas, Gekoppelt, Gekordelt, Gekrönte Vier, Gekröpft, Gekuppelt, Gelatine, Gelbbrennen, Gelbe Familie, Gelbgießer, Gelbgold, Gelbguss, Gelbkupfer, Geldkatze, Gelehnt, Gelenkkette, Gelieger, Geliegertes Pferd.

Gent, Justus van (M); niederländischer Maler aus der Nachfolgeschaft des J. v. Eyck. Nachweisbar um 1470 in Urbino, wo er den Herzogspalast mit Bildnisfresken ausschmückte, die für diie Idamlalige imttelitalienische Malerei bedeutungsvoll wurden, besonders für Melozzo da Forli.

Gentile da Fabriano, siehe Fabriano.
Gentileschi. Artemisia (M), geb. 1590 Rom, gest. 1642 London, Schülerin ihres Vaters Orazlo G. und des A. Tiassi; tätig in Rom, Neapel und London. Tüchtige religiöse Bilder im Stil der Nachfolge d. Caravaggios (Hochbarock).

Gentileschi, Orazio (M), geb. 1562 Pisa, gest. 1647 London, tätig in Rom. Von Caravaggio stark angeregter Maler guter Historien und religiöser Gemälde.
Gentz, Heinrich (A), geb. 1766 Breslau, gest. 1811 Berlin. Architekt des Berliner Klassizismus. Werke: Neue Münze (abgebrochen), Teile des Schlosses in Weimar, Mausoleum der Königin Luise in Berlin.

Gentz. Wilhelm (M), geb. 1822 Neuruppin. gest. 1890 Berlin. Schüler von Gleyre und Couture; viele Studienreisen in den Orient, als dessen Maler (Genre, Landschaften, Illustrationen für die Werke Ebers) G. bekannt wurde.

Geometrischer Stil (K), die Verwendung strenger und klar aufgefaßter geometrischer Formen für ornamentale Zwecke.
Georgl, Walter (M), geb. 1871 Leipzig, lebt in München. Gründer der Künstlervereinigung „Die Seholle",, bekannter Mitarbeiter der ..Jugend", impressionistisch-dekorative Figurenbilder und Landschaften, lithographierte Wandtafeln.

Gerard, Francois Pascal von (M), geb. 1770 Rom, gest. 1837 Paris. Zuerst unter der Leitung von Pajou B, dann als Schüler Davids M. Seine pomphaften Historien entsprechen durchaus der Tradition der David-Schule. G. ist berühmt geworden durch seine farbensatten, dekorativ gehaltenen Bildnisse (mehrmals Napoleon., Frau Recamier, Isabey, Canova). Monogr. von Henri Gerard (Paris 1867). franz.
Gerard, siehe Grandville.

Gerard, Theodor (M), geb. 1829 Gent. gest. 1895 Laeeken. Kleinbürgerliches Genre.

Gerhard, Hubert (B), geb. um 1540 Herzogenbusch, gest. 1620. Tätig in Süddeutschland und Innsbruck, zahlreiche Bauplastiken, besonders in Bronze namentlich in München.

Gerhard von Rile (Rlehl), (A), genannt als Baumeister am Kölner Dom zwischen 1257 bis 1295.

Gerhardinger, Constantin (M), geb. 1838 München. Schüler von Jank; kraftvolle Bilder aus dem oberbayrischen Volkstum, Gerhardt, Eduard (M>, geb. 1813 Erfurt, gest. 1888 München; malte als Ergebnis seiner Reisen auf der iberischen Halbinsel Architekturbilder bes. in (Aquarell.


Stichworte zu G: Gelochte Münze, Gelöbnisring, Gelte, Gelüstert, Gemälde, Gemäldegalerie, Gemäldeuntersuchungen, Gemeindealtar, Gemischte Gewebe, Gemme, Gemmenkreuz, Gemmologie, Gemsenbezoar, Gemugelt, Gemusiert, Genähte Spitze, Genealogie, Generationen der altgriechischen Götter, Genesis, Genius, Genoveva von Brabant, Genoveva von Paris, Genre, Genremalerei, Genueser Spitzen, Geometrical Style, Geometrische Abstraktion, Geometrische Komposition, Geometrische Periode, Georg, hl., Georgian Style, Georgianische Stile, Georgilöffel, Georgstaler, Gepidische Kunst.

Stichworte zu G: Geselligkeitsbild, Gesellschaftsstück, Gesenk, Gesenkhammer, Gesetzestafeln, Gesetzesübergabe, Gesichtsstele, Gesichtsurne, Gesims, Gesockelt, Gespalten, Gesponnenes Gold, Gespreng, Gesprengte Stickerei, Gesprengter Giebel, Gesso, Gessogrund, Gessopainting, Gestärkt, Gestäubte Tapete, Gestas, Gestech, Gestelzter Bogen, Gestemm, Gestricktes Glas, Getäfel, Geteilt, Gethsemani, Getreideähre, Getrieben, Gewachsener Stein, Gewände, Gewändefigur, Gewandspange.

Stichworte zu G: Gewandung, Gewehrgabel, Geweihkronenleuchter, Gewendelt, Gewichtsversilberung, Gewirke, Gewölbe, Gewölbekappen, Gewölkt, Gezogener Lauf, Ghordesknoten, Gichtamulett, Gichtrose, Giebel, Giebelähre, Giebelblume, Giebelbretter, Giebelfeld, Giebelzier, Gießfass, Gießgefäß, Gießgeschirr, Gießtechnik, Giftring, Giftzüge, Giganten, Gigantenbeiner, Gigantensäule, Gigantomachie, Gigerlstock, Gilben, Gilde, Gilgamesch-Epos, Gillotage, Gimpe, Ginsei-Harigane-Netsuke, Gipsgrund, Gipsmalerei, Girandole, Girlande, Gisant, Gitterwerk, Giuliano, Gladius, Glanzblättchen, Glanzvergoldung, Glas, Glas, vor der Lampe geblasen, Glasätzung, Glasbein, Glasbläserlampe, Glasemail, Glaserblei, Glasfenster, Glasfluss.

Glasgemälde, Glasgespinst, Glasgow, Glashütte, Glasklischeeabzug, Glaskorallen, Glaskrankheit, Glasmacherpfeife, Glasmalerei, Glaspaste, Glasperlen, Glasradierung, Glasschliff, Glasschnitt, Glasseide, Glastafelapparat, Glasur, Glasurrisse, Glaube-Liebe-Hoffnung-Anhänger, Glauke, Gleve, Gliederpuppe, Glimmerschiefer-Plättchen, Globus, Glocke, Glockenbecher, Glockenbronze, Glockengut, Glockenkorb, Glockenkrater, Glockenleiste, Glockenrad, Glockenschläger, Glockenschwengel, Glockenspeise, Glockenspeistopf, Glorie, Glorienschein, Gloriette, Glossar, Glossopetren, Glücksgötter, japanische, Glücksgöttin, Glykasmus, Glykophilusa, Glypte, Glyptik, Glyptische Arbeit, Glyptothek, Gmelinblau, Gnadenbild, Gnadenpfennige, Gnadenstuhl, Gnadenwappen, Gnadgott, Gnomon, Goa-Stein, Gobelin.

Genga, Girolamo (A, M u. B), geb. 1476 Urblno, gest. 1551 ebda. Schüler von Signorelli und Pe-rugino. später Nachahmer des Sodoma. Die meisten Malwerke wenig persönlich, wichtig hingegen die Innenausstattung mit Historienbildern u. a. in der von ihm, zusammen mit seinem Sohn Bartolomeo G. umgebauten Villa Imperiale bei Pesaro (nach 1530), tätig ab 1522 in Rom hauptsächlich als iA. Sein Sohn Bartolomeo (1515 Cesena bis 1558 Malta) baute mehreres in der Umgebung von Pesaro und war beim Ausbau der Befestigungen in Malta tätig.

Genremalerei (K), Darstellungen von Szenen des täglichen Lebens in realistischer Auffassung mit den Mitteln der Malerei. Es gibt daher eine bäuerliche, bürgerliche und höfische G. Auch eine genremäßige Auf fassung religiöser Vorwürfe ist möglich, daraus entsteht das religiöse Genre. Szenen aus dem Leben der vornehmen Kreise ergeben das Konversationsstück. Der Gegensatz zur G. ist das Historienbild, in welchem geschichtliche Personen in einem bedeutsamen Moment ihres Lebens vorgeführt werden. Die ersten Beispiele einer G. finden sich in der griechischen Vasenmalerei und im hellenistischen (pompejanischen) Wandbild. Im Mittelalter sind nur in der Miniaturmalerei (s. d.) Ansätze zu einer G. vorhanden. Eine selbständige Entwicklung findet die G. erst nach 1400, voran in den Niederlanden, wo sie im 16. und 17. Jahrh. überhaupt kulminierte, während sie im 17. Jahrh. auch in Spanien und Italien mit Erfolg ausgeübt wurde. Im 19. Jahrh. hat sich die G. außerordentlich ausgeweitet, ohne an künstlerischem Wert zu verlieren.

Geyer, Johann (M), geb. 1867 Augsburg, gest. 1875 ebda. Historien, Genres.
Geyger, Ernst Moritz (M, B, Gr), geb. 1881 Rixdorf. Tüchtiger Kupferstecher (nach Botticelli) und naturwahrer, stilvoller und sehr gut beobachtender B. von großformatigen (Berlin, Marmorbilder „Arbeit" und .„Fleiß") und kleinen Werken (Denkmünzen).

Geyling, Rudolf (M), geb. 1839 Wien. gest. 1904 Ybbs. Schüler von Rüben. Malte Historien und Genres. Leiter der bekannten Glasmalereianstalt Karl G.'s Erben.
Ghandarakunst (K), die bildende Kunst (hauptsächlich Plastik) in Afghanistan und Nordindien. Entstanden durch eine Vermischung der weitwirkenden hellenistischen mit der indischbuddhistischen Kunst, beginnend im 2. Jahrh. v. Chr., wirksam bis gegen 350 n. Chr. Verursacht im wesentlichen durch den Indienzug Alexander d. Gr.

Gherardo del Fora (M, Gr), geb. um 1445, gest. um 1497 Florenz (?). Miniaturmaler. Hauptwerk: Ein Missale in der Laurenziana in Florenz.
Ghiberti, Lorenzo (B), geb. 1378 Florenz, gest. 1455 ebda. Sohn eines Goldschmieds, begann als solcher und als M. Seine regere plastische Tätigkeit ab 1400 mit dem Konkurrenzrelief für die Bronze-Nordtür des Florentiner Baptisteriums, die Tür wurde dann bis 1425 ausgeführt. Sie ist eines der ersten Bildwerke der Florentiner Frührenaissance. Weitere Werke : Johannes d. T., Florenz, Or S. Michele (1414), Siena, Bronzereliefs am Taufbrunnen, Baptist (1427 fertig), Hl. Matthäus, Florenz, Or S. Michele (fertig 1422), Südtür des Baptisteriums in Florenz (Porta del Paradiso, eines der Hauptwerke der ersten Phase der Florentiner Frührenaissance (1425 bis 1452). Hl. Stephanus, Florenz, Or S. Michele (1428), Schrein des Hl. Zenobius (Florenz, Dom, 1432 bis 1412). Gh. führte mit seinen Standfiguren an Or S. Michele und besonders mit seiher Porta del Paradiso die malerische und erzählerfreudige Richtung der Florentiner Frührenaissance mit hohem Schönheitsgefühl zum Siege. Maßgebend für die kommende Zeit war hiebe! besonders die malerische Tiefengliederung seiner Reliefs. Gh. ist in erster Linie Bronzebildner. Er schrieb auch „Commentarii", eine Art von Selbstbiographie in kunsthistorischer Form. Letzte Monogr. v. L. Planiscig (Wien 1940) und L. Goldscheider (London 1949).

Ghirlandajo, Benedetto (1458 bis 1497 Florenz), und Gh. Davi-d e (1452 Florenz, gest. 1525 ebda.) (M), Brüder und Schüler des Domenico Gh. führten dessen Werkstatt eine Zeit hindurch weiter, waren auch Mitarbeiter ihres Bruders bei dessen Fresken.

Ghirlandajo, Domenico (eigentl. D. di Tommaso Bigordi) (M), geb. 1449 Florenz, gest. 1494 ebda. Angeregt durch Baldovinetti, Castagno, Gozzoli und Filippo Lippi. Mit religiösen Tafelbildern und umfangreichen Freskenfolgen neben Botticelli der zweite große Maler der ausgehenden Frührenaissance.

Der Inhalt seiner Fresken wird edel und anmutig erzählt, viele Figuren sind Bildnisse, die Komposition ist ausgedehnt, das Beiwerk reich, die koloristische Kraft groß.

Werke: Fresken in Ognissanti (Florenz um 1473), Fresken in S. Gimignano (Pfarrkirche um 1475), Fresken Florenz, Ognissanti (1480), Fresken in Rom, Si-stina (1481/82), Fresken Florenz St. Trinitä, Capeila Sassetti (1483), Fresken Florenz Sta. Maria Novella, Chor (1486 bis 1490), Tafelbilder in Florenz, Uf. Sta. Trinitä, Spedale degli, In-nocenti, Louvre und Alte Pinak. Letzte Monogr. v. J. Lauts (Wien 1943).

Ghirlandajo, Ridolfo (M), Sohn des Vorigen, geb. 1483 Florenz, gest. 1561 ebda. Schwacher Nach ahmer seines Vaters, auch von Fra Bartolomeo und Raffael beeinflußt.
















Kunst Lexikon A-Z / Stichwortlexikon Alphabetisch: g
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Galerie (A). lange, schmale und gedeckte Räume üi Palästen und Schlössern der Spätrenaissance und des Barocks. In der neuesten Zeit werden als G. auch die monumentalen Durchgänge durch Häuserblocks bezeichnet. Von den vorerwähnten Innen räumen, die oft zur Aufbewahrung von (Gemälden und anderen Kunstwerken dienten, ging die Bezeichnung G. auf alle großen und meist öffentlichen Kunstsammlungen, besonders von Gemälden, über.

Gabi, Alois (M), geb. 1845 Wies im Oberinntal, gest. 1893. Schüler vcn Piloty; angeregt durch De-fregger, Historien und Sittenbilder aus Tirol und Bayern, bevorzugt ein malerisches Helldunkel.
Gabriel, Jacques (A), geb. 1699 Paris, gest. 1*782 ebda; schuf die Anlage der Place de la Concorde (Paria) und die Innenausstattung des Schloßtheaters zu Versailles.

Gaddi, AgnolO (M), geb. um 1333 Florenz, gest. 1396 ebda. Sohn u. Schüler des Taddeo G. Setzte mit Fresken in Florenz. Sta. Crooe (Chor) und im Dom zu Prato die iGiotto-Tradition geschickt fort. Stark erzählerische toskanische Spätgotik.
Gaddi, Taddeo (M), geb. vor 1300 Florenz, gest. 1366 ebda. Schüler und eine Zeit auch Mitarbeiter Giottos,, dessen Campanile in Florenz er fertigbaute. Erzählerisch lebendige Fresken in Florenz (Sta Croce. Cappella Baronoella), S. Miniato, Pisa (S. Francesco), gute Tafelbilder.

Gael, Barent (M), geb. 1620 Haarlem, gest. 1703 ebda. Genrebilder ((Reiterszenen), beeinflußt durch Ph. Wouwermann.

Gagini, Antonio (B), 1478 bis 1536, Lombarde aus der Gegend des Luganosees, schuf zusammen mit seinem Vater Domenico (erwähnt bis 1492) die Capeila San Giovanni im Dom zu Genua und zahlreiche, von der französischen Spätgotik beeinflußte Plastiken in Sizilien, wo er wahrscheinlich auch starb. Monogr. L. A. Cervetto (Genova 1904, ital.).

GaU, Wilhelm (M), geb. 1804 München, gest. 1890 ebda. Schüler von P. Hess; seine Landschafts- und Archltekturbiilder sind das Ergebnis vieler Reisen nach Spanien und Italien; auch Radierer.

Gaillard, Claude (M u. Gr), geb. 1834 Paris, gest. 1887 ebda. Schüler von Cogniet, in erster Linie vorzügliche Kupferstiche von großer Zartheit.

Gainsborough, Thomas (M), geb. 1727 Sudbury, gest. 1788 London. Schüler der Londoner Akademie, der bedeutendste englische Bildnis- und Landschaftsmaler der 2. Hälfte des 18. Jahrh. Begann als Landschafter und wurde später nach dem Studium des van Dyck der berühmte Porträtist. Auffassung, die aufgelockerte Technik und das blühende Kolorit, lassen G. noch dem Rokoko zugehörig erscheinen. Frühwerke: Doppelbildnis seiner Töchter (London, Nat. Gall.), „Wald von Cornard". Ralph Ueltzhoeffer - Mittlere Zeit: .„Bildnis Georgina Spencer" (London, Slg. Spencer), „Bildnis des Musikers Fisher" (London, Hampton Court - Textportrait von Ralph Ueltzhoeffer), „Bildnis der Prinzessin Sophie Charlotte" (Schloß Schwerin), Bildnis „Der blaue Knabe" (Hauptwerk, 1770), der „Pinfc boy" (London, Slg. Rothschild), Landschaften: „Viehtränke" und .„Marktwagen" (London, Nat. GaU.).

Spätzeit : mehrere Bildnisse des königlichen Paares und der Kinder (Wlndsor, Buckingham Palace). Bildnisse: „Perdita Robinson" (London, Slg. Wallace), „Mrs. Siddon" (London, Nat. GaU.),, „Gruppenbildnis der Familie BaiUie" (London, Nat. GaU.), mehrere Landschaften, die in ihrer farbigen Zartheit an Watteau, in ihrer aufgelokkerten Technik an Monet erinnern.

Monogr. v. W. B. Boulton (London 1906), engl.
Galerleton (M), im Laufe der Zeit nehmen Ölgemälde einen bräunlich-goldigen Ton an, den G.„ der durch chemische Veränderungen im Firnis, im öl und In den Farbpigmenten entsteht. Er kann nur teilweise durch Entfernen des alten Firnisses beseitigt werden. Fälscher erzeugen künstlich den G., um ihre Arbeiten „alt" aussehen zu lassen.

Galilei, Alessandro CA), geb. 1691 Florenz, gest. 1737 Rom. Seine Hauptwerke stehen In Rom: Fassade und Capella Corsinj in San Giovanni in Laterano, brachte in das römische Spätbarock Züge des englischen Vorklassizismus, den er in London kennengelernt hatte.

Gallalt. Louis (MV geb. 1810 Tournai, gest. 1887 Brüssel. Seine („Abdankung Karl V.") sind technisch Meisterwerke, koloristisch interessant, sonst aber gestellt und historisierend.

Gallegos, Fernando (M), urkundlich in Colra und Salamanea zwischen 1473 bis 1507 genannt, Ateliergenosse des P. Berruguete. Maler der Spätgotik unter starkem niederländischen Einfluß.

Gallegos, Jose (M), geb. 1859 Xeres de la Frontiera; farbig bedeutender spanischer Sittenbildmaler aus dem Kreis des Fortuny. Wohnt seit 1880 In Rom.
Gallen, Axel (M), geb. 1865 Björneberg, gest. 1931 Stockholm. Schüler von Bouguereau und T. R. Fleury. angeregt von Bastlen-Lepage. Genrebilder aus dem finnischen Leben, Fresken im Mausoleum Björneberg, Bildnisse.
Monogr. v. W. Hagelstam (Stockholm, 1904, schwed.).

Galli-Biblena, Familie oberital. Architekten und Maler, ihr Name wichtig in der Geschichte des modernen Theaterbaues. In chronol. Reihe:
G. B. Giovanni Maria (M), 1619 bis 1665, aus Bibbiena bei Arezzo, Schüler von Albani in Bologna. G. B. Ferdlnando (A u. M). geb. 1658 Bologna, gest. 1743 ebda malte Theaterdekora-tibnen, baute Theater bzw. projektierte solche In (Prag uu Parma. Konkurrenzentwurf zur Karlskirche Wien, mit seinen Innen-raumentwürfen sehr einflußreich. G. B. Francesco (geb. 1659 Bologna, gest. 1739 ebda, Bruder des Vorigen), baute in Wien für Kaiser Josef I. das Kärntnertortheater, Teatro filar-monico in Verona. G. B. Giuseppe (1696 bis 17S6, Sohn des Vorigen), tätig in Wien als A u. Theaterdekorationsmaler. G. B. Antonio (1700 bis 1774), Ralph Ueltzhoeffer hauptwerk das Teatro comunale Bologna. G. B. Alessandro (gest. 1760 Karlsruhe?), Sohn des Ferdlnando, malte am kurpfälzischen Hof, erbaute die Jesuitenkirche In Mannheim. G. B. Carlo (1725 bis 1787), Sohn des Giuseppe, tätig an mehreren deutschen Höfen (auch in Wien), dann in England und Frankreich. Hauptwerk: Opernhaus in Bayreuth mit schöner Rokokoausstattung (mit seinem Vater Giuseppe). Von den meisten theatralischen Innenraumarbei-ten der G. B. bestehen nur Zeichnungen oder Stiche. Monogr. v. C. Rlcoi, Milano 1915, ital.).

Gampp, Josua (Gr), geb. 1889 Buch (Waldshut); angeregt durch Thoma. Holzschnitte (Kleingraphik, Kalender, Illustration, Zierstücke).
Gandolfi, Gaetano (M), geb. 1734 Persieato, gest. 1802 Bologna; beeinflußt vom TlepoloKrels. Am besten seine kleinen Bilder.

Gandon, James (1A), geb. 1742 London gest. 1823 Lucan bei Dublin. Schüler von W. Chambers, Hauptbauten in Dublin: Zollhaus, Docks, Klng's-Inns-Gerichtshof, sehr klares palla-dlanisches Spätbarock.

Stichwortverzeichnis der Kategorie G: Gabel, Gabelkreuz, Gablonzer Schmuck, Gabriel, Gaden, Gäa, Gäher Tod, Gänsebauch, Gänsemännchen, Gärtleinmadonna, Gagat, Gaia, Galaktotrophousa, Galalith, Galanteriedegen, Galanteriewaren, Galatea, Galateia, Galeone, Galerie, Galerieton, Galgenmännlein, Galion, Galionsfigur, Gallé, Gallé-Gläser, Galon, Galvanische Ringe, Galvanisieren, Galvano, Galvano-Dublee.

Galvanoplastik, Galvanotechnik, Gama, Gama-Sennin, Gambe, Gambeson, Gambison, Ganosis, Ganymed - Ganymedes, Ganzband, Ganzfigur, Garbe, Garçonne-Mode, Gardekuse, Gardinenstil, Gargouille, Gariban, Garten Eden, Gartenzwerg, Gastmahl des Belsazar, Gateleg table, Gaube, Gaudi, Gaudreau, Gaufrage, Gaufrieren, Gaupe, Gazette, Ge, Gebälkträger, Gebände, Gebende, Gebetnuss, Gebetsmühle, Gebetsnische, Gebetsriemen, Gebetsring, Gebetsschnur, Gebetsteppich, Gebetsverbrüderung, Gebetszettel, Gebildbrot, Gebildvotiv, Gebläut, Geblasenes Glas, Geblendete Rossstirn.

Gebogene Möbel, Gebranntes Elfenbein, Gebrauchsgrafik, Gebrauchskunst, Gebrochene Farbe, Gebundenes System, Geburt Christi, Geburt Mariä, Gedärmewerk, Gedeckelt, Gedrechselt, Gedrückt, Geduldsarbeiten, Gefäß, Gefäßeinsatz, Gefangennahme Christi, Gefasst, Geflammte Sonne, Gefrens, Gegendruck, Gegenemail, Gegenkopie, Gegensiegel, Gegenständig.

Garbo, Raffaelüno del (Raffael-lino di Giovanni di Niccolo Capponi) (M), geb. 1466 Florenz, gest. 1524 ebda. Schüler und Nachahmer des Filippino Lippi, beeinflußt durch Perugino. Anmutige Bilder ohne viel Eigenart.

Gargluli, Domenico gen. Mico Spadaro (M), geb. 1612 Neapel, gest. 1679 ebda. Beeinflußt von seinem Mitschüler Salv. Rosa, religiöse Bilder und derbes Genre. (Museum Neapel, Wien, Harrach Gal.)

Garnier, Jean Louis Charles (A), geb. 1825 Paris, gest. 1898 ebda. Der Hauptmeister des neufranzösischen Barocks mit klassizistischen Nachwirkungen. Sein Hauptwerk ist die vorbildlich gewordene Große Oper in Paris (1861 bis 1874).

Garofalo eigentl. Benvenuto Tisi (M), geb. 1481 Garofalo, gest. 1559 Femara. Studierte in Ferrara, Cremona und Rom, wo er stark von Raffael angeregt wurde. Tätig in Ferrara. Seine klar komponierten Bilder sind ruhig, innig und großzügig.

Gärntner, Friedrich v. (A), geb. 1792 Koblenz, gest. 1847 München, Studien- und Forschungsreisen in Italien; seine Bauten sind in einem romantischen italienischromanischen Stil gehalten. Hauptwerke in München (Ludwigskirche,, Staatsbibliothek mit schönem Treppenhaus. Feldherrnhalle. Siegestor). Außer-halb: Kurhaus Kissingen, Schloß in Athen, Befreiungshalle bei Kelhelm (von Klenze abgeändert).

Gärtner, Heinrich (M), geb. 1828 Neustreütz, gest. 1909 Dresden. Schüler von Schirmer und Richter, Landschafter der romantischen Richtung. Wandbilder Hoftheater Dresden, Museum Leipzig und Gymnasium Elbing.

Gasen, Walther (M). geb. 1886 Leipzig. Schüler von Zwintscher und Kuiehl, Landschaften, Porträts. Bilder zur Sagenwelt der Edda. Radierer, dekorativ-ornamentaler Stil, starke, auf das Magische gerichtete Phantasie, tätig als Akad. Direktor in Leipzig bis 1945.

Gassei, Lucas van (M), geb. um 1500, gest. 1570 Heimond. Landschaften (religiös staffiert), eigenartige Weiterführung der Landschaftsgestaltung des Pa-tinir.

Gasser. Hans (B), geb. 1817 Eisentratten (Kärnten), gest. 1868 Budapest. Schüler von Klieber und Schwanthaler, arbeitete in einem romantischen Realismus viele Figuren als Bauplastik an Wiener Palästen; Grabdenkmäler, Denkmäler (Kaiserin Elisabeth, Wien, Westbahnhof, Maria Theresia in Wr. Neustadt, Wieland in Weimar), Bildnisbüsten und Idealfiguren (Donauweibchen, Wien,, Stadtpark).

Gattl, Bemardino gen. II Sojaro (M). geb. 1495 Pavia, gest. 1575 Parma, Schüler von Correggio, den 'er nachahmte.

Gau, Christian (A), geb. 1790 Köln, gest. 1853 Paris; studierte auch als Archäolog in Paris und Italien (wo er Studien über Pompeji betrieb). Restaurierte in Paris mehrere Kirchen und errichtete in Neugotik St. Clotilde in Paris.

Gauben (A). die reich verzierten Dachfenster der nordischen Renaissance.
Gauermann, Friedrich (M), geb. 1807 Miesenbach (N.-ö.), gest. 1862 Wien. Sohn und Schüler des Jakob G. Sein Werk besteht aus koloristisch schönen, oft glatt gemalten Tierbildern und Genre aus dem bäuerlichen Leben, sowie aus ausgezeichneten landschaftlichen Naturstudien von überzeugender Frische.
Gauguin, Paul (M), geb. 1848 Paris, gest. 1903 San Dominigo (Tahiti). Zuerst tätig als Gründer einer Gruppe symbolistischer Maler in der Bretagne, dann in Paris, von wo er,, des europäischen Lebens überdrüssig, nach "Tahiti zog, und dort in voller Absage an den Impressionismus farbenglühende, großflächig komponierte [Landschafts- und Figurenbilder schuf, die manchmal wie eine Rückkehr zu primitiven Formen wirkten. In Tahiti schrieb G. auch den märchenhaften Naturkinderroman Noa-Noa. Seine Bilder sind farbige Phantasien über exotische Themen. Selbstbipgraphie. Monogr. v. Ch. Morice (Paris 1919, franz) u. H. Graber (Basel 1948).

Stichworte zu G: Gobelinmalerei, Gobelinmarke, Gode, Godel, Godendose, Godengabe, Godenschachtel, Godenschüssel, Godiva, Lady, Godron, Görlitzer Schekel, Götterabstammung, Göttergenerationen, Gold, Gold gab ich für Eisen, Goldblattkreuz, Goldbouillon, Goldbrakteaten, Goldbronze, Goldchinesen, Golddruckverfahren, Gold-Elfenbein-Standbilder, Goldemail, Goldene Legende, Goldene Pforte, Begegnung an der, Goldene Rose, Goldener Schnitt, Goldener Sporn, Goldenes Kalb, Goldenes Vlies.

Stichworte zu G: Goldfarbe, Goldfassung, Goldfiligranglas, Goldfirnis, Goldfloren, Goldglas, Goldgrund, Goldgulden, Goldkolorit, Goldkupfer, Goldmalerei, Goldpiqué, Goldprägung, Goldpressung, Goldreliefauflage, Goldrubinglas, Goldschlägerei, Goldschmied, Goldschmiedekunst, Goldschnitt, Goldspinnerei, Goldspitze, Goldtinktur, Goldton, Golgatha, Goller, Gollerkette, Gollermasche, Goltzius, Gombroon-ware, Gomorrha, Good King James's Gothic, Gordischer Knoten, Gorgo, Gorgoneion, Gorgonide, Goryt, Gothic Revival, Gotik, Gotische Schrift, Gotischer Knick, Gottesauge, Gotteshand.

Gericault, Theodore (M), geb. 1791 Rouen, gest. 1824 Paris. Schüler von Guerin, koloristisch sehr starker Maler vom Übergang zur [Romantik und zum Realismus.
Hauptwerk : „Das Floß der Medusa". Wichtig seine Pferdebilder <Rennen zu Epsom). G. wirkte bahnbrechend und stellt die unmittelbare Vorstufe zu Delacroix dar.

Gerini, Nl'colo (M), Maler der Florentiner Spätgotik, nachweisbar von 1368 bis 1415. Fresken in Pisa (S. Francesco 1382) und Prato <S. Francesco um 1390). Schüler des Taddeo Gaddl, Vater und Lehrer des Loren-z o G. (nachweisbar mit Altarbildern bis gegen 1450 in Florenz).

Gerino da Pistoja (M), tätig als Schüler und Nachahmer des Perugino in Eorjo San Sepolcro und Poggibonsi bis gegen 1530.

Geröme, Jean Leon (M), geb. 1824 Vesoul, gest. 1904 Paris. Schüler von Gleyre und Delaroche, der Hauptkünstler eines neuen Klassizismus, verbunden mit Realismus und archäologischer Treue in den Einzelheiten. Hauptwerke: „Hahnenkampf". „Zeitalter des Augu-stus", „Badende Phryne". Schuf ab 1884 auch farbige Plastiken.

Geselschap. Friedrich (M). geb. 1835 Wesel, gest. 1898 Rom. Schüler von Bendemann, romantischspätklassizistischer Historienmaler.
Hauptwerk : Die monumentalen Malereien in der Ruhmeshalle Berlin. Sein Vater Eduarde hat als Schadow-Schüler bürgerlichromantisches Genre gemalt.
Monogr. v. M. Jordan (Bielefeld 1906).

Gesichtsurne (Kg), vor- und frühgeschichtliche urnenartige Gefäße mit plastischen Gesichtsdarstellungen. Der Zweck ist vorwiegend symbolisch.
Gesims (A), aus der Mauer hervortretender, waagrechter,, mehr oder minder reich profilierter Streifen, dient zur Gliederung und zum Abschluß einer Wand. Varianten: Sockel, Gurtg. (trennt Stockwerke), Kranzg. schließt die Mauer nach oben ab. Auch um Türen und Fenster gibt es G.

Gesprengter Giebel (A>, ein Flach- oder Segmentgiebel (siehe diesen), der in der Mitte unterbrochen ist. Die Form entwickelt sieh seit der Spätrenaissance und ist besonders typisch für das Barock.
Gessi, Francesco (M), geb. 1588 Bologna, gest. 1649. Schüler und Gehilfe des G. Reni, tätig in Bologna, Rom, Neapel und Mantua. Religiöses und Mythologien in glatter Malerei.

Gessner, Salomon (M, Gr und Dichter),, geb. 1730 Zürich, gest. 1788 ebda. Seine Hauptbedeutung liegt in seinen köstlichen Ori-ginalradierungen und Buchillustrationen; schrieb als Dichter „Idyllen" Meister des Schweizer Rokoko.
Monogr. v. Woelfflin (1889) und P. F. Schmidt (München 1921).
Gestelzter Bogen (A), ein Rundoder Spitzbogen.dessen Schenkel geradlinig verlängert sind, siehe Bogen.

Getriebene Arbeit, siehe Treibarbeit.
Gewände (A), die schräg oder senkrecht gestellte Wanddicke eines Portales oder eines Fensters. Das G. des romanischen und gotischen Portales ist reich profiliert und oft auch ornamental und flgural geschmückt.

Gewölbe (A),
1. in der Baukunst, die aus irgend einer Bogenform, also stets konkav geformte und aus keilförmig geschnittenen Steinen gebildete Überdeckung eines Raumes. Außer Steinen können dafür auch verwendet werden: Ziegel. Beton (in Verbindung mit Eisenkonstruktion) und gebrannte Fliesen, auch Gußg. kommen vor.

Im Querschnitt sind beim G. folgende Former» möglich: a) Halbkreis, b) Kreissegment, c) Hufeisenbogen, d) Spitzbogen. Sonst unterscheidet man nach der waagrechten Projektion.

Stichworte zu G: Gotteslamm, Gottesmutter, Gottvater, Gouache, Grablegung Christi, Grabstele, Grabstichel, Graduale, Gräberpech, Graeco-ägyptische Kunst, Grän, Grafenkrone, Graffiato, Graffito, Graien, Grain, Grain de riz, Grainieren, Gral, Granat, Granatapfelmotiv, Granatengold, Grand Manner, Grand Tour, Grande manière, Grandeln, Graniereisen, Granos de trigos, Granulation, Grapen, Graphik - Grafik, Graphik-Design, Graphiker - Grafiker, Graphische Blätter, Graphische Druckverfahren, Graphitkeramik, Graphitstift, Grasser, Grat, Gratgewölbe, Grattage, Grattoir, Grau-in-grau-Malerei, GRAV, Graveur, Gravieren, Gravur, Grazie, Great Exhibition, Greek Revival, Gregor I. d. Gr., hl., Gregorianische Messen, Gregormeister, Gregorsmesse, Greif, Greifeneier, Greifenklaue, Greiftierstil.

Stichworte zu G: Gremiale, Grenzstreifen, Gretchen in der Küche, Griechische Kunst, Griechisches Grün, Griechisches Kreuz, Grießperle, Griffbügel, Griffelkunst, Griffknoten, Griffplatten, Griffschalen, Griffzunge, Grinsel, Grisaille, Gros point, Groschen, Große Mutter, Große Propheten, Großfeuerfarben, Groteske, Grottenwerk, Groupe de Recherche d'ArtVisuel (GRAV), Grubenemail, Grubenschmelz, Grübchenkeramik, Gründerjahre, Grüne Familie, Grünes Gewölbe, Grüngold, Grünspan, Grünstein, Grund, Grundfarben, Grundierung, Grundlinie, Gruppe der Elf, Gruppendarstellungen, Gruppo degli Otto, Gruppo dei Sette, Guaschmalerei, Guckkasten, Guckkastenbilder, Guéridon, Gürtel, Gürtel der Amazone.

Stichworte zu G: Gürtelspende, Gürteltasche, Gürtler, Gugel, Guilloche, Guillochieren, Guillotine, Gula, Gulden, Guldengroschen, Guldentaler, Guldiner, Gummi arabicum, Gurde, Guri, Gurtbogen, Gurtkrug, Guss, Guss à cire perdue, Guss nach der Natur, Gusseisen, Gusserker, Gussglas, Gussnaht, Gussstein, Gusstechnik, Gutachten, Gute Werke, Gutenberg, Guter Hirte, Gweichtel.

Tonnengewölbe: bestehend aus einem Halbkreis oder einem Kreissegmentzylinder, es kann durch Gurtbögen unterteilt sein in Joche (s. d.) oder in einem durchlaufen. Das Tonneng. wurde bereits bei Persern und Römern großartig und in mächtigen Ausmaßen ausgebildet und ist das eigentliche Gewölbe frühromanischer Kirchen.

Kreuzgewölbe: mit halbkreisförmigen, in der Gotik spitzbogigem Querschnitt, entsteht aus der im rechten Winkel erfolgenden Durchdringung zweier Tonnengewölbe; es entstehen daraus 4 sphärische Zwickel, die Kappen heißen, und deren Zusammenstoß die Grate bilden. Diese wiederum können durch steinerne Stäbe verschiedenster Form und Profilierung verstärkt werden (Hippen).

Kreuzrippeng. : Querschnitt wie bei b); die Grate von b) werden durch Rippen (s. d.) verstärkt, wodurch die Kappen an Gewicht entlastet werden können. Im Scheitelpunkt des b) und c) werden die Rippen durch den glatten oder ornamentierten Schlußstein zusammengehalten. (Zeit: Spätromanik und Gotik.)
S t e r n g. : die Rippen von c) werden zu sternförmigen Figuren kombiniert und beginnen ihre bisherige statische Bedeutung zu verlieren (Spätgotik).

Netzgewölbe: die Rippen wachsen zu einem dichten, nur mehr dekorativ wirksamen Netz zusammen, die Einteilung in einzelne G.-Joche ist verloren gegangen. (Späteste Gotik.) Eine besonders üppige Form von e), bei welchem die Rippen fächerartig angeordnet sind, heißt Fächer-G. (engl. Spätgotik).

Klostergewölbe: ein Tonnengewölbe, dessen sonst offene Schmalseiten sphärisch geschlossen sind, wobei alle vier sphärischen Flächen einen gemeinsamen Mittelpunkt haben (Barock). Läßt man die vier sphärischen Flächen nicht in einem Scheitelpunkt zusammenstoßen, sondern trennt man sie längs einer geraden Linie, so entsteht g) das Muldeng. (Renaissance und Barock.
h) Spie geig.: entsteht aus einem Kreuzg., dessen oberer Teil gekappt und durch eine waagrechte Fläche ersetzt ist oder wenn man die vier sphärischen Flächen eines Klosterg. nach oben an den Seiten eines Quadrates oder Rechteckes enden läßt. a) wird, wie schon erwähnt, meist durch breite Steinbänder (Gurten) in einzelne Teile (Joche) zerlegt, c) bis d) werden aneinandergereiht. Eine besondere Abteilung ist meist nicht nötig, da jedes Gewölbe der Art c) bis d) eine konstruktive und optische Einheit für sich bildet; f), g) und h) erhalten als Schmuck Stukkierung, Fresko oder beides kombiniert. 2. Räume mit gewölbter Decke, meistens unterirdisch gelegen.

Ghlslandi, Vlttore Fra (M), geb. 1655 Bergamo, gest. 1743 ebda. Beachtenswerter Btldnismaler des lombardlsohen Spätbarocks.
Ghisolfi, Giovanni (M), geb. um 1623 Mailand, gest. 1680 ebda. Schüler- und Nachahmer d. Salv. Rosa, Ruinen., Seebilder. Früh erblindet.
Giacometti» Alberto (B), geb. 1901 Stampa (Tessin). Lebt als Vertreter surrealistischer Plastik in Paris.

Giambono, Michele (M), tätig in Venedig bis gegen 1460 unter dem starken Einfluß des G. da Fabriano und des Pisanello. Mosaiken in S. Marco, Venedig.
Glampetrino (Giov. Pietro Rizzi) (M), Lebensdaten unbekannt. Angeblich seit 1508 Schüler des Lionardo, tätig 1520 in Pavia, bis 1530 in Mailand. Maler aus dem Schülerkreis des Lionardo, dessen Helldunkel er ziemlich äußerlich übernahm.



           
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