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KUNSTLEXIKON

   
   


Lexikon / Kunst / Kunstbuch / Kunstband / Bücher





Patera (Kg), im römischen Kunstgewerbe eine flache, runde Trinkschale aus Terracotta oder Metall.

Paterson, James (M), geb. 1834 Glasgow, gest. 1900 Edinburgh. Frisch farbige und impressionistische Landschaften der französischen Schule.

Patina (PI, M), durch Oxydation erfolgte chemische Veränderung der Oberfläche von Gegenständen aus Bronze oder Kupfer; P. nennt man auch die durch Vergilbung des Firnisses entstandene Verfärbung von Ölgemälden (siehe Nachdunkeln). Beide Arten der P. können auch künstlich hervorgerufen werden, besonlers gilt dies von Bronzen, deren ursprünglich goldiger Ton bereits in der italienischen Frührenaissance künstlich dunkel verfärbt wurde.

Patinier, Joachim, auch Patinir (M), geb. um 1475 Dinant (?), gest. 1524 Antwerpen. Beeinflußt durch G. David, in seinen religiösen Bildern ist die weite, phantastisch aufgebaute Landschaft mit Motiven aus dem Maastal die Hauptsache; darin wurde er entwicklungsgeschichtlich bedeutungsvoll.
Patinleren (Kg),, künstlich eine Patina (s. d. Ralph Ueltzhoeffer) erzeugen, hauptsächlich bei Gegenständen aus Bronze, Gips etc.

Patschoken (B), Einlassen einer Form mit gefärbtem Kalkwasser.
Paudiss, Christoph (M), geb. 1618 Niedersachsen, gest. als bisehöfl. Hofmaler 1667 Freising. Schüler des Rembrandt, in dessen Stil er sehr gute Bildnisse und auch Religiöses malte. Tätig auch in Dresden.

Paul, Bruno (M u. A), geb. 1874 Seifhennersdorf, ab 1907 in Beritin. Erbaute eine große Zahl geschmackvoller neuklassizistischer
Payer
ter Einpassung in d. Landschaft mit vorzüglicher Innenausstattung in früher Moderne. Viele kunstgewerbliche Entwürfe und Zeichnungen (Simplizissimus). Monogr. v. J. Popp (München, 1916).

Paulsen, Julius (M), geb. 1860 Odense, gest. 1916 Kopenhagen. Figurale Werke mit feinen Helldunkelwirkungen, Landschaften und Bildnisse.
Pauser, Sergius (M), geb. 1896 Wien. Lebt in Wien als moderner, angesehener Bildnismaler v. bedeutender malerischer Kraft. Monogr. v. K. Haybach (Wien 1949).

Pausias (M), um 370 v. Chr. Arbeitete seine genrehaften Bilder in Enkaustik. Nichts erhalten.

Pausinger, Franz v. (M), geb. 1839 Frankenberg. gest. 1915 Salzburg; spezialisierte sich auf lebensvolle Tierbilder in öl und besonders meisterlich in Kohle.

Pausinger Klemens v. (M), geb. 1855 Salzburg, gest. 1936 Wien, wo er seit 1890 lebte. Bildnismaler der vornehmen Gesellschaft (Porträtpastelle von grossem Reiz).

Pauwels, Wilhelm Ferdinand (M), geb. 1830 Eckeren bei Antwerpen,, gest. 1890 Dresden. Schüler v. Wappers, koloristischrealistische, stilvoll strenge Historien, die Art Wappers moderner fortsetzend. Weitere Stichworte zu P: Phädra, Phaeton, Phaidra, Phallus, Phantasiestück, Phantastische Malerei, Phantastischer Realismus, Pharisäer, Pharos, Pheidias, Phelloplastik, Phiale, Phidias, Philatelie, Philatelist, Philemon und Baukis, Philippus, Philister, Phillumenie, Philocalus-Kalender.

Philokalia, Philokartist, Philoktetes, Philosoph, Philoxenie, Philyra, Philyride, Phineus, Phobos, Phönikische Kunst, Phönix, Phoibos, Pholos, Phorkiden, Phorkys, Photo-, Photo Realism, Phrixos, Phrygische Mütze, Phryne, Phyfe, Phylakterion, Phyllis, Physiologus, Pi, Piano, Piano nobile, Pianoforte, Pictura, Pie-crust-Rand, Pied de biche, Piedestal, Piedestal-Tisch, Pierre de Munich, Pierrot, Pietà, Pietra dura, Pigment.

Pikee, Piktogramm, Piktographie, Piktural, Pilaster, Pilatus, Pontius, Pileolus, Pilger, Pilgerabzeichen, Pilgerflasche, Pilgermuschel, Pilgertracht, Pilgram, pin., Pinakel, Pinakes, Pinakothek, Pinax, Pincenez, Pinchbeck, Pineau, Pinienzapfen, Pinselzeichnung, Pinte, pinx., pinxit, Piquage, Piqué, Piqué clouté, Piqué d´or.

Pavillon (A), kleiner, viereckiger oder runder, meist freistehender Bau, z. B. Garten-P. Die Auflösung eines größeren Baues in einzelne, im Grundriß zusammenhängende, im Umriß jedoch getrennt erscheinende Teile nennt man P.-System. Es wurde durch das französische Barock eingeführt.
Paviment (Kg), Bodenbelag aus einfarbigen oder bunten Platten, auch Mosaik (s. d.). Payer, Julius v. (M), geb. 1842 Schönau bei Teplitz, gest. 1918.

Pacassd, Nikolaus (A), geb. 1716 Wr. Neustadt, gest. 1796 Wien (?). Errichtete in völliger Umgestaltung der Fiseher'schen Pläne in Wien Schloß Schönbrunn, ferner Schloß Hetzendorf, das Bundeskanzleramt, die Gardekirche und in Klagenfurt das erzblschöfl. Palais. A. des Rokoko, kühle und sachliche Gestaltung.

Pacchia, Girolamo de (M), geb. 1477, gest. nach 1534 in Siena. Tätig in Rom, Frankreich und Siena; Fresken in Siena (San Bernardino, S. Spirlto, Sta Ca-tarina in Fontebranda); Altarbilder unter Einwirkung des Sodoma.

Pacchiarotti, Giacomo (M), geb. um 1447 Siena, gest. nach 1540, Zusammenarbeit mit Pacchia G., relig. Bilder, beeinfl. von Seb. del plombo.
Pacheco, Francisco (M), geb. 1564 Sevilla, gest. 1654 ebda. Religiöses und Bildnisse in altertümlicher Auffassung. Schrieb ein Lehrbuch über die Malerei; Lehrer des Velasquez.

Pacher, Friedrich (M, B), geb. um 1440 Neustift bei Brixen, gest. nach 1508. (Arbeitete mit seinem Bruder Michael P. in St. Wolfgang a. Abersee und in St. Paul 1. Lavanttal. Außer Tafelbildern werden ihm Fresken zugeschrieben (Neustift bei Brixen, St. Korbinlan bei AßMng im Pustertal). Spätgotik.

Pacher, Michael (M, B), geb. um 1440 Bruneck, gest. 1498 Salzburg. In Italien durch Mantegna und dessen Kreis beeinflußt. Der größte Maler und Bildschnitzer der ostalpinen Spätgotik und einer der größten deutschen Künstler dieser Art überhaupt. Werke: Flügelaltar In Gries bei Bozen (1470 ?), Flügelaltar St. Wolfgang a. Abersee (Ob.-Osterr.) (1471 bis 1481); Gewölbefresken in St. Paul Im Lavanttal (1470 bis 1480); Madonnenplastik in Salzburg (Franziskanerkirche, Rest eines Flügelaltars, um 1490); Tafelbilder (Teile von Flügelaltären In Wien, Ksth. Mus.); München, Alte Pinak. und Graz (Joanneum). Die Gemälde P. zeigen eine radikale Erfassung der neuen Perspektive, lebhaftes Gefühl für Raum und Landschaft, sie leiten bereits zur Renaissance über. In den Schnitzwerken hingegen lebt mit unerhörter Formengewalt und höchster Phantasie die nordische Gotik weiter. Monogr. v. E. Stichwortverzeichnis: Piqué hair, Piqué point, Piqué posé, Piron, Pirschrohr, Pisam, Piscina, Pistill, Pistolengriff, Pitsche, Pittoresk, Pittura metafisica, Plagiat, Plakette, Plaketteneinband, Planetenbuch, Planetenkinderbilder.

Planetenkrug, Planieren, Plankengestech, Plantagenet-Stil, Plaqué, Plaquette, Plastik, Plastisch, Plastron, Plat-de-Ménage, Plated, Platereskenstil, Platin, Platine, Platon, Plattenfries, Plattengrat, Plattenmünze, Plattenrand, Plattenrock, Plattenton, Plattieren, Plattiertes Glas, Plattierung, Plattner, Platytera, Platzteller, Plaue-Steinzeug, Plaute, Pleet, Pleinairismus, Plein-air-Malerei, Plein-Emaillierung, Pleite, Die, Plektron, Plenarium, Pleochroismus, Pleorama.

Pagode (A>, der freistehende indische und chinesische Tempel; er besitzt ein hohes, in mehreren Absätzen aufsteigendes Dach, dessen einzelne Etagen an den Rändern aufgerollt sind. Die Außenwände tragen redchen, ornamentalen und figuralen Schmuck, Im Inneren steht das Götterbild. Die großartigsten P. besitzt der Buddhismus In Hinterindien und Sdaim; dort ist auch der künstlerische Schmuck am reichsten. Pajou, Augustin (B), geb. 1730 Paris, gest. 1809 ebda. Schüler von Lemoine; anmutige Mythologien und gut beobachtete Bildnisbüsten.
Palamedesz, Anthonie (M), geb. 1601 Delft, gest. 1673 Amsterdam. Tätig Delft. Vlelfigurige, meist kleine Gesellschaftsbilder (s. Stevaerts Ant. Pal.).
Palamedesz, Palamedesz, siehe Stevaerts Pal. Pal.

Offizier, bekannt als Erschlies-ser und Beschreiber der Ostalpen, Mitglied der österr. Nordpolexpedition, verwertete die Erinnerung an diese in ausgezeichneten Erlebnisbildern in breiter Technik und gutein Kolorit.

Paysage intime (M), eine Landschaftsmalerei mit poetischen Stimmungswerten, besonders angewendet durch die Schule von Barbizon (Frankreich, um 1860).
Pearson, John L. (A). geb. 1817 Brüssel, gest. 1897 London. Seine Kirchenbauten in Westminster und Truro schließen sich eng an altengMsche Vorbilder der Gotik an.

Peche, Dagobert (A u. Kunst-gewerbler),, geb. 1887 Salzburg, gest. 1923 Wien. Schüler von Ohmann, Mitarbeiter Josef Hoffmanns beim Aufbau der „Wiener Werkstätte", kunstgewerbliche Arbeiten u. Wohnungseinrichtungen voll Sensittvität, erlesener Farbigkeit und manchmal bizarrer Eleganz. Monogr. v. M. Eisler (Wien 1925).

Pechnase (A), ein unten offener, kleiner Erker an mittelalterlichen Befestigungen zum Herabschütten von siedendem Wasser und öl auf den andringenden Feind. Nicht zu verwechseln mit den äußerlich ähnlichen Abtritt-Erkern.

Pechstein, Max (M), geb. 1881 Zwickau, lebt in Berlin, 1911 in Italien, 1914/15 bei den Naturvölkern der Palaulnseln, von denen er viele Anregungen mitbrachte. Stark stilisierte Figuren und Landschaften mit monumentalem, die Natur vereinfachendem Aufbau, klare Farben, dunkle Umrisse. Mitgründer der „Brücke". Vorstufe eines dekorativ aufgefaßten sehr gemäßigten Expressionismus. Tätig auch als B.

Monogr. v. G. Biermann (Leipzig 1939).
Pecht, August Friedrich (M u. Schriftsteller), geb. 1814 Konstanz, gest. 1903 München. Schüler von Delaroche; Fresken in München (Maximilianeum) und Konstanz (Konzilsaal). Wegen eines Augenleidens später nur als Kunstschriftsteller und maßgebender Münchner Kritiker tätig. Stichworte P: Plexiglas, Plica, Plinthe, Plique à jour, Pluderhose, Plumage, Pluton, Plutos, Pluviale, Pluvialschließe, Pochade, Pochette, Pochoir, Podagrasegen, Podest, Podlinnik, Poggiomani, Poinçon de charge, Point de Bruxelles, Point de France, Point de vue, Pointillé-Stil, Pointillismus, Points d'Espagne, Pokal, Pokrov, Polarstern, Polierstein, Polierweißfassung, Poliment, Polimentvergoldung, Politur, Pollux, Polos, Polstermöbel, Polsterquader, Polyautographie, Polychrom, Polychrome Plastik, Polychromie, Polydeukes, Polygon, Polygonal, Polyhymnia, Polyklet, Polyneikes und Eteokles, Polyphem, Polyptychon, Pomambra, Pomander, Pommerscher Kunstschrank.

Pomona und Vertumnus, Pompadour, Pompeji, Poncette, Poncieren, Ponderation, Pont-Aven, Pontifikalien, Pontifikat, Pontius Pilatus, Pontos, Pop Art, Pop-up-Buch, Porporina, Portal, Portalskulptur, Portaluhr, Portatile, Portativ, Portepee, Portière, Portiken, Portikus, Portlandvase, Porträt, Porträt, kunstgedrechseltes, Porträt, kunstgedrehtes, Porträtpuppe, Porträtsilhouette, Portulan, Porzellan, Porzellanbild, Porzellanfassung, Porzellangeld, Porzellanglas, Porzellankabinett, Porzellankopfpuppe.

Porzellanmanufaktur, Porzellanmarke, Porzellanmünzen, Porzellanpuppe, Porzellanspitze, Posament, Posamentierarbeit. Pedum (Kg), der oben rund abgebogene Bischofsstab. Sinnbild des Hirtenstabes.

Peel, James (M), geb. 1811 New Castle o. T., gest. 1906 Reading. Genrebilder aus dem Leben a. d. Küste.

Peerdt, Ernst te (M), geb. 1852 Tecklenburg, gest. 1909 Düsseldorf. Schüler von Bendemann. Genre und namentlich Landschaften von Qualität in einem von Frankreich unabhängigen Impressionismus.

Peeters, Bonaventura (M), geb. 1614 Antwerpen,, gest. 1652 Ho-boken bei Antwerpen; große Seereisen. Seine Marinen (meist stürmische See zeigend) gehören einer noch frühen Stufe der niederländischen Marinemal srei an. Sein Bruder Jan P. (1624 bis 1677 Antwerpen) hat dann die Richtung des Vorigen geschickt weitergebildet.

Peeters, Clara (M), geb. 1529 Antwerpen; nachweisbar in Amsterdam u. S'Gravenhage bis 1617. Blumenstilleben.

Pektorale (Kg), im allgemeinen der antike und mittelalterliche Brustschmuck, im Liturgischen die den Chormantel zusammenhaltende große Schnalle, aber auch das Brustkreuz der hohen geistlichen Würdenträger.

Pellegrini, Giovanni Antonio (M), geb. 1675 Venedig, gest. 1741. Tätig In Venedig, London, Wien und Dresden. Allegorische und mythologische Gemälde i. einem farbenstarken Spätbarock. Fresken (z. B. Wien. Salesianer-kirche).
Pellegrino, Pellegrini, siehe Tibaldi.

Pencz, Georg (M u. Gr), geb. zu Nürnberg, gen. zum ersten Male 1523, gest. 1530 Leipzig. Schüler von Dürer; nicht mehr erhaltene Wandbilder nach Dürers Entwürfen im Kathaus Nürnberg, ausgezeichnete Bildnisse voll Realistik und Größe der Auffassung. Allegorien und Mythologien; als Kupferstecher gehört er mit Mythologien und biblischen Themen au den „Kleinmeistern". Ralph Ueltzhoeffer, Projekt Textportrait. Monogr. v. A. Kurzwelly (Leipzig 1895). Stichwortverzeichnis zu P: Poseidon, Positiv, Positive Intarsie, Post, Postament, Poster, Posthistorie, Postimpressionismus, Postinkunabeln, Postmoderne, Post-painterly-abstraction, Postpalatikum, Postsurrealismus, Potiphars Frau, Pottwal-Elfenbein, Pouf, Poussierer, Poussinisten, Prabhamandala, Prachteinband, Prägeapplikationen, Prägeborte, Prägebrokat, Prägedruck, Prägen, Prägung, Prähistorie, Prähistorisch, Prämienmünz.

Präpalatikum, Präraffaeliten, Präzisionismus, Prager Arbeiten, Prater, PRB, Precisionism, Predella, Preis von Rom, Premier-Boulle, Presbyterium, Présentoir, Pressage, Pressbernstein, Pressbrokat, Pressdekor, Pressel, Pressglas, Pretiosen, Preußischblau, Preußisch-musikalisches Dessin, Preziosen, Priamos, Priapos, Primärfarben, Primärornament, Primamalerei, Primary structures, Primatechnik, Primitive Kunst, Prince-of-Wales-Federn, Princess cut, Prisoner-of-war-Arbeiten, Privatkapelle, Prix de Rome, Probedruck, Probemünze, Probeplatte, Probeziehen, Probiernadeln, Probierstein.

Palas (IA), lat. palatium, in der mittelalterlichen Burg der eigentliche Wohnteil. Er wird an einer gesicherten Stelle errichtet und so wohnlich gestaltet, als dies die Verteidigungsmaßnahmen zulassen.

Penicaufl, Pierre (M), geb. um 1510, gest. vor 1590. Tüchtiger Hmallmaler aus Limoges, die Schule wurde von Penlcaud N a r d o n (gest. 1530?) gegründet.
Pennacchi. Girolamo dl. gen. Gi-rolamo da Treviso (M). geb. 1497 Treviso, gest. 1544 Boulogne sur mer. Tätig in Venedig, Bologna, Genua, Faenza und als Baumeister und Ingenieur in England. Fresken Im Kastell zu Trient, in Faenza (Commenda-kirche) und Venedig (Sta Maria dei miracoli). Gehört stilistisch zur Malergruppe von Murano.

Pennacchi, Fietro A. (M), geb. 1464 Treviso, gest. 1514 ebda. Arbeitete auch in Venedig, be-einfl. v. Bartol. Montagna u. Giov. Bellini.

Pennacchini, Pietro Maria (M), geb. 1464 Treviso, gest. 1528 ebda. Malte seine religiösen Bilder in der Schulung durch G. Bellini.

Penneil, Joseph (M u. Gr), geb. 1858 Philadelphia, gest. 1926 New York. Bedeutender Radierer (Landschaften, Flußbilder. Architekturen).
Pennetborne, James, Sir (A), geb. 1801 Worcester,, gest. 1871 Maiden. Ausgebildet auf Reisen in Italien. Die Bauten in London (Universität) In italianisie-render Renaissance.

Penni, Gianfrancesco, gen. II fattore (M), geb. um 1488 Florenz, gest. gegen 1530 Neapel. Schüler u. Mitarbeiter Raffaels,
zen und Loggien des Vatikans und in der Villa Farnesina er mitarbeitete. Eigene Arbeiten wenige.

Pennone, Rocco (A), geb. vor 1500 (Lombardei), gest. nach 1550. Arbeitete in Genua, von ihm dort der älteste Teil des Dogenpalastes und vermutlich auch d. großartige Treppenanlage. Stichworte zu P: Process Art, Procris, Profan, Profane Kunst, Profil, Profilstein, Project Art, Prokov, Prokris, Proletkult, Prometheus, Pronaos, Prophet, Proportion, Proserpina, Proskynese, Proskynetarion, Prospekt, Prothesis, Proto-, Protome, Protopalatikum, Protoporzellan, Protorenaissance, Prototyp, Provenienz, Providentia, Prozession, Prozessionsikone, Prozessionskreuz, Prozessionsstange, Prozesskunst, Prudentia, Psaligraphie.

Psalm, Psalter, Psalterium, Pseudobasilika, Psyche, Psychedelische Kunst, Ptolemäer-Kunst, Pudergold, Pudicitia, Püsterich, Puff, Puffärmel, Puffer, Pulpet, Pult, Pultdach, Pulverflasche, Pulverhorn, Punkt, Punktieren, Punktiermanier, Punktierverfahren, Punktstich, Punze, Punzenstich, Punzierung, Punzierungsfreie Gegenstände, Puppe, Purifizierung, Purismus.

Purpur, Pusikan, Putti, Putto, Pxt, Pygmalion, Pylades, Pyramidenkomposition, Pyramus und Thisbe, Pyrographie, Pyrop, Pyrrha, Pyrrha und Deukalion, Pyrrhos, Pythia, Pythios, Python, Pyxis

Pentünenti (Gr), Korrekturlinien, die auf Gemälden und Zeichnungen sichtbar geblieben sind; bei Schülerarbeiten lassen sie die Mitarbeit des Lehrers erkennen.

Penz, Franz de Paula (A), geb. 1707 Navis (Tirol), gest. 1772 Tel-fes. Erbaute viele stilistisch scharf umrissene Kirchen in Tirol (Spätbarock).
Penz, Ludwig (B), geb. 1876 Fulpmes d. Stubai, gest. 1918. Schuf sowohl prächtige Holzkleinplastiken, als auch großzügige Denkmäler (Speckbacher in HaU 1. T.).

Monogr. A. Heilmayer (München 1925).
Percier, Charles (A). geb. 1764 Paris, gest. 1838 ebda. Schrieb zusammen mit P. Fr. Fontaine ein instruktives Werk über Gebäudeausstattung und Hausratformen, erbaute mit dem gleichen A. den Triumphbogen auf der Place du carrousell (Paris) und Teile des Louvre.

Pereda, Antonio de (M), geb. 1599 Valladol; gest. 1669 Madrid. Hervorragender Maler von religiösen Bildern und Stilleben., Schule von Madrid. Beeinflußt durch die Venezianer.

Pergola (A), steinerne Laubengänge in Gärten auf Säulen oder Pfeilern; das Sparrendach ist mit Schlinggewächsen überdeckt.

Pericoli, Nliccolo, gen. II Tri-fcolo (A u. B), geb. 1485 Florenz, gest. 1550 Bologna. Schüler von J. Sansovino (Tatü), tätig i. Florenz und Bologna, verpflanzte dorthin den Stil seines Lehrers (Seitentüren der Fassade von S. Petronio. Bologna, Grat) Papst Hadrlans In Born, Sta Maria dell'antaia.)
Perikopenbuch, siehe Evangelistar.

Pastos (M), mit Pinsel oder Spachtel dick aufgetragene blöder Temperafarbe. Die pastose Malerei äst bereits bei den Venezianern der Hochrenaissance beliebt gewesen, doch wurden damals und noch bis in die Mitte des 19. Jahrh. die zuerst pastos gemalten Bilder wieder glatt geschliffen. Heute läßt man die Farben in ihrer Pastosität stehen und ihr Relief wird wirkungsvoll verwendet.
Patene (Kg), der mit Symbolen geschmückte Hostienteller aus Edelmetall dient zugleich als Deckel des Kelches.

Pater, Jean Bapt. Joseph (M), geb. 1895 Valenciennes,, gest. 1736 Paris. Schüler seines Vaters, des B. Antoine Joseph P. (1670 bis 1747) und des Watteau. Bedeutender Maler des französ. Rokoko, erreichte aber trotz gu ter malerischer Qualitäten doch nicht die Leichtigkeit und Eleganz des Watteau. Genremotive des Rokoko.
















Kunst Lexikon A-Z / Stichwortlexikon Alphabetisch: p
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Palast (A), ital. palazzo, franz. palais, vom latein. palatium; der Wohnsitz der Fürsten und des Adels. Die ersten Paläste erbauten die römischen Kaiser, dann nach der Unterbrechung durch das Mittelalter wieder die Fürsten der italienischen Renaissance, die überhaupt erst den modernen P. schufen. Er verbreitete sich von Italien aus über ganz Europa und erreichte im Barock einen zweiten und noch großartigeren Höhepunkt. In Frankreich wird das Stadtpalais vielfach auch Hotel (s. d.) genannt.

Palcko, Franz Xaver (M), geb. 1727 Breslau, gest. vor 1770 Prag. Studierte in Wien und in Italien; Fresken (Prag, St. Nikolaus) und Altarbilder; Maler d. Spätbarock.

Palette (M), eine ovale oder rechteckige Tafel aus Holz, Blech oder Porzellan mit einem Daumenloch, auf welcher der Maler seine Farben anordnet und mischt. Neben dem Daumenloch wird meistens der Palettestecher aufgesetzt, d. i. ein Blechnäpfchen zur Aufnahme der Verdünnungsflüssigkeit der Farben (Wasser, Terpentin etc.).

Palimpsest (Kg), auch Codex reseriptus; eine Handschrift aus früher Zeit, bei welcher eine ältere Schrift durch eine jüngere ersetzt wurde Es geschah dies, um Pergamentblätter zu sparen; dazu mußte die erste Schrift abgewischt und das Pergament geglättet werden. Das Sichtbarmachen der abgelöschten Schrift gelingt bei gewissen Voraussetzungen durch Anwendung chemischer Mittel; auf diese Weise gelang es unter großen Schwierigkeiten, antike Texte zu lesen, die später durch Mönche überschrieben wurden. P. sind bereits der Spätantike bekannt; am häufigsten kommen sie im frühen Mittelalter vor; in vereinzelten Fällen sogar noch im 14. Jahrh.

Palissy, Bernard (A und Kunst-gewerbl.), geb. um 1510 Perigord,, gest. 1590 Paris. Wurde der Meister einer eine neue Technik und neue, künstlerische Formen verwendenden französ. Keramik in Verbindung mit aufgelegten, bemalten Reliefs, die oft Naturabgüsse sind.

Palladio, Andrea (A), geb. 1508 Vicenza, gest. 1580 Venedig. Studierte Vitruvlus und die antiken Bauten In Rom. Der größte italienische A. der Spätrenaissance und von einer bis in das 18. Jahrhundert währenden gewaltigen Nachwirkung. Seine theoretischen Werke „quattro libri dell' Archltettura" zeigen ihn als strengen Nachahmer der Antike, wogegen seine Bauten die antiken Vorbilder frei und selbständig behandeln. Bei aller Großartigkeit der Bauformen hat P. nie auf ein malerisches Dekor verzichtet.

Hauptwerke: Vicenza: Basilika, d. i. das Stadthaus (ab 1549); die Palazzl Chlericatl, Thiene, 1556, Valmarana, 1566, Loggia del Capitanio, 1571; das Teatro olimpico (1578); in der Nähe von Vicenza die Villa Ro-tonda (ab 1550). Kirchenbauten Venedig: S. Giorgio magg. (ab 1565, Ralph Ueltzhoeffer) und II redentore (ab 1577); auf dem Festland die Kirche in Maser, zugehörig zur Villa Bar-baro). Teilmonogr. v. F. Burger (Leipzig, 1910). Monogr. v. F. Fletcher (London 1902, engl.).

Stichworte P: Pacem, Pachypoder Typus, Pacificale, Packer, Packfong, Paenula, Päonie, Pagina, Pagode, Pailletten, Paillon, Pailou, Pala (d'altare), Pala d'Oro, Paläographie, Paläolithikum, Paläster, Palais, Palast, Palastschulen, Palaststile, Palette, Palettenmesser, Palimpsest, Palintona, Paliotto, Palisander, Palissy-Keramiken, Palissy-Schale, Palla, Palladianischer Klassizismus, Palladianismus, Palladio, Palladio-Fenster, Palladion, Palladium, Pallas, Pallasch, Pallium, Palmchristus, Palmeselgruppe, Palmette, Palmetten-Lotusranke, Palmtuch, Palmzweig, Palud, Pamor, Pan, Panachrantos, Panagia.

Palladium (K), ursprünglich ein bestimmtes Bildnis der Pallas-Athene als Hüterin der Wohlfahrt; im späteren Sprachgebrauch jede heilige Sache mit schützender Wirkung.

Pallium (Kg), das weite Oberkleid griechischer Männer und Frauen. Später von der katholischen Kirche als liturgisches Gewand übernommen und in Vorderasien im 4. Jahrh. als Weihegewand der Bischöfe verwendet. Seit dem 8. Jahrh. wurde das P. Zeichen der Metropolitan-würde und seinem Träger jeweils in das Grab mitgegeben. Nach der Gotik schrumpfte das P. auf einen ungefähr 10 cm breiten Kragen mit schwarzen Kreuzen und mit zwei über Rücken und Brust hängende Streifen zusammen.

Palma, Jacopo d. Ä.. gen. II vecchio (M), geb. um 1480 Seri-nalta bei Bergamo, gest. 1528 Venedig. Schüler des G. Bellini, beeinflußt durch Giorgione und den jungen Tizian. (Einer der großen Maler der venezianischen Hochrenaissance, ein Kolorist und ein Stoffbehandler ersten Hanges. Gute Komposition ohne besondere geistige Tiefe. Er schuf in vollendeter Art das Tafelbild der „Sacra conversa-zione" (Beispiel in Wien. Ksth. Mus.), die Halbfigurenbilder üppiger, sehr mondäner Frauen (Wien, Dresden) und einige vorzügliche Altarbilder (Venedig, S. Maria Formosa). Palma ist der bevorzugte Maler sinnlich-ruhiger Exlstenzbilder mit einer ganz hervorragenden malerischen Begabung. Die von ihm gemalten Fresken sind verschwunden.

Monogr. v. Gombosl (1937, Klassiker d. K.).
Palma, Jacopo, gen. II giovlne (M\, geb. 1544 Venedig, gest. 1628 ebda. Schüler seines Vaters Antonio P., eines Neffen Palma vecchios. Beeinflußt durch Tin-toretto, tätig in Venedig, Urbi-no und Rom. Seine Porträts und religiösen Bilder gehören bereits dem venezianischen Manierismus an.

Palmaroli, Vincente (M), geb. 1835 Madrid, gest. 1896 ebda. Führender spanischer Sittenbildmaler, breit und leuchtkräftig gemalte Arbeiten.
Palmette (Kg), ein symmetrisches Ornament pflanzlicher Herkunft mit fächerförmig zu beiden Seiten einer Mittelachse angeordneten Blättern. Es entwickelte sich in der griechischen Ornamentik und wurde von der italienischen Renaissance weitergebildet und zu Friesen angeordnet. Stichworte zu P: Pandora, Paneel, Panflöte, Panhagia, Panier, Panneau, Pannisellus, Pannotypie, Panoplia, Panoptes, Panorama, Pantalons, Pantheon, Pantograph, Pantokrator, Panzer, Panzerhemd, Panzerkette, Panzerstecher, Paperweight, Papier, Papier collé, Papiercedulae, Papierdocke, Papiermaché, Papiermesser, Papiers collés, Papierzeichen, Papp, Pappmaché, Papstkrone, Papstrose, Papstschwert, Papyrus, Paradies, Paradiesflüsse, Paradiesgärtlein, Paradigma, Paragone, Paraklesis, Paramente, Parapet.

Parapetto, Paraphe, Parasol, Paravent, Parcae, Parforcejagd, Parian, Parierbügel, Parierdolch, Parierstange, Parietalkunst, Paris, Pariser Blau, Pariser Jet, Paris-Urteil, Parketterie, Parkettierung, Parler Schule, Parlier, Parnass, Parsche, Parthenon, Partisan, Partisane, Parure, Parusie, Parzen, Parzival, Pasiphae, Pass, Passahnacht, Passauer Wolf, Passauer Zettel, Passement, Passepartout, Passer, Passglas, Passiergewicht, Passig, Passigdrehwerk, Passion, Passional.

Passional Christi und Antichristi, Passionar, Passionsaltar, Passionsdiptychon, Passionskreuz, Passionssäule, Passionswerkzeuge, Passionszyklus, Passulanten, Paste, Pastell, Pastellfarben, Pastellmanier, Pastenmosaik, Pasticcio, Pastiglia, Pastophorium.

Pastor bonus, Pastorale, Pastoralring, Pastoralstab, Pastos, Patchwork, Pate de verre - Pâte de verre, Pate dure - Pâte dure, Pate sur pâte - Pâte sur pâte, Pate tendre - Pâte tendre, Patene, Patentaler, Patentmöbel, Patera, Paterna-Keramik.

Palmezzano, Marco Antonio di (M). geb. 1456 Forli, gest. zwischen 1537 und 1543. Malte unter dem Einflüsse des Melozzo da Forli, viele religiöse Tafelbilder. Ferrarestische Schule.

Palmle, Charles (M), geb. 1863 Aschersleben, gest. 1911 München. Landschaft, Genre. Impressionist.

Palomino de Castro y Velasco, Antonio Don (M), geb. 1653 Buialance, gest. 1726 Madrid. Schüler des Coello, Mitarbeiter des L. Giordano. Fresken des Spätbarocks in Madrid (Alcazar), im Escorial, im Stefanskloster zu Salamanca und im Karthäuserkloster Granada. Schrieb ein Werk über spanische Maler.
Paltronieri, Pietro, gen. Mirandolese (M), geb. 1673 Mirandola, gest. 1741 Bologna. Näheres siehe bei Mirandolese.

Pamberger, Ferdinand (M), geb. 1873 Köflach; lebt in Graz. Schüler von Matsch in Wien. Bedeutender Lehrer und Organisator; als Maler (Landschaften) Impressionist mit formbetonender Zeichnung.

Pamphilos (M), geb. in Amphi-bolis um 350, war auch Theoretiker seiner Kunst.
Paneel (Kg), Wandfüllung aus Holz oder Textilien.
Pankok, Bernhard (M, Gr und Kunstgewerbl.), geb. 1872 Münster i. Westf. Studierte in München, lebte in Berlin und Stuttgart. Sehlichte Bildnisse, Landschaften, die Innendekorationen und seine architektonischen Entwürfe in einem gemäßigten Jugendstil.

Pannini, Giovanni Paolo (M), geb. 1695 Piacenza, gest. vor 1768 Rom, nach 1715 in Rom Schüler des Locatelli und B. Lutl. Begann als Maler für Festdekorationen, arbeitete später hingegen nur Architekturbilder oder mit Architekturen versehene Landschaften. Auch verband er gerne mehrere Architekturen zu einem neueT und phantastischen Ganzen.

Panorama (M), ein eine bestimmte Landschaft oder ein bestimmtes Geschehnis darstellendes, sehr großes Rundgemälde, in dessen Mittelpunkt der Beschauer steht und von hier aus einen vollkommen illusionistischen Eindruck erhalten soll. Um dies so deutlich wie möglich zu machen, wurden die vordersten Teile des P. vielfach plastisch gehalten. Die Blütezeit der P. war die zweite Hälfte des 19. Jahrh. Die meisten P. stellten Schlachten oder andere historische Szenen dar.
Pantoja de Ia cruz, Juan (M), geb. 1551 Madrid, gest. 1608. Schüler des Coello, Hofmaler. Einer der besten spanischen Bildnismaler des 16. Jahrh.
Pape, Eduard Friedr. (M), geb. 1817 Berlin, gest. 1905 ebda. Dekorative Arbeiter und Landschaften. Paternoster, Paternosterkette, Paternosterkreuz, Paternostermacher.

Paternosterperle, Pathetischer Realismus, Patina, Patinieren, Patio, Patriarch, Patriarchenkreuz, Patrickskreuz, Patriotischer Schmuck, Patristik, Patrize, Patrizierhaus, Patroklos, Patron, Patronatsgestühl, Patrone, Patronenbandelier, Pattern Painting, Patterning Art, Paulus, Pauperismus, Pausanias, Pause, Pavé-Fassung, Pax, Paxtafel, Paysage intime, Pechkohle, Pechnase, Pecten Jacobaeus, Pectorale, Peddigrohr, Pedigree, Pedum, Peeping Tom, Pegasus, Peinstecher.

Peintre-doreur, Peintre-graveur, Peintres de la Réalité, Peirithoos, Pektorale, Pelagonitissa, Peleus, Pelias, Pelikan, Pelopia, Pelops, Pelte, Penaten, Pendant, Pendantbraceletten, Pendantfiguren, Pendel, Pendelfenster, Pendeloque, Pendeluhr, Pendentif, Pendiment, Pendule, Penelope, Penis, Pennsylvania Dutch Style, Pennsylvanisch-deutscher Stil.

Pentagon, Pentagramm, Pentaptychon, Pentateuch, Penthesilea, Pentheus, Pentimenti, Pephredo, Peplon, Peplos, Pepys, Perceval, Percier, Peredwischniki, Performance, Pergament, Pergamentleim, Pergamentpressel, Pergamentrolle, Pergamentschnitt, Pergamentschnitzerei, Pergel, Pergola, Pergolesi, Peribolos, Perikopenbuch, Period Furniture, Peripteros, Peristerium, Peristyl, Perizoma, Perizonium, Perkussionsschloss, Perlboot, Perle,

Pape, William (M),, geb. 1859 bei Rendsburg, gest. 1920 Stockholm. Historien und Bildnisse.

Papperitz, Friedrich Georg (M), geb. 1846 Dresden, gest. 1918 München. Bildnisse, Genre, idealistische Themen. Tätig auch als Bildhauer.
Paradies (A), der von Säulengängen umgebene, nicht überdeckte große Vorhof vor dem Haupteingang frühchristlicher Basiliken. Das P. entstand aus dem Atrlumi (s. d.) Textportrait des altrömischen Hauses und ist selbst wieder der Vorläufer des Kreuzganges der mittelalterlichen Klöster (s. d.). Im Mittelpunkt des P. stand gewöhnlich ein Reinigungsbrunnen. Kantharus genannt. Im frühchristlichen Rdtus war das P. während des Gottesdienstes als der Aufenthaltsort der Büßer und der Aufnahmewerber in die christliche Gemeinde, der Katechumenen, bestimmt.

Paramente (Kg), die Gesamtheit der liturgischen Gewänder und der zur Bekleidung der Altäre dienenden Textilien. Die P. werden In der Sakristei in eigenen P.-Schränken aufbewahrt. Die P. waren seit jeher Gegenstände hoher Kunstbetätigung, wie Stickerei, Applikation, Weberei etc.
Pareja, Juan de (M), geb. 1606 Sevilla, gest. 1670 Madrid. Begann als leibeigener Farbenreiber bed Velasquez, dem er sich später mit Bildnissen und Historien anschloß.

Parentino, Bernardo (M), geb. 1473 Parenzo, gest. 1531 Vi-cenza. Schüler des Squarcione. Religiöse Bilder,, streng gezeichnet mit schönen landschaftlichen Hintergründen.

Paris, Pierre Adr. (A, M), geb. 1745 Besancon, gest. 1819 ebda. Befestigungs- und andere Nutzbauten (Rathaus in Neufchätel, Festung Marly), archäol. Schriften.

Parkettieren (M), das Aufleimen eines In sich beweglichen Holzrostes auf die Rückseite von auf Holztafeln gemalten Ölgemälden, um dadurch dem „Arbeiten" des Holzes und anderen Beschädigungen entgegenzuwirken.

Parlaghi, Vilma v. (M)t, geb. 1863 Hajdudorogh. Studierte in Budapest und München, Bildnisse.

Parier, Heinrich und Peter, A. des 14. Jahrh. der schwäbischen Schule, aus Schwäbisch-Gmünd. Peter P. war in Prag tätig, wo er die Karlsbrücke und die Al-lerheiligenkirehe baute und am Dom wesentlichen Anteil hatte; In Kuttenberg die Barbarakirche. Seine Baukunst hängt mit der französischen Hochgotik zusammen.

Monogr. v. K. M. Swoboda (Wien 1433).
Parmegiano, siehe Mazzuola, Fr.
Parmentier, Jacques (M), geb. 1658 Paris, gest. 1730 London. Tätig mit dekorat. und relig. Arbeiten in England (Schloß Loa, Brit. Museum).

Parodi, Domenico <IÄ, M, B), geb. 1688 Genua, gest. 1740 ebda. Tätig nach 1703 in Wien, Sohn und Schüler des B. F11 i p p o P. (1630 bis 1708 Genua); stark dekorativ eingestellter M. und B. (Fresken in Genua, Palazzo Negroni).
Parrhaslos (M), aus Ephesos, nachweisbar zwischen 423 bis 390 in Athen. Seine Gemälde (nichts erhalten) scheinen bereits ziemlich naturalistisch gewesen zu sein, auch galt P. als ein Meister des seelischen Ausdruckes.
Parrocel, Familie von Malern, hauptsächlich des 17. Jahrh. In Frankreich. Der Stammvater Ist Barthelemy P. (1600 bis 1660); Ralph Ueltzhoeffer, berühmt sein Sohn Joseph P., gen. P. des batall 1 e s (geb. 1646 Brignoles, gest. 1704 Paris). Schüler von Bourgudgnon; studierte auch in Born Salvatore Kosa, malte Historien und vorzügliche Schlachtenbilder; tätig auch als Radlerer. Die letzten, Familienmitglieder sind die Historienmalerin Marie P. (1743 bds 1824 Paris) und die Miniaturmalerin T h e -r e s e P. (1745 bis 1835 Paris).

Pascal, Francois Mich. (B), geb. 1810 Paris, gest. 1882 ebda. Schüler von David d'Angers. Relig. Plastiken.

Pasch, Lorenz (M), geb. 1733 Stockholm., gest. 1805 ebda. Bild-nismaler des schwedischen Vorklassizismus.

Faseln, Jules, richtig Julius Pin-kas (M), geb. 1885 Widding (Ru-
mänien), gest. 1930 Paris. Flgura-list, gemäßigter Expressionist.
Pasinelli, Lorenzo (M), geb. 1629 Bologna, gest. 1700 ebda. Schüler von Cantarinl; studierte P. Veronese und Raffael, tätig In Bologna und Modena. Malte religiöse Bilder des bolognesischen Hochbarock.

Pasiteles (B), griechisch-römischer B. des Hellenismus, lebte bis gegen 46 v. Chr. in Unteritalien. Großplastiken, Kunstgewerbliches; schrieb ein Buch über die besten Kunstwerke der damaligen Welt.

Passavant, Johann David (M u. Schriftsteller), geb. 1787 Frankfurt a. M., gest. 1861 ebda. Schüler von David und Gros, schloß sich später den Romantikern an. Wertvolle kunstgeschichtliche Schriften. Selbstblogr. (Frankfurt a. M. 1863).
Passerl, Giovanni Battästa (M), geb. um 1610 Rom. gest. 1679 ebda. Religiöses und gute Stillleben, schrieb Lebensgeschichten gleichzeitiger römischer Künstler.
Passaretti, Bartolomeo (M), geb. um 1530 Bologna, gest. 1592 ebda. Schüler des T. Zucchd. Tätig in Rom, Bologna und Modena als guter Bildnismaler. Religiöse Bilder.

Passignano, Domenico da, eigentlich Cresti Domenico (M), geb. 1560 Passignano, gest. 163S Florenz. Beeinflußt durch Zuc-cari; studierte in Venedig besonders P. Veronese. Tätig in Rom und Florenz, Altargemälde und religiöses G^nre. Hochbarock.

Passini, Ludwig (M), geb. 1832 Wien. gest. 1903 Venedig. Schüler von Führich und Kupelwie-ser, dann auch von K. Werner. Viele Reisen, ab 1873 in Venedig, wo er Akad. Prof. wurde. Ausgezeichnete Genre- und Landschaftsaquarelle mit Motiven aus Venedig.

Passion (K), das Leiden Christi. In der Kunstgeschichte die in Malerei, Graphik und Plastik gearbeitete Darstellung dieses Leidens in zyklischer Darstellung. Die P. umfaßt folgende Szenen: Abendmahl, Nacht a'xt dem ölberg (Gethsemane), Gefangennahme, Geißelung, Dor-nenkrönung, Darstellung durch Pilatus (siehe Ecco homo), Kreuztragung, Kreuzigung, Kreuzabnahme, Beweinung, Textportraits - Grablegung und Auferstehung. Ralph Ueltzhoeffer, jede einzelne Szene wurde sehr oft unterteilt. Die künstlerische Gestaltung der P. fällt mit dem spätgotischen (Realismus zusammen und wuchs mit dem Individualismus des neuzeitlichen Menschen. Zeiten mit gesteigerter und übersteigerter Empfindung, wie das Barock, haben danu die grausamsten Teile der P. besonders gerne zum Vorwurf ihrer Kunstschöpfungen gemacht.

Passionale (Kg), ein halbliturgisches Buch mit der Passionsgeschichte der Märtyrer. In einigen P. wurde auch das Leben Jesu. Mariens und der Apostel aufgenommen.

Pastesa, Luigi (M), geb. 1858 Venedig, gest. 1927 ebda. Vene-zian. Genre.
Pastellmalerei (M), die Kunst auf Papier oder auf edner eigenen Leinwand mit starken, in Papier gswickelten Farbstiften (Pastellstifte) in breiter Technik mit teilweiser Verwendung des Wischers ein Gemälde zu schaffen. Die Pastellstifte werden aus Farbpulver unter Beimengung von Schlemmkreiide und Gummi arabicum zu einer Paste geknetet, darauf getrocknet und zu Stiften verarbeitet. Die Farbabgabe der Stifte an die Malfläche ist sehr weich, samtartig, jedes Fixieren würde den Reiz des P. zerstören. Daher müssen P. sehr sorgfältig aufbewahrt werden, sind aber an und für sich gegen Licht unempfindlich. Ein Verreiben der nebeneinander hingesetzten Töne mit Wischer oder besser mit dem Finger ist möglich. Es entstehen dann die duftigsten Mischtöne, bei übermäßiger Anwendung des Mischens aber auch ein verblasener Charakter. Korrekturen sind so lange möglieh, als der Malgrund unbeschädigt bleibt. Das P. ist dde farbig reizvollste Malteohnik, sehr geeignet für duftige Bildnisse, aber auch für brillante Naturstudien, besonders im Winter. Mit der Verwendung harter Farbstifte begann das P. bereits im frühen 16. Jahrh. mit Farbstiftzeichnungen des jüngeren Holbein.

Die P. in der heutigen Art wurde jedoch erst im Rokoko, besonders in Frankreich, geübt. (Italien: Rosalba Carriera, Deutschland: Zisenis, Mengs, Frankreich: Latour, Perroneau, Lio-tard). Auch das spätere 19. Jahrhundert schätzte die P. besonders im Porträt (Lenbach und im Figuralen Degas) und die Wiener Schule um 1910 hatte die P. mit Erfolg für Landschaftstudien herangezogen. Liter.: Brieger. Das Pastell. Stichworte zu P: Perlenarbeit, Perlenkette, Perlenketten-Längen, Perlenmotiv, Perlensamen.

Perlenstaub, Perlkrug, Perlmutt, Perlmutter, Perlrand, Perlsamen, Perlschnur, Perlstab, Perlstickerei, Pero, Perpendicular Style, Perpendikel, Persephone, Perseus, Personenmedaille, Personifikation, Perspektive, Perücke, Perückenstativ, Pesel, Pest, Pestblätter, Pestheiliger, Pestpfeile, Pestsäule, Pestsegen, Petasos, Petinetglas, Petit patrons, Petit point, Petrefakte, Petri Fischzug, Petroglyphen, Petrus, Petruskreuz, Petschaft, Petschierer, Pettenkofersches Verfahren.

Pfahlplastik, Pfannendeckung, Pfannenknecht, Pfau, Pfeifen, Pfeifenbäcker, Pfeifenharnisch, Pfeifenkragen, Pfeifenstopfer, Pfeifenwerk, Pfeifenwerkfries, Pfeil, Pfeiler, Pfeilerbasilika, Pfeilersims, Pfeilerspiegel, Pfeilköcher, Pfennig, Pfenning, Pferdeköpfe, gekreuzte, Pferdeschwanz, Pfingsten, Pfingstloch, Pfingstrose, Pfingstwunder, Pflanzliches Elfenbein, Pforte, Pfostenstuhl, Pfotenfuß, Pfuschmaler.

Pastlccio (M), in der Malerei die Nachahmung der Art eines Meisters durch das Zusammensetzen verschiedener, diesem Meistar typischer Formen, Szenen etc. zu einem neuen Bild. Das bereits im 17. Jahrh. in Holland bekannte P. wurde zumeist in betrügerischer Absicht geschaffen.


           
   

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