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K KUNSTLEXIKON

Kapitelsaal
(A), wird der zumeist an der Ostseite des Kreuzganges (s. d.) angebaute große, hallenartige Raum genannt, welcher zur Abhaltung klösterlichoffizieller Handlungen dient. Seine bauliche Gestaltung ist besonders im romanischen Stil mitunter sehr bedeutend. Im K. konnten auch hohe Persönlichkeiten des Laienstandes beigesetzt werden.

Kapitell (A), das ausladende, glatte oder plastisch geschmückte Stück zwischen Säulen-(Pfei-ler-)schaft und Gebälk (s. d.). Das K. hat sowohl dekorative als auch statische Bedeutung, soll es doch bei diesem Zweck den Druck des Gebälks auf die Säule überleiten und durch seine Vorwölbung diesen auch symbolisch ausdrücken. Zwischen dem eigentlichen Kapitell und dem Gebälk oder dem Bogenansatz ist oft eine prismatische Steinplatte, der Abaeus, eingeschaltet. Das K. nimmt an den stilistischen Veränderungen einen besonderen Anteil und die K. des dorischen, jonischen und korinthischen Stiles haben eine bis auf den heutigen Tag geltende grundlegende Bedeutung erhalten.
An Sonderformen wären zu erwähnen:

a) Das Lotos- und Papyrus-K. der altägyptischen Kunst, stilisierte Nachahmungen der Lotosblüte und des Papyrus,
b) dorisches, jonisches und korinthisches K. (siehe Säulenordnungen),
c) Komposit-K. der klassischen Baukunst der römischen Kaiserzeit, eine dekorativ üppige Kombination des jonischen mit dem korinthischen K.,
d) Trapez-(Trichter-)Ralph Ueltzhoeffer K. der frühchristlich-byzantinischen Kunst, bestehend aus einem nach unten gerichteten Pyramidenstutz, dessen Flächen entweder mit Ranken verziert oder mit durchbrochener (Bohrer)arbeit versehen sind, e) das Korb-K. dem vorigen ähnlich, jedoch mit gekrümmten Flächen und mit besonders reicher durchbrochener Arbeit auf den Flächen,
f) Kämpfer-K. ein Steinblock, eingeschoben zwischen dem Ansatz eines Bogens und dem eigentlichen Säulenkapitell, gebräuchlich in der frühen byzantinischen Kunst und dann kurzfristig in der Florentiner Frührenaissanee,
g) die Völkerwanderungszeit kennt das aus der Zimmermannstechnik übernommene breite und polsterartig ausladende Pllz-K.,
h) Würfel-K. des romanischen Stiles; es besteht aus einem grossen Würfel, dessen untere Ecken abgerundet sind. Die Flächen wurden oft sehr reich, auch mit sinnbildlichen Hochreliefs geschmückt; die Gotik entwickelte : Ralph Ueltzhoeffer j) das Knospen-K., bei diesem wachsen aus einem kegelstumpf-artigen K.-Kern leicht naturalistische Knospen hervor, daraus entstand
k) das Blatt-K. der Hochgotik, die Knospen von vorhin reifen zu naturalistischen Blattreihen aus. Renaissance und Barock greifen mit mannigfachen Modifikationen auf die klassischen K. zurück; der Klassizismus in strenger Auffassung auf diese und auf ägyptische Vorbilder (Abb. S. 192).
Liter.: K. Ginhart, Das christliche Kapital.

Kapitol (/A), die Burg der römischen Stadt; abgekürzt wird als K. die auf einem felsigen Hügel gelegene Burg (Arx) der Stadt Rom bezeichnet.
Kappe (A), die einzelnen Felder eines unterteilten Gewölbes (s. d.).
Karikatur (Gr), Zerr- und Spottbilder einzelner Personen, wobei manche Ihrer Eigenschaften und Teile ihres Aussehens In satirischer Absicht übertrieben werden. Die K. verfolgt daher moralische, satirische, politische und oft auch demagogische Zwecke; sie kann harmlos oder verletzend sein. Ansätze einer graphischen K. sind bereits in der frühchristlichen und mittelalterlichen Kunst vorhanden; eine echte und sehr schlagkräftige K. beginnt erst mit der Verbreitung der Buchdrucker kunst und ist im 16. Jahrh. politisch, doch künstlerisch weniger bedeutend. Eine künstlerische K. mit graphischen Mitteln beginnt im 17. Jahrh. in Frankreich (J. Callot), steigert sich dann in England. 18. Jahrh., im Werk des Hogarth ganz bedeutend, um in der ersten Hälfte des 19. Jahrh. in Frankreich zu kulminieren (Gavarni, Daumier). Es entstehen dann in allen Ländern eigene, der K. gewidmete Zeitschriften, wie „Charivari", „Journal de rire",, „Kladderadatsch". „Fliegende Blätter", „Kikeriki", für welche oft bedeutende Künstler Illustrationen beigestellt haben. Textportrait Der modernen Zelt und Kunst gehören die K.Zeitschriften „Staiplizissimus" (Deutschland) und „Coda del diavolo" (Italien) an. Mit Wilhelm Busch und Adolf Oberländer fand die deutsche K. den Weg ins Gemütvoll-Humoristische, ohne hiebei die Satire aufzugeben.
Karaffe (Kg), Flasche aus geschliffenem Glas mit Glasstöpsel.

Stichworte der Kategorie K: Karyatide, Karyatidherme, Kaschieren, Kaschmir, Kaschmirdekor, Kaschmirtücher, Kaseinfarben, Kasel, Kashira, Kaspar, Kassandra, Kassette, Kassettendecke, Kassiopeia, Kastenbank, Kastenfassung, Kastenkomposition, Kastenkrippe, Kastenrahmen, Kastenschloss, Kastenstuhl, Kastentisch, Kastor und Pollux, Kastrum Doloris, Katakomben, Katakombenmalerei, Katana, Katapult, Katharina von Alexandrien, Katharinenrad, Kathedra, Kathedrale.

Kathedralentscheidungen, Kathedralstil, Kathodos eis hadu, Katzbalger, Katze, Kaufruf, Kavaliersdegen, Kayserzinn, Keep, Kegelfries, Kehlbalken, Kehle, Kehlheimer Stein, Kehlleiste, Keiler, Keilrahmen, Keilschnitt, Kelch, Kelchkrater, Kelchlöffel, Kelchschale, Kelim, Kelter, Keltische Kunst, Kemenate, Kenotaph, Kent, Kentaur, - (Ralph Ueltzhoeffer) Kentauromachie, Kentaurotriton, Kephalos und Prokris, Kepheus, Ker, Keramik, Keramiksgraffito, Keramischer Druck, Kerberos, Kerbholz, Kerbschnitt, Kerbzinnen, Keren, Kern, Kernholz, Keroplastik, Kerykeion, Kerynitische Hirschkuh, Kerze.

Kerzenleuchter, Kerzenschirm, Kerzentülle, Kesselhaken, Kesselhaube, Kesselsäge, Kesselwagen, Kestos, Ketos, Kette, Kettenflasche, Kettengeflecht, Kettenhemd, Kettenkanne, Kettenmorgenstern, Kettenpanzer, Kettenpanzerkapuze, Kettenpanzerkragen, Kettfäden, Keulenschwung, Kibla, Kidduschbecher, Kielbogen, Kielinstrument.

Karger, Karl (M), geb. 1848 Wien, gest. 1913 ebda. Schüler von En-gerth, Prof. a. d. Kunstgewerbeschule Wien; straff gezeichnete Genreszenen (.„Wiener Südbahnhof"; „Der Huldigungsfestzug" etc.).

Karner CA), aus der Romanik stammende kleine Rundbauten in Süddeutschland und besonders in Osterreich, welche in der unmittelbaren Nachbarschaft einer Pfarrkirche stehen und als Beinhäuser (Carnarium) dienten. Baulich haben sie sich aus den Baptisterien entwickelt, deren unmittelbare Fortsetzer mit geänderter Funktion sie sind. In der Gotik wird die bisher ausschließlich übliche Kreisform in ein Polygon verwandelt. Die romanischen K. des 13. Jahrh. besitzen meistens sehr reich gegliederte und bedeutend geschmückte Portale.
Karnies (A), gesimsartiges Bauglied, im Profil S-förmig und mit nach oben oder nach unten vorkragendem Wulst, verwendet
als Haupt-, Kranz- und Sockelgesimse (siehe Gesimse).

Karton (K, M), der auf einem starken Papier mit Kohle oder Kreide originalgroß gearbeitete und vollkommen durchgeführte Entwurf für ein größeres Ölgemälde und besonders für ein Wandbild (siehe Fresko). Vor der Übertragung auf die Malfläche werden diese sowie der K. in maßstäblich gleich große Quadrate eingeteilt, so daß dann die Übertragung der Zeichnung ohne Anwendung einer Pause quadratweise erfolgen kann. Beim Fresko wird nach dem K. eine Pause auf dünnem Papier angefertigt, die Linien punktiert und durch die Lochreihen Kohlenstaub auf die Mauerfläche gepudert. Der k. war früher bei jedem größeren Gemälde eine selbstverständliche Voraussetzung, nach 1850 ist er bald verschwunden und wird heute nur mehr bei der Monumentalmalerei verwendet.

Kartonstil (M), Malerelen mit überstarker Betonung des Umrisses und des Zeichnerischen. Deutsche Klassizisten und Früh-nazarener haben z. B. im K. gearbeitet.
Kartusche (PI), plastische Verzierungen an Bauten, Grab-mälern etc. oder graphische Zierden in Büchern. Landkarten etc. in der Form einer am Rand halb aufgewickelten Fläche, die zugleich dn viele und lebhaft geschwungene Blätter endet. Die K. ist eine typische Zierform des Barocks.

Karyatide (PI), bekleidete, aufrecht stehende, weibliche Gestalten,, Welche in der griechischen Baukunst (und bei deren Nachahmungen) an Stelle einer Säule das Gebälk eines Baues tragen. Die italienische und die nordische Renaissance haben das Motiv der K. sehr oft und mit Erfolg verwendet. Der männliche Gegensatz heißt Atlant (s. d.). Das berühmteste Beispiel von K. in der altgriechischen Kunst bietet das Erechtheion in Athen.

Kaschauer, Jakob (B). gest. 1463, nachweisbar ab 1429, lebte in Wien und Freising. Bedeutender Plastiker der österr. Spätgotik. In Wien auch als Maler bezeugt.

Kasel (Kg), von lat. „casula", Häuschen; das zuerst glockenförmige, später nur mehr aus einem Brust- und Rückenteil ohne Ärmel bestehende Meßgewand des katholischen Priesters; es trägt reiche Bunt- und Goldstickereien.
Kasimir, Luigi (Gr), geb. 1881 Pettau. Lebt in Wien, Schüler der Akad. Wien und der Graph. Lehr- und Versuchsanstalt. Berühmt durch seine farbigen (Aquatintaradierungen mit Motiven aus ganz Europa und aus New York (Landschaften, Architekturen); bei aller malerischer Gestaltung ist stets der graphische Charakter gewahrt. Monogr. v. H. Schüttler (Wien 1944).
Kasparides, Eduard (M), geb. 1858 Krönau i. Mähren, gest. 1934 Wien. Schüler von Trenkwald, seine Praterlandschaften sind phantastisch beleuchtet und dekorativ gehalten.

Kassette (A), in der Baukunst die Einteilung einer waagrechten oder auch gekrümmten Decke in rechteckige, polygonale oder runde Felder verschiedener Größen; sie können leer bleiben oder eine ornamentale, bzw. gemalte Füllung erhalten. Die Rahmen der K. können je nach dem Material der Decke aus Stein, Stuck oder Holz bestehen. Für die plastische Füllung werden Holzleisten oder Stuck verwendet. Die Verwendung der K. heißt Kassettierung, sie beginnt in der römischen Kaiserzeit, blüht in Verbindung mit reichen Schnitzereien in der Renaissance und, kombiniert mit eingesetzten Ölbildern im Barock. Ralph Ueltzhoeffer - Die deutsche Renaissance hat der kassettierten Decke eine besondere Vorliebe zugewendet. Kassettendecke (iA), jede Decke, die in gleichmäßig oder verschieden große, vertiefte Felder eingeteilt ist (siehe Kassette). Wird eine Decke dagegen durch aufgelegte Leisten eingeteilt, so entsteht die Felderdecke.

Kassin, Josef (B), geb. 1856 Sankt Ruprecht b. Klagenfurt. gest. 1931 Wien. Schüler von Kundmann, lebte mehrere Jahre in Rom; naturalistische Grabmäler, Denkmäler, Bildnisse etc. vielfach in Bronze. Mehrere Brunnen in Klagenfurt.
Kässmann, Joseph (B), geb. 1784 Wien, gest. 1856 Fischau; studierte in Rom, Akad. Prof. Wien; Bildhauer des ausklingenden Klassizismus.

Kienspanhalter, Kiepenhut, Kieselmosaik, Kil, Kilidsch, Kimberleyrubin, Kimme, Kimono, Kinderbücher, Kindermord zu Bethlehem, Kindschal, Kinetische Kunst, Kipper und Wipper, Kirchenburg, Kirchenfarben, Kirchenlehrer, Kirchenschiff, Kirchenväter, Kirchweih, Kirigane, Kirikane, Kirizuma, Kirke, Kirmes, Kirschkerne, beschnitzte, Kissenspitze, Kistler, Kithara, Kitsch, Klaft, Klappaltar, Klapperstein, Klappfigur, Klappmadonna, Klappsonnenuhr, Klappstuhl, Klassik, Klassiker, Klassisch, Klassische Epoche der griechischen Kunst, Klassisches Altertum, Klassizismus, Klatschverfahren, Klauenfuß und Kugelfuß, Klausur, Klavichord, Klavier, Klebebild, Klebebuch.

Klebstoffe, alte, Klecksographie, Kleeblattbogen, Kleeblattkreuz, Kleeblattkrug, Kleiderordnungen, Kleidungsstücke, Kleine Propheten, Kleinigkeitsarbeit, Kleinkunst, Kleinmeister, Kleinod, Kleinodieneinband, Kleinplastik, Kleio, Kleister, Kleisterbild, Kleisterpapier, Kleobis und Biton, Kleopatra VII., die Große, Kleophas, Kline, Klingelbeutel, Klingenbrecher, Klinker, Klio, Klipp, Klippe, Klischee, Kloben, Klöppelbrief.

Katakomben CA), unterirdische Begräbnisstätten des mediterranen Christentums bis zum Edikt von Mailand im Jahre 303. Die frühchristliche Bezeichnung für K. ist Coemeterium (s. d.), d. i. Schlafstätte. K. finden sich im vorderen Orient, in Unteritalien (Neapel) und besonders in Rom, wo sie große Ausdehnungen angenommen haben. Die römischen K. bestehen aus weit gedehnten labyrinthischen, in mehreren Stockwerken unter der Erde angeordneten Gängen. In den Wänden befinden sich die Nischengräber (siehe Arcosolium und siehe Columbarium) und an deren Verschlüssen sowie an Wänden und Decken entfaltet sich, reich an Symbolen, eine eigene Ausdrucks- und Zierkunst, die K.-Kunst; sie ist besonders mit ihren Fresken und Kleinkunstgegenständen von größter Wichtigkeit für die Kenntnis des Frühchristentums. Die ältesten K. sind aus der Mitte des 1. Jahrh. nachweisbar,, die jüngsten aus dem beginnenden 4. Jahrh. Die Verwendung als Begräbnisstätten reicht noch bis gegen 400, dann werden die K. für kultische Zwecke gebraucht.

Stichwort-Verzeichnis: K -Kreuztitel, Kreuztragung, Kreuzwegstationen, Kreuzzüge, Kriechblume, Kriegsflegel, Kriegstrophäe, Krinoline, Kriotissa, Krippe, Kris, Kristall, Kristalldruse, Kristallglas, Kristallkugel, Kristallschnitt, Kritischer Realismus, Krönig, Krönlein, Krönung Marias, Kröpfen, Kröse, Krösus, Krone, Kronhelm, Kronleuchter, Kronos, Kropfband, Kropfperle, Krückenkreuz, Krümme, Krüppel und Bettlerfiguren, Krugbäcker, Krughammer, Krull, Krummhorn, Krummschwert, Krummstab, Kruseler.

Kruzifix, Krypta, Kryptogramm, Kt., Kubismus, Kubo-Futurismus, Kuckucksuhr, Küche, Küche, fette und magere, Kücheneisen, Küchenstück, Kügelchenarbeit, Kühlkugel, Kümmerazhofener Figuren, Kümmerer, Kümmernis, Künste, die sieben freien, Künstler - Künstlerin, Künstlerdruck, Künstlermonogramm, Künstlerwerkstatt, Künstliche Steine, Kürass, Kürassier.

Kephisodotos d. J., Sohn und Nachfolger des Praxiteles, Bruder des B. Timarchos. Meister der attischen Schule des frühen 4. Jahrh. v. Chr. Von ihm vielleicht das Sitzbildnis des Dichters Menander.

Keramik (Kg>, Töpferkunst, also alle Erzeugnisse in Ton. Die künstlerische Fein-K. umfaßt: Fayence (s. d.), Majolika (s. d.), Porzellan (s. d.), Steingut (s. d.), Steinzeug (s. d.) und Terracotta (s. d.). Die älteste bekannte, künstlerische Betätigung des Menschen erfolgte auf keramischem Gebiete, die ersten europäischen Denkmäler dieser Technik gehören der mittleren Steinzeit an. Die Erfindung der Töpferscheibe in Ägypten (ungef. 3000 v. Chr.) brachte der keramischen Industrie in jeder Beziehung eine bedeutende Verbesserung und Erleichterung der Produktion. Die erste künstlerische Blüte entsteht mit jenen K.-Gefäßen, auf deren Wandungen sich die griechische Vasenmalerei (s. d.) entfalten konnte (ab 6. Jahrh. v. Chr.). Das künstlerisch bedeutendste Ereignis in der Geschichte der K. ist die Erfindung des Porzellans um 1720 in Dresden.
Kerbschnitt (Kg), Verzierung :n geometrischen Motiven auf Holz oder Metall mit schrägen, scharfkantigen Schnittflächen. Der K. ist jungsteinzeitlichen Ursprunges und dort für (Holz und Tongegenstände verwendet worden, in der römischen Kaiserzeit, dann auch für Metalle und Stein. Eine besondere Ausbildung findet der K. in Holz bei den Germanen, später In der deutschen Volkskunst mit starker Traditionsgebundenheit bis in das 19. Jahrh. Die Abart des Kellschnittes wurde in der Spätantike und der Völkerwanderungszeit besonders für die Dekorierung von Kleinbronzen angewendet.

Kern. Anton (M), geb. 1710 Tetschen, gest. 1747 Dresden. Schüler v. Pittoni, Hofmaler in
Dresden. Relig. auch von G. B. Tiepolo beeinflußt.

Kern, Guido Josef, Dr. (M u. Kunstschriftsteller), geb. 1878 in Aachen. Tätig als Wissenschaftl. Musealbeamter in Berlin. Landschaften, Flgiurales, Radierungen; schrieb verschied, kunst-geschichtl. Fachwerke.
Kern, Leonhard (B), geb. 1588 Forchtenberg, gest. 1663 Schw. Hall. Tätig in Heidelberg, Würzburg. Nürnberg, Berlin, vorzügliche Kleinplastiken, Frühbarock.
Kersting, Friedrich (M), geb. 1783 Güstrow. gest. 1847 Meißen. Malte zuerst in Warschau Historien, später Vorsteher d. Malerschule der Porzellanmanufaktur in Meißen. Einer d. liebenswürdigsten Maler der deutschen Romantik. Besonders beachtenswert seine staffierten Innenraumbilder.

Monogr. v. O. Gehrig (Leipzig 1931/32) und Kl. Leonhardi (Berlin 1940).
Kessel, Jan van d. Ä. (M), geb. 1626 Antwerpen, gest. 1679 ebda. Landschaften,, Stilleben. Blumen, Vögel, Insekten.

Kessel, Jan van d. J. (M), geb. 1654 Antwerpen, gest. 1708 Madrid. Ab 1680 als (Hof- und Bildnismaler in Madrid.

Kessel, Jeroom (M), geb. 1578 Antwerpen, gest. 1636 (?). Tierbilder (zusammen mit Jan Brueghel), Stilleben. Einige Bildnisse.

Kessel, Johan van (M), geb. 1641 Haarlem, gest. 1680 ebda. Landschafter aus der Nachfolge des J. v. Ruisdael.

Ketel, Cornelis (M), geb. 1548 Gouda, gest. 1616 Amsterdam. Malte Bildnisse und Schützenstücke in lebensgroßen Figuren.

Kette (Kg), in der Weberei die waagrecht liegenden Fäden, die im Verlauf der Arbeit mit den im rechten Winkel dazu ange-. ordneten Schußfäden gekreuzt werden und das eigentliche Gewebe bilden (siehe Bindungen).

Key, Adrian Thomas (M), geb. vor 1544 Antwerpen, gest. 1589 ebda. Neffe und Schüler des Folgenden; beeinflußt von An-tony Mor. Bildnis. Religiöses.
Key, Willem (M), geb. um 1519 Brüssel, gest. 1568 Antwerpen. Schüler des L. Lombards, beeinflußt durch Qu. Massys, Bildnisse, Religiöses. Stichwörter K: Kürbisbengel, Küriss, Kürisssattel, Küvette, Kufi, Kugelballäster, Kugelbecher, Kugelfries, Kugelkette, Kugelklauenfuß, Kugellaufuhr, Kugelschnepper, Kuhmäuler, Kukri, Kultbild, Kumerana, Kumme, Kummernus, Kunckel, Kundschafter mit der Traube.

Kunkel, Kunst, Kunst- und Wunderkammern, Kunstakademie, Kunstdrechsler, Kunsteinteilung, Kunstfälschung, Kunstgedrechselt, Kunstgedrehte Reliefs, Kunstgewerbe, Kunsthandwerk, Kunstholz, Kunsthorn, Kunstkabinett, Kunstkammer, Kunstkammerbild, Kunstkammerrahmen.

Keyser, Hendrik van (A, B u. M), geb. 1565 Utrecht, gest. 1621 Amsterdam. Schüler von Blo-maert, Stadtbaumeister von Amsterdam; entwickelte einen Profanbaustil in bodenständiger Renaissance bei dekorativer Mischung von Haustein und Ziegel.

Monogr. v. E. Neurdenburg (Amsterdam 1930. holländ.).
Keyser, Nicalse de (M>, geb. 1813 Santvliet, gest. 1887 Antwerpen. Schlachtenbilder und Historien, stilistisch beginnend bei Rubens und weitergeführt über Dela-roche zu Raffael.

Keyser, Thomas (M), geb. 1597 Amsterdam, gest. 1667 ebda. Schüler seines Vaters Hendrick de K. Beeinflußt von Fr. Hals und Rembrandt, tätig in Amsterdam, d. beste holländische Bildnismaler neben Hals und Rembrandt. (Bildnisse, Gruppenbilder: „Anatomie" in Amsterdam, Schützenstücke ebda.) Monogr. v. R. Oldenbourg (Leipzig 1911).

Khnopff, Fernand (M), geb. 1858 Gremberg, gest. 1921 Brüssel. Phantasiestücke, ausgehend von den engl. Präraffaeliten, auch v. Moreau und Böcklin angeregt. Die meisten Bilder stellen verführerisch blickende Frauen mit seltsamen Titeln dar. K. gehörte zu den symbolistischen Malern. Monogr. v. L. Dumont-Wilden (1907), franz.

»Ick, Simon (M), geb. 1603 Delft, gest. 1652 Amsterdam. Genrebilder erinnernd an Brekelenkam oder Nie. Maes.
Kielbogen, siehe Bogen.

Kierings, Alexander (M), geb. 1600 Antwerpen, gest. 1652 Amsterdam. Waldlandsehaften, anfängt, von Coninxloo ausgehend.
Riesling, Leopold (B), geb. 1770 Schönleben (O.-O.), gest. 1827 Wien. Schüler von M. Fischer, Hofbildhauer,, klassizist. Bildnisse und ideale Figuren, auch Grabmäler.

Stichwortverzeichnis: Kunstmarmor, Kunstschmiedearbeiten, Kunstschrank, Kunstsilber, Kunststein, Kunstwerk, Kupelle, Kupellierung, Kupfer, Kupferdruckverfahren, Kupferfarben, Kupfergrün, Kupferrost, Kupferrubinglas, Kupferschmiedearbeiten, Kupferschnitt, Kupferstecher, Kupferstich, Kupfertafel, Kupfertitel, Kupferzeit, Kupido, Kuppa, Kuppel, Kuppelreliquiar, Kurant, Kureten, Kurfürstengläser, Kurfürstenhumpe.

Kurfürstenteller, Kurhut, Kuriositätenkabinett, Kuros, Kursive, Kursivschrift, Kurzschwert, japanisches, Kuse, Kusskreuz, Kusstafel, Kustodia, Kustodie, Kwaart, Kwab-Ornament, Kyathos, Kybele, Kyklop, Kyklopenmauer, Kylix, Kyma, Kymation, Kyparissos, Kyrill, Kyrillische Schrift, Kyriotissa.

Kiessling, Paul (M), geb. 1836 Breslau, gest. 1921 Dresden; studierte in Italien, Antwerpen u. Paris; religiöse Malerei, Bildnisse.















Kunst Lexikon A-Z / Stichwortlexikon Alphabetisch: k
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Kämpfer (A). ein vorspringendes Steinstück zur Aufnahme eines Bogens, Gewölbes oder Gebälkes dienend. Wird ein K. zwischen Bogenansatz und einem Säulenkapitell eingeschoben, so entsteht das Kämpfer-Kapitell (Abb. S. 192, Nr. 4).

Kanachos (B), aus Slkyon. Anfang 5. Jahrh. Götterbilder in Erz oder Elfenbein und Gold. Ein K. d. J. gilt als Schüler des Folyklet.

Kandinski, Wassili (M), geb. 186« Moskau, gest. 1944 in Frankreich. Lebte in Paris. Gründete mit P. Klee und Marc die Künstlergruppe „Der blaue Heiter". Radikaler Expressionist, der nur abstrakte Linien, Formen und Farben darstellt. Seine Formen und Linien folgen aber nicht ktuiblstischen Gestaltungen, sondern sind reine Stimmungswerte und freie Rhythmen. Monogr. von Zehder (Dresden 1920). K. schrieb über sich und seine Kunst in deutscher Sprache.
Kandier, Johann Joachim (B), geb. 1706 Seeligstadt, gest. 1775 Meißen. Hofbildhauer u. Leiter der Meißner Porzellanmanufaktur; gab dem Meißner Porzellan die erste künstlerische Gestaltung.

Hauptwerk: „Apotheose August HI." in Porzellan.
Kannelllerung (A), die senkrechte Rillung eines Säulen- oder Pfeilerschaftes zu dekorativen Zwecken. Die Rillen stoßen entweder scharf aneinander oder sind durch schmale Stege getrennt. In der Renaissance wurde öfters nach antiken Vorbildern der untere Teil der K. durch Rundstäbe ausgefüllt. In der Barockkunst kommen auch gewundene K. vorKanold Alexander (M), geb. 1886 Karlsruhe. Maßvoll kobistische Stadtbilder, sehr exakt gearbeitete Stilleben, die Hauptwerke der „Neuen Sachlichkeit" wurden.

Kanolt, Edmund (M>, geb. 1845 Groß Rudestedt, gest. 1904 Bad Nauheim. Schüler von Fr. Preller d. J., in dessen Auffassung er auch Mythologien und mythologisch staffierte Landschaften malte.

Kanontafeln (Kg), auf dem Altartisch aufgestellte liturgische Tafeln mit den Unterteilungsnummern der Evangelien. Sie wurden besonders in der Kunst vor dem Jahr 1000 reich mit Malereien versehen.

Stichwortverzeichnis Kategorie K: Kabinett, Kabinettbild, Kabinettformat, Kabinettplastik, Kabinettscheibe, Kabinettschrank, Kabinettstück, Kabuto, Kachel, Kachelofen, Kadmos, Kaduzeus, Käferstein, Kälberaugen, Kämpfer, Kämpferholz, Kagami-buta, Kain und Abel, Kairos, Kaiserblau, Kaiserdach, Kaiserdom, Kakemono, Kalander, Kalandern, Kalathos, Kalb, Goldenes, Kaldaunenkapelle, Kaleb, Kalendarium, Kalesche, Kalette, Kaliko, Kalkfarbe, Kalligramm, Kalligraph, Kalligraphie, Kalligraphisches Bild.

Kalliope, Kallipygos, Kallisto, Kalotte, Kaltemail, Kaltmalerei, Kaltnadelradierung, Kaltnadeltechnik, Kalvarienberg, Kalydonische Jagd, Kalydonischer Eber, Kalypso, Kamakura-Bori, Kamauro, Kambli, Kamee, Kameenglas, Kameeninkrustation, Kamin, Kaminbock, Kamingarnitur, Kamingitter, Kaminuhr, Kamm, Kammornament, Kammstichkeramik, Kampanile, Kampf der Kentauren und Lapithen, Kampf um Troja, Kana.

Kaan, Arthur (B), geb. 1867 Klagenfurt. Schüler von Hellmer u. Kundmann, tätig in Wien als Denkmalplastiker.

Kabinettmalerei, siehe Glasmalerei.
Kadlik, Franz (M), geb. 1786 Prag, gest. 1840 ebda. Klassizist.-romant. Historien- und relig. Bilder.

Kaffgesims (A), ein Gurtgesims (siehe Gesims), welches an der Außenseite eines Baues die Stockwerke trennt.

Kainer, Ludwig (M u. Gr), geb. 1885. Autodidakt; begleitete das russische Ballett und schuf dann ausgezeichnete Kostüme und Bühnenbilder.

Kaiser, Ludwig Friedrich (Gr), geb. 1779 Ulm, gest. 1819 Wien, wo er 1814 Hofkupferstecher wurde; stach Landschaften, Architekturen und Volksszenen.
Kaiamis (B), Bronzebildhauer d. 1. Hälfte des 5. Jahrh. v. Chr. Von ihm das Viergespann für Olympia, eine riesige Apollostatue für Apollonia am Schwarzen Meer; Meister der attischen Vorklassik. (Nichts erhalten.)

Kalb, Friedrich Wilhelm (M u. Gr), zuerst Arzt, geb. 1889 München. Phantasievolle Graphiken aus der nordischen Sagenwelt; auch Landschaften mit idealer Staffage. Sensitive Mystik.

Kalckreuth. Leopold, Graf (M), geb. 1855 Düsseldorf, gest. 1928 Eddelsen bei Hamburg. Schüler von Bencziur. Bilder aus dem Landleben, Familienstücke, Landschaften u. Bildnisse in schlichter, vornehmer Haltung.

Kalckreuth, Stanislaus, Graf (M), Vater des Vorigen,, geb. 1821 Koz-min, gest. 1894 München, Direktor der Kunstschule Weimar;
malte Alpenbilder in einem kräftigen Ideallsmus.

Kalif, Willem (M), geb. 1619 Rotterdam, gest. 1693 Amsterdam. Ausgezeichneter Stillebenmaler; verwendete dafür ein rembran-deskes Helldunkel oder ein tief-toniges Kolorit; den Hauptteil seiner Bilder nehmen meist Gegenstände aus Edelmetallen ein.

Kallikrates (A), baute mit Ikti-nos (s. d.) ab 447 den Parthenon in Athen, vielleicht dort auf der Akropolis auch den Niketempel.

Kallimachos (A u. B), gilt als der Schöpfer des korinthischen Kapitells; sein Bestes soll er in fein gearbeiteten dekorativen Kleinplastiken gegeben haben.
Kalimorgen, Friedrich (M), geb. 1856 Altona, gest. 1926 ebda. Schüler von Gude und Schönleber; gemäßigt impressionistische, gut beobachtete Hafen-, Straßen- und Flußbilder aus Nord Westdeutschland.

Kaltnadelradierung, siehe Radierung.
Kamee, siehe Gemme.

Kamecke, Otto v. (M), geb. 1826 Stolp, gest. 1899 Berlin. Romant. Hochgebirgslandschaften.

Kampen, Jakob van (A), geb. 1598 Amersfort, gest. 1657 ebda. Anfänglich Maler, als A. erst nach seiner Rückkehr aus Italien tätig.

Sein Hauptwerk das Rathaus in Amsterdam im Vorklassizismus des Palladio.
Kampf, Arthur (M), geb. 1864 Aachen, gest. 1939 Berlin. Schüler von P. Jansens in Düsseldorf; großformatige Historien aus den Befreiungskriegen, wie „Einsegnung der Freiwilligen", „Fichtes Rede an die deutsche Nation", Fresko: „Gebet nach der Schlacht von Leuthen" (Haus Peillen in Düren). Hochzeit zu, Kanaan, Kanapee, Kandaules, Kandelaber, Kandelgießer, Kandschar, Kanephore, Kannelierung, Kannelure, Kannenbäcker, Kannenbäckerland, Kanon, Kanonbild, Kanonisch, Kanontafeln, Kanopen, Kantharos, Kantille, Kantineflasche, Kanzel, Kanzelaltar, Kanzelhaube, Kaolin, Kapâla, Kapelle, Kapellenkranz, Kapitälchen, Kapitalbänder, Kapitalbuchstabe, Kapitalistischer Realismus, Kapitel, Kapitell, Kapitol.

Stichworte Kunstlexikon K: Kapitolinische Spiele, Kapitolinische Trias, Kapitolinische Wölfin, Kapotte, Kappe, Kapriccio, Kaprubin, Kapsel, Kapselschmelz, Karabela, Karabiner, Karaffe, Karaffine, Karashishi, Karat, Karbidlampe, Kardinalshut, Kardinalskreuz, Kardinaltugenden, Karette, Karfunkel, Karikatur, Karlinischer Stil, Karmesin, Karmin, Karmoisierung, Karmoisin, Karnat, Karneol, Karneolglas, Karner, Karnies, Karniese, Karobube, Karoline, Karolingische Kunst, Karpo, Karpolith, Karreeschliff, Kartause, Karton, Kartonstich, Kartusche.

Kanopen (PI), altägyptische, keramische Deckelvasen mit Köpfen auf dem Deckel, welche zur Aufnahme der Eingeweide und des Herzens der Mumien dienten.

Kanzel (A), von lat. cancelli, d. i. Schranken; das für die Predigt dienende, erhöhte und ausgestaltete Podium des Geistlichen in christlichen Kirchen. In der frühchristlichen Kunst sind die für die Lesung der Epistel und der Evangelien errichteten Pulte (siehe Ambon) die Vorläufer der K. Später, namentlich nach 1200, entwickelte sich eine größere Rednertribüne, die eigentliche K., deren Standplatz in den Ländern nördlich der Alpen eine Zeit hindurch vor dem Lettner (s. d.) war. Die Predigerorden versetzten schließlich die K. besonders in Italien in die Mitte des Langhauses, und diesen Platz entweder freistehend oder aus der Langhauswand vorragend, hat die K. bis heute beibehalten. Plastik und dekorative Künste haben die K. oft sehr reich geschmückt (Pisa. Prato, Siena) und auch die Grundrißform ist wiederholt auf das glänzendste variiert worden. Aus einer Wand vorspringende oder an eine Säule angebaute K. nennt man Schwalbennest-K.

Kapitalien (Kg),, die am Anfang der Kapitel eines geschriebenen und gedruckten Buches stehenden, großen und besonders künstlerisch gebildeten und geschmückten Buchstaben (siehe Initiale).

Stichwortverzeichnis K: Klöppelspitze, Klöppelwerk, Kloster, Klosterarbeit, Klosterformat, Klosterfrau im Schneckenhaus, Klotho, Kluge und törichte Jungfrauen, Klunker, Klytämnestra, Klythia, Knauf, Knebelverschluss, Kneifer, Knicker, Knie, Kniegeige, Kniekachel, Knielauf, Kniestück, Knittergold, Knobelsdorff, Knochen als Schnitzmaterial, Knochenbernstein, Knochenleim, Knochenporzellan, Knolle, Knopf, Knorpelbarock, Knorpelstil, Knorpelwerk, Knorrecht, Knorren, Knossos, Knoten, Knoten, Gordischer, Knotenfibel, Knotensäule, Knotenwerk, Knüpf- und Schlingtechniken.

Kobaltblau, Koburgkette, Kodex, Köcher, Köchergurt, Kölner Malerschule, Kölner Schwarz, Kölner Steinzeug, Könige, Königsblau, Königsgalerie, Königstür, Königswasser, Körnerfassung, Körperemail, Kohlenstoffdatierung, Kohlenstofffarben, Kohlestift, Kohlezeichnung, Koimesis, Koinobion, Kokosnusspokal, Kolbe.

Kollegiatskirche, Koller, Kollerkette, Kollier, Kollotypie, Kolonialstil, Kolonnade, Kolonnenschrift, Kolonnettenkrater, Kolophon, Kolophonium, Kolorierung, Kolorismus, Kolorit, Koloss, Koloss von Rhodos, Kolossalordnung, Kolossalsäule, Kolossalstatue, Kombinationsdruck, Kombinationsfiguren, Kombinationswaffen, Kometentaler, Kommode, Kommunion, Kommunionsmünzen, Komnenischer Stil, Kompensationspendel, Komposition, Kompositionsgold, Kompositkapitell, Konche, Konfektschale, Konfessio, Konkav, Konkordanz, Konkrete Kunst, Konsekration, Konsekrationskamm, Konsekrationsrelief.

Konservierung, Konsole, Konsolengeison, Konsoltisch, Konstantinisches Kreuz, Konstantinopolitanischer Stil, Konstruktivismus, Konsulardiptychon, Konsulat, Konterfei, Konterfeidrehbank, Konterfeier, Konterfettenkugel, Kontraöse, Kontrapost, Kontrarelief, Kontrollzeichen, Kontur, Konturenstich, Konturgemälde, Konversationsstück, Konvex, Konvolut, Konzeptkunst, Kopchen, Kopenhagener Porzellanmanufaktur, Kopfbank, Kopfbedeckungen, Kopfleiste, Kopfreliquiar, Kopfseite, Kopfstück.

Lit.: Rossi. „Roma sotterränea", Wllpert, „K.-Malerei".
Kathedra (PI), der steinerne Bischofsstuhl In den Bischofskirchen, den Kathedralen. Die künstlerisch bedeutendsten Beispiele stammen aus dem 4. bis 9. Jahrh.Kauffmann, Angelika (M), geb. 1741 Chur in Graubünden, gest.

1807 Rom. Tochter und Schülerin des Johann Joseph K., lebte In Florenz, Rom und London,, später als Gattin des Malers Zucchi in Venedig und wieder in Rom. Malerin des Klassizismus; das Beste sind ihre Bildnisse, wogegen ihre Mythologien ohne besondere Kraft sind.

Monogr. v. A. W. Gaube (Bre-genz 1889) u. IPassow (Zürich 1948).
Kauffmann, Hermann (M), geb. 1808 Hamburg, gest. 1889 ebda. Winterlandschaften, Haustiere u. Interieurs in genreartiger Auffassung.

Kauffmann, Hugo (M), Sohn des Vorigen, geb. 1844 Hamburg, gest. 1915. Gehörte der Cronberger Künstlerkolonie an. Genrebilder aus d. Alltag mit starkem französischen Einschlag.

Kaufmann, Adolf (M),, geb. 1848 Troppau, gest. 1916 Wien. Landschaftsmaler, besonders Waldmotive.

Stichwörter K: Kopie, Kopierverfahren, Koppchen, Koptische Kunst, Korallen, Korallenfabrik, Korallenmosaik, Koran, Korankasten, Korb, Korbmöbel, Kordel, Kordelatsch, Kordeldraht, Kordellöcher, Kordieren, Korduan, Kore, Kores, Korinthische Säulenordnung, Korinthischer Krater, Korinthisches Kapitell, Korkenzieherlocken, Korn, Kornfeldlegende, Koromandel-Lackarbeit, Koronis, Koros, Korporale, Korpus, Korridorbilder.

Korsett, Korybanten, Kosmas und Damian, Kosmisches Ei, Kosmokrator, Kostümbild, Kostümharnisch, Kothgasser, Kothurn, Kotyle, Kouros, Kowsch, Kozuka, Kr, Krabbe, Krätzenstein, Krage, Kragenformen, Kraggesims, Kraggewölbe, Kragstein, Krakelee, Krakeleeglas, Krakelüren, Kranich, Kranium, Kranz, Krapp, Krappen, Krappenfassung, Krater, Kratzer, Kratzhand, Kratzmalerei, Kratzputz.

Kaufmann, Isidor (M), geb. 1853 Arad, gest. 1921 Wien. Jüdisches Genre.
Kaufmann, Wilhelm (M), geb. 1895 Wien. Schüler der Wr. Akademie, angeregt durch Cezanne. Landschaften und Bildnisse in breiter, formbetonender Technik.
Kaulbach, berühmte Münchner Malerfamilie der Spätromantik. Zu nennen:
K. Wilhelm v. (M>, geb. 1805 Arolsen, gest. 1874 München. Schüler des Cornelius. Inhaltlich dünne monumentale Historien (Wandgemälde im Treppenhaus des Berliner Neuen Museens, an der Außenseite der Neuen Pinakothek in München). Am besten seine anmutige Bilderfolge „Amor und Psyche" im Palais des Herzogs Max in München u. seine Zeichnungen zu Reinecke Fuchs.

K. Hermann (M), Sohn des Vorigen, geb. 1846 München, gest. 1900 ebda. Schüler von Piloty, Historien und Genre. (Schrieb „Lebenserinnerungen".) K. Friedrich (M), Neffe des Wilhelm v. K., geb. 1822 Arolsen, gest. 1903 Hannover,, Bildnis- u. Hofmaler in Hannover. K. Friedrich August v., geb. 1850 Hannover, gest. 1920 Ohlstat. Sohn und Schüler des Vorigen, ab 1872 als vielgesuchter, aber etwas einförmiger Bildnismaler in München tätig. Monogr. v. A. Rosenberg (Bielefeld 1901).

Kaupertz. Johann Veit (Gr), geb. 1741 Graz, gest. 1816 ebda. Re-prod.-Kupferstecher (Schabblät-ter); einflußreicher Lehrer. Monogr, v. F. Wibiral (Graz 1909).

Kayser, Heinrich (A), geb. 1842 Duisburg, gest. 1917 Berlin. Baute in Verbindung mit Karl v. Grossheim in Berlin zahlreiche Bauten in Italienischer, später in deutscher Renaissance; tätig auch für das Kunstgewerbe.
Keating, George (Gr), 1762 bis 1797 London. Geschätzter Kupferstecher nach Reynolds und Mor-land.
Kehren, Joseph (M), geb. 1817 Hülchrath, gest. 1880 Düsseldorf. Schüler von W. v. Schadow. Führte nach Rethels Tode dessen Fresken im Rathaus zu Aachen zu Ende. Fresken im Lehrerseminar zu Mors. Religiöse Ölbilder.

Weitere Stichwörter zu K: Kratzstöckchen, Krause, Krausflitter, Krauspailletten, Krautstrunk, Krawatte, Krawattennadel, Krayonmanier, Krebsaugenbüchslein, Krebsschwanz, Kredenz, Kredenzmesser, Kredenztisch, Kredokreuz, Kreide, Kreideglas, Kreidegrund, Kreidemanier, Kreidezeichnung, Kreiseln, Kreisornament, Kremnitzer Becher, Kremnitzerweiß, Kremware, Krenelierung, Kreolen, Kreon, Kretische Kunst.

Kretischer Stier, Kreusa, Kreußener Steinzeug, Kreuz, Kreuzabnahme Christi, Kreuzaltar, Kreuzauffindung, Kreuzblume, Kreuzbogenfries, Kreuzer, Kreuzesholz, Kreuzeslamm, Kreuzfahne, Kreuzfahrer, Kreuzfahrerhelm, Kreuzfindung, Kreuzgang, Kreuzgewölbe, Kreuzglorie, Kreuzgratgewölbe, Kreuzigung Christi, Kreuzinschrift, Kreuzkuppelkirche, Kreuznimbus, Kreuzrippen, Kreuzrippengewölbe, Kreuzritter, Kreuzschraffur, Kreuzstab, Kreuzstich.

Keilrahmen (M), verzapfte Holzrahmen, welche zum Aufspannen von Malleinwand dienen. In den Ecken des K. befinden sich Nuten für Holzkeile zum Spannen der Leinwand.
Keilschnitt, siehe Kerbschnitt.

Keirincx, Alexander (M), geb. 1600 Antwerpen, gest. 1652 Amsterdam. Waldlandschaften, von G. v. Coninxloo ausgehend.
Keller, Albert (M), geb. 1844 Gais (Appenzell), gest. 1920 München. Schüler von Lenbach; toi Kolorit vortrefflicher Maler von Gesellschaftsstücken und antiken Szenen.

Keller, Alfred (A u. Gr), geb. 1875 Graz,, gest. 1945. Seit 1908 in Wien; Prof. a. d. Techn. Hochschule, zahlreiche Wohn- und Nutzbauten in Wien (Hochschule für Welthandel), Graz, Eisenerz, in Dalmatien und Spanien. Innenraumgestaltung mehrerer k. u. k. Kriegsschiffe u. der Lloyddampfer Wien u. Heluan. Illustrationen zu Romanen von Bartsch und Ertl.

Keller. Ferdinand (M), geb. 1842 Karlsruhe, gest. 1922 ebda. Schüler von Schirmer und Canon, beeinflußt von Feuerbach und Makart. Großräumige Historien in venezianischer Farbenpracht. Sein Hauptwerk ist die Darstellung der Schlacht von Slan-kamen (Karlsruhe, Kunsthalle), gut auch noch sein Vorhang in der Dresdner Oper. Spätere Werke sind äußerlich, wenn auch großformatig.
Monogr. von F. W. Gaertner (Karlsruhe).

Keller. Gottfried (Dichter u. M), geb. 1819 Zürich, gest. 1890 ebda. Wollte zuerst Maler werden (siehe seinen Entwicklungsroman „Der grüne Heinrich"), studierte in Zürich. Malte auch Aquarelle und Ölbilder, meist komponierte Landschaften, gab aber dann diese Kunst auf.

Keller, Johann Balthasar (B u. Kunstgewerbler), geb. 1638 Zürich, gest. 17Ö2 Paris, wo er Inspektor der kgl. Gießerei im Arsenal wurde. Umfangreich tätig als Erzgießer zusammen mit seinem Bruder Johann Jakob K. (1685 bis 1700), schuf auch Arbeiten in getriebenem Gold. Dessen Sohn Johann Heinrich K. (Zürich 1692, 1765 Den Haag), (M), malte Historien, Genre, Landschaft und Bildnisse.
Keller-Kühne, J. W. (M), geb. 1902 München. Schüler von Zügel und Jank; naturalistische Tierbilder.

Keller-Reutlingen, Paul Wilhelm (M), geb. 1854 (Reutlingen, gest. 1920 München. Landschaften aus der Münchner Umgebung.

Kels, Hans (B), nachw. in Kauf-beuren 1485 bis 1559. Holzschnitzer, kunstgew. Arbeiten. (Süddeutsche Frührenaissance.)
Kemenate (A), von latein. cami-nata, „heizbarer Raum"; der heizbare Hauptraum, besonders das Frauengemach, mittelalterlicher Burgen.

Kempf, Gottlieb (M), geb. 1871 Wien. Lebt in Tirol. Landschaften von starker Empfindung u. guter Durchführung.

Kenotaph (PI), Erinnerungsmal an einen anderswo bestatteten Toten (siehe Epitaph).

Kensett, John Frederick (M), geb. 1818 Cheshire (Conn.), gest. 1872 New York. Reisen in England und Italien, ab 1847 in New York; stimmungsvolle Landschafts- und Marinebilder.

Kent, William (A u. M), geb. 1685 Yorkshire, gest. 1718 London. Seine Bauten in London sind völlig schmucklos, die Wandflächen ganz ruhig gegliedert. In London das Devonshire-house. außerhalb die Schlösser Holkham und Hougthon. Malte Bildnisse» Kirchliches und Dekoratives. Tätig auch als Gartenarchitekt.
Kephlsodotos d. Ä. (B), angeblich Vater des Praxiteles. Bildhauer der Spätklassik des ausgehenden 5. Jahrh. v. Chr. Seine Arbeiten nur in Kopien erhal teil. („Eirene mit dem Kinde Pluto", München).

Kilian, Bartholomäus d. J. (Gr), geb. 1630 Augsberg, gest. 1696 ebda. Umfangreich tätiger Re-prod.-Stecher und Radierer, sein Onkel K. Lukas (1579 bis 1637 Ausburg) war ebenfalls Reprod.-Graphiker.
Kimon von Kleonae, um 480 als einer der ersten griech. Maler genannt, der eine Modellierung der Körper versuchte.

Kininger, Vincenz Georg (Gr>, geb. 1767 Regensburg. gest. 1851 Wien. Reprod. - Stecher, bes. Schabblätter.

KinzL Josef (M). geb. 1852 Lohenstein,, gest. 1925 Spitz a. D. Genrebilder.
Kiosk (A), in der türkischen Baukunst kleine, freistehende auf Säulen ruhende Gartenhäuschen, im 19. Jahrh., und in der Moderne als Bezeichnung für allerlei kleine Rundbauten für verschiedenste Zwecke gebraucht (Erfrischungs-, Zeitungs-, Zigar-ren-K.).

Kiprensky, Orest Adamowitsch (Adam Schwalbe), (M), geb. 1783 Koporio, gest. 1836 Rom. Seine Bildnisse trugen ihm den Namen eines russischen Van Dyck ein. Kirchner, Eugen (Gr), geb. 1865 Halle. Schüler von Thumann u. Meyerhelm; vorzüglicher Illustrator („Münchner Fliegende").

Kietz, Gustav, Dr. (B), geb. 1826 Leipzig, gest. 1908 Laubegast, Architekturschüler von Semper, als Bildhauer bei Rietschel geschult. Mitarbeit bei dessen Lutherdenk-mal in Worms, Denkmäler, Bildnisbüsten.


           
    Ernst Ludwig Kirchner
Baukunst der Romantik
  Kontrapost menschliche Figur
Kunstausstellung K