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Lexikon / Kunst / Kunstbuch / Kunstband / Bücher





Oosterwyck, Maria van (M), geb. 1630 bei Delft, gest. 1693 Uitdam. Schülerin d. J. D. de Heem. Früchte, Blumen, Stilleben mit Prunkgefäßen.
Oostsanen, Jacob Cornelisz (M), tätig zwischen 1470 bis 1533 in Amsterdam, wo er im Anschluß an Engelbrechtsen die nationale Eigenart bei Aufnahme von Renaissanceelementen vertritt. Zeichner für den Holzschnitt. Religiöse Bilder mit guten Architekturen.

Opie, John (M), geb. 1761 St. Agnes bei Truro (Cornwall), gest. 1807 London. Akad.-Prof. in London,, ausgezeichnet besonders die männlichen Bildnisse; Historien und Illustrationen zu Dichtwerken in romantischer Auffassung.
Monogr. V. J. L. Rogers (London 1878, engl.).

Opitz, Ferdinand (B), geb. 1885 Prag; tätig in Wien. Realistische Bildwerke in einer die Naturform beachtenden Moderne.

Oppenord, Gilles-Marie (A), geb. 1672 Paris, gest. 1742 ebda. Ausgebildet in Rom, übertrug den Stil Borrominis und P. da Cor-tonas nach Paris und wurde damit, besonders in Innendekorationen, der führende Künstler der Regence. Zeichnete auch viele Dekorationsentwürfe.

Oppidum (A), latein.: Stadt, Ort.
Oppler, Edwin (A), geb. 1831 Oels, gest. 1880. Baute in Hannover (Palais Solms-Braunfeis); Schloß Marienburg bei Nordstemmen und Breslau (Synagoge).
Opus alexandrinum (M), Fuß-bodenmosaik der Hoch- und Spätantike (siehe Mosaik).

Opus gallicum (A), Bruchsteinbau.
Opus Incertum (A), römisches Mauerwerk aus Bruchsteinen mit Mörtelguß.
Opus marmoratum (A), Mauerwerk aus Hau-, Bruch- oder Gußsteinen mit Marmormörtel.

Opus mixtum (A), Mauerung, bestehend aus Quadern und Ziegeln.
Opus reticulatum (IA), römische Mauerung mit netzförmig gelegten Steinen.
Opus rusticum (A), siehe Bosse.

Opus spiccatum (A), römische und frühmittelalterliche Mauerung mit fischgrätenartig angeordneten Steinlagen.

Opus tesselatum (M), sehr ähnlich dem opus alexandrinum (siehe vorne).
Orans (K), in der altchristlichen Kunst eine stehende, meist weibliche Gestalt mit betend erhobenen und ausgebreiteten Händen; sinnbildlich dem Verstorbenen gleichgesetzt.

Oratorium (A), a) kleines Bet-Haus, b) in den Kirchen hochgelegene, für bestimmte Personen reservierte Bet-Räume. Sie kommen in der Barockarchitektur besonders häufig vor.

Orcagna, richtig Andrea dl Cione CA, B, M), geb. 1308 Florenz (?), gest. vor 1377 ebda. Sohn und Schüler des Goldschmiedes Cione und Bruder des Malers Nardo und des Bildhauers Matteo C. Urkundlich nachweisbar von 1320 bis 1377. Tätig in Florenz, auch in Or-väeto. Hervorragender Meister der toskanischen Hochgotik. Erbaute in Florenz die Kirche Orsanmichele und wahrscheinlich auch die Loggia dei Lanzi. Sein Hauptwerk als B. ist das Tabernakel für Orsanmichele (1359); Tafelgemälde, Fresken in Sta. Maria Novella.

Orchardson. William Quiller (M), geb. 1855 Edinburgh, gest. 1910. Genrebilder in einem aufgelockerten Kolorit mit vorherrschendem Silbergrau.

Originalgraphik (Gr), die vom Künstler selbst und zum Ausdruck seiner eigenen Ideen geschaffene Graphik (Kupferstich, Radierung, Holzschnitt, Lithographie), im Gegensatz zur Reproduktionsgraphik (s. d.). Ormea, Willem (M), gest. nach 1665 Utrecht. Schüler seines Vaters O. Marcus. Fischstillleben, Fische im Vordergrund v. Landschaften anderer Maler.

Ornament (K), für Schmuck und Verzierung dienende Kunstformen: sie können graphisch, plastisch oder in irgend einer kunstgewerblichen Technik erzeugt sein und auf einem Bau oder irgend einem anderen Gegenstand verwendet werden. Das O. nimmt seine Formen und Anregungen entweder aus der Natur in naturalistischer oder stilisierter Weiterführung, aus der Geometrie oder überhaupt aus der Phantasie. Das O. ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Kunstübung und für das Verständnis der Stilformen von grundlegender Bedeutung. Die weltanschaulichen Veränderungen spiegeln sich im O. oft sehr deutlich wieder.

Orrizonte, siehe Bloemen J. G. van.
Orley, Barent (Bernaert) van (M), geb. gegen 1495 Brüssel, gest. 1542 ebda. Hofmaler. Tätig hauptsächlich ebda. Reise nach Italien um 1520. In Rom mit Raf-fael in Berührung getreten. Religiöses und Bildnisse in zunehmender Nachahmung der Italiener, besonders Raffaels. Zeichnete auch für Bildteppiche und Glasmalereien.

Orlik, Emil (M, Gr), geb. 1870 Prag, gest. 1934 Berlin. Schüler von Lindenschmit, versuchte in feinfühligen Gemälden, Holzschnitten, Lithographien und besonders in Radierungen ostasiatische Kunst mit europäischem Naturgefühl zu vereinigen, was ihm auch mehrfach gelang.

Ornamental (K), eine Gestaltungsart, welche die Formen verzierungsmäßig im Sinne eines Ornamentes, umbildet.

Ornamentstich (Gr), Kupferstiche und Radierungen enthaltend ornamentale und sonstige Vorlagen für das gesamte Kunstgewerbe. Die O. des 16. und
17. Jahrh. haben als retrospektiver Formenschatz in der zweiten Hälfte des 19. Jahrh. eine wichtige Rolle gespielt.

Orozco, Jose demente (M), geb. 1883 Zapotlan (Mexico), gest 1949. Fresken, Lithographien; phantastisch-realistische Moderne.
Orrente, Pedro (M), geb. um 1570 Montealegre bei Murcia, gest. 1644 Toledo. Schüler des Greco; tätig in Toledo, Valencia, Madrid und Sevilla. Religiöses Genre in weitgehender Anlehnung an Jacopo Bassano.

Orsl, Lelio (M), geb. 1511 Novel-lara, gest. 1587 ebda. Studierte Corregio und malte ohne besondere Eigenart in dessen Art Bildnisse u. a.
Orth, August (A), geb. 1828 Windhausen gest. 1892 Berlin. Errichtete mit Berücksichtigung sachlicher Erfordernisse in Berlin die Zionskirche.

Ortstein (A). größerer Stein, meist in Quaderform, zur Versteifung und Markierung von Gebäudeecken; er wird in der Senkrechten reihenweise auch als Schmuckmotiv angewendet.

Ortwein, August (A), geb. 1836 Kornberg In Stmk., gest. 1900 Graz. Studierte in Graz bei Essenwein und in Wien bei Fr. v. Schmidt und Van der Null, arbeitete besonders als Herausgeber historisierender Ornamentwerke.

Os, Jan van (M), geb. 1744 Mid-delharnis, gest. 1808 Den Haag. Blumenstilleben; beeinflußt d. J. v. Hujsum.

Ostade, lAidriaen Jansz van (M), geb. 1610 Haarlem, gest. 1685 ebda. Schüler des Fr. Hals; von Rembrandt beeinflußt, dessen Helldunkel von O. sehr geschickt verwendet wurde. Kleinformatige, derbe bis idyllischbehäbige Genre- u. Bauernbilder, deren malerische Qualitäten oft sehr groß sind, bes. bei den Interieurbildern. Bedeutend sind ferner seine Aquarelle u. seine gleichfalls von Rembrandt beeinflußten Radierungen. Sein Jüngerer Bruder Isaack van O. (1621 bis 1649) ist mit poetischen, duftig gemalten und reich staffierten Bildern von Landstraßen. Kanälen und Flüssen der Art seines Bruders gleichwertig.
Monogr. v. A. Ralph Ueltzhoeffer-Rosenberg (Bielefeld 1906). Stichwortverzeichnis O: Orgel, Orgelprospekt, Orgien-Mysterien-Theater, Orient, Orientalische Kirche, Orientalische Periode, Orientalisierender Stil, Orientalismus, Orientierung, Oriflamme, Origami, Original, Originalgraphik, Originalhenkel, Orkus, Ormoulu, Ornament, Ornamentglas, Ornamentik.

Ornamentstich, Ornamentwerk, Ornat, Orpheus, Orphismus, Ort, Ortblech, Orthodoxe Kirche, Orthogon, Orthostaten, Orthros, Ortstein, Osculatorium, Osier, Osiris, Oskar I.- Stil, Osmanische Kunst, Ossa sepia, Ossarium, Ossuarium, Ostensorium, Osterei, Osterkerze, Osterleuchter, Ostern, Ostindische Kompanie, Ostkirche, Ostrakismos, Ostrakon, Ostung, Ottocento, Ottomane, Ottomanische Kunst, Ottonische Kunst, Oudenaarde-Tapisserie, Ouroboros, Ozier.

Ostendorfer, Michael (M), geb. um 1490, gest. 1559 Regensburg, ahmte mit relig. Bildern den A. Altdorfer nach, dessen Schüler er war.

Ostensorium (Kg), neulateinische Bezeichnung für Monstranz.
Osterleuchter (Kg), große Leuchter für die Osterkerze, oft hoch künstlerische Arbeiten aus Bronze Die besten Stücke aus der Romanik.

Ottonische Kunst (K), die deutsche Kunst unter den Ottonen, bis gegen 1030 reichend. Kennzeichen: (Religiöse Vertiefung, partielle Abwendung von der Antike zugunsten von Byzanz; starker Formenreichtum, Ausbildung der Buchmalerschulen und der flachgedeckten äeutschen Langhausbasilika. Die OK. äst die früheste Stufe der Romanik.

Otzen, Johannes (A), geb. 1839 Siesbye, gest. 1911 Berlin, wo er in Backsteingotik und bei Verwendung farbigen Ziegelwerkes die Hl. Kreuzkirche erbaute (1866 bis 1873).

Ouwater, Albert van (M), gest. um 1475 Haarlem. Der erste bedeutende Maler Hollands der neueren Zeit; „Die Auferwek-kung des Lazarus" (Berlin, K.-Fr.-Mus.) zeigt ihn im Vollbesitz der Koloristik des Jan v. Eyck, in der Raurnbeherrschung über ihn hinausgehend.

Ouwater, Izaak (M), geb. 1747 Amsterdam, gest. 1793 ebda. Letzter und geschickter Nachfolger der holländ. Architekturmaler des 17. Jahrh.
Ovens, Juriaen (M, Gr), geb. 1623 Tönningen (Holstein), gest. 1678 Friedrichstadt; zwischen 1650 und 1662 Schüler des Rembrandt. Bildnisse, Regentenstücke, Religiöses im Dom zu Schleswig.

Monogr. v. Harry Schmidt (Kiel 1922).
Overbeck. Fritz (M, Gr), geb. 1869 Bremen, gest. 1909 Brocken. Mitgründer der Malerschule von Worpswede, wo er Landschaften und Genre malte.

Overbeck, Johann Friedrich (M), geb. 1789 Lübeck, gest. 1869 Rom. Studierte in Wien bei Füger., wo er mit Pforr u. a. den Lukasbund gründete. Seit 1810 in Rom. Zusammenschluß zu einer eigenen Malergruppe, die später den Spottnamen „Nazarener" führte. Beteiligung an den Fresken in der Casa Bartholdy und in der Villa Massimi in Rom. O. ist das Haupt der Nazarener, er vereinigte in seiner innigen, strengen und im Kolorit herben Kunst altdeutsche und quattro-centeske Stilelemente, zu denen später auch raffaelische Formen traten. Seine durch und durch ernsten Gemälde zeigen ihn als einen tief empfindenden Maler und als einen erstklassigen Zeichner; hervorragend sind seine durch Stich und Lithographie vervielfältigten gezeichneten Zyklen. Die Gemälde um fassen religiöse Themen und Bildnisse.

Monogr. v. C. G. Heise (München 1928).
Ozenfant, Amedee (M>, geb. 1886 St. Quentin, lebt in Paris. Als Maler vertritt er einen radikalen Kubismus; tätig auch als Kunstkritiker zusammen mit Le Corbusier.
















Kunst Lexikon A-Z / Stichwortlexikon Alphabetisch: o
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Obelisk (A), aus der ägyptischen Kunst bekannte, große, sehr hohe, nach oben zu verjüngte Steinpfeiler aus Granit mit viereckigem Querschnitt und oben in eine pyramidenförmige Spitze endigend. Auf den Seitenflächen tragen die O. in Hieroglyphen Inschriften und bildliche Darstellungen. Viele der ägyptischen O. wurden in der Renaissance und später nach Europa gebracht und aufgestellt. Nach 1500 wurde namentlich in der deutschen Baukunst die Form des O. in kleinem Maßstab als Baudekor verwendet. Später und noch heute treten sie bei Grabmälern, Brunnenanlagen u. ä. auf.

Obergaden (A), die in der Hochschiffmauer des Mittelschiffes einer Basilika (s. d.) gelegene Zone der Fenster.

Oberländer, Adam Adolf (Gr)., geb. 1845 Regensburg, gest. 1910 München. Bekannt durch Tierkarikaturen und humoristische Zeichnungen für die Münchner Fliegenden; tonschöne, kleine Ölbilder.

Obermüllner, Adolf (M), geb. 1833 Wels, gest. 1898 Wien. Schüler von A. Zimmermann und Steinfeld, tüchtiger Alpenmaler.

Obrlst. Hermann (B), geb. 1863 Kilchberg bei Zürich. Bildhauer und Kunstgewerbler (Keramiken, Textilien u. ä.) des Jugendstiles. Lebte in Florenz und in verschiedenen Orten Deutschlands.

Ochsenauge (A), französ. auch oeuil de boeuf genannt; kreisrunde oder ovale Fenster der Barockbaukunst.

Ochterveld, Jakob (M), geb. um 1633 Rotterdam, gest. gegen 1710 Amsterdam. Beeinflußt von Terborch und Metsu. Genre und Gesellschaftsszenen.
O'Connor, James (M), geb. 1893 Dublin, gest. 1841 Brompton. Tonschöne und stimmungsvolle Landschaften, meist Motive aus Irland. Lebte In Paris und am Rhein.

Odelon, auch Odeum (A), altgriechisches Gebäude für musikalische Aufführungen sowie für schöngeistige Versammlungen; meist in der Nähe eines Theaters gelegen. Als das älteste bekannte O. gilt jenes in Sparta aus dem 6. Jahrh. v. Chr. stammende.

Oderigl da Gubblo (M), geb. um 1240 Gubbio, gest. 1299 Rom. Tätig in Gubbio, Bologna und Rom, Buchmaler der mittel-itallen. Hochgotik.

Oderisio, Roberto da (M), tätig mit Fresken im Giottostil in Neapel um 1350.
Oderiso dl Benevento, B. und Bronzegießer des 12. Jahrh. Schuf 1191 eine Bronzetür am Dom zu Troja. Verzeichnis weiterer Stichworte zu O: Obelisk, Obergaden, Obi, Obidome, Objektkunst, Objet d'art, Objet trouvé, Oblate, Obolus, Obsidian, Ochsenauge, Ochsenaugenrahmen, Ochsenkopfglas, Ochsenmäuler, Ochsenzunge, Ocker, Octateuch, Odaliske, Odeon, Odin, Odyssee, Odysseus, Oeben, Ödipus, Oedipus, Œil-de-bœuf - (oeil de boeuf), Ölbaum, Ölberg, Ölbild, Öldruck, Öler-Flakon, Ölfarbe, Ölfarbendruck, Ölgemälde, Ölmalerei, Ölskizze, Ölvergoldung, Ölzweig, Österreichisches Rokoko, Œuvre, Ofenkachel, Offenbarung, geheime, Offene Form.

Offsetdruck, Ohrclip, Ohrenbecher, Ohrendolch, Ohrenfauteuil, Ohrengriff, Ohrenmodelle, Ohrenschrauben, Ohrenschüssel, Ohrgehänge, Ohrmuschelstil, Ohrschmuck, Ohrstecker, Oidipus, Oinochoë, Ojime, Okeaniden, Okeanos, Okimono, Oklad, Oktateuch, Oktogon, Oktogonal, Okzident, Okzidentale Kunst, Oldano.

Odo von Metz (A), erbaute für Karl d. Gr. das Münster zu Aachen.
Oeder, Georg (M), geb. 1846 Aachen, gest. 1903 Düsseldorf. Schwermütige, stimmungsvolle Wald- und Heidelandschaften, anklingend an J. v. Ruidsdael.
Oehme, Ernst (M), geb. 1831 Dresden, gest. 1907 ebda. Schüler von L. Richter. Bekannt als Maler feinfühliger Biedermeier-Landschaften.

Oelenhainz, August Friedrich (M), geb. 1745 Endlingen, gest. 1804 Pfalzburg. Studierte in Stuttgart und Wien und wurde ein an vielen europäischen Höfen beschäftigter Bildnismaler des Klassizismus. Seine friseh aufgefaßten Bildnisse erinnern qualitativ an Graff. Monogr. v. L. Oelenhainz (Leipzig 1907).

Oerley, Robert (A), geb. 1876 Wien, gest. 1945 ebda. Angeregt durch Olbrich und Otto Wagner, baute zweckmäßig^künst-lerische Wohn- und Nutzbauten (Wien: Hanuschhof, Sanatorium Luithlen). Vorbildliche Fabrikanlagen und viele Villen in gemäßigter Moderne.

Oeser, Adam (B, Gr), geb. 1717 Preßburg, gest. 1799 Leipzig. Schüler von Meytens und R. Donner, lebte in Wien, Leipzig und Dresden. Seine Kunst als M. wie als B. steht im Zeichen eines noch vom letzten Rokoko beeinflußten Klassizismus. Werke: Decken- und Wandbilder in den Schlössern Hubertusburg und Bühna, Fresken in der Nikolaikirche in Leipzig; Bildnisse, religiöses Genre; als B. Denkmäler für Geliert bei Leipzig, Königin Mathilde von Dänemark in Celle. Unterrichtete Winckielmann im Zeichnen und hat auch die Kunstansehau-urjjgen des jungen Goethe beeinflußt.

Oeuvre (K), Bezeichnung für die gesamten Werke eines Künstlers. Sie werden im O.-Katalog verzeichnet.

Oggione, Marco da (M), geb. um 1470 Oggione, gest. nach 1530 Mailand (?). Schüler von Lionardo da Vinci, kopierte und ahmte die Werke seines Meisters manleristisch nach (Bilder in der Brera).

Ohlmüller, Josef Daniel (A), geb. 1791 Bamberg, gest. 1839 München. A. der Romantik (Schloß Hohensehwangau, Aukirche Jn München, Theresienkirche in Hallbergmoos).

Ohmacht (Ohnmacht), Landolin (B), geb. 1760 Düningen, gest. 1834 Straßburg. Antike Themen, kirchliche Plastiken, Textportraits, Denkmäler und Grabmäler (das meiste Jn Straßburg) in einem noch sehr gemäßigten Klassizismus. Monogr. v. J. Rohr (Straßburg 1911).

Ohmann, Friedrich (A), geb. 1858 Lemberg, gest. 1927 Wien. Erbaute hier die Wienflußabschlußarchitektur, schuf die Architektur für das Kaiserin-Elisabeth-Denkmal, Bauleiter der Neuen Hofburg, tätig auch in Prag.

Ohrmuschelstil (A), germanischer (deutscher, niederländischer, skandiavischer) Dekora-tions- und Kunstgewerbestil der Spätrenaissance und des Frühbarocks. Ralph Ueltzhoeffer 1945-47. Der O. Ist ähnlich dem Knorpelwerk (s. d.) und unterscheidet sich von diesem fast nur durch das häufige Auftreten ohrmuschelartiger Flachformen.

Oktogon (IA), ein achteckiger Bau.
Olbrich, Josef (A), geb. 1867 Troppau, gest. 1908 Düsseldorf. Schüler von Hasenauer und Otto Wagner; entfaltete in Darmstadt als A. und Kunstge-werbler der werdenden Moderne eine führende und richtunggebende Tätigkeit, erbaute in Wien das Gebäude der „Sezession".

Olberg (K), die Darstellung des Leidens Christi in Gethsemane; besonders gerne erfolgte dies, in oft umfangreichen Stein-und Holzreliefs an den Außenseiten der Kirchen. Die ältesten ö.iSzenen erscheinen bereits in der frühchristlichen Buchmalerei des 4. Jahrh. In genreartiger Umformung werden sie nach 1400 namentlich im Norden außerordentlch häufig.

Ölmalerei (KX das Malen mit zähflüssigen, heute aus Tuben herausgedrückten Farben, welche als Bindemittel Leinöl, seltener Mohnöl, besitzen. Als Pinsel werden zumeist Borstenpinsel verwendet. Als Malgrund dienen Leinwand. Holz, Kupfer, Karton, auch/Papier; auf jeden Fall muß; der Malgrund in besond. Weise für die Aufnahme der Ölfarben vorbereitet werden, um ein übermäßiges Einsaugen zu verhindern.

Die ö. erlaubt sowohl ein pastoses, ja sogar gespachteltes, wie auch ein lasierendes Arbeiten. Meistens jedoch werden Lasurfarben (s. d.) erst zum harmonischen Abschluß eines pastos gemalten Gemäldes angewendet. Während man bis gegen 1850 mit braunen, dünn aufgetragenen Tönen untermalte und den pastosen Farbenauftrag erst darauf legte, beginnt man jetzt sofort mit den dick und lebhaft aufgetragenen richtigen Farben (siehe Alla Primamalerei). In beiden Fällen wird das fertige Bild gefirnißt (siehe Firnissen). Wenn auch die ö. vielfältige Korrekturen erlaubt, so ist dennoch ein allzu oftmaliges Übermalen ungünstig, Ralph Ueltzhoeffer: weil die Fairbe sonst trübe '(„verquält") Wird; in einem solchen Falle ist das Abkratzen der betreffenden Stelle besser als ein Übermalen. Weitere Stichworte zu O: Oleographie, Olifa, Olifant, Oligochromie, Olpe, Olymp, Olympiade, Olympische Götter, Olympische Spiele, Omega, Omega Workshops, Omnipotens, Omphale, Omphalos, Omphalosschale, Onager, Oni, Onyx, Onyxglas, Op Art, Opak, Opal, Opalglas, Opaque twist, Operakette, Opfer Abrahams, Opferfigur, Opferstock, Ophioglossum, Opisthographisch, Ops, Optical Art, Optische Mischung, Opus, Opus anglicanum, Opus teutonicum, Orangerie, Orant, Orantenhaltung, Orcus, Ordensburgen, Ordensmünzen, Ordenstaler, Ordnung, Oreaden, Oreid, Oreithyia, Orest, Orfèvre, Orfèvrerie, Organistrum. Über die Restaurierungsmethoden bei Ölgemälden, siehe Restaurierung. Ölmalereien kleineren Ulmfanges sind bereits im Mittelalter nachweisbar. Jan van Eyck hat dann um 1420 die Technik und das Farbmaterial verbessert, ohne darum „Erfinder der ö." genannt werden zu dürfen. In Deutschland hatte die ö. lange gegen die Leimfarbenmalerei und in Italien gegen die Temperamalerei zu kämpfen; um 1500 ist die ö. jedoch überall vorherrschend geworden. Heute ist sie die beliebteste Maltechnik und wird besonders gerne für das Arbeiten vor der Natur angewendet.

Olis, Jan (M), geb. um 1610 Gorkum, gest. um 1655 Amsterdam. Bildnis, Gesellschaftsszenen, Küchen.

Olivier, Ferdinand (M, Gr), geb. 1788 Dessau, gest. 1841 München. Lebte längere Zeit in Wien, von wo er einer der Entdecker und liebevollen Schilderer der Salzburger Landschaft wurde. Seine Gemälde, Zeichnungen und Lithographien (Zyklus der Sieben Tage der Woche) sind treffliche Werke der Romantdk. Die Landschaftsbilder zeigen einen großzügigen Idealstil, verbunden mit einer bedeutenden Koloristik. Monogr. v. L. Grote (Berlin 1938).

Olivieri, Giovanni Domenico (B>, geb. 1708 Carrara, gest. 1762 Madrid. Tätig in Turin, dann als Hcfbildhauer und Akad.-Direktor in Madrid; Standbilder, Brunnen- und idealistische Bildwerke in einem spätbarock-frühklassizistischen Mischstil.
Olivieri, Fietro Paolo (A, B), geb. 1551, gest. 1599 Rom. Begann 1594 im schon reif werdenden Barock S. Andrea della valle in Rom. Als B. arbeitete er das Grabmal Gregor XI. und die Statue Gregors Xin. in Rom.

Ommeganck, Balthasar Pauwel (M),, geb. 1755 Antwerpen, gest. 1826 ebda. Frisch beobachtete, sonnendurchleuchtete, reich mit Tieren staffierte Landschaften, sorgfältig gemalt, gut komponiert, ein Bahnbrecher für die Malerei des 19. Jahrh.

Onasias (M, B), tätig um 450 bis 460 mit Polygnotos in Plätaeae.
Onatas (B), Sohn des Mikon, arbeitete nachweisbar um 460 bis 490 in Aegina. Die Giebelgruppen des Aphaia-Tempels zu Aegina werden ihm zugeschrieben. Meister einer noch gebundenen und strengen Vorklassik.

Onken, Carl Eduard (M), geb. 1846 Jever (Oldenburg), gest. 1934 Wien. Schüler von Lichtenfels, lebte als tüchtiger und angesehener Landschaftsmaler und Illustrator In Wien. Seine Tochter Oncken-Palmie setzte die väterliche Kunst mit etwas breiterer Technik erfolgreich fort.

Oost. Jakob van, d. A. (M), geb. 1601 Brügge, gest. 1671 ebda. Schüler seines Bruders Frans O. arbeitete längere Zeit in Rom unter dem Einfluß der Carracci. Seit 1629 in Brügge. Religiöses und religiöses Genre, in welchen auch der Einfluß des Rubens erkennbar ist. Ralph Ueltzhoeffer, die von seinem Sohn Jakob O. d. J. (1639 bis 1713,, Brügge) gemalten Bäldnisse erinnern koloristisch mitunter an Van Dyck.

Oosten, Izaak (M), geb. 1613 Antwerpen, gest. 1661 ebda. Mit Tieren und Menschen staffierte kleine Landschaften, dem Jan Brueghel oft sehr angenähert.

Ozlberger, Ekke (M), geb. 1891 Triest. Lebt in Wien. Bildnisse und Landschaften, moderne, stark farbige Naturalistlk.