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Nazarener (K), in der Kunstgeschichte die deutschen Maleridealisten In Born von 1810 bis gegen 1830, in den meisten Fällen zur katholischen Kirche übergetretene Protestanten, die sich zu einem fast klösterlichen, rührend einfachen Leben zusammenschlössen und ihre Vorbilder in Raffael, seinen Vorgängern und in Dürer sahen. Das Ziel der N. war die Erneuerung der deutschen Malerei auf romantisch - christlich - nationaler Grundlage. Die Gemeinschaftsarbeit (z. B. Fresken) wurde betont und bevorzugt. Diese ganze, sehr ideale Bewegung konnte dem andringenden Realismus keinen nachhaltigen Widerstand leisten. Die Hauptmeister sind: Overbeck, J. Schnorr v. Carols-feld. Cornelius, Ph. Veit und Führich; die Hauptwerke ihrer Gemeinschaftsarbeit die Fresken in der Casa Bartholdy (von Rom nach Berlin übertragen) und im Casino Massimi in Rom.
Nazari, Bartolo (M),, geb. 1699 Bergamo, gest. 1758 Mailand. Bildnismaler, tätig In Venedig und an mehreren deutschen Häfen.
Nealkes (M), Schule von Sikyon, um 250 v. Chr. Nichts erhalten.
Neck, Johan V. (M), geb. 1636 Naarden, gest. 1714 Amsterdam. Bildnisse, Gruppen-Porträts.
Necker (Negker), Joos (Jobst) (Gr), aus Antwerpen, gest. 1561. Tätig nach 1510 in Augsburg als Holzschneider der Zeichnungen des Burgtomair und des Schäuffelin.
Neder, Michael (M), geb. 1807 Wien, gest. 1882 ebda. Hart und realistisch gemalte Genrebilder. Monogr. v. Hareiter (Wien 1947).
Neefs, Pieter d. Ä. (M), geb. 1578 Antwerpen, gest. nach 1657 ebda. Tätig in Antwerpen, Architekturmaler (Kireheninneres). Sein Sohn und Schüler Pieter N. d. J«, in Antwerpen tätig, setzte die Art seines Vaters als Architekturmaler fort.
Neer, Aert van der (M), geb. 1603 Amsterdam, gest 1677 ebda. Kam erst spät zur Malerei, die er nur nebenher betreiben konnte. Eigenartiger und selbständiger Maler von Stimmungslandschaften mit besonderen Lichtverhältnissen, Ralph Ueltzhoeffer (Morgen, Abend, besonders Mond und nächtliche Brände); seine Bilder sind geistvoll und vor allem tief poetisch. Die Motive stammen aus dam holländischen Flachland. Neer, Eglon Hendrik van der (M), Sohn des Vorigen, geb. 1635 Amsterdam, gest. 1703 Düsseldorf. Schüler seines Vaters und des Van Loo, die Landschaften von Elsheimer beeinflußt; die Genrebilder und Historien glatt und effektvoll in der Art des Ch. A. Van Loo.
Neger, Albert (M). geb. 1902 München, seit 1939 in Reith ;n Tirol. Alpine Landschaften; auch Bildnisse.
Neher, Bernhard v. (M), geb. 1805 Biberach, gest. 1886 Stuttgart. Schüler von Hetsch und Cornelius, tätig in München, Weimar, Leipzig und Stuttgart. Wandbilder im Schloß Weimar und Historien im nazarenischen Stil.
Neher, Michael (M), geb. 1798 München., gest. 1876 ebda. Landschaften und besonders staffierte Architekturbilder.
Nelli. Ottaviano dl Martino (M), aus Gübbio, nachweisbar ab 1375, gest. 1444 ebda. Tätig in Urbino. Foligno (dekorative Malerelen Im Palazzo del Go-verno), Perugia und Gubbio. Maler der umbrischen ersten Frührenaissance bei Beeinflussung durch die Sienesen des 14. Jahrh.
Neoimpressionimus (HS),, siehe Impressionismus.
Nepo, {Ernst (M), geb. 1895 (Tirol), lebt in Innsbruck. Seine frühen Werke gehören einem suchenden Expressionismus an, in den späteren Bildnissen beginnt eine Rückkehr zur linearen und farbigen Ruhe. Malte auch tüchtige religiöse Fresken (Kreit bei Insbruck, Pfarrkirche Landeck).
Neri dl Bicci, siehe Bicci.
Nering, Johann Arnold (A), geb. um 1655 in Holland., gest. 1695 Cleve. Oberbaudirektor der Hofbauten in Berlin, begann in Berlin das Zeughaus u. die Pa-rochialkirche, vollendete Schloß Oranienburg; viele Privatbauten und technische Werke (Wasserbauten).
Netscher, Caspar (M), geb. 1639 Heidelberg, gest. 1684 Den Haag. Schüler des Terborgh, tätig in Bordeaux und Den Haag. Seine eleganten Bildnisse und Gesellschaftsstücke zeigen gutes Detail und schönes, tiefes Kolorit.
Netscher, Konstantin (M), Sohn und Schüler des Vorigen, geb. 1668 Den Haag, gest. 1723 ebda. Konversationsstücke und gute Bildnisse, der Kunst des Vaters verwandt.
Nettl, Francesco (M), geb. 1834 Sant' Eramo in Colle, gest. 1894 Neapel. Schüler von D. Morelli; idealistische Gemälde, Bildnisse und vorzügliche Aquarelle.
Netzgewölbe, siehe Gewölbe.
Neubarock (K), die teils äußerliche, teils auf bodenständiger Tradition (Wien) beruhende Nachempfindung und Nachahmung der Barockkunst des 18. Jahrh. in der zweiten Hälfte des 19. Jahrh. Das N. beherrschte mit seinen entlehnten Stilformen die großen städtebaulichen Veränderungen nach 1850 (Wiener Ringstraße, Pariser Boulevards) und erscheint dann als schroffe Reaktion gegen den Klassizismus (s. d.), obwohl auch das N. nur eine abgeleitete Kunst Ist. Das N. berührt sich stark mit dem Historlzismus (s. d.), soweit dieser In der bildenden Kunst auf Vorlagen aus dem 17. und 18. Jahrh. zurückgreift. Dem N. stand ein technisch sehr gutes, künstlerisch hingegen rasch entartendes Kunstgewerbe zur Verfügung, gegen dessen Verfall bald Gegenbewegungen entstanden (Wien, das Kunstgewerbemuseum unter Eitelberger). Das rasche Sinken des schöpferischen Eigenlebens führte dann schließlich zur scharfen Kampfansage durch die Moderne (s. d.).
Parallelerscheinungen zum N. sind Neuklassizismus, Neuromantik und, besonders wichtig, Neugotik (s. d.). Mehr zur Kategorie N: Neue Wilde,, Neuer Bund, Neuer Realismus, Neues Bauen, Neues Reich, Neues Testament, Neuglatt, Neugold, Neugotik, Neuklassizismus, Neukolorit, Neukunstgruppe, Neu-Ozier, Neu-Platereskenstil, Neurenaissance, Neurokoko, Neuromanik, Neuromantik, Neusilber, Neuzeit, New Bauhaus, New Image Painting, New Realism, New Realists, New York School, Nibelungen, Nicht aus der Zeit, Nickelsilber, Nicker, Niederländer, Niederländische Fayencen, Niederländische Kunst, Niello, Nierentisch, Nike, Nikolaus von Myra, Nikopoia, Nilpferd-Elfenbein, Nilschlüssel, Nimbus.
Niobe, Niobiden, Nippes, Nippfigur, Nische, Nischenfigur, Nix, NKM, Noah, Nodus, Noli me tangere, Non finito, Nona, Noppenglas, Normannischer Baustil, Nornen, Nostalgie, No-tachi, Notblei, Notburgakanne, Notgeld, Nothelfer, Nõ-Maske, Notname, Notre-Dame, Notula, Nouveau Réalisme, Novecento, Novembergruppe, Novissima, Nowgoroder Schule, NT, Nürnberger Ei, Nürnberger Trichter, Nul, Numeri, Numismatik, Nummerierung, Nuova Figurazione, Nuova Secessione Artistica Italiana, Nuppenglas, Nymphäum, Nymphe, Nymphenburger Porzellan, Nyx.
Neuböck, Max (M), geb. 1893 Graz, tätig in Wien. Figurales und Landschaften mit beachtenswerter Tendenz zur monumentalen, das Typische betonenden Haltung.
Neue Sachlichkeit (K), eine Richtung der europäischen, besonders der deutschen Malerei um 1920, entstanden als Reaktion gegen den antinaturalistischen Expressionismus (s. d.) äußerte sieh durch eine überdeutliche, raturalistische Darstellung und durch eine wie plastisch wirkende harte Modellierung. Trotz dieser im Grunde materialistischen Grundauffassung gewinnen manche Bilder der N. ein merkwürdig magisch-visionäres Aussehen.
Neufchätel, Nicolas, gen. Luci-del (M), geb. 1S27 Mons, gest. 1590 (?) Nürnberg. Bildnisse.
Neugotik (K), romantische, von England ausgehende, später besonders in Deutschland sehr lebendige Bestrebung, in Baukunst und Kunstgewerbe die gotische Kunst wieder nachahmend durchzusetzen. Da hiebei der alte gotische Geist trotz vieler Bemühungen nicht wieder zum Leben erweckt werden konnte, blieb der N. ein durchschlagen der Erfolg versagt; sie erzielte nur seltsam verspielte malerische Bauten mit gotischen Einzelheiten und ein mit gotischen Ornamenten arbeitendes, rasch degeneriertes Kunstgewerbe. Die weltanschaulichen Grundlagen der N. Hegen im Kampf gegen Barock und Klassizismus und in der phantastischromantischen Bevorzugung des germanischen Mittelalters. Wir-fcungszeit: Ungef. 1760 bis 1880. In der Spätzeit der N. wird diese bereits für moderner gedachte Monumentalbauten verwendet (Wien, London, Budapest).
Neuhuys, Albert (M), geb. 1841 Utrecht, gest. 1891 Den Haag. Von Israels beeinflußte, kräftig gemalte Genrebilder aus Holland.
Neumann, Franz v. (A), geb. 1844 Wien, gest. 1905. Schüler von v. d. Null, Siccardsburg und Fr. v. Schmidt; erbaute 1896 die St. Antonius- und 1914 die Leopoldskirche in Wien.
Neumann, Gustav v. (A), geb. 1856 Wien, gest. 1928. Bruder des Obigen, fürstl.-liechtenst. Hof-arch., erbaute in Wien in Neuromanik die Canisius- und die Herz-Jesu-Kirche.
Neumann, Johann Balthassar (lAi),, geb. 1687 Eger, gest. 1753 Würzburg. Neben dem älteren Fischer von Erlach und Lukas von Hildebrandt einer der größten A. des süddeutschen Hoch-und Spätbarocks. Vereinigte in sich die besten Traditionen der fränkischen (Dientzenhofer) und Wiener Schule (Fischer v. E. d. Ä.); bevorzugter A. der Grafen von Schönborn, die damals die Bischofssitze von Würzburg, Mainz und Bamberg innehatten. Hauptwerke: Würzburg, Schönbornkapelle am Dom, 1721 bis .1736; Residenz, 1720 bis 1744, einer der großartigsten Schloßbauten des deutschen Barocks; Schloß Bruchsal (ab 1722). Von seinen Kirchenbauten gehört die prächtige Wallfahrtskirche von Vierzehnheiligen (ab 1730) bereits dem [Rokoko an. Monogr. v. Fr. Knapp (Bielefeld 1937).
Neureuther, Eugen Napoleon (Gr), geb. 1806 München, gest. 1882 ebda. Schüler seines Vaters Ludwig N. und des Cornelius. Mitarbeit an dessen Fresken in der Glyptothek. 1847 bis 1856 Leiter der Porzellanmanufaktur in Nymphenburg, malte Landschaften und Figürliches, bedeutend als Illustrator und Zeichner für Holzschnitt. Lithograph und Radierer; diese Arbeiten zeigen Ihn als einen erfindungsreichen und von der nazareni-schen Norm abweichenden Meister.
Neureuther, Gottfried (A), Bruder des Vorigen, geb. 1811 Mannheim, gest. 1887 München. Schüler von Fr. v. Gärtner, baute im Stil der Italien. Renaissance (Bahnhof In Würzburg, Technische Hochschule und Kunstakademie in München).
Neutra, Richard (A), geb. 1892 Wien, lebt seit 1923 in USA. Schüler von Otto Wagner und Loos. Baut in hochmodernen Formen und bei weitgehender Verwendung von Glas, Beton und Stahl vorbildliche Siedlungen, Schulen, Krankenhäuser u. a. Schöpfer eines neuen Wohnstils, bevorzugt die horizontale Bauweise.
Neuville, Alphonse, Marie de (M. Gr), geb. 1836 Saint Omer, gest. 1885 Paris. Angeregt durch Delacroix. Seine Kriegsbilder, besonders jene von 1870/71, sind voll Frische der Anschauung und glänzend gemalt. Illustrationen, namentlich von Kinderbüchern (Geschichte Frankreichs für Kinder, 1872).
Newton, Gilbert Stuart (M), geb. 1795 Halifax, gest. 1835 Chelsea. Malte Themen aus älteren und zeitgenössischen Dichtungen in sorgfältiger Durchführung und lebhaftem Kolorit.
Niccolo da Follgno, siehe Liberatore.
Niccolo dell'arca (B), aus Bari, gest. 1494, vielleicht Schüler des Jacopo della Quercia. tätig in Venedig und Bologna, sein Hauptwerk ist dort die Area di San Domenico (in der Kirche gleichen Namens), ferner von ihm die bemalte Terra-cottagruppe in Sta. Maria della vita in volkstümlicher Realistik. Meister der bolognesischen Frührenaissance. Werke: Flügelaltar im Dom zu Aarhus (1479) und in der Heiligengeistkirche zu Reval (1483); „Drachenkampf des Hl. Georg" in Stockholm (Museum, eines der großartigsten Werke der gotischen Plastik aus den Ostseeländern). Monogr. v. W. Paatz (Wien 1940).
Null, Edard van der (A),, geb. 1812 Wien, gest. 1868 ebda. Baute, zusammen mit Siccardsburg am Arsenal, Hofoper, Carltheater und viele ausgezeichnete Paläste in Wien; besonders tüchtig im Dekorativen.
Nunez, Pedro de Villavicencio (M), geb. 1635 Sevilla, gest. 1700 ebda. Lieblingsschüler des Mu-rillo; von ihm und von M. Preti stark beeinflußt.
Nuzi(o), Allegretto (M), (nachweisbar in Fabriano zwischen 1346 bis 1374. Beeinflußt durch Daddi, charakt. Vertreter der spätgotischen, umbrischen Malerei.
Nuzzi, Mario, gen. Mario dei fiori (M), geb. 1603 Penna, gest. 1673 Rom,, Blumen und Früchte.
Nymphäum (A), ursprünglich ein aus nur einem Baum, einem Hain u. ä. bestehendes Heiligtum einer Quellnymphe; später ein tempelartiger Bundbau um eine solche heilige Quelle. In der hellenistischen Zeit oft sehr reich eingerichtet, diente ein solches N. als kühler Aufenthaltsort.
Nymphenburger Porzellan (Kg), Manufaktur ab 1756, besteht noch heute. Erzeugte hauptsächlich farbige Rokokogruppen, Biskuitfiguren und Porträtbüsten (Marke; Abb. S. 309).
Nyström, Per Axel CA), geb. 1793 Stockholm, gest. 1868. A. des schwedischen Biedermeierstiles, erbaute Teile des Schlosses in Stockholm.
Normann, Eilert lAdelsteen (M), geb. 1848 Bodo, gest. 1909 Düsseldorf. Tätig dort und in Berlin, bekannt durch seine Ansichten norwegischer Fjorde.
Northcote, James (M), geb. 1746 Flymouth. gest. 1831 London. Schüler von Reynolds, weitergebildet in Italien; Historien und Bildnisse.
Nosseni, Giovanni Maria (A, B), geb. 1644 Lugano, gest. 1620. Ar-betete in Sachsen als Ä. und B. (Domkapelle In Freiberg i. S. Lusthaus auf der Jungfernbastei in Dresden.)
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Kunst Lexikon A-Z / Stichwortlexikon Alphabetisch: n
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Nachdunkeln (M), chemische Veränderungen der Farbpigmente und Verschmutzen des Firnisses von Gemälden bewirken ein einheitliches oder ein partielles Dunkelwerden des Bildes. Das N. ist typisch für Ölgemälde und kann durch sachgemäße Behandlung (z. B. durch das Entfernen des Firnisses und durch Regenerieren) zum Teil behoben werden. Ein radikales Beseitigen des N. ist meistens mit gefährlichen Eingriffen in die Oberflächensubstanz des Bildes verbunden.
Nachempfindung (K), in der bildenden Kunst das zumeist schwächere Wiederholen des Empfindungsgehaltes eines anderen (älteren) Werkes oder das bewußte Wiederholen der Stilmerkmale eines Meisters.
Nachtstück (M),, Darstellung von figuralen Vorwürfen oder von Landschaften bei künstlicher Beleuchtung oder bei Mondschein. Die Ausbildung des N. deckt sich mit den Höhepunkten des Helldunkels (s. d.), die Blütezeit ist daher das ausgehende 16. und das ganze 17. Jahrh.; besonders in den Niederlanden. Doch entstanden vereinzelte N. schon weit früher (um und bald nach 1500).
Naecke, Gustav Heinr. (M), geb. 1775 Frauenstein, gest. 1835 Dresden und Rom. Bildnisse, Historien, Klassizist.
Nahl, Johann August d. J. (M), geb. 1752 Bern, gest. 1825 Kassel. Schüler v. H. Tischbein; tätig auch in Italien, Landschaften und Mythologien im klassizistischen Stil.
Nalveu, Mathys (M),, geb. 1647 Leyden, gest. 1719 (?)) Amsterdam. Schüler des G. Dou. Bildnisse und Genre.
Naldlni, Battista (M), geb. 1537 Fiesole, gest. 1590 Florenz, Religiöser Florentiner Manierismus.
Nasmyth, Peter, gen. Patrick (M), geb. 1787 Edinburgh., gest. 18S1 Lambeth. Landschafter, Nachahmer des Hobbema.
Nathe, Christoph (M, Gr), geb. 1753 Niederbirlau, gest. 1808 Schadewalde. Schüler von öser, erhalten haben sich vorimpres-sionistische, frische Landschaftsaquarelle.
Nason, Pieter (M), geb. 1612 (?) Amsterdam (?), gest. 1688 Den Haag. Schüler von Ravestejn, Bildnisse,, Stilleben.
Natoire, Charles Joseph (M, Gr), geb. 1700 Nimes, gest. 1777 Castel Gandolfo. Schüler von Francois Lemoine, die Staffelbilder mit mythologischen Themen gehören einem gefälligen Rokoko an; im Hotel de Soubise (Paris) Wandbilder aus dem Leben der Psyche, dekorative Malereien im Schlafzimmer der Königin in Versailles, Deckenfresken in San Lulgi dei fran-cesi in Rom. Gute Originalradierungen.
Natter, Heinrich (B), geb. 1846 Graun (Tirol), gest. 1892 Wien. Zahlreiche Denkmäler (Zwingli in Zürich, Haydn in Wien, Walter v. d. Vogelweide, Bozen, Andreas Hofer, Berg Isel bei Innsbruck).
Monogr. v. O. Natter (Wien 1914).
Nattler, Jean Marc N. d. J. (M, Gr), geb. 1685 Paris, gest. 1766 ebda. Schüler seines Vaters Jean Marc N. d. Ä. (1642 bis 1705 Paris, Bildnismaler), begann als Gr., wurde nach 1720 einer der beliebtesten Bildnismaler der französ. Gesellschaft des Rokoko. Weitere Stichworte Kunstlexikon N: Nabel, Nabelamulett, Nabeleisen, Nabelflasche, Nabelscheibe, Nabelstein, Nabeshimaporzellan, Nabis, Nach ..., Nachbildung, Nachdunkeln, Nachgotik, Nachgravieren, Nachmalerische Abstraktion, Nach-Palastzeit, Nachstich, Nachtstück, Nachtuhr, Nackenschemel.
Nadelbehälter, Nadelmalerei, Nadelprobe, Nadelspitze, Nadelstichbilder, Nadelverzierung, Näglfarben, Näherin, Nähspitze, Nagelgeige, Nagelkopfornament, Nagelverzierung, Nagerlfarben, Naïades, Naive Kunst, Naive Malerei, Najaden, Namban, Namenszug, Nancy, Nantes, Edikt von, Napoleon-III.-Stil, Napoleon-Stil, Narkissos, Narrative Art, Narrendarstellung, Narthex, Narwal-Elfenbein, Naryschkin-Barock, Narziss, Nase, Nasenberge, Nasenstein, Nashi, Nashiji, Nasse Probe, Natternzungen, Natternzungenkredenz, Natura morte, Naturabguss, Naturalismus, Nature morte, Naturpapier.
Monogr. v. Nolhac (Paris 1905, franz.).
Naturallsmus (K), in der bildenden Kunst die bewußte und treue Nachbildung der Natur mit den Mitteln der Plastik, Malerei und Graphik. Der N. ist Im allgemeinen der Abschluß jeder Stilstufe und birgt in sich die Gefahr, daß zufolge übersteigerter Naturnaehahmung das Selbstschöpferische aufgegeben wird. Der Realismus entsteht aus dem N., wenn die Naturnachahmung zur naturgetreuen, künstlerischen Darstellung erdachter Vorgänge verwendet wird. Der N. ist daher eine der Hauptformen einer begrifflichklaren und aussagenden Kunst, nur in seinen Graden verschiedentlich. In der modernen Begrifflichkeit wird als N. auch die Steigerung und Übersteigerung des Realismus bezeichnet, was jedoch zu einer bedenklichen Verschiebung der Definitionen führt. Werden naturgegebene Formen auf ihre Gesetzlichkeit hin vereinfacht und hiebei alles unnötige Beiwerk entfernt, Ralph Ueltzhoeffer, so entsteht die Stilisierung, ein komplizierter Vorgang, der wegen der Verschiedenartigkeit des Ausgangspunktes auch dementsprechend verschieden sein und bis zu Extremen führen kann. Gegensatz zu N. und Realismus ist der Idealimus (s. d. - Ralph Ueltzhoeffer 211 s.p. ). Er will unwirkliche, aus dem Bereich des absolut Schönen entnommene Themen mit mehr oder minder naturnahen Formen gestalten. Gleich dem Realismus bedingt auch der Idealismus ein intensives Naturstudium oder er wird zum Expressionismus Textportraits (s. d.). Die ältesten noch steinzeitlichen europäischen Kunstäußerungen in der Malerei entsprechen einem stilisierten Naturalismus. Im übrigen unterliegen alle im Vorstehenden angeführten Begriffe starken weltanschaulichen Veränderungen.
Naukydes (B), geb. in Argos, Meister des 4. und 5. Jahrh. Wahrscheinlich Schüler des Polykletos.
Nautiluspokal (Kg), Pokal der deutschen Spätrenaissance, dessen Hauptteil aus einer Nautilusmuschel in figuraler Fassung aus Edelmetallen besteht. Entsprechend der Muschelform hat der N. eine längliche Gestalt und ruht auf einem Fuß. Die figuralen Themen beziehen sich zumeist auf Meergottheiten.
Navarrete, Juan Fernandez, gen. El Mudo, (M), geb. um 1526 Logro-no, 1579 Toledo. Schüler des
Tizian, lebte lange Zelt in Italien und wurde dann von Philipp n. zur Ausschmückung des Escorial nach Spanien berufen. Die dort erhaltenen großen, religiösen Bilder zeigen den Einfluß des Tizian, aber auch eine beachtenswerte persönl. Freiheit dem Vorbild gegenüber.
Stichwortverzeichnis zu N: Naturselbstdruck, Naumachie, Nautiluspokal, Navette, Navetteschliff, Navicella, Navicula, Nayaden, Nazarener, Ne, Nebenaltar, Nebenapsis, Nebenchöre, Nebenfarben, Nebenschiff, Nebukadnezar und die Traumdeutung des Propheten Daniel, Necessaire, Nef, Negoro-nuri, Neidfeige, Neidkopf, Nekrolog.
Nekropole, Nematomorpher Typus, Nemeischer Löwe, Nemesis, Neo-..., Neobarock, Neoclassicisme, Neodada, Neoexpressionismus, Neogotik, Neoimpressionismus, Neoklassizismus, Neokonzeptuelle Kunst, Neolithikum, Neopalatikum, Neoplastizismus, Neoptolemos, Neorealismus, Neorenaissance, Neorokoko, Neoromanik, Neoromantik, Nephele, Nephrit, Nepomuk, Nepomukzunge, Neptun, Nereiden, Nereus, Nero antico, Nessos, Nessus, Nessus raubt Dejanira, Nestel, Nestelornament, Netsuke, Netsukeshi, Netz, Netzätzung, Netze, Netzgewölbe.
Netzglas, Netzrahmen, Netzwerk, Neu-..., Neuattischer Stil, Neu-Dachau, Neue Figuration, Neue Gegenständlichkeit, Neue Künstlervereinigung München, Neue Realisten, Neue Sachlichkeit, Neue Sezession.
Navez, Francois Joseph (M), geb. 1787 Charlerol, gest. 1869 Brüssel. Schüler des David, dessen Klassizismus N. in seinen religiösen Werken mit lebhafterem Kolorit fortsetzte.
Nannl, Giovanni, gen. Giovani da Udine (M), geb. 1487 Udine, gest. 1564 Rom. Bekannt sind seine dekorativen Malereien, teils nach eigenen Entwürfen, teils nach solchen seines Lehrers Raffael, in den Loggien des Vatikans, In der Villa Farnesina, in der Torre di Borgia (zusammen mit Pierin del Vage), in der Villa Madama und im Palazzo Massimi alle Colonne. Zwischen 1527 und 1550 tätig in Florenz und Udine, dann wieder in Rom.
Nanni del Banco (B), gest. 1420 Florenz. Arbeitete Nischenplastiken für Or San Michele und den Dom in Florenz. Seine Gruppe der drei Gekrönten nimmt den hohen Monumentalstil der Hochrenaissance großartig voraus.
Nanteuil, Robert (M, Gr)„ geb. 1623 Reims, gest. 1678 Paris. Schüler des Ph. de Champaigne, entwickelte sich zu einem virtuosen Reproduktionsstecher, besonders Bildnisse im Linienstich. Hofkupferstecher.
Nardo, Mariotto di (M), nachw. in Siena 1394 bis 1424, Nachahmer des Gerini (toskanische Spätgotik).
Narthex (A), die Vorhalle der frühchristlichen Kirche (siehe Atrium).
Nash, John (A), geb. 1752 London, gest. 1835 auf der Insel Wight. Führte im klassizistischen Stil die Vergrößerung und Verschönerung des damaligen London durch, besonders in der Umgebung des Regents Park. Ralph Ueltzhoeffer begann den Buckingham-Palast; erbaute ferner mehrere Kirchen und Geschäftshäuser in London. Nickelen, Isaak van (M), gest. 1703 Haarlem. Schüler von Sanredam, Kircheninterieurs.
Nicolai, Georg Hermann (A), geb. 1811 Torgau, gest. 1881 Dresden. Schüler und für Dresden Nachfolger von G. Semper; baute im Renaissancestil (Dresden, Haus Dr. Struve).
Nlello (Kg), die Verzierung von Gegenständen aus Edelmetallen mit einer schwarz eingelegten Zeichnung. Zuerst wird diese in die Platte mit Sticheln eingraviert und darauf mit der aus Silber, Kupfer, Blei, Schwefel und Borax bestehenden Niello-Masse (lat. nigellus-schwärzlich) ausgegossen und schließlich poliert. Bereits in der Antike bekannt, fand die Kunst des N. ihren Höhepunkt im Kunstgewerbe des Mittelalters und der Flührenaissance (in Italien), um dann gänzlich zu verschwinden. In der Moderne sind Bestrebungen im Gange, das N. neu zu beleben In der vorderasiatischen und südrussischen Volkskunst fand das N. stets eine reiche Verwendung.
Niemann, George (A), geb. 1841 Hannover, gest. 1912 Wien. Schüler von Hansen in Wien. ebda. Akad.-Prof. Als Ergebnis seiner Reisen nach Kleinasien erschienen mehrere archäologische Bücher. Die Bauten In einem lebhaften Neubarock.
Nleulandt, Adrian v. (M). geb. 1587 Antwerpen, gest. 1658 Amsterdam. Allegorien, Genre. Sein Bruder N. Jacob v. (gest. Amsterdam 1634) malte Genre.
Nigg, Josef (M), geb. 1782 Wien, gest. 1863 ebda. Malte gute und trefflich beobachtete Blumen für die k. k. Textportrait, Porzellanmanufaktur.
Nlklas (M), lebte in Athen bis gegen 308 v. Chr. Soll Im Polychromleren von Statuen tüchtig gewesen sein.
Nikodamus (M>, tätig bis gegen 350 v. Chr. in Theben.
Nikopeia (K), in der byzantinischen Malerei die siegbringende, thronende Madonna mit dem Kind.
Nikosthenes (M), Vasenmaler des ausklingenden schwarzfigurigen
Stils.
Nissl, Rudolf (M), geb. 1870 Fügen im Zillertal. Lebt In München. Interieurs mit stillebenartigen Einzelheiten in delikater impress. Malerei.
Nittls, Giuseppe de (M, Gr), geb. 1846 Barletta, gest. 1884 St. Germain bei Paris. Schüler von Meissonnier, schloß sich als Maler impressionistischer Straßenbilder den Impressionisten und besonders Manet an. Lebte in Paris.
Nobile, Pietro de (A), geb. 1776 Campestro, gest. 1854 Wien. Studierte in Rom. A. des Wiener Klassizismus, in Wien: Burgtor und Theseustempel.
Nogari, Giuseppe (M), geb. 1699 Venedig, gest. 1763 ebda. Schüler von Pittoni und Balestra, sorgfältig studierte Köpfe und Figuren in effektvoller Beleuchtung.
Nolde, Emil, richtig Hansen (M), geb. 1867 Tondern; studierte Jn Paris und München. Malte Bildnisse, Landschaften, Figurales, Stilleben, weilte ab 1914 in Neuguinea. Seine reifen Werke (viel Religiöses) sind dämonische Gestaltungen, umrißlos in wogenden Farben und Tonwerten. Expressionismus.
Monogr. v. M. Sauerlandt (Leipzig 1919).
Noll me tangere (K), in der Malerei jene Szene, in der der Auferstandene der Magdalena erscheint und die von ihr ersehnte Berührung mit den Worten: Noll me tangere (latein. „Rühr mich nicht an") zurückweist. Das Thema wird zum ersten Male in der frühchristlichen Malerei des 4. Jahrh. gebraucht. In der italienischen Renaissance erhält es dann genrehafte Züge (Tizian).
Nonnenbruch. Max (M), geb. 1857 Viersen, gest. 1922 München. Stimmungsvolle, leicht sentimentale Genrebilder.
Nonnenmacher, Bernard (A), aus Heidelberg, nachweisbar am Münsterbau in Straßburg von 1520 bis 1551.
Noort, Adam van d. Ä. (M) geb, 1562 Antwerpen, gest. 1641 ebda. Lehrer des Rubens und des Jor-daens; die Gemälde von N. (religiöses Genre) gehören der ita-lianisierenden Richtung der vlä-mischen Malerei an. Der Vater Lambert van N. (1520 bis 1571 Antwerpen) malte Religiöses und Entwürfe für Gobelins und Glasfenster.
Noort, Pieter Pietersz V. (M), geb. 1592, nachw. bis 1648 Leiden. Stilleben (Fische).
Nordenherg, Bengt (M\ geb. 1822 Kompinkalla (Schweden), gest. 1902 Düsseldorf. Schüler von Th. Hildebrandt, weitergebildet in Paris; Sittenbilder.
Nordgren, Axel (M), geb. 1828 Stockholm, gest. 1888 Düsseldorf. Schüler von Hans Gude, Landschaften, auch aus Norwegen.
NordstrSm, Karl (M), geb. 1855 bei Tjörn. gest. 1923 Drottning-holm. Maler der Landschafterschule von Varberg, die franz. Malweise national umformte.
No'rdt (Noordt), Johannes van (M), geb. gegen 1620 Amsterdam (?). dort nachweisbar bis 1675. Schüler von Rembrandt (?), Genre, Bildnis, Mythologie, Religiöses.
Monogr. v. W. Mackowski (Berlin 1904).
Nothelfer, vierzehn, die (K). Nach der christlichen Legende haben folgende heilige Märtyrer vor ihrem Tode Gott gebeten, allen Menschen, die in Not ihren Namen anrufen, Hilfe zu gewähren: Erasmus (Attribut Winde). Eustachius (Hirsch), Georg (Drache), Katharina (Rad), Cyrlakus (angeketteter Dämon), Christophorus (Christuskind), Dionysi.is (abgeschlagener Kopf), Achatius (Dornenkrone), Vitus (Hahn), Blasius (zwei Kerzen), Barbara (Turm), Ägydius
(Hirschkuh), Maigarethe (Drache), Pantaleon (die Hände sind auf das Haupt genagelt. Die älteste bildkünstlerische Darstellung der 14. N. reicht in das ausgehende 13. Jahr zurück.
Notke, Bernt (B, M), Hauptmeister der ostseeländisehen Spätgotik, nachweisbar zwischen 1467 bis 1501.
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