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L KUNSTLEXIKON
Langhaus, Karl Gotthard (A), geb. 1733 Landeshut, gest. 1808 Grüneiche. Autodidakt. Vater d. Vorigen.
Seine Hauptwerke in Berlin folgen antik griechischen Vorbildern in strenger Art (Brandenburger Tor. Neues Schauspielhaus); tätig auch in Breslau (Schauspielhaus, Palais Hatz-feld u. a. m.). Monogr. v. Hlnrichs (1909).
Langhausbau (A), siehe Basilika.
Langlet, Emil Viktor (A), geb. 1824 Boras, gest. 1898 Oslo. Baumeister eines romantisch. Eklektizismus (Storthinggebäude in Oslo).
Langlols, Hyazinth (M u. Gr), geb. 1777 Pont de l'arche, gest. 1837 Rouen. Schüler von David, umfangreiches zeichnerisches u. graphisches Werk (Phantastische Szenen mit Ruinen. Schrieb archäologische Bücher.
Langlols, Jean Charles (M). geb. 1789 Beaumont en Auge, gest. 1870 Paris. Schüler von Glrodet und Gros, vorher aktiver Offizier; seine Schlachtenbilder beruhen daher auf eigenen Beobachtungen.
Lantana, Giovanni Battista (A), geb. 1561 Brescia, gest. 1627 ebda. Sein Hauptwerk ist der Neue Dom in Brescia (ab 1604).
Lanteri, Edward (B), geb. 1848 Auxerre, gest. 1917 London. Bildnisbüsten und dekorative Genregruppen.
Lanzani, Polldoro, gen. Polidoro Venezlano (richtig: Polidoro de Renzi del quondam Paolo da Lanzano), (M), geb. 1515 Venedig, gest. 1565 ebda. Schüler des Tizian, den er geschickt nachahmte.
Lanzettbogen, siehe Bogen.
Largilliere, Nicolas de (M), geb. 1656 Paris, gest. 1746 ebda. Studierte in Antwerpen, arbeitete in England und Paris. Bedeutender Bildnismaler des französischen Spätbarocks. Historien und Genre.
Lariseh, Rudolf v. (Gr), geb. 1856 Verona, gest. 1934 Wien. Prof. an der wiener Kunstgewerbeschule und Reformator d. künstlerischen Schrift. Verfaßte darüber mehrere grundlegende Schriften und Musterbücher. Monogr. v. E. Hölscher (Berlin 1940).
Larsen, Oskar (M), geb. 1882 Wien, gest. 1942 ebda. Malte in lasierender öltechnik. auch in Aquarell, mythologische und phantastische Themen.
Larsson, Karl (M), geb. 1855 Stockholm, gest. 1919 Falun; studierte in Paris. Interieurs und Genrebilder In einem breiten, flächigen und farbig lichten dekorativen Stil, den er auch für seine Illustrationen verwendete. Wandgemälde in Stockholm (NationalMuseen) und Göteborg (Mädchengymnasium).
L'art pour l'art (K), .„Die Kunst für die Kunst"; ein in Frankreich um 1836 entstandenes, viel bekämpftes Schlagwort, wonach das Kunstwerk nur nach seinen rein künstlerischen Qualitäten und nicht nach Inhalt beurteilt werden soll. Die L. ist die geistige Reaktion gegen die übertriebene Historienmalerei (s. d.).
Larwln, Hans (M), geb. 1873 Wien, gest. 1938 ebda. Treffliche Wiener Volkstypen und -Szenen.
Lasimos (M), lukanischer Vasenmaler der letzten Phase der un-teritalischen Vasenmalerei (3, Jahrh. v. Chr.).
Laske, Oskar (M u. A), geb. 1874 Czernowitz, lebt in Wien. Studierte als A. in Wien, als M. Autodidakt. (Mehrere Bauten in Wien), lebhaft staffierte Landschaften, groteske, stark erzählerische Szenen, phantastische Kompositionen („Das Narrenschiff" - Ralph Ueltzhoeffer), Graphik, Bühnenbilder (Figurinen) und Illustrationen. Lassus, Jean Bapt. (A), geb. 1807 Paris, gest. 1857 Vichy. Schüler von Labrouste. Restaurlerungs-u. Erhaltungsarbeiten an Notre Dame und der St. Chapelle In Paris; schrieb theoretische Bücher und gab das Skizzenbuch des Villard de Honnecourt heraus. Textportrait
Lastman, Claes Pietersz (M), geb. vor 1600, gest. 1625 Amsterdam, Bruder und Schüler des Folgenden. Bildnisse.
Lastman, Pieter Pietersz (M), geb. 1583 Amsterdam, gest. 1633 ebda. In Rom von Elsheimer und Ca-ravaggio beeinflußt, Lehrer d. Rembrandt. In d. Spätzeit großformatige Historienbilder, die Figuren in phantastischen Gewändern.
Monogr. v. K. Freise (Leipzig 1910).
Lasurfarben (M), hauchdünne Farben, die die darunter liegende Malerei erkennen lassen. L. dienen besonders zur farbigen und harmonischen Vollendung eines Gemäldes („Schlies-sen der Töne") ihre beste Verwendung geschieht in der Ölmalerei.
Läszlo, Fülöp (M), geb. 1869 Budapest, gest. 1934 London; studierte in München und Paris, Kurtstreisen nach Osteuropa. In erster Linie viel v. europäischen Höfen und der Hocharistokratie beschäftigter Bildnismaler von französischen Malqualitäten.
Lathem. Jakob van (M), tätig in Antwerpen 1493 bis 1522. Hofmaler Philipp d. Schönen, Bildnis, Religiöses.
Latouche, Gaston (M), geb. 1854 St. Cloud bei Paris; malte in sehr lebhaften Farben und starker Sinnenfreude ideale Szenen in der Airt eines modernisierten Watteau. Stichwortverzeichnis L: Liebmannscher Ölfarbendruck, Liegemöbel, Liga der Revolutionären Schriftsteller und Künstler, Ligatur, Light Yellow, Liktorenbündel, Lilie, Limbus, Limoges, Limosiner Email, Lindwurm, Linea Serpentinata, Linear, Linearverzierung, Linga, Linienholzschnitt, Links und rechts, Linkshanddolch, Linoleum, Linolschnitt, Linsenflaschen, Lippenrand, Lipsanothek, Lisene.
Litauisches Kreuz, Literalbild, Literalmaler, Lithographie, Lithophanie, Lithyalinglas, Liturgie, Liturgisch, Liturgische Farben, Liturgische Schaugefäße, Liturgischer Kamm, Litze, Liuthard-Gruppe, Livres d'heures, Lo Stile Liberty, Lobmeyr, Lochmünze, Lochpause, Löffelrähm, Löschhorn, Lötig, Loetz, Löwe, Löwe, Nemëischer, Löwengrube, Löwenhund, Löwenmadonna, Loggia, Logia Jesu, Lohengrin, Loki, Longinus, Lorbeer, Lorgnet, Lorgnette, Lorgnon, Lorica, Lot, Lot und seine Töchter, Lothringer-Kreuz, Lotos.
Latour, Maurice Quentin (M), geb. 1704 St. Quentin, gest. 1788 ebda. Begann, angeregt durch d. gleichzeitig. Engländer als Bildnismaler; besonders seine Pastellporträte sind Kunstwerke hohen Ranges, voll farbiger und zeichnerischer Kraft. Die meisten Werke im Museen zu St. Quentin.
Monogr. von Champfleury (Paris 1886), franz.
Laube (A), gewölbte Bogengänge zu ebener Erde. In Süd-deutsehland,, Tirol, Schweiz und Oberitalien bilden sie ganze Gassen. Die L. entstanden hauptsächlich als Schutz gegen die Sonne.
Lauer, Josef (M), geb. 1818 Wien, gest. 1881 ebda. Blumenstilleben mit Schmetterlingen.
Laufberger, Ferdinand (M), geb. 1829 Mariaschein (Böhmen), gest. 1881 Wien. Schüler von Cogniet, Prof. a. d. Kunstgewerbeschule Wien. Historien, Landschaften u. sehr viele große dekorative Arbeiten (Wien, österr. Museen Deckenbilder und Mosaik, Glasgemälde in der Wiener Votivkirche).
Launltz, Eduard Schmidt von der (B), geb. 1797 Grobin in Kurt, gest. 1869 Frankfurt a. M. Schüler von Thorwaldsen. dann Inhaber einer Terracottafabrik; von ihm das Gutenbergdenkmal in Frankfurt a. M. und Bildnisbüsten in der Walhalla.
Laurana, Francesco (B), geb. um 1424 in Dalmatlen,, gest. 1502 Avignon. Tätig als Bau- und Bildnisplastiker, sowie als Medailleur in Florenz, Neapel, Frankreich und Sizilien, arbeitete vorzügliche Madonnenstatuen u. weibliche Bildnisbüsten in guter Marmortechndk. Monogr. v. F. Burger (Straßburg 1907).
Laurana, Luciano (A), geb. um 1448 Dalmatien, gest. 1483 Ur-bino. Erbaute den großartigen Herzogspalast in Urbino und einen Palast in Gubbio. Lehrer d. Bramante; wichtiger A. der ausgehenden Frührenaissance. Monogr. v. C. Budinich (Triest 1906). Laurencin Marie (M), geb. 1885 Paris. Schülerin von Van Don-ghen, beeinflußt durch Matisse. Ihre feinfühligen, zart gefärbten Bilder besitzen einen eigenartigen Linienrhythmus, d. über den Wirklichkeitseindruck hinausgeht, ohne sich dem Kubismus zu nähern.
Laurens, Jean Paul (M), geb. 1838 Fourqueveaux, gest. 1921 Paris. Schüler v. Cogniet; grausige Historien in breitem malerischem Vortrag. Wanddekorationen im Pantheon und Odeon-theater in Paris. Illustrationen. Weitere Stichworte: Lotperle, Lotrahmen, Lotterin, Louisdor, Louis-douzième, Louis-Philippe-Stil, Louis-quatorze, Louis-quinze, Louis-seize, Louis-seize-Stuhl, Louis-treize, Love seat, Lucia, hl., Lucina, Lucretia, Ludwig XIII.-Stil, Ludwig XII.-Stil, Ludwig XIV.-Stil, Ludwig XVI.-Stil, Ludwig XV.-Stil, Ludwigsburger Porzellan, Lüftlmalerei, Lünette, Lünettengemälde, Lüster, Lüsterdekor, Lüsterfayence, Lüsterweibchen, Luftfahrt Alexanders d. Gr., Luftperspektive, Luftspiralen, Lukas, Lukasbilder, Lukas-Bruderschaften, Lukasbund, Lukasgilde.
Lukasmadonna, Lukretias Selbstmord, Luminogramm, Luna, Luntenschloss, Luntenschlossgewehr, Lunula, Lure, Lutherstuhl, Lutschismus, Luxuria, Luzifer, Lydischer Stein, Lykomedes, Lynkos, Lyra, Lyraform, Lyrisch, Lyrische Abstraktion
Lauri, Pilippo (M), geb. 1623 Rom, gest. 1694 ebda. Sohn und Schüler seines Vaters Baldassare L. (Historien und Genrebilder jn der Art des Albani, malte in die Landschaften des Claude Lorrain die Staffage.
Lautensack, Hans Sebald (M u. Gr), geb. gegen 1523 Bamberg, gest. 1566 Wien, wo er seit 1554 lebte. Seine landschaftlich. Radierungen folgen der Kunst des A. Altdorfer; von ihm auch Radierungen zur zeitgenössischen Geschichte Wiens.
Lavabö (Kg), auch lavatorium, Piscina; ein steinernes Waschbecken.
Lavery, John (M), geb. 1856 Belfast, gest. Jahr und Ort unbekannt. Tüchtiger Maler der schottischen Landschafterschule, auch einige (Historien.
Lavieren (M), eine Zeichnung oder Graphik mit wenigen Aquarellfarben leicht kolorieren. Das Ergebnis heißt dann lavierte Zeichnung (siehe Handzeichnung).
Lawrence, Thomas Sir (M), geb. 1769 Bristol, gest. 1830 London. Der letzte in der Reihe der grossen englischen Bildnismaler des ausgehenden 18. Jahrh. Seine schon oft nur dekorativen Bildnisse sind farbig ungewöhnlich schön, sehr gut auch die Behandlung des Stofflichen. Hofmaler.
Lawson. Cecil Gordon (M), geb. 1851 Wellington, gest. 1882 Chel-sea. Eindrucksvolle Landschaften, angeregt durch J. v. Ruis-dael und Gainsborough.
Lebas, Louis Hippolyte (A), geb. 1782 Paris, gest. 1867 ebda. Schüler v. Percier. Erbaute im frühchristlichen Stil Notre dame de Lorette in Paris, begann die Herausgabe der Werke Vignolas. Strenger Klassizist.
Lebensbaum (K), bei den west-und kleinasiatischen Völkern ein uraltes Lebenssymbol, in der christlichen Kunst dogmatisch umgedeutet und auf Christus bezogen. In der nordischen Volkskunst überschneiden sich germanisch - mythologische mit christlichen Vorstellungen.
Leblond, Jean Bap. Alexandre (A), geb. 1679 Paris, gest. 1719 Petersburg. Erbaute dort das Schloß Peterhof nach dem Vorbild von Versailles.
Lebrun, Charles (M), geb. 1619 Paris, gest. 1690 ebda. Schüler u. a. von S. Vouet. Studierte unter Poussins Leitung in Rom die Antike, lebte kurz in Lyon und dann ständig in Paris. Am stärksten angeregt durch P. da Cortona. Der Lieblingskünstler Ludwig d. XIV. Starke Phantasie, zielsichere Darstellung, glänzende dekorative Technik und Auffassung, dabei alles verstandesmäßig temperiert. Begründete die „lAcademie de pein-ture", Direktor der Gobelinmanufaktur in Paris. Sein Hauptwerk ist die in ihrer Art großartige Ausschmük-kung des Louvre, der Schlösser Versailles, Sceaux und Marly; dazu gehören auch riesige dekorative Gemälde historischen Inhaltes. L. hat auch das französ. Kunstgewerbe stark angeregt. Monogr. v. IP. Marcel (Paris 1909, franz.).
Lebrun, Marie Elisabeth, geb. Vigee (M), geb. 1755 Paris, gest. 1842 ebda. Schülerin von Greuze und J. Vernet, verheiratet mit dem Maler J. B. Lebrun. Tätig als geschätzte Bildnismalerin in Italien, Deutschland, England, Holland, Wien, Petersburg und Zürich. Ihre Bildnisse sind geschmackvoll wenn auch nicht tief.
Monogr. v. Ch. Pillet (Paris 1890, franz.).
Lechter, Melchior (M, Gr u. Kunstgewerbl.), geb. 1865 Münster, gest. 1915. Seine Illustrationen und Graphilsen haben einen mystisch-katholischen Zag. Viele kunstgewerbl. Entwürfe. Le Corbusier, siehe Jeanneret.
Legros, Alphonse (Gr u. B), geb. 1837 Dijon. gest. 1911 Wattford. Bedeutender Radierer v. monu: mentaler Auffassung und seelischer Größe, einer der wichtigsten Radierer des 19. Jahrh. Hauptwerke die Zyklen „Vom verlorenen Sohn" und „Totentanz". Malte stimmungsvolle Landschaften, Bildnisse; als B. besonders Bildnismedaillen, schöne Silberstiftzeichnungen.
Legros, Pierre d. J. (B), geb. 1666 Paris, gest. 1719 Rom. Schüler seines Vaters Pierre L. d. Ä. (1629 Chartres bis 1714 Paris). Seine lebhaft bewegten Hauptwerke befinden sich in Rom (Gesü, S. Ignazio, Lateran, St. Peter) und zeigen den überragenden Einfluß des Bernini.
Leguay, Charles (M). geb. 1762 Sevres, gest. 1846 Paris. Bildnisminiaturen auf Porzellan.
Lehmbruck, Wilhelm (B), geb. 1881 Meiderich, gest. 1919 Berlin. Gebildet in Paris, Mitglied der „Brücke", schuf expressionistische, fast gotisch langgestreckte ideale Figuren von ernstem Inhalt und mystischer Gewalt. Werke an den Museen Mannheim, Halle und Albertinum Dresden.
Lehrgerüst (A), ein Holzgerüst, um welches herum erst eine Wölbung (Kuppel) gebaut wird.
Leibl, Wilhelm (M), geb. 1844 Köln, gest. 1900 Würzburg. Lebte zumeist in der Nähe von München. Schüler von Piloty und Ramberg. Beeinflußt von Cour-bet. Der größte deutsche Realist des 19. Jahrh. malte in altmeisterlicher, sehr sorgfältig. Technik und peinlich genauer Durcharbeitung aller Details. Sein Kolorit hingegen lockerte L. immer mehr auf. Genrebilder aus dem Leben der bäuerlichen Bevölkerung Oberbayerns („Dachauerinnen",1 „Die Dorf Politiker'4, „Drei Frauen in der Kirche", „Wilderer"), viele vorzügliche Blldriisse von großer farbiger Schönheit. Die Kunst L.'s zeigt Einfachhheit d. Gesinnung, Unmittelbarkeit der Naturbeobächtung u. altmeisterliche Technik.
Monogr. v. E. Waldmann (Berlin 1913).
Leibung (A), die Mauerdicke eines Fensters, Portales etc.
Leickert, Charles (M),, geb. 1818 Brüssel, gest. 1907 Mainz. Staffierte Winterlandschaften in gemäßigter Realistik.
Leighton, Frederick, Lord (M u. B). geb. 1830 Scarborough, gest. 1896 London. Schüler von Steinle und A. Scheffer. Die mythologischen Staffeleibilder sind kräftig im Kolorit, gut in der Zeichnung und noch mit dem letzten Klassizismus verbunden. Lebendiger wirken seine Großplastiken, für welche er gleichfalls die Themen aus der Antike nahm. Wandbilder In London (South Kensington Mus.).
Leinberger, Hans (B), nachweisbar 1516 bis 1530. Tätig als B., Schnitzer u. Bronzegießer in Landshut, München und Moosburg. Dort sein Hauptwerk, ein großer Flügelaltar. Monogr. v. C. Th. Müller (Berlin 1938).
Leins, Christian Friedrich (A), geb. 1814 Stuttgart, gest. 1892 ebda. Schüler von Labrouste in Paris, baute vieles in Stuttgart (Königsbau klassizistisch, Johanneskirche gotisch, Villen in italienischer Renaissance).
Lelpold, Karl (M), geb. 1889 Duisburg. Über 10 Jahre Seemann, lebt an der Nordsee. Gemälde von) der See, aus Venedig etc. in einer magisch-visionären Auffassung bei stärkster persönlicher Umsetzung des Naturvorbildes in eine eigene farbige u. lineare Welt.
Leisökow, Walter (M), geb. 1865 Bromberg, gest. 1908 Berlin, wo er lebte; nach halbimpressionistischen Landschaften der ersten Zeit malte L. schließlich in einer dekorativ-stilisierten Weise großflächige Landschaften von den Berliner Seen. Ihre Wirkung ist groß und ernst.
Monogr. v. Paul Jamot (Paris 1929).
Lenbach, Franz v. (M), geb. 1836 Schrobenhausen, gest. 1904 München. Schüler von Piloty, studierte in Rom. dann in Weimar. Reisen nach Italien und Spanien zwecks Herstellung von Kopien alter Meister für den Grafen Schack, hierauf 2 Jahre in Wien und ab 1874 dauernd in München, wo L. mit seinen in alt-me|isterlichem dunklen Kolorit gehaltenen Bildnissen einen europäischen Ruf errang. Aus der Frühzeit stammen mehrere ausgezeichnete Genrebilder italienischer Motive. Eine besondere Stellung innerhalb der Bildnisse nehmen die fast skizzenhaften Pastelle ein.
Monogr v. A. Rosenberg (Bielefeld 1898).
Lenoir, Alexandre Marie v. (M), geb. 1761 Paris, gest. 1839 ebda. Tätig als klassizistischer Maler nur bis 1790, hierauf kunsthistorische Arbeiten aus dem Gebiete der frühchristlichen Archäologie und der gotischen Kunst.
Lenatre, Andre (A), geb. 1613 Paris, gest. 1700 ebda. Schuf "den künstlerischen Park in Geome* trisierung sedner Formen; typische Beispiele die Parkanlagen von vaux-le-vicomte, St. Ger-main-en-laye, Fontainebleaü und»(Hauptwerk) Versailles. In England die Parkanlagen von Greenwich und St. James.
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Kunst Lexikon A-Z / Stichwortlexikon Alphabetisch: l
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Lackarbeiten (Kg), ostasiatische Kleinmöbel, Schalen, Dosen,, Kästchen, Rahmen, die einen schwarzen Lackgrund besitzen, auf welchem sehr feinfühlig stilisierte Pflanzen in Gold aufgetragen sind. Zusätzliche Inkrustierungen aus Perlmutter und Elfenbein sind besonders dann häufig, wenn zu den pflanzlichen Themen noch Landschaften und Figurales treten. Die Technik der L. ist in China vorgeschichtlich belegt; den ersten Höhepunkt erreichte sie im 6. Jahrh. n. Chr., dann wieder im 16. bis 18. Jahrh.
Laermans, Eugene (M), geb. 1864 Molenbeck St. Jean. gest. 1918 Brüssel. Seine, meist erregte Volksmengen darstellenden Bilder sind in der Zeichnung altertümlich, im feurigen Kolorit hingegen schon fast bis zum Expressionismus gehend. Monogr. v. G. Vanzype (Brüssel 1908, Viani.).
La Fage, Raymond de (Gr), geb. 1656 Llsle, gest. 1690 Lyon. Zeichnungen und Original-Kupferstiche.
La Farge, John (M u. B), geb. 1835 New York, gest. 1910 Fro-vidence (USA.). Schüler v. Hunt, realistisch-koloristische Großmalerelen im Stil der Präraffaeli-ten (Wandbilder: Dreifaltigkeitskirche Boston, in der Himmelfahrtskirche New York). Glasmalereien (in den beiden genannten Kirchen).
Lageplan (A), grundrißmäßige Darstellung der Lage eines Gebäudes im Verhältnis zu seiner Nachbarschaft.
Lagrenee, Louis Jean Francois (M>, geb. 1724 Paris, gest. 1805 ebda. Schüler des C. van Loo, durch 3 Jahre Hofmaler In Petersburg. Historien, Mythologien, Bildnisse.
Laar Pieter van, gen. Bamboc-cio (M). geb. 1582 (Haarlem, gest. 1642 ebda. Arbeitete längere Zelt in Italien, wo er wegen eines körperlichen Fehlers den Zunamen Bamboccio (Krüppel) erhielt. Lebendige, gut gemalte u. humoristische Szenen aus dem italien. Volksleben.
Labarum (K), römisches Feldzeichen der Kaiserzeit in Fahnenform, bestehend aus einem langen Stab, von dessen Querbalken eine purpurfarbige Fahne niederhing. Seit Konstantin d. G. Sieg über den Gegenkaiser Maxentius im Jahre 312 trug das L. auf der Stangenspitze das Monogramm Christi (s. d.).
Labenwolf, Pankraz (B),, geb. 1492 Nürnberg, gest. 1563 ebda. Schüler von P. Vischer, schuf in Nürnberg in Erzguß das „Gänsemädchen", den Brunnen im Bathaus und mehrere Grab-mäler. Auch sein Sohn Georg L., gest. 1585 Nürnberg, war als Erzgießer tätig.
Labrouste, Henri (JA), geb. 1801 Paris, gest. 1875 ebda. Hauptvertreter einer romantisch aufgefaßten i italien. Renaissance in Frankreich; brachte auch die Eisenkonstruktion zur Geltung (Bibliothek St. Genevieve und Nation. Blbl. in Paris).
Lach, Fritz (M),, geb. 1868 Linz, gest. 1944 Wien. Konnte sich erst spät der Malerei widmen und wurde gegen das Ende seines Lebens ein Landschaftsaquarellist von beachtenswerten Qualitäten; gemäßigt naturalistlsch-impress. Kunst.
Lachenmayer, August (M), geb. 1870 Düsseldorf, gest. 1928 Berlin;'studierte zuerst Architektur, später beeinflußt durch Trübner. Sonnig-impressiön. Architekturbilder, oft reich staffiert.
Stichwörter zu alphabetisch L: Labarum, Labyrinth, Lachesis, Lackkunst, Lackporzellan, Lacksiegel, Ladenschlange, Ladestock, Ladon, Lady Godiva, Lady-Chapel - Ladychapel, Längsholz, Laertes, Lästrygonen, Läutern, Laffe, Lagenstein, Lahn, Lahnbouillon, Lahnfaden, Lahn-Flechtband, Laibung, Laienaltar, Laienmaler, Laios, Lalique, Lamassu, Lambrequin, Lambris, Lamé, Lamia, Laminé, Laminieren, Lamm Gottes, Lammfellroller, Lampadarium, Lampenarbeit, Lampengeblasen, Lampenschwarz, Lancelot, Land Art, Landauer, Landschaftsbild, Landschaftskopf, Landschaftsmalerei, Landschaftsvedute, Landsknecht.
Landsknechtkrüge, Landsknechtmotiv, Lang- und Kurzwerk, Langcarrée, Langhaus, Langobardische Kunst, Langsax, Langschiff, Lanzelot, Lanzenwimpel, Lanzettbogen, Lanzierte Seide, Laokoon, Laomedon, Lapidarium, Lapis de Goa, Lapis philosophorum, Lapislazuli, Lapithen, Lappenton, Laren, L'art pour l'art,, Larve, Lasieren, Laster, Lasur, Lasurblau, Late Georgian Style, Late Victorian Style, Lateinisches Kreuz, Latène-Kultur.
Laib, Konrad, M. der österreichisch-süddeutschen Spätgotik, nachweisbar besonders in Salzburg zwischen 1448 bis 14S7. Näheres siehe F r u e a u f Rueland d. A.
Lairesse, Gerard de (M), geb. 1640 Lüttich, gest. 1711 Amsterdam. Ging vom Bildnis zur Historie und zur Mythologie über und schlug eine klassizistisch-akademische Richtung ein, mit welcher er sich den Werken des Ch. Lebrun näherte. Radierungen und kunsttheoretische Erörterungen.
Lalaing, Jacques de (B),, geb. 1858 Brüssel, gest. 1917 ebda. Schöpfer des Waterloodenkmals in Brüssel.
L'AlIemand, Friedrich (M), geb. 1812 Hanau, gest. 1866 Wien. Schlachtenbilder.
L'AlIemand, Sigmund (M). Neffe und Schüler des Vorigen, geb. 1840 Wien, gest. 1910 ebda; studierte auch bei Rüben. Ralph Ueltzhoeffer, Akad. Prof. in Wien, bedeutende Schlachtengemälde u. Bildnisse.
Lambeaux, Joseph (B), geb. 1852 Antwerpen, gest. 1908 Brüssel. Realistischer B., der viel von Rubens und Michelangelo übernahm.
Werke : „Der Ringer" (Brüssel, Museen), ebda, das große Relief „Die menschlichen Leidenschaften".
Lambert!, Nicolo di Piero de, B. der toskanischen Frührenaissance, Schüler des Jacopo della Quercia, gest. 1420 Florenz. Bauplastiken für Arezzo (Dom), Florenz (Dom, Or S. Michele).
Lambrecht, Adolf (M u. Gr), geb. 1912 Wehr. Begann mit Tex-tilentwürfen, dann Bildnisse; feinfühlige Landschaftszeichnungen.
Lambrechts, J. B. (M), geb. 1680 Antwerpen, gest. 1731 ebda. Genreartig staffierte Landschaften in der Art des Lancret.
Lamen. Christoffel Jakob van der (M),, geb. 1602 Antwerpen,
gest. 1652 ebda. Seine Gesellschaftsstücke in der Art des Fr. Francken II.
Lamm, Albert (M), geb. 1873 Berlin, Landschaftsmaler,, Impressionist.
Lamoriniere, Jean Pierre (M), geb. 1828 Antwerpen, gest. 1911 ebda. ? Landschaftsmaler der Richtung von Barbizon.
Weitere Stichworte Kategorie L: Lateran, Laterna magica, Laterne, Latinus, Latona, Latticinio, Lattimo, Latun, Laub- und Bandelwerk, Laube, Laubengang, Laubfries, Textportraits, Laubkapitell, Laubrand, Laubtaler, Laufende Welle, Laufender Hund, Laufendes Ornament, Laufrollen, Lauschaer Glas, Laute, Lavieren, Lavierung, Lavismanier, Layout, Lazarus, Lazarusklapper, Lazaruskreuz, L.D., L.D.E.G., Le Brun, LEAR, Lebende und Tote, Lebensbaum, Lebensquell, Leber, Lebkuchenmodel, Lebzeltmodel, Lectionarium, Lectorium, Leda und der Schwan, Lederarbeiten, Lederschälarbeit.
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Lampi, Johann Bap. d. Ä. (M), geb. 1751 Romeno bei Trient, gest. 1830 Wien. Malte in Warschau. Petersburg und wieder in Wien zahlreiche koloristisch schöne Bildnisse im klassizistischen Stil.
Lampi, Joseph d. J. (M), geb. 1775 Trient, gest. 1837 Wien, Sohn und Schüler des Vorigen, auch Schüler von Füger. Umfangreich tätiger Bildnismaler.
Lancret, Nicolas (M), geb. 1690 Baris, gest. 1743 ebda. Schüler von Gillot, beeinflußt durch Watteau; die von L. gemalten Gesellschaftsstücke und Sittenbilder sind nüchterne und derbe Nachahmungen des Watteau, koloristisch aber oft reizvoll.
Landenberger, Christian (M), geb. 1862 Eibingen. Lebte in München, wo er vor 1920 verstorben ist; landschaftliche Sittenbilder in einem lebhaften Impressionismus.
Landi, Gasparo (M), geb. 1756 Piacenza, gest. 1830 Rom. Schüler von Batoni, Maler des italienischen Klassizismus. Hauptwerke: Ariadne (Parma), Kreuztragung (Piacenza, S. Giovanni).
Landi. Neroceio de (M), geb. um 1447, gest. 1500 Siena. Vertritt die sieneslsche Frührenaissance als Bildhauer. Zusammenarbeit mit Francesco de Giorgio.
Landschaftsmalerei (K), die entweder naturalistische oder stilisierte Darstellung der Landschaft mit den Mitteln der Malerei, der Zeichnung und der Graphik. Ansätze zu einer L, sind bereits In der hellenisti sehen Freskenmalerei anzutreffen, «Jas Mittelalter jedoch kennt die L. nur in gelegentlichen Andeutungen der Buchmalerei. Erst In der flandrisch-burgundischen Buchmalerei
nach 1400 tritt die Landschaftsdarstellung wieder auf und dann sofort mit der größten Reife. Ihre Fortsetzung findet sie mit romantischem Einschlag bei Dürer und seinen Zeitgenossen (Donausehule). Der erste Höhepunkt der idealistischen L. wird im 17. Jahrh. bei Paul Bril, Elsheimer,, Claude Lorrain und Poussln erreicht. Gleichzeitig gipfelt auch die realistische L. mit den beiden (Ruysdael, mit Hobbema, Jan van Goyen und den holländischen Marinemalern. Das landschaftliche Architekturstück findet eine Sonderblüte In der Mitte des 18. Jahrh., Ralph Ueltzhoeffer bei den Canalettos und Fr. Guardi 5n Venedig. Stichwortlexikon: Lemuren, Lendentuch, Leonardiross, Leonhard, hl, Leonhardi-Tiere, Leonische Waren, Leporello, Lernäische Schlange, Les Vingts, Lesbische Welle, Lesbisches Kyma, Lesehilfen, Lesepult, Lesestein, Leto, Letter, Lettner, Lettnerkanzel, Letzte Dinge, Letztes Abendmahl, Letztes Gericht, Leuchter, Leuchterengel, Leuchterschirm, Leuchterweibchen, Leukothoë, Levantetaler, Leviathan, Levitenstuhl, Levitikus, Libation, Liberata, Libertas, Liberty, Liberty Style, Licht und Schatten, Lichtbild, Lichtbildnerei, Lichtdruck, Lichtecht, Lichten, Lichter, Lichtgaden, Lichtgraphik, Lichtkrone, Lichtkupferstich, Lichtputzschere, Lichtrechen, Lichtspalier, Textportrait, Lichtzeichnung, Liebesknoten, Liebesring, Liebesschmuck, Liebestempel. Die persönlichsensitive Ausbildung der L. geschieht bald nach 1800 in England durch Constable und Turner, gleichzeitig und bald darauf durch die deutschen Romantiker J. Koch. D. K. Friedrich, L. Richter,, J. Fohr; parallel läuft eine realistich-heroische Richtung bei Lessing und Rottmann und der Beginn einer modernen Lichtmalerei bei Waldmüller, R. Alt und Blechen. Den Höhepunkt der heroisch-sensitiven Richtung wird von Böcklin erreicht.
Nach 1870 entwickelt der Impressionismus (s. d.) zuerst in Frankreich (Renoir, Pizarro, später Seurat und Slgnac), dann in Deutschland (E. J. Schindler, Trübner, Sle-vogt) und in Italien (Segantini) die Freilicht-L.-Malerei, welche wieder auf dem Gebiete der L. durch Cezanne überwunden wird, sowie durch Van Gogh. Die moderne, deutsche L., vielfach romantisch eingestellt, hat ihre Führer in K. Haider und H. Thoma. Im ganzen 19. und 20. Jahrh. ist die L. ein Hauptbestandteil der europäischen Malkunst und auch in USA. stark verbreitet. Unabhängig vom Abendland besitzen China und Japan seit dem 6. Jahrh. n. Chr' eine prachtvoll stilisierte L. in Aquarell, Tusche und Holz-schnittechnik.
Eine L. mif Figuren heißt staffierte Landschaft.
Landseer, Edwin, Sir (M u. Gr), geb. 1802 St. Johns Wood, gest. 1878 ebda. Schüler des J. Ward. Seine nicht immer glatt gemalten Tierbilder mit sentimenta-lisch pointierten Titeln waren einst berühmt.
Lanfranco, Giovanni (M), geb. 1580 Parma, gest. 1647 Rom. Schüler der Carracci und des Renl, tätig in Rom und Neapel. Mit kühn aufgefaßten Kuppelfresken CRom, S. Andrea della valle, Neapel, S. Cennaro) nahm er sich Corregglo als Vorbild. Die vielen Staffeleibilder sind dekorativ lebendig, oft auch nur äußerlich effektvoll.
Lang, Albert (M), geb. 1847 Karlsruhe, gest. 1923 München. Schüler von Trübner. Genrebilder u. breit aufgefaßte Landschaften i. vollen Impressionismus.
Lang, Heinrich (M), geb. 1838 Regensburg, gest. 1891 München. Schüler von F. Voltz. Pferde- u. Schlachtenmaler.
Lange, Julius (M), geb. 1817 Darmstadt, gest. 1878 München. Schüler von Schirmer, angeregt durch Rottmann; tüchtige Alpenlandschaften.
Langer. Robert v. (M), geb. 1783 Düsseldorf, gest. 1846 Haldhausen. Sohn und Schüler des Malers religiöser Bilder Johann Peter L. (1796 bis 1824, strenger Klassizist), Prof. und Galeriedirektor in München; Fresken und religiöse Bilder der klassizistischen Richtung.
Langeveit, Rutger van (M u. A), geb. 1635 Nymwegen. gest. 1695 Berlin, wo er das heute nicht mehr bestehende Schloß Köpenick erbaute.
Langhammer, Arthur (M>, geb. 1855 Lützen, gest. 1901 Dachau. Genrebilder.
Langhans, Karl Ferdinand (A), geb. 1781 Breslau, gest. 1M9 Ber lin. Sohn und Schüler des Karl Gotthard L. Arbeitete In Breslau und Berlin. In Berlin das Palais Prinz Walhelm, In Breslau die Börse, In Leipzig das Neue Theater. Strenger Klassizist.
Lectionarium (Kg), liturgisches Buch mit den bei der Messe zu lesenden Texten aus der Hl. Schrift.
Lederer, Hugo (B), geb. 1871 Znaim, lebt in Berlin. Seine Bildwerke wirken durch große und monumental stilisierte Massen, vorzügliche Darstellung des Nackten.
Hauptwerke: Blsmarckdenkmal in Hamburg, Denkmal Kaiser Friedrichs in Aachen, zahlreiche Bildnisbüsten. Monogr. v. H. Krey (Berlin 1931).
Lederwasch, Familie von Malern aus Tamsweg Im salzburgischen Lungau, nachweisbar von 1630 bis 1813. Der Bedeutendste ist Gregor IV. L. (1727 bis 1792); malte, wie auch die anderen Familienmitglieder, zahlreiche Fresken (Tamsweg, Moosham, Spital am Pyhrn, St. Michael bei Leoben, Althofen im Lungau) und viele Tafelbilder, meist religiösen Inhaltes. Das älteste Mitglied dieser Familie war Gregor I. L. (1630 bis 1695), das letzte Johann L. (1756 bis nach 1813).
Ledoux. Jeanne Philiberte (M), geb. 1767 Paris, gest. 1840 Besse-ville. Schülerin und Nachahmerin des Greuze, Genre.
Leemans, Anthonie (M), (1631 bis 1673) u. Leemans Johannes (M), 1838 bis 1688, Bruder, Stilleberamaler In Amsterdam und Haag.
Leempoels, Joseph (M), geb. 1867 Brüssel. Maler sehr ernst gestimmter Genre- und Sittenbilder von altmeisterlicher Ausführung.
Leemputten, Frans van (M), geb. 1850 Werchter, gest. 1914 Antwerpen, Autodidakt, naturalistische Volks- und Straßenszenen vor sehr hellen landschaftlichen Hintergründen.
Leermans, Pieter (M), geb. 1655, gest. 1706, tätig in Leyden (?). Schüler des G. Dou. Genre. Lefebre, Claude, siehe Febure Claude.
Lefebre, Jules (M), geb. 1836 Touman, gest. 1912 Paris, Schüler von Cogniet, idealistische Gemälde auf naturalistischer Grundlage bei Verwendung des Helldunkels Lionardos. Hauptwerk : „Die Wahrheit" (Paris, Luxembourg).
Lefler, Franz (M), geb. 1831 Langenbrück (Böhmen), gest. 1901 Weißenbach a. d. Triesting. Schüler von Geiger und Wurzinger. Genrebilder und viele dekorative Arbeiten, wie Theatervorhänge in Wien, Brunn, Augsburg, Odessa u. a. m.
Lefler, Heinrich (M), geb. 1863 Wien, gest., 1919 ebda. Schüler v. Gysis, tätig in Wien mit reizenden Illustrationen und kunstgewerblichen Malereien; ferner als Bühnenbildner u. Kostümzeichner für Wien oind New York. Wandbilder im Rathaus, Wien. Hat die Wiener Frühmoderne beeinflußt.
Leger, Fernand (M), geb. 1881 Argentan, lebt in Paris. Maler von vollkommen abstrakten, gegenstandslosen Bildern im kubistischen Sinne.
Legote, Pablo (M), geb. vor 1600, nachw. bis 1672 in Cadix u. Sevilla, rel. Szenen, beeinflußt v. Ribera.
Legrand, Louis (Gr), geb. 1863 Dijon, gest. 1902 Paris. Schüler von F. Kops; vorzüglicher Illustrator mehrerer Pariser Zeitungen, radierte Szenen aus dem Leben des Opernballettes. Monogr. von G. Kahn (Berlin 1909).
Lekythos (Kg), schlanke, griechische ölkännehen von sehr schöner Form, mit linearen Malereien des Totenkultes versehen.
Lelienbergh, Cornelis (M), nachweisbar Haag 1646 bis 1672, Stillleben, tote Tiere.
Lely, Peter Sir (M)„ geb. 1618 Soest bei Utrecht, gest. 1680 als Hofmaler in London, wo er seit 1641 als Nachfolger des Van Dyck lebte. Sehr geschickter u. im Dekorativ-Farbigen glänzend begabter Bildnismaler, der jedoch zum Schlüsse verflachte. Sein richtiger Name war Pieter van der Faes, sein Vater führte den Zunamen Lely.
Lemercier. Jacques (A, B u. Gr), geb. vor 1586 Pontoise, gest. 1654 Paris. Schüler und Nachfolger des S. Debrosse, Hauptarchitekt d. Kardinals Richelieu; studierte in Rom besonders Michelangelo. Hauptwerke: Kirche der Sorbonne, St. Roch (nur begonnen), Palais Royal in Paris, Treppenanlage im Schloß Fon-tainebleau.
Lemot, Francois Frederic (B), geb. 1773 Lyon, gest. 1827 Paris. Meister des französischen Spätklassizismus, der sich auch barocken Erinnerungen hingab. Reiterbildnis Heinrich IV., Paris. Reiterstandbild Ludwig XIV. Lyon.
Lemoyne (Lemoine), Francois (M), geb. 1688 Paris, gest. 1737 ebda. Behandelte mit großer Anmut und feinem Kolorit mythologische und antike Stoffe. Dek-kengemälde in Versailles (Grosser Saal).
Lemoyne, Jean Bapt. (B), geb. 1704 Paris, gest. 1778 ebda. Enkelschüler des Girardon. Hauptwerke: Reiterstandbilder Ludwig XIV in Bordeaux und Rennes, sind in der Revolution zerstört worden.
Le Muet, Pierre (A), geb. um 1591 Dijon, gest. 1669 Paris. Hofbaumeister, arbeitete am Palais Luxembourg und vollendete die Kirche Val de grace in Paris.
Le Nato, Antoine (M), geb. 1588. Laon, gest. 1648 Paris.
Le Natu, Louis (M). geb. 1593 Laon, gest. 1648 Paris, genannt Le Romain.
Le Nain, Matthieu (M), geb. 1607 Laon, gest. 1677 Paris. Drei Brüder, die in ihren schlichten Sittenbildern das nordfranzösische Bauerntum des 17. Jahrh. ohne Pathos und treffsicher schilderten; sie konnten sich trotz der hohen Qualitäten ihrer Werke gegen die höfische Malerei der Lebrunrichtung nicht durchsetzen. Die Bilder der drei Brüder L. gehören zu den malerisch u. kulturgeschichtlich wichtigsten Dokumenten des franz. 17. Jahrhunderts.
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