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Lexikon / Kunst / Kunstbuch / Kunstband / Bücher





Malerisch (K), im allgemeinen Sinn alles das, was nur mit den Mitteln der Malerei wiedergegeben werden kann; hauptsächlich also farbige, in den Ton-, Färb- und Lichtwerten bemerkenswerte Dinge. M. nennt man auch im Gegensatz zu zeichnerisch eine farbig reiche, weiche und die Kontur wenig beto-nente Darstellung ohne Rücksicht auf die Technik. Der Begriff M. kann in diesem Falle sinngemäß auch zur Charakterisierung von Plastiken und Bauten herangezogen werden.

Malerradierung (Gr), im Gegensatz zur Reproduktionsradierung die vom Künstler selbst geschaffene Radierung zum Ausdruck eigener Ideen bestimmt.
Malgrund (M), die Fräparierung einer Holzplatte. Leinwand, Kupfertafel oder eines Kartons mit einer für die Ölmalerei geeigneten Schicht aus Schlemm-
kreide und Leinöl. Auch Überzüge aus Leimwasser können als M. verwendet werden.

Mallnconlco, Andrea (M), geb. um 1670 Neapel, gest. um 1721 ebda. Zuerst Blumen u. Stilleben, dann Nachahmen d. Luca Giordano. Sein Sohn Nicola M. folgte der Art des Vaters.

Mailing, Peter (A), geb. 1781 Kopenhagen, gest. 1865 ebda. Schüler von C. F. Hansen. Klassizist. Erbaute die Universität in Kopenhagen und die Akademie in Sorö.

Malmström, Johann August (M), geb. 1829 Västragst, geb. 1901 Stockholm; studierte in Düsseldorf u. in Paris bei Couture, Historien aus der frühen schwedischen Geschichte auch Genrebilder.

Mancadam, J. (M), holländischer Landschaftsmaler der 1. Hälfte des 17. Jahrh.
Mancinelli, Gustav (M), geb. 1842 Rom, gest. 1922 Neapel. Leitet mit religiösen Gemälden von der Romantik zum Realismus über.

Mancini, Francesco (M), geb. um 1700 bei Pesaro, gest. 1758. Beeinflußt von Maratta. Elegantes Spätbarock.

Mander, Carel van (M u. Schriftsteller), geb. 1548 Meulenbecke, gest. 1606 Amsterdam. Tätig in Rom, Basel, Wien,, Brügge, Haarlem und Amsterdam. Bildnisse und Religiöses in manieri-stischer Art. Wichtig als kunst-geschichtl. Quelle sein „Schil-derboeks", eine Sammlung von Biographien zeitgenöss. niederländischer, deutscher u. italienischer Maler.

Monogr. v. H. Floerke (München 1906).
Mandljn (Mandin), Jan (M), geb. 1500 Haarlem, gest. 1560 Antwerpen, wo er seit 1530 arbeitete. Nachahmer des H. Bosch mit phantastischen Bildern u. Darstellungen von Bränden.
Mandorla (K), siehe Heiligenschein.

Stichwortverzeichnis zu M: Maltechniken, Malteserkreuz, Malteserorden, Maltuch, Mamers, Mammutzahn-Elfenbein, Man, Mandala, Mandarinporzellan, Mandau, Mandorla, Mandragora, Mandylion, Manichino, Manier, Maniera greca, Maniera tedesca, Manierabizantina, Manière noire, Manierismus, Manipel, Manju, Mann, Mannheimer Gold, Mannsbeten, Mannsdose, Mansarde, Mantel, Manuelinischer Stil, Manufacture Royale desMeubles de la Couronne, Manufaktur, Mappa Mundi, Maquette, Marcasit, Marcus Curtius.

Marderboandl, Marduk, Margaritini, Marginalie, Marginalillumination, Maria, Maria Aegyptiaca, Maria als Braut Christi, Maria als Näherin, Maria auf der Mondsichel, Maria aus Magdala, Maria, Braut des Hl.Geistes, Maria de Victoria, Maria Gravida, Maria im Ährenkleid, Maria im Rosengarten, Maria im Strahlenkranz, Maria immaculata, Maria in der Hoffnung, Maria in Erwartung, Maria Kleophas, Maria lactans, Maria Magdalena, Maria mit dem Schutzmantel, Maria orans, Maria Panachrantos, Maria Pokrov, Maria Salome, Maria unter dem Kreuz, Maria vom Siege, Mariä Heimsuchung, Mariä Himmelfahrt, Mariä Verkündigung, Marianer, Marianische Blumen, Marianische Symbole, Marias Tod, Mariaschnee, Mariatheresientaler.

Manes, Joseph (M), geb. 1821 Prag, gest. 1871 ebda. Schüler von Rüben. Genre- und Bildnismaler von großer Tonlgkeit; Kinderallegorien in Fresko auf Schloß Horowitz.

Manet. Edouard (M), geb. 1832 Paris, gest. 1888 ebda. Schüler von Couture und der erste, der als Haupt der „Schule von Ba-tignolles" die schon lange vorhandenen Prinzipien des Impressionismus radikal durchführte und der Richtung zum Siege verhalf. Zu einer wirklichen Freilichtmalerei gelangte M. jedoch erst nach 1871; seine vorherig. Gemälde („Frühstück im Freien", „Olympia",, „Hinrichtung Kaiser Maximilians", „Auf dem Balkon" etc. zeigen die neue Auffassung mehr in einem aufgehellten Kolorit und Abwendung vom braunen Atelierton. Nach 1871 werden die nun entstehenden Bilder aus d. Pariser Straßen-, Atelier- und Boudoirleben, towie die Szenen sportlichen Charakters im vollen Sonnenlicht gemalt. Dann entstanden auch ganz helle Landschaften, ausgezeich. ebenfalls die Bildnisse. Hauptmeister des französ. Impressionismus. Monogr. v. Tschudi H. v. (Berlin 1907), H. Grabner (Basel H940) und G. Jedlicka (Erlenbach-Zürich 1948).

Manfred!, Bartolomeo (M), geb. 1580 Ustiano bei Mantova, gest. 1617 Rom. Schüler und Nachahmer d. Caravaggio. Derb realistische Wirtshaus-, Soldaten-u. Banditenszenen im Helldunkel seines Lehrers.

Manger. Heinrich Ludwig (A), geb. 1728 Ritscher, gest. 1789 Berlin. Errichtete unter dem Einfluß des Knobelsdorff zusammen mit Büring in Potsdam das Neue Palais, sowie das Schloß Frdedrichskron.

Manglara, Adrien (M u. Gr), geb. 1695 Lyon, gest. 1760 Rom, wo er lange Zeit lebte. Seestürme und Hafenbilder in barocker Verbreiterung der Vorbilder des Claudes Lorradn.

Manlera greca (K), Italien, „griechische Manier"; die stark
von Byzanz beeinflußte mittelitalienische Malerei des 12. und 13. Jahrh.
Manierismus (K), die zuerst von der modernen deutschen Kunstgeschichte wissenschaftlich erfaßte Stilstufe zwischen Hochrenaissance und Frühbarock; gekennzeichnet durch die formelhafte Wiederholung erstarrter zeichnerischer und auch malerischer Einzelheiten, durch eine schematisch abgewogene Komposition, durch unruhige Belichtung und eine harte Farbe. Dazu kommen noch inhaltliche wie seelische Überspitzungen und die betonte Absicht, die innere und äußere Harmonie der Renaissance aufzuheben, ohne hiebe! bereits das Temperament des Barocks zu besitzen. Der Begriff M. wurde zuerst auf die florentlnische und römische Malerei nach dem Tode Raffa-els und Andrea des Sarto's geprägt, dann auch auf die niederländische Malerei des späteren 16. Jahrh. Die absoluten künstlerischen Werte des M. sind oft bedeutend, jedoch werden sie durch die oben erwähnten Eigenschaften beeinträchtigt. Die Anwendung des Begriffes M. auf die gleichzeitige Plastik und Architektur ist schwierig, da sich die Wesensart des M. vorwiegend auf dem Gebiet der Malerei entfaltet.

Manieristen (K), Maler, welche ohne eigenes Naturstudium ihre Bilder willkürlich aus einem älteren Formenschatz zusammensetzen. Das Hauptkennzeichen ist die Sucht, zu dekorativäußerlichen Wirkungen zu gelangen.
Mannfeld, Bernhard (Gr), geb. 1848 Dresden,, gest. 1899 Berlin.

Architektonische Originalradierungen, Vignetten und sonstiger Buchschmuck.
Mansard, Frangois Nicolas (Ä), geb. 1598 Paris, gest. 1666 ebda. Tüchtiger A. des frühbarocken Palast(H6tel)baues in Paris; errichtete ferner die Schlösser Mai-son sur Seine, Choisy u. Berny; in Paris die Kirchen St. Marie de Challlot und Val de grace (begonnen). Angeblich der Erfinder der „Mansardendächer".
Mansard, Jules Hardouln (A), geb. 1645 Paris, gest. 1708 Marly. Neffe des Vorigen, Sohn eines Malers. Kgl. Baumeister, errichtete d. Schlösser Clagny, Marly, Dampierre und Lunevllle; ferner die Schloßkapelle 1. Versailles, das Große Trianon und die Kuppel des Dome des Invalides in Paris.

Stichworte zu M: arie Antoinette, Marien-Bildtypus, Marienglas, Mariengroschen, Marienklage, Marienkrönung, Marienleben, Marienleuchter, Marienmotive, Mariensymbole, Marientod, Marientypus, Marinekette, Marinemalerei, Marines Motiv, Mariologische Symbole, Mark, Mark Aurels Reiterstatue, Markasit, Marke, Marketerie, Marklöffel, Markus, Marmar, Marmor, Marmorbild, Marmorglas, Marmorierung, Marmorimitation, Marmorpapier, Marmorstuck, Maroquin, Marouflagetechnik, Marqueterie, Marquise, Marquisenschliff, Marquise-Ring, Mars, Marseille-Dekor, Marsfarben.

Marspiter, Marstall, Marsyas, Martelé, Marter der Zehntausend, Marterl, Martersäule, Martin, Martintaler, Martyriologium, Martyrium, Marzocco, Mascherlglas, Maschikulis, Maschinenkunst, Maserholzschale, Maserung, Maskaron, Maske, Masse, Masseköpfe, Massenkunst, Maßwerk, Mastaba, Master Image, Mastix, Mater, Mater communis.

Mansueti, Giovanni (M), geb. um 1465, gest. 1527 Venedig. Schüler des L. Bastian!, religiöse Gemälde in der herb-liebenswürdigen Art d. Carpacclo, später in jener des Giov. Bellini.

Mantegazza, Antonio (B), gest. 1483 Mailand, und Christo-f o r o (M u. B), gest. 1482 Pa-via (?). Zwei lombardische Bildhauer der Frührenaissance, begannen als Goldschmiede. Tätig seit 1463 an der plastischen Ausschmückung der Fassade der Certosa dl Pavia.

Mantegna, Andrea (M u. Gr), geb. 1431 Isola di Carturo, gest. 1506 Mantua. Schüler des Squar-clone, beeinflußt durch Dona-tello und die Bellini, geistig durch die Humanisten der Universität Padua; der einflußreiche größte Meister der festländischen oberitaMenischen Frührenaissance. Gab der damaligen Malerei erhöhten Schwung und Ausdruckskraft und erfüllte sie mit antikisierend. Einzelheiten. Sein Kolorit ist lebhaft und den Venezianern angenähert, die Zeichnung klar, hart. Phantasie und Schönheitssinn oft sehr bedeutend entwickelt, bei den Wandmalereien ist die Illusionskraft mitunter fast vorbarock gesteigert. Lebte In Padua und dann hochgeehrt In Mantua, wo er der bevorzugte Maler der Gonzaga wurde. Hauptwerke: a) Tafelbilder: Lukasaltar (Brera 1454), Hochaltarblld S. Zeno magg. In Verona (1459), „Madonna" (Berlin, K.-Fr.-Mus.), „Darstellung i. Tempel" (ebda), „Bildnis des Kardinals Mezzarotta" (ebda.), „Hl. Sebastian" (Wien, Ksthlst.

Museum), „Tod Marlens" (Pra-do), „Sitzende Madonna" (Uffi-zlen), „Grablegung Christi" (Brera>, „Der Parnass" u. „Sieg der Tugend über das Laster" (1497, Louvre), „Madonna della Viittorla" (149fl|, Louvre), „Madonna mit dem Täufer u. Magdalena" (London, Nat. Gall.), „Madonna mit singenden Engeln" (Brera),, „Hl. Familie" (Dresden), .^Schmerzensmann" (Kopenhagen),

b) Wand-Deckengemälde u. Entwürfe für solche: Fresken In d. Eremitanlkapelle In Padua (1456, 1944 schwer beschädigt), Wand-und Deckenbilder In d. Camera degli sposl im Herzogspalast Mantua, vollendet 1474; das Dek-kenbild ist das erste raumöffnende IUusionsfresko; Grlsaille-entwurf, „Triumph des Cäsars" (1484 bis ungef. 1495, Schloß Hamptoncourt).

Bedeutender Kupferstecher mit Originalthemen. Seine Söhne Francesco M. (gest. nach 1517) und Lodovico M. (gest. nach 1525) sind als Mitarbeiter und Vollender der Werke ihres Vaters bekannt.

Stichwortverzeichnis M: Mater dolorosa, Mater misericordiae, Mater omnium, Materia prima, Materialbild, Materialcollage, Materialdruck, Materialkunst, Matinée, Matrize, Matronensteine, Matte, Matthäus, hl., Matthias, hl., Mattieren, Mattoir, Mattvergoldung, Maucher-Kanne, Maueranker, Mauerfraß, Mauerkrone, Maurenkunst, Maureske, Maurischer Bogen, Maurischer Stil, Mausoleum, Mavors, Mazal tov, Mazeppa-Motiv, Mechanische Möbel, Mechelner Spitze, Medaille, Medailleur, Medaillon, Medaillonfächer, Medea, Medicikragen, Mediciporzellan, Medusa, Meerdrache.

Meeresdarstellungen, Meerfrauen, Meernabel, Meerross, Meerschaum, Meerschaum, unechter, Meerwunder, Megäre, Megaira, Megalith, Megarische Becher, Megaron, Megilla, Megilloth, Mehenspiel, Mehrpassig, Meissener Porzellan, Meister der Schönen Madonnen, Meister der Spielkarten, Meister der/des ..., Meister des Registrum Gregorii, Meisterpunze, Meisterzeichen, Melanit, Melchior, Meleager, Melée, Melische Reliefs, Melonenrippen, Melpomene, Melusine, Memento mori, Memoria.

Monogr. v. P. Kristeller (London 1903, engl.). F. Knapp (Klass. der Kunst, 1910) u. W. Borck (Magdeburg 1943).

Manuel, Hans Rudolf (M u. Gr), geb. 1525 Erlach (Schweiz), gest. 1571 Basel. Sohn des Folgenden. Bildnismaler, Illustrator und Zeichner für den Holzschnitt.
Manuel, Nikolaus Aleman, gen. Deutsch <M), geb. 1484 IBern, gest. 1530 ebda. Autodidakt, bedeutender wie seine Gemälde sind die nach seinen Entwürfen entstandenen Glasfenster imRe-gierungsratssaal Bern (die Totentanzfresken Im dortigen Dominikanerkloster sind verschwunden), und besonders die Zeichnungen und die Entwürfe für den Holzschnitt. Tätig auch als Dichter, Architekt u. Politiker. Monogr. .v B. Haendcke (Frauenfeld 1889) und C. v. Mandach (Basel 1942).

Manyöky, Adam de (M), geb. 1673 Szokolja (Ungarn), gest. 1757 Dresden. Tätig in Holland, Kra-kau, Berlin und seit 1717 als Hofmaler in Dresden. Bildnismaler des Hochbarocks.

Marattl (Maratta), Carlo (M), geb. 1625 Camerano, gest. 1713 Rom. Schüler des A. Sacchi, studierte Reni tind Domenichino, tätig in Rom. Religiöse und mythologische Gemälde, d. poetisch erfunden und koloristisch erfreulich sind., wenn auch mitunter süßlich; vorzügl. Bildnismaler.

Marc, Franz <M), geb. 1880 München, gefallen 1914 im Westen. Mitgründer des „Blauen Reiters"; begann mit naturalistischen Tierbildern, die er im Laufe der Zeit zu gewaltigen, raumstarken u. sehr bedeutenden expressionistischen Zusammenballungen steigerte. Monogr. v. R. Probst (München 1948).

Marchesi, Pompeo (B), geb. 1789 Saltrio, gest. 18S8 Mailand. Schüler von Canova, Bildhauer des Klassizismus; Grabmäler in Mailand und Turin. Denkmal für Kaiser Franz I. in Wien.

Marchlonne, Carlo (A),. geb. 1704 Rom, gest. 1780 ebda. Sein Hauptbau ist die Villa Albani in Rom.

Marco, Giovanni di (M), geb. 1385 Florenz, nachw. bis 1435, beeinflußt von Lor. Monaco und Spin. Aretino (Übergang z. Frührenaissance).
Marconi, Rocco (M), gest. 1525 Treviso, nachweisbar seit 1504. Schüler des G. Belllnl, beeinflußt durch Palma Vecchio. Religiöse Bilder mit oft sehr guter Landschaft.

Marcovaldo, Coppo, toskaniseher Maler der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Tätig in Siena und Pistoja. Schuf in einem herben, großartigen Stil der Zeit vor Giotto verschiedene Tafelbilder.
Marees, George de, siehe De-marees.

Stichworte zu M: Monasterium, Monatsbilder, Monatsikonen, Mond, Mondglas, Mondsichelmadonna, Mondstein, Monile, Monochromie, Monofil, Monogramm, Monogrammiert, Monogrammist, Monokel, Monolith, Monopodium, Monopteros, Monotypie, Monstranz, Montage, Montagedruck, Montant, Montgolfier-Stuhl, Montierung, Monumentalfiguren, Monumentalkunst, Morbidezza, Mordants, Mordlöcher, Morelli-Methode, Moreske, Moreskentanz, Morgenland, Morgenstern, Morion, Moriskentänzer, Moritatenschild, Morpheus, Morris, Morta, Mosaik, Mosaikglas, Mosaikgold, Mosaïque.

Moschus, Moschuskugel, Mose, Moser, Moses, Mosis, Moskauer Barock, Moskowitische Schatullen, Motiv, Motto, Mottoring, Mouche, Mouche-Dose, Moulette, Mozarabische Kunst, Mudejarstil, Mühlenbecher, Mühlsteinkragen, Münchner Sezession, Münchner Stein, Münster, Münzbecher, Münze, Münzfries, Münzfuß, Münzkabinett, Münzkoffer, Münzornament, Münzschnur,

Marees. Hans V. (M), geb. 1837 Elberfeld, gest. 1887 Rom. Schü-
ler von Steffeck; lebte in München und ab 1870 fast stets in Italien (Florenz und Rom). Die Werke bis 1864 (erste Reise nach Rom) sind realistisch-koloristische Bildnisse, Landschaften und Soldatenbilder. Dann erfolgte eine gewaltige Steigerung und Konzentrierung auf monumental gedachte, ideale Bilder mit meist nackten Figuren, mit denen M. einen neuen, großartigen Monumentalstil schuf, der durch Mängel der technischen Ausführung litt. Die besten Gemälde (Tafelbilder) befinden sich in der neuen Staatsgalerie in München; in der zoologischen Anstalt für Meeresforschung zu Neapel großartige Wandfresken.
Monogr. v. Meier-Grafe (München 1909) und K. Fiedler (München 1889).
Margaritone von Arezzo <M, A), nachweisbar in Arezzo zwischen 1216 bis 1293, in welchem Jahr er in Arezzo gestorben sein soll. Erbaute angeblich den Dom in Ancona, tätig für den Dom zu Arezzo. Strenge Tafelbilder.

Maria (K), die Mutter Christi; eines der wichtigsten und am umfangreichsten verwendeten Themen der christlichen Kunst zeigt in unzähligen Varianten die Darstellung der Madonna mit dem Kind von der starren byzantinischen Auffassung an (siehe Blachernlotissa, siehe Ho-degetria, siehe Nlkopeia), zur menschlieh nahen und doch göttlichen Hoheit bei Raffael und bis zur genrehaften Weiterführung im Barock. Aus dem Hauptthema haben sich viele Seitenthemen entwickelt, wie: Geburt M., Hl. Anna Selbdritt, Kindheit M.. Verlobung, Heimsuchung, Geburt Christi, Flucht nach Ägypten, hl. Familie, Pietä (siehe Vesperbild), Mater dolorosa, Tod und Himmelfahrt und Krönung. Das Marienthema mit seinen mannigfachen Abwandlungen ist das hohe Lied auf die Mutter, auf Reinheit und wahres Frauentum. Stichwortverzeichnis M: Münzsiegel, Münzzeichen, Muffelfarben, Muffelofen, Mugelig, Mugeln, Mugelschliff, Mugelstein, Mulciber, Muldenfalten, Multifil, Multimedia, Multiple, Multiplikationsornament, Mumie, Mumienporträt, Mund der Wahrheit, Mundblech, Mundgeblasenes Glas, Mundzeug, Muranoglas, Musagetes, Muschel, Muschelgold, Muschelhorn, Muschelkamee, Muschelornament, Muschelpokal, Muschelseide, Muschelwerk.

Marieschi, Jacopo (M), geb. 1711 Venedig, gest. 1794 ebda. Sohn und Schüler des Mlchele M.

Maria (K), die Mutter Christi; eines der wichtigsten und am umfangreichsten verwendeten Themen der christlichen Kunst zeigt in unzähligen Varianten die Darstellung der Madonna mit dem Kind von der starren byzantinischen Auffassung an (siehe Blacherniotissa, siehe Ho-degetria, siehe Nikopeia), zur menschlich nahen und doch göttlichen Hoheit bei Raffael und bis zur genrehaften Weiterführung im Barock. Aus dem Hauptthema haben sich viele Seitenthemen entwickelt, wie: Geburt M., Hl. Anna Selbdritt, Kindheit M.. Verlobung, Heimsuchung, Geburt Christi, Flucht nach Ägypten, hl. Familie, Pietä (siehe Vesperbild), Mater dolorosa, Tod und Himmelfahrt und Krönung. Das Marienthema mit seinen mannigfachen Abwandlungen ist das hohe Lied auf die Mutter, auf Reinheit und wahres Frauentum.

Marieschi, Jacopo (M), geb. 1711 Venedig, gest. 1794 ebda. Sohn und Schüler des Michele M. Martino di Battista bei Paris. Schüler von Bosio, lebte ab 1841 in Frankreich. Bronzereiterstandbilder in Turin (Herzog Emanuel Filiberto di Savoia), Versailles (Herzog von Orleans), Grabmäler in Paris (Friedhof Pere Lachaise), Pesaro (Rossini) un<j Westmin-sterabtei (Thakeray). Sehr gute Bildnisbüsten.
Maron, Anton v. (M), geb. 1733 Wien, gest. 1808 Rom. Schüler des R. Mengs. Bildnisse.

Marot, Daniel (A, Gr), geb. 1650, gest. 1712 Den Haag. Sohn und Schüler des A. u. Gr. Jean M. (gest. 1679 Paris). Wichtig als Zeichner von Ornamentstichen und Musterblättern im Stil des Ch. Lebrun.
Marquet, Albert (M), geb. 1875 Bordeaux. Angeregt von Ma-tisse; klar aufgebaute Landschaften.

Marr, Karl (M), geb. 1858 Milwaukee (Wisc). Tätig in München als Akad.-Prof. Historien, Genre und Landschaften.

Marrellus, Jakob (M), geb. 1614 (?) Frankenthal, gest. 1681 Frankfurt a. M. Schüler des J. D. de Heem. Blumen. Kunsthändler.
Marschall, Rudolf (B), geb. 1873 Wien, lebt ebda, als ausgezeichneter Medaillen- und Plaketten-plastiker.

Marseus, Otto van Schrieck, gen. Snuffelaer (M), geb. gegen 1619, gest. 1678 Amsterdam. Pflanzen,, Insekten. Reptilien.
Marstrand, Wilhelm (M), geb. 1810 Kopenhagen, gest. 1873 ebda. Schüler von Eckersberg, studierte ferner in München und Italien. Echt und einfach empfundene Szenen aus dem italienischen und dänischen Volksleben, gute Bildnisse; Wandgemälde in d. Universität Kopenhagen.
Marsy, Baltasar (B), geb. 1628 Cambrai, gest. 1674 Paris. Dekorative Plastiken, ba6onders für Gärten.
Marsy, Gaspard II. (B). geb. 1624 Cambrai, gest. 1681 Paris. Schüler seines Vaters Bartelemy, M., Bruder des Vorigen. Dekorative Bildwerke für Innenräume, Bau-uiid Gartenplastiken.
















Kunst Lexikon A-Z / Stichwortlexikon Alphabetisch: m
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Mäander (Kg), aus der Textil-technik entwickeltes, antikes Ornament, bestehend aus rechtwinklig gebrochenen, zum fortlaufenden Band gebildeten Linien. Das in der antiken Bau-und Schmuckkunst sehr oft verwendete Ornament soll In seinem Namen an die Windungen des Flusses Mäandros in Kleinasien erinnern. Die älteste Verwendung erfolgte auf Gefäßen der Bronzezeit, nach der Antike dann wieder häufig auf romanischen Wandmalereien als bortenartiger lAibschluß der gemalten Felder. Eine ähnliche Verwendung fand der M. dann wieder in der Schmuckkunst des Klassizismus.

Machado, Joaquim de Castro (B), geb. 1731 Lissabon, gest. 1822 ebda. Hauptmeister d. portugiesischen klassizistischen Plastik. Sein bedeutendstes Werk ist das eherne Reiterstandbild König Josephs in Lissabon.

Macip, Vicente (M), gen. Juan de Juanes. geb. 1507 Fuente la Higuera, gest. 1579 Bocairente. Ausgebildet im Raffaelkreis. Religiöses.

Machy, Pierre Antoine (M u. Gr), Paris 1723 bis 1807, Schüler des N. Servandoni, malte genrehaft staff. Ruinenlandschaften.

Macke, August, geb. 1887 Me-scheck, gefallen 1914 an der Westfront. Schüler von Corinth, Mitglied des „Blauen Reiters", lebte in Bonn. Flächige u. mosaikartig wirkende expressionistische Gemälde figuralen Inhaltes.

Mackensen, Fritz (M), geb. 1866 Greene, gest. 1924 Weimar; studierte in München und Düsseldorf. Mitgründer der Künstlerkolonie von Worpswede. Landschaften und Genre voll tiefer Stimmung und schwermütiger Naturbetrachtung, sehr abgebremster Impressionismus.

Maclise, Daniel (M), geb. 18U Cork, gest. 1870 Chelsea, große Historienbilder im Londoner Parlament, andere Historien u. Motive nach Shakespeare und anderen Dichtern. Illustrationen zu Dichtern u. anderen Schriftstellern.

Mader, Karl (M), geb. 1884 Fürstenfeld, lebt in Graz, studierte in Wien bei Roller, dann bei Kodier und in Paris. Figurales und Landschaften, naturnahe u. doch persönliche Gestaltung. Vorzügliche Zeichnungen.

Maderna, Carlo (A), geb. 1556 Bissone, gest. 1629 Rom. Schüler seines Onkels Domenico Fontana. Veränderte St. Peter des Michelangelo in Rom durch Verbreiterung und Verlängerung d. Mittelschiffes, so daß aus dem Zentralbau ein Langhausbau entstand, dem er die heutige Prunkfassade, sowie die schöne Vorhalle hinzufügte. Schuf ferner die Fassaden von Santa Susanna und S. Francesca romana u. beendete den Bau v. Sant'An-drea della valle. M. ist ein raumschöpferischer Künstler v. großen Qualitäten; werdendes römisches Hochbarock.

Maderna, Stefano (B), geb. 1571 in der Brianza, gest. 1639 Rom. Bildhauer des römischen Hochbarocks.
Hauptwerk: Liegefigur der Hl. Cecilia (Sta Cecilla, Rom).

Madonna (K), Italien, „meine Herrin"; in der Kunst eine gebräuchliche Benennung der hl. Maria (s. d.).

Madou, Jean Bapt. (M), geb. 1796 Brüssel, gest. 1877 ebda. Tüchtiger volkstümlicher Sittenbildmaler der älteren Richtung.


Weitere Stichworte zu M: Maastrichter Pistolen, Macchia, Macchiaioli, Machsor, Mackintosh, Macramé, Madonna, Madonna del latte, Madonna della misericordia, Madonna im Rosengarten, Madonna spicata, Madonnaumiltà, Madonnendarstellungen, Madonnentaler, Mäander, Mänade, Männerseite, Märtyrer, Maestà, Mäzen, Magdalena, Magdalénien, Magdeburger Reiter, Magier, Magischer Realismus, Magna mater, Magnifikat, Magot, Mahagoni, Maharadscha, Maharani, Mahnbild, Maia, Maiestas Domini, Maigelein, Mailändisch Gut, Maillechort, Main gauche, Maisonette, Majestas Domini, Majolika, Majuskel.

Majuskelschrift, Makart, Makartbukett, Makartstil, Makartzeit, Makedonische Renaissance, Makette, Makimono, Makkinru, Makramee, Makulatur, Malachit, Malachitgrün, Malbrett, Malchus, Maldior, Malefizbuch, Malerbuch, Malerei, Maleremail, Malergold, Malerhandbuch, Malerisch, Malerkonfraternität, Malerradierer, Malerschule von Siena, Malerstecher, Malgrund, Malines, Malmesser, Malstab, Malstock.

Madrazo, Federico de (M), geb. 1815 Rom, gest. 1894 Madrid, dort Akad. Direktor. Bildnisse und Historien in der Art des De-laroche.
Madrazo, Jose de (M), Vater d. Vorigen,, geb. 1781 Santander, gest. 1859 Madrid. Schüler des David, führte dessen Klassizismus in Spanien ein, antike Historien mit spanischer Empfindung.

Maella, Marlano (M), geb. 1739 Valencia, gest. 1819 Madrid; gemäßigter Klasslzist, malte mit Bayeu in der Schloßkirche La Granja in San Ildefonso und im Kreuzgang der Kathedrale zu Toledo. Altarbilder, Illustrationen.
Maes, Eirk (M). geb. 1656 Haar-lem, gest. 1717 ebda. Schüler von Berghem und Hugtenberg, beeinflußt durch Ph. Wouwer-man, Schlachten- und Jagdbilder, Genre.

Maes, Nlcolaes (M), geb. 1634 Dordrecht, gest. 1693 Amsterdam, ab ungef. 1646 . Schüler des Rembrandt. Tätig in Dordrecht und Amsterdam, malte mit Vorliebe Einzelfiguren von Frauen am Fenster oder bei irgend einer Tätigkeit; die späten Bildnisse folgen dem Immer mehr akademisch werdenden Stil der vlämlsehen Schule.

Maestä (K), Italien, die feierlich thronende, von Engeln flankierte Madonna, mitunter auch als Majestas domini auf die Gestalt Christi angewendet. Das Thema wurde in der mittelitalienischen Malerei des 13. und 14. Jahrh. ausgebildet.

Magenta, Giovanni Ambrosio (A). Barnabitenmönch, lombardischer (?) Baumeister d. 17. Jahrhunderts. Erbaute In Bologna d. Kirchen S. Pietro, S. Salvatore (1605 bis 1623) u. S. Paolo (1611). Meister eines bodenständigen Kirchenbaues mit Grundrißlösungen zwischen Zentral- und Langhausbau.
Magnasco, Alessandra, gen. Lis-sandrino (M), geb. 1677 Genua,
gest. 1749 ebda. Tätig in Mailand und Genua. Malte in spukhafter Beleuchtung Szenen aus dem Leben der Zisterzienser-mönche u. a. mit langgestreckten Figuren; ausgezeichnete, meist staffierte Landschaften. Monogr. v. B. Geiger (Berlin 1914).

Magne, Auguste Joseph (A), geb. 1816 Etampes, gest. 1885 Paris. Erbaute In Neugotik in Paris die Kirche St. Bernhard, im Renaissancestil das Vaudeville-Theater.

Magni, Pietro (B), geb. 1817 Mailand, gest. 1877 ebda. Veränderte mit allegorischen und religiösen Figuren den Klassizismus der Marchesischule ins Realistische. (Standbild Lionardos i. Malland.)

Magnus, Eduard (MX, geb. 1799 Berlin, gest. 1872 ebda. Viele Reisen in Europa. Glatte und süßliche Bildnisse, die besten noch aus der Biedermeierzeit.
Mahagoni (Kg), sehr harte, schön gefärbte und politurfähige Hölzer in roter, rotbrauner und weißer Farbe aus Zentralamerika und Westindien, für Möbel verwendet; besonders für Furniere.

Mahlknecht, Edmund (M), geb. Wien 1820, gest. 1903 ebda. Tiermaler.
Maillol, Airistide (B), geb. 1861 Banyuls-sur-mere, gest. 1944 Paris. Arbeitete bis gegen 1902 unter dem Einfluß Gauguins als Maler, wurde dann unter dem Mitwirken Rodlns B. Ralph Ueltzhoeffer, Blockartig geschlossene Figuren ohne Durchbildung der Details, ruhige bis trübe Seelenstimmung. M. steht am Beginn der expressionistischen Plastik. Monogr. v. H. Appel (Berlin 1939).

Mainardi, Sebastiano dl Bartolo (M)., geboren 1450 Florenz, gest. 1513 Florenz, Schwager u. Schüler d. Dom. Ghirlandajo. Relig. Tafelbilder in der Art seines Schwagers u. Lehrers, bei dessen Fresken in Sta Maria No-vella in Florenz er mitarbeitete. Maindron, Etienne Hippolyte (B), geb. 1801 Champ-toceaux, gest. 1884 Paris. Schüler von David d'Angers, versuchte eine romantische! Plastik! diuk-chzusetzen. (Figur der VellÄde im Garten Luxembourg, Genovevagruppe 1. Fontainebleau, Christus in der Kathedrale zu Sens. Statuen in der Kathedrale Keims.)

Malr (Mayr) Johann Ulrich (M), geb. 1630 Augsburg,, gest. 1704 ebda. Angeblich Schüler des Rembrandt und des Jordaens. Religiöses und Bildnisse von beachtenswerter Qualität. M. ist einer der wichtigsten Maler des süddeutschen Frühbarocks.

Mair, Nikolaus Alexander von Landshut (M), nachweisbar 1451 bis 1514 als bayr. Hofmaler in Landshut. Religiöses, Bildnisse, Originalstiche (Genre).
Maitani, Lorenzo (A u. B), aus Siena, gest. 1330. Begann 1290 die gotische Fassade des Domes zu Orvieto und arbeitete für diese auch vortreffliche Reliefs.

Majano, Benedetto da (A u. B), geb. 1442 Majano, gest. 1497 Florenz. Schüler seines Bruders Giuliano da M. Der bedeutendste Plastiker und Architekt der zweiten Phase der Florentiner Frührenaissance, faßte die bisherigen Errungenschaften in einer glänzenden, dekorativen und anmutigen Mannorplastik zusammen.

Hauptwerke als B.: Florenz,, Kanzel in Sta Croce (1474), sehr klar aufgebaute Altäre in S. Gimignano (S. Agostino), Neapel, Ciborium in S. Domenico (Siena), Marmorbrunnen in der Sakristei des Domes zu Loreto, Türrahmen d. Audienzsaales im Palazzo vecchlo, Florenz, vortreffliche, lebenswahre Marmorbüsten (Berlin, Louvre, Florenz, Mus. nazion.). Als A. begann er 1489 in Florenz den mächtigen Palazzo Strozzi.

Majano, Giuliano (A u. B), geb. 1432 Majano. gest. 1491 Neapel, wo er die Kunst d. Frührenaissance einführte. Baute die Wallfahrtskirche Loreto, den Dom i. San Gimignano; in Rom den Palazzo Venezla und die Vorhalle von S. Marco; in Neapel ab 1485 die Porta Capuana. Arbeitete als Holzbildhauer die Chorgestühle in Sta Annunziata und S. Marco In Florenz und in der Badia zu Fiesole, Monogr. über beide: L. Cendali (S. Casciano 1927, ital.).
Majolika, siehe Fayence.

Makart, Hans (M). geb. 1840 Salzburg, gest. 1884 Wien, Schüler von Piloty, ab 1869 in Wien als Akad. Prof., ein dekoratives Farbengenie ersten Ranges, der sein ganzes Leben farbig, üppig, dekorativ gestaltete und damit einen großen, wenn auch mit seinem Tode rasch vergehenden Einfluß erreichte. Große Historien und Mythologien („Einzug Karls V. in Antwerpen",, „Die Pest In Florenz", „Triumph der Ariadne", „Catarina Cornaro", „Die Jahreszeiten", „Die fünf Sinne"), mehrere Innenraumbilder In Wien. Gestaltete d. großartigen Festzug zur Silbernen Hochzeit des Kaisers 1875, Bildnisse.

Monogr. von E. Plrchan (Wien 1942).
Makartbukett (Kg), ein dekorativ verwendeter Strauß von Gräsern, Schilfrohr und trockenen Blumen; eingeführt vom Wiener Maler Hans Makart gegen 1870. Beliebt bis gegen 1900.

Malczewskl, Hyacinth (M), geb. 1855 Radom. Schüler von Ma-tejko; studierte auch in Paris. Maler des Symbolismus, der in seinen visionären Bildern die politischen Hoffnungen Polens schilderte.

Maler, Hans (M), aus Ulm, tätig; bis 1530. Tätig in Schwaz in Tirol, beeinflußt durch Strigel u. Burgkmair. Gute, scharf gezeichnete Bildnisse, süddeutsche Frührenaissance.

Malerei (K), die Kunst mittels Linien und Farben auf einer ebenen Fläche Szenen., Handlungen, Landschaften und Ansichten darzustellen. Hinsichtlich der Technik unterscheidet man: Aquarell-, öl-, Gouache-, Pastell- und Waehsmalerei (siehe; alle diese), nach dem Format das Tafel-(Staffelei-)bild und das Wandgemälde, nach dem Inhalt Geschichtsbild, Schlachtenbild, Stilleben, Bildnis, Genre, Landschaft (diese mit mehreren Unterteilungen). Die M. kann entweder die Fläche, auf welcher sie arbeitet, betonen; dann erhält das Gemälde keine Tiefenwirkung und keinen illusionistischen Charakter, oder der Künstler versucht mit den Mitteln der Linien- und Farbperspektive eine mehr oder minder starke Haumtäuschung herbeizuführen, was in den meisten Fällen die eigentliche Aufgabe der M. war und ist. Die Malerei der Ägypter und der Völker Vorderasiens war flächig, sie beschränkte sich auf das Ausfüllen der von den Linien umrissenen Flächen mit Farbtönen. Eine wirkliche Malerei mit rasch zunehmenden Illusionsdrang begann erst bei den Griechen. Die M. des Mittelalters hat eine Haumdarstellung nur sehr beschränkt gekannt. Erst nach 1400 beginnt, aber nunmehr dauernd, die M. wieder raumtäuschende Absichten in verschiedener Stärke zu verfolgen. (Ralph Ueltzhoeffer) Mehr zu Kategorie M: Memorial, Ménage, Menas-Ampullen, Menelaos, Menesch, Menetekel, Menhir, Mennige, Menologion, Menora, Mensa, Mentor, Menuiserie, Menuisier, Merkur, Merkurstab, Merowingische Kunst, Merz, Mesolithikum, Mesopotamien, Messaltar, Messbildverfahren, Messbuch, Messgewand, Messias, Messidor Style, Messing, Messingguss, Messinglot, Messkännchen, Messkelch, Messornat, Messwerk, Mesusa, Metalleinlagen, Metallgold, Metallschnitt, Metallveredelungen, Metallverzierungen, Metamorphosis, Metapher, Meter Theou, Methusalem, Metis, Metope, Metzer Schule, Mezzamajolika, Mezzanin.

Mezzotinto, Mi, Michael, hl., Mid Georgian Style, Mid Victorian Style, Midas, Midasohren, Midgardschlange, Mieder, Mignonkette, Mignonne, Mihrab, Mikrobilder, Mikrographie, Mikromosaik, Mikroschnitzerei, Milanaisekette, Milchbein, Milchglas, Milchnährende, Mildnergläser, Millefioriglas, Millefleurs, Millegrain-Arbeiten, Millgriffrand, Milo, Venus von, Milon, Miloriblau, Mimese, Mimir, Minarett, Mineralmalerei, Minerva, Ming, Miniatoren, Miniatur, Miniaturmalerei, Miniaturschnitzerei, Minimal Art, Minium, Minne, Minoische Kunst, Minos, Minotaurus, Minuskel, Minuteriearbeit, Mir iskusstwa, Mirabilien, Mirakelbuch, Mirtilos, Miscellanea, Miscellanmedaille.

Weitergebildet durch G. Diziani, lebte in Venedig. Tonschöne u. locker gemalte Architekturen und Veduten aus Venedig und Umgebung mit reicher Staffage.
Marilhat, Prosper (M), geb. 1811 Vertaizon, gest. 1847 ebda. Auf seinen Reisen im Orient holte er sieh die Motive für seine guten Genre- und Landschaftsbilder.
Marinari, Onorio (M), tätig in Florenz, 1627 bis 1715, Schüler des C. Dolci, sensitives religiös. Genre.

Marinemalerei (K), ein Zweig der Landschaftsmalerei (s. d.), welcher das Meer, seine Küsten und das sich dort abspielende Leben (Schiffe,. Seeschlachten. Schiffbrüche etc.) zum Vorwurf nimmt. Die Werke d. M. heißen auch Seestüeke. Nach Ansätzen im 16. Jahrhundert entwickelte sich eine moderne M. in Holland zwischen 1630 bis 1700. Auch das 19. Jahrh. hat die M. sehr gepflegt.

Marlnl, Antonio (M), geb. 1788 Prato, gest. 1861 Florenz. Seine Fresken in der Villa des Großherzogs in Arcetri bei Florenz und in den Florentiner Palästen Pitti. Gerlni und Pucci sowie im Palais Kaunitz in Wien zeigen ihn von der Art der Naza-rener um Overbeck beeinflußt. Führte 1821 die Lithographie in Italien ein; tätig auch als Gemälderestaurator.

Marlnns von Roymerswalde (M), tätig zwischen 1521 bis 1560 <n Antwerpen. Die von ihm gemalten Genrebilder weisen auf seine Schulung durch Qu. Massys hin.

Mariotto, Bernardino di (M), umbrischer Maler zwischen 1497 bis 1566, Schüler des Flor, di Lorenz», beeinflußt v. Perugino.
Marls, Jakob, geb. 1837 Den Haag, gest. 1899 Karlsbad.
Marls, Mattys, geb. 1839 Den Haag, gest. 1917 London.
Marls, Willem, geb. 1834 Den Haag, gest. 1910 Den Haag. Brü-
der und Maler vorzüglicher holländischer Stimmungslandschaften; Mattys staffierte sie mehr sittenbildlieh, Jakob bevorzugte als Staffage Fischer und Bauern, Willem wieder Tiere und Hirten.

Mariten, Kate Johann (M), geb. 1831 Den Haag, gest. 1910 Paris. Weite Studienreisen, Landschaften, Kinderszenen, Genre aus dem Seemannsleben.
Marke (Kg), eingeprägtes, eingebranntes Künstler- und Fabrikationszeichen auf kunstgewerblichen Gegenständen aus Metall und Fayence. Die Zeichen amtlicher Prüfung auf Arbeiten aus Edelmetall heißen Punze.
Marketerie, siehe Intarsia. Stichwortverzeichnis zu M: Mischband, Mischtechnik, Mischwesen, Miserikordie, Miserikordienbild, Missal, Missalschrift, Missorium, Missouri-Meerschaum, Miszellaneen, Mithras, Mithuna, Mitra, Mittagskanone, Mittelalter, Mittelgold, Mittelgrund, Mittelpaläolithikum, Mittelrisalit, Mittelschiff, Mittelsteinzeit, Mittelturm, Mittlere Steinzeit, Mittleres Reich, Mixed Media, Mjöl(l)nir, Mnemosyne, Mode à la grecque.

Model, Modelbuch, Modell, Modellieren, Modellierholz, Modellmännchen, Modello, Modellschiff, Modelstecher, Modeltuch, Modepuppe, Modern Style, Moderne, Modillon, Modist, Modul, Möbelbeine, Möbelbronze, Mönchsschrift, Mönchsstuhl, Mörser, Möschepot, Mogulkunst, Mohammedanerblau, Mohammedanische Waren, Mohngläser, Mohs'sche Härteskala, Moiré, Moiren, Mokue, Mokume, Momus, Mon, Monas Hieroglyphica.

Marko, Karl d. Ä., geb. 1790 Leutschau (Ungarn),, gest. 1860 Antela bei Florenz, zuerst Ingenieur, ab 1818 Maler. Lebte seit 1838 dauernd in Florenz und Umgebung. Seine meist kleinen Bilder stellen reich mit mythologischen Figuren staffierte Phantasielandsehaften von guter idealistischer Haltung und stark farbiger, glatter Malerei dar, ihr Stimmungszauber ist ansehnlich. Sein Sohn Karl M. d. J. (geb. 1830 Budapest, gest. 1891 Moskau) malte in der Art des Vaters.
Marmion, Simon (M), gest. 1489 Valenclennes. Maler Philipp d. Guten, Hauptmeister der Buchmalerschule von Amiens. Seine Hauptwerke sind die Miniaturen der Chronik von St. Denis (Leningrad, Staats-bibl.) und die Bilder auf dem Altarschrein des Abtes St. Bertin aus St. Omer (London und Berlin). M.'s Werke zeigen eine der Frührenaissance zustrebende Formensprache und [Raumbehandlung.

Marne, Jean Louis de (gen. De-marnette) (M), geb. 1754 Brüssel, gest. 1829 Batignolles. Studierte Berghem und Wouverman. Genreartig staffierte Landschaften und Tierstücke.

Marochetti. Charles, Baron (B), geb. 1805 Turin, gest. 1868 Passy Hofmaler in Dresden. Bildnismaler des Hochbarocks. Stichworte alphabetisch M:
Muschrabije, Musen, Musivarbeit, Musivgold, Musivische Kunst, Musivsilber, Muskelmann, Muskelpanzer, Muskete, Musketiermode, Musselin, Musselinglas, Musterbrief, Musterbuch, Musterrapport, Muten, Muttergöttin, Muttergottes, Muttergottesleuchter, Muttersäule, Mutulus, Mycon, Mykenische Kunst, Myrmidonen, Myrrha, Myrrhe, Myrrhophoren, Myrtilos, Mystikerkruzifix, Mythologie, Mythologisch.

Maratti (Maratta), Carlo (M), geb. 1625 Camerano, gest. 1713 Rom. Schüler des A. Sacchi, studierte Reni und Domenichino, tätig in Rom. Religiöse und mythologische Gemälde, d. poetisch erfunden und koloristisch erfreulich sind., wenn auch mitunter süßlich; vorzügl. Bildnismaler.

Marc, Franz (M), geb. 1880 München, gefallen 1914 im Westen. Mitgründer des „Blauen Reiters"; begann mit naturalistischen Tierbildern, die er im Laufe der Zeit zu gewaltigen, raumstarken u. sehr bedeutenden expressionistischen Zusammenballungen steigerte. Monogr. v. R. Probst (München 1948).

Marchesi, Pompeo (B), geb. 1789 Saltrio, gest. 18S8 Mailand. Schüler von Canova, Bildhauer des Klassizismus; Grabmäler in Mailand und Turin. Denkmal für Kaiser Franz I. in Wien.

Marchionne, Carlo (A), geb. 1704 Korn, gest. 1780 ebda. Sein Hauptbau ist die Villa Albani in Rom.

Marco, Giovanni di (M), geb. 1385 Florenz, nachw. bis 1435, beeinflußt von Lor. Monaco und Spin. Aretino (Übergang z. Frührenaissance).
Marconi, Rocco (M), gest. 1525 Treviso, nachweisbar seit 1504. Schüler des G. Bellini, beeinflußt durch Palma Vecchio. Religiöse Bilder mit oft sehr guter Landschaft.

Marcovaldo, Coppo, toskanischer Maler der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Tätig in Siena und Pistoja. Schuf in einem herben, großartigen Sül der Zeit vor Giotto verschiedene Tafelbilder.
Marees, George de, siehe De-marees.

Marees. Hans v. (M), geb. 1837 Biberfeld, gest. 1887 Rom. Schü-
ler von Steffeck; lebte in München und ab 1870 fast stets in Italien (Florenz und Rom). Die Werke bis 1864 (erste Reise nach Rom) sind realistisch-koloristische Bildnisse, Landschaften und Soldatenbilder. Dann erfolgte eine gewaltige Steigerung und Konzentrierung auf monumental gedachte, ideale Bilder mit meist nackten Figuren, mit denen M. einen neuen, großartigen Monumentalstil schuf, der durch Mängel der technischen Ausführung litt. Die besten Gemälde (Tafelbilder) befinden sich in der neuen Staatsgalerie in München; in der zoologischen Anstalt für Meeresforschung zu Neapel großartige Wandfresken.
Monogr. v. Meier-Grafe (München 1909) und K. Fiedler (München 1889).
Margaritone von Arezzo <M, A), nachweisbar in Arezzo zwischen 1216 bis 1293, in welchem Jahr er in Arezzo gestorben sein soll. Erbaute angeblich den Dom :n Ancona, tätig für den Dom zu Arezzo. Strenge Tafelbilder. Marseus, Otto van Schrieck, gen. Snuffelaer (M), geb. gegen 1619, gest. 1678 Amsterdam. Pflanzen,, Insekten. Reptilien.

Marstrand, Wilhelm (M), geb. 1810 Kopenhagen, gest. 1873 ebda. Schüler von Eckersberg, studierte ferner in München und Italien. Echt und einfach empfundene Szenen aus dem italienischen und dänischen Volksleben, gute Bildnisse; Wandgemälde in d. Universität Kopenhagen.

Marsy, Baltasar (B), geb. 1628 Cambrai, gest. 1674 Paris. Dekorative Plastiken, ba6onders für Gärten.

Marsy, Gaspard II. (B). geb. 1624 Cambrai, gest. 1681 Paris. Schüler seines Vaters Bartelemy, M., Bruder des Vorigen. Dekorative Bildwerke für Innenräume, Bau-uiid Gartenplastiken.


           
    Kunst der Hochrenaissance
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