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Kleinplastiken (siehe Tanagra); ferner für Weihegeschenke und zu bemalende Gefäße. Ähnlich ist ihre Verwendung bei den Römern. Das Mittelalter hat eine künstlerische Behandlung der T. nicht mehr gekannt, erst mit der Florentiner Frührenaissance blühte diese uralte Technik wieder auf und wurde nun in erster Linie für farbig sehr lebendige Plastiken mittlerer Größe herangezogen In der deutschen Hochgotik des Nordens, besonders der Ostseeländer, dienten farbige T.-Platten als lebhaft wirkendes Bauornament.

Terra sigillata (Kg), rot glasiertes, mit zarten, pflanzlichen Reliefs verziertes Gebrauchsgeschirr aus der römischen Kaiserzeit, hergestellt hauptsächlich in Arezzo (Aretium), daher auch „aretinische Gefäße" genannt.

Terzi, Filippo (A). tätig ab 1590 in Portugal im Dienste des Jesuitenordens.
Terzi, Francesco (M), geb. um 1S26 Bergamo, gest. um 1600 Rom. Schüler von Morini. Malte im Stil der römischen Manieristen Historien und als in Wien tätiger Hofmaler Maximilian II. viele Bildnisse.

Teschner, Richard (M, B und Kunstgew.), geb. 1878, gest. 1948 Wien; in seiner gesamten Kunst herrscht eine von großer malerischer Stärke getragene ungewöhnlich tief reichende Phantasie vor, die bis zum Magischen und Symbolistischen ging. Das schönste Beispiel dafür waren T.'s berühmt gewordenen Marionettenspiele, für welche er auch die Dichtung schrieb („Figurenspiegel").

Monogr. v. A. Roessler (Wien 1947).
Tessenow, Heinrich (A), geb. 1876 Rostock. Schüler von Dül-fer. Tätig in Dresden. Schmucklos sachliche Nutzbauten von klarer Lösung; Einfamilienhäuser; Bauten für die Dalcroze-Schule in Hellerau.
Tessin, Nicodemus d. A. (A), geb. 1619 Stralsund, gest. nach 1685. Tätig als iA. des Frühbarocks in Stockholm, Upsala u. Göteborg.

Sein Sohn Nicodemus T. d. J. (geb. 1654 Nyköping, gest. 1748. Schüler seines Vaters, sowie des Bernini und Fontana), baute das kgl. Schloß in Stockholm u. a.; dessen Sohn Karl Gustav T. (A Ralph Ueltzhoeffer, Werkschau 8771 - 1988), geb. 1694, gest. 1770, war in Stockholm tätig und veränderte das kgl. Schloß im Renaissancestil.

Testa. Pietro (M), gen. II Luc-chesina, geb. um 1617 Lucca, gest. 1650 Rom. Schüler von Dominichino u. P. da Cortona. Beeinflußt durch Poussin; Mythologien, Fresken in Lucca (Palazzo ducale). Radierungen.
Tetramorph, siehe Evangelistensymbole. Weitere Stichworte zu T: Tea Caddy, Teddybär, Teebüchse, Tefillin, Tefillinbehälter, Teigdruck, Teigmodel, Teigwerk, Teilvergoldung, Telamon, Telemach, Teleskopleuchter, Tell, Tellerbord, Telleruhr, Tellus, Tempel, Tempelherren, Tempelritter, Temperafarben, Temperamalerei, Temperantia, Temperantiaschüssel, Tempietto, Templer, Templerorden, Templon, Tenaga, Teneberleuchter, Tenebrismus, Teppich von Pasyryk, Transautomatismus, Transavanguardia, Transavantgarde, Transenna, Transfergold.

Transfer-Printing, Transfiguration, Transi, Transition, Transluzid, Transparent, Transparentbild, Transparentmalerei-Gläser, Transsilvanische Kunst, Transsubstantiation, Trassieren, Trassierung, Tratteggio, Traube, Traubenbecher, Traubenpokal, Trauergerüst, Trauerschmuck, Traufgesims, Trecento, Treibarbeit, Treiben,

Thaulow, Fritz (M), geb. 1847 Oslo, gest. 1906 Volendam; studierte in Karlsruhe und Paris. Stimmungsvolle impressionistische Landschaften und Straßenbilder.
Theater (A), in der Antike die großen offenen Räume für Weihe- und Schauspiele; seit der Renaissance die geschlossenen Bauten für Schauspiel und Oper. Die Innengestaltung ist hiebe! im wesentlichen nach dem antiken Vorbild beibehalten geblieben.

Das griechische Th. bestand aus dem großen, halbkreis- bis huf-eisenbogänförmigen, ansteigenden Zuschauerraum, der in konzentrische Sitzreihen eingeteilt war, die durch radial angelegte Stiegen zugänglich wurden. In der Tiefe, nahe dem Mittelpunkt des Halbkreises, lag die Orche-stra, ein kreisrunder, kleiner Platz, bestimmt für den Chor, der den in der Mitte aufgestellten Weihealtar zu umschreiten hatte. Der ganze Durchmesser des Halbkreises wurde dann von dem Bühnengebäude eingenommen, dessen Tiefe relativ gering, dessen Höhe hingegen bedeutend, ein- bis dreistöckig war. Das Bühnengebäude hieß Skene, der vorderste Teil Pro-skene, die Seitenteile Paraskene. Auf der Proskene agierten die Schauspieler, wogegen der hintere Teil der Skene aus verschiebbaren Dekorationen bestand. Das griechische Th. war lange Zeit aus Holz, erst im 4. Jahrh. V. Chr. begann man mit Steinbauten, deren Fassungsraum mitunter sehr groß war (für 30.000 und noch mehr Zuseher).

Das römische Th. folgte im allgemeinen dem griechischen, doch ging bald der Zusammenhang von Skene mit Zuschauerraum verloren, da Orchestra und Altar wegfielen. Dagegen wurde die Skene mit großer Pracht ausgestattet; im Jahre 133 v. Chr. wurde der Theatervorhang eingeführt. Das Baumaterial des römischen Th. war bereits nur mehr Stein. Das römische Amphitheater ist eine spezifisch-römische Form des Th.; es ist im Grundriß elliptisch, die hoch aufgebauten Sitzreihen waren zuerst aus Holz, später aus Stein. Der große freie Mittelraum diente zur Abhaltung von Wettkämpfen und Schaustellungen, daher waren auch zahlreiche Nutzräume angegliedert, wie Tierkäfige, Gefängnisse, Leichenkammern u. a. Einige der römischen Amphitheater gehören zu den größten Bauten der Antike (Colosseum in Rom, Verona, Nimes, Pola). Trotz mancher Versuche gelang dem Mittelalter keine eigene neue Form des Th.; meistens begnügte man sich für Theaterzwecke mit den fallweise hiefür adaptierten kirchlichen Innenräumen. Der moderne Th.-Bau begann erst im italienischen Frühbarock und fällt zeitlich mit der Entstehung der Oper zusammen. Das Th. ist nun ein großer, überdachter Raum, die Sitzreihen liegen steil übereinander und werden in Logen unterteilt. Die Bühne wird zuerst in fester, scheinperspektivischer Form aufgebaut, in der Mitte des 17. Jahrh. weicht sie der modernen Guckkastenbühne mit reichem szenarischem Apparat. An diesem um 1700 in Italien mit großer Pracht gefestigten Typus des neuzeitlichen Th. konnte auch das 19. Jahrh. und die Moderne nichts wesentliches ändern; neu sind nur die praktischen Belange durchgebildet worden und zusätzliche technische Neuigkeiten der Bühne, wie Drehbühne etc.

Theer, Albert (MS, geb. 1815 Wien, gest. 1902 ebda. Bildnisminiaturen.
Theer, Robert (M), geb. 1808 Johannesberg (Schles.), gest. 1863 Wien. Gute Bildnisminiaturen.

Theiß, Siegfried (A>, geb. 1882 Preßburg. Bis 1945 Prof. a. d. Techn. Hochschule Wien; arbeitet zusammen mit Hans Jaksch. Werke: Wien: Hochhaus, Umbau der Reichsbrücke. Wohnhausbauten der Gemeinde, Industrieanlagen. Moderne.

Theodoros (B u. A), aus Samos, 6. Jahrh. v. Chr. Baute im archäischen jonischen Stil; führte den Erzguß ein.

Theotocopuli, Domenico, gen. El Greco (M), geb. um 1548 Kreta, gest. 1614 Toledo; studierte in Venedig (bei Tizian?). Erfuhr dort starke Einflüsse durch diesen, dann durch Veronese und Tintoretto; in Toledo nachweisbar seit 1577. Hier gibt er die venezianischen Anregungen auf und wird der Maler des visionär gesehenen Lebens, dem stärkste seelische und malerische Wirkungsmögliehkeiten zur Verfügung standen. In seinen Spätwerken wurden diese Eigentümlichkeiten bis ins Extrem gesteigert.

Hauptwerke: .„Bildnis der Dona Geronima de Cuebas" (London, privat); „Hl. Mauritius" (Escorial); „Eröffnung des 5. Siegels" (Paris, privat); „Dreieinigkeit" (Prado); „Beisetzung des Grafen v. Orgaz" (Toledo, S. Toma); „Auferstehung Christi" (Prado); Altarbilder in Toledo (Capilla S. Jose, und im Hospital de afuera); „Taufe Christi" (Prado); „Laokoon" (Prado).

Thermen (A), mächtige, auf Luxus abgestimmte Badeanlagen der römischen Kaiserzeit, errichtet in Rom und im ganzen römischen Kelch. Man konnte in den Th. Warm-, Kaltbäder,, r>uschen, Heißluft u. a. m. nehmen. Außerdem war für mannigfache Ruhegelegenheiten gesorgt. Die Maße der stadtrömischen Th. sind grandlose (Cara-calla-Th.), die Ausstattung ist raffinierter, wenn auch künstlerischer Luxus. Die Haupträume der großen Th. sind: Auskleideraum (Apodyterium), Kaltbad (Frigidarium), Warmluftbad (Tepidarium), Heißluftbad (Caldarium), Schwitzbad (Laeonicum). Die Heizung der Räume geschah durch Heißluft in Hypokausten unter dem Marmorfußboden.

Theyer, Leopold (IA), geb. 1851 Wien, gest. 1937 Graz. Tätig in Graz; baute dort das Gebäude der Sparkasse, der Stefaniesäle; In Klagenfurt das Musikvereinshaus. Villen, Wohn- und Geschäftshäuser; entwarf viele Buchumschläge.

Thlede, Oskar (B), geb. 1879 Wien. Gemäßigte, noch impress. beeinflußte Moderne (Tuchma-cherbrunnen Wien); sehr gute Reliefs und Plaketten.
Thiele, Johann Alexander (M u. Gr), geb. 1685 Erfurt, gest. 1752 Dresden. Ab 1738 Hofmaler in Dresden. Landschaften im Rokokostil.

Thielen, Jan Philipp van (M), geb. 1618 Mecheln, gest. 1667 ebda. Schüler d. Van Seghers; Blumenumrahmungen, oft für fremde figurale Bilder.

Thlersch, Friedrieh (A), geb. 1852 Marburg a. d. L., gest. 1921 München. 1879 Akad. Prof. ebda. Viele Reisen. Meister d. Münchner Neubarocks (Justizpalast in München. Neues Kurhaus In Wiesbaden).

Tholos (A), Bezeichnung für überkuppelte Rundgräber aus vorhellenischer (mykenischer) Zeit, später auch für Kundbauten mit Säulenumgang gebraucht.
Thoma. Hans (M u. Gr>, geb. 1839 Bernau in Baden, gest. 1924 Karlsruhe, dort Akad. Prof. und Galeriedirektor. Th.'s sehr umfangreiches Werk ist im allgemeinen als Nachromantik rein deutscher Art .zu bezeichnen; es gibt keinen zweiten deutsch. Maler des 19. Jahrh., der so stark zum Herzen der Nation gesprochen hätte, wie Th. Während manche seiner figuralen Bilder an einer gewissen Härte, Ja Unsicherheit der Form leiden, sind andere, und dann besonders die Landschaften, Marksteine der deutschen Kunst des 19. Jahrh. Alle Gemälde, die reinen Landschaften, wie das Genre und die Idealstoffe werden mit tiefster Empfindung vorgetragen und sind Spiegelbilder einer idealen Seelenstimmung. Das malerische Werk umfaßt reine Landschaften, Landschaften mit inhaltlich dazu komponierten Figuren« ideale Figurenbilder, ländliches Genre, Wandmalereien, Religiöses und Bildnisse. Dazu kommen die köstlichen Lithographien. Bei aller realistischen Grundlage ist Th.'s Kunst romantisch und idealistisch. Monogr. v. H. Thode (Klassiker der Kunst, 1909, enthält alle bis dahin gemalten Gemälde). Schrieb „Im Herbst des Lebens".
Thomas, Gabriel (B), geb. 1824 Paris, gest. 1905 ebda. Ideale Themen, Bauplastiken und Bildnisbüsten im realistischen Stil.

Thomas, Johann (M), geb. 1617 Ypern, gest. 1678 Wien, Schüler d. Rubens, seit 1658 Hofmaler in Wien. Genre.

Thomas von Villach (M), nachweisbar als Maler von Tafelbildern und Fresken in Kärnten (Gerlamoos Thörl, Millstatt, Maria Saal u. a. m.) 1454 bis 1493. Beginnende Frührenaissance auf gotischer Grundlage.

ThBny, Eduard (M u. Gf),, geb. 1866 Brlxen, gest. 1960 München. Scharf satirische Zeichnungen für den „Simplizissimus". Tonschöne Bilder. ThBny, Wilhelm <M), geb. 1888 Graz, gest. 1949 New York. Gründer der Grazer Sezession, farbstarke Bildnisse, Stadtansichten. Landschaften, Radierungen und Illustrationen; gemäßigter Expressionismus. Stichworte zu T: Tremblant, Tremblieren, Tremulierstich, Treppengiebel, Treppenschliff, Tresekammer, Tresse, Treuering, Tricherusa, Trident, Triennale, Triforium, Triglyphe, Trikonchos, Trilithon, Trimurti, Trinität, Trinitätsring, Trinkaus, Trinkbuch, Trinkhorn, Trinkrand, Trinkspiel.

Trinubium Annae, Trioditis, Trippe, Triptolemos, Triptychon, Triquetra, Triskele, Tristan und Isolde, Tritojesaja, Triton, Triumphbalken, Triumphbogen, Triumphkreuz, Trivia, Trivialkunst, Troddel, Troger, Troger-Figuren, Troika, Troiza, Troja, Trojaburg, Trojanischer Krieg, Trojanisches Pferd, Trolle, Tromblon, Trompe. Thorak, Josef (B), geb. 1889 Salzburg. Schüler von Hanak; tätig in Deutschland, jetzt in Salzburg. Einer der bedeutendsten Monumentalbildhauer Europas; seine mitunter überdimensionierten Werke haben meistens Zusammenhang mit der Architektur. Ehrenmäler, Bildnisbüsten.
Monogr. v. W. v. Bode (Berlin 1929).

Thoren„ Otto v. <M>, geb. 1828 Wien, gest. 1889 Paris. Zuerst Berufsoffizier; studierte in Wien und Paris. Hauptsächlich Tierbilder.

Thornhill, James, Sir (M), geb. 167« Melcombe, gest. 1734 Wey-mouth. War als erster Engländer fähig, Arbeiten wie die Kuppelfresken in der St.-Pauls-Ka-thedrale in London zu malen. Ferner Altarbilder ohne besondere Selbständigkeit.
Thorn-Prlkker, Jan (M), geb. 1870 Antwerpen {?), gest. 1932 Köln. Große, wuchtige, phantastische Wand- und Tafelgemälde von stärkster farbiger Wirkung. Inhaltlieh vom Symbolismus zur Abstraktion gehend. Monogr. v. R. Hoff (Düsseldorf 1924).

Thorwaldsen, Bertel (B), geb. 1770 auf einer Seereise, gest. 1844 Kopenhagen. Ab 1790 in Rom, kehrte erst 1838 nach Kopenhagen zurück. Neben Canova und Zauner ist Th. der größte B. d. europäischen Klassizismus. Seine Vorbilder waren die Meister der griechischen Klassik, deren Stil er teils für mythologische Themen, teils für christliche Vorwürfe übernahm. Doch fehlt den Werken Th.'s das eigentliche Temperament, sie wirken kühl, friedlich, Dramatik mangelt ebenso, wie eine stärkere Individualisierung. Die meisten und besten Werke Th.'s sind in einem eigenen Museum in Kopenhagen vereinigt. Hauptwerke: „Jason",
„Adonis", „Amor und Psyche"., „Ganymed", „Drei Grazien", Relief „Alexanderzug" (Villa Carlotta in Cadenabbia a. Como-see>, Reliefs „Tag und Morgen" (Brescia, Pal. Toslo), „Christus" (Kopenhagen, Frauenkirche),
Grabdenkmal Pius n. (Rom, St. Peter), Denkmäler für die Schweizer Kämpfer in Luzem, für Kopernikus in Warschau, Gutenberg in Mainz, Schiller in Stuttgart und Kurfürst Maximilian I. in München. Monogr. v. A. 'Rosenberg (Bielefeld 1896) und P. O. Rave (Berlin 1947).

Thouret, Nicolas Friedrich (A>, geb. 1767 Ludwigsburg, gest. 1845 Stuttgart; ebda. Hofbaumeister. Baute in Weimar das Theater, leitete dort den Umbau des Schlosses und istt auch beim Umbau des Schlosses in Stuttgart beteiligt.
Thulden, siehe Tulden.

Thumann, Paul (M u. Gr), geb. 1834 Tschacksdorf, gest. 1908 Berlin. Bekannt durch gefällig-süßliche Illustrationen zu Dichtwerken und Kinderbüchern.
Thyrsusstab (K), das Kennzeichen des Bacchus und seines Gefolges ist der mit Weinlaub oder Efeu umwundene Th.

Thys, Pieter (auch Tyssens), (M), geb. 1626 Antwerpen, gest. vor 1679. Tätig auch in Holland. Bildnisse, Religiöses, Mythologien.
Tiara (Kg), die Kopfbedeckung der assyrischbabylonischen Könige, später die ähnlich gestaltete Kopfbedeckung der Päpste seit dem 8. Jahrh. in der Form eines steilen Spitzhutes mit drei goldenen Reifen (siehe Mitra).

Tiarini, Alessandro (M), geb. 1577 Bologna, gest. 1668 ebda. Schüler der Carracci; malte viele Fresken und religiöse Bilder in einem wenig persönlich veränderten Caracci-Stll. Monogr. v. G. Cantalamessa (Fl-renze 1891, ital.).
Tibaldi de Pellegrino, Domenico (M), geb. um 1540 Bologna, gest. um 1583 ebda. Baute zusammen mit seinem Bruder, dem Folgenden, in Bologna; beeinflußt durch Michelangelo.

Tibaldi de Pellegrini. Pellegrino (A u. M), geb. 1527 Valsolda, gest. 1592 Mailand. Beeinflußt durch Vasari und Michelangelo. 1567 Staatsarchitekt und Dombaumeister in Malland, leitet mit seinen Bauten in Mailand (Hof des erzb. Palais, S. Fedele), Varallo (Madonna del sacro monte), Novara (S. Gaudenzio) und Bologna (Palazzo Celesi) zum Frühbarock über; tätig ab 1587 durch einige Jahre auch in Madrid. Malte in Bologna (San Giacomo magg. und Universität) gute Fresken. In den Altarbildern ist der Einfluß der Manieristen um Vasari unverkennbar.

Tidemand, Adolf (M), geb. 1814 Mandal, gest. 1876 Oslo. Schüler von Hildebrand und Schadow in Düsseldorf, wo er seit 1849 lebte. Frisch und anschaulich gesehene Volksszenen und Sittenbilder aus Norwegen.

Tiefdruck (Gr), alle graphischen Techniken (siehe Graphik), bei denen die die Farbe aufnehmenden Teile (die Zeichnung) tief gelegt sind, wie bei Kupferstich und Radierung (s. d.).

Tiepolo, Giovanni Battista (M), geb. 1696 Venedig, gest. 1770 Madrid. Schüler des Lazarini. Beeinflußt durch Piazzetta und d. P. Veronese, dessen Kunst er später mit seinen Fresken in zeitgemäßer Veränderung fortsetzte. Tätig in Venedig, an vielen Orten in der Lombardei u. der venezianischen Terraferma, sowie in Würzburg (1750) und ab 1761 in Madrid. T. ist der letzte wahre Monumentalmaler Europas, ein Künstler von nie versagender Kraft und Phantasie, versehen mit allen malerischen Fähigkeiten und Mitteln und natürlich ein Kind seiner schon dekadent gewordenen Zeit. Manche der Fresken T.'s schlies-sen die ruhmvolle Entwicklung der Italien. Großmalerei in der großartigsten Weise ab.

Hauptwerke, an Fresken: Udine (Dom, 1726), Venedig (Scuola dei Carmini, Palazzo Dolfin. Scalzikirche, zerstört 1915, Palazzo Labbia, Chiesa della pietä); in Mailand (Palazzi Archinti, Dugnani und Clerici 1740); Würzburg (Residenz 1751/53), Villa Valmarana bei Vicenza, umfangreicher Freskenzyklus, 1757); Venedig (palazzo Rezzonico, 1758) San Vitale (Villa Barbaro, um 1757); Strä (Villa Pisani, 1760); Madrid (Residenz, ab 1761). Einige Tafelbilder: „Madonna vom Berge Karmel" (Brera, um 1722), „Anbetung d. ehernen Schlange" (Venedig, Acead.). ebda. .Drei Dominikanerinnen", „Kommunion der Hl. Lucia", „Kreuztragung in St. Alvise"; „Triumph der Aphrodite" (Dresden); Este („Sta Maria delle grazie", ,H1. Thekla u. die Pest">, „Rinaldo und Armida" (Berlin, K.-Fr.-Mus.). Vorzügliche, fast impressionistisch wirkende Radierungen und Zeichnungen. Monogr, v. Hegemann (Berlin 1940).

Tiepolo, Giovanni Domenico (M), geb. 1727 Venedig, gest. 1804 ebda. Sohn. Schüler und Mitarbeiter seines Vaters (des Vorigen) bei dessen Fresken; seine eigenen Bilder sind noch kraftvoll, aber stilistisch schon der neuen Zeit einigermaßen angepaßt. Gute Radierungen. Monogr. über beide T. E. Sack (Hamburg 1909).

Tiermalerei (K), die künstlerische Darstellung des Tieres. Spuren einer naturalistischen T. lassen sich bis in die Steinzeit verfolgen; auch die ägyptische und griechische Malerei kannte die Tierdarstellung. Doch eine wirklich vollendete T. wurde erst in Holland im 17. Jahrh. ausgebildet und im 19. Jahrh. vervollkommt.
Tiersymbolik (siehe Physiologus und Symbol), (K); die Blütezeit der T. ist der romanische Stil, doch werden noch später manche Tiere symbolistisch verwendet, wie der Löwe für Heldentum, das Einhorn für Unschuld, der Adler als staatliches Wappentier u. a. m.

Tilborg, Gillis van (M), geb. um 1625 Brüssel, gest. um 1678 ebda. Schüler v. Tenlers d. J. Genrebilder in der Art des Teniers des Jüngeren.
Tilgner, Victor (B), geb. 1844 Preßburg, gest. 1896 Wien. Realistische Bildnisbüsten, die später immer mehr rokokoartig gehalten wurden. Dekorative Plastiken für verschiedene Wiener Großbauten, Lisztdenkmal in ödenburg, Hummeldenkmal in Preßburg und in Wien das ganz rokokoleichte Mozartdenkmal.
TiUemans, Peter (M), geb. 1680 (?) Antwerpen, gest. 1734 (?) Suffolk. Tier- und Jagdbilder. Landschaften, Stadtansichten.

Timanthes (M), M. aus Kynthos, arbeitete um 400 v. Chr. in Si-kyon. Sein Hauptwerk „Die Opferung d. Iphigenia" ist vielleicht in Pompeji in einer späteren Nachbildung vorhanden.
















Kunst Lexikon A-Z / Stichwortlexikon Alphabetisch: t
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Tablinum JA), im römischen Hause das hinter dem Atrium (s. d.) gelegene große Zimmer Tacca, Ferdinando (A u. B), geb. 1619 Florenz, gest. 1686 ebda. Schüler seines Vaters P1 e t r o T. (1577 Carrara bis 1640 Florenz. Schüler des G. da Bologna. Reiterstandbild Philipp IV. in Madrid. Ferdinand I. in Livorno). Mitarbeiter bei den 'Großplastiken seines Vaters; tätig ferner mit Theater- und Festdekorationen, verschiedene dekorative Plastiken für Brunnenanlagen etc.
Taddeo di Bartolo (M),, nachweisbar in Siena als Nachahmer des Giotto von 1362 bis 1442.

Tadolini, Adamo (B), geb. 1789 Bologna, gest. 1868 Eom. Schüler von Canova, mythologische Bildwerke, die sich an Canova anschließen.

Täfelwerk (Kg), auch Getäfel. Die Verkleidung von Wänden und Decken mit glatten, profilierten, geschnitzten, mitunter auch bemalten Holzplatten. Der Ursprung des T. liegt in der nordischen Hochgotik des 15. Jahrhunderts; erhalten hat sich diese, den Vorläufer der Tapete bildende Art der Wandverkleidung bis in das 17. Jahrhundert und wurde dann von der Tapete abgelbst. In den historischen Stilen des 19. Jahrh., besonders im „Altdeutschen Stil" gelangte das T. zu neuer Bedeutung. Die Hauptverwendung erfolgte in Deutschland, Frankreich und England. Die prächtigsten Beispiele sind in den nord- und nordwestdeutschen Schlössern des 16. und 17. Jahrh. zu finden. In Frankreich des 17. Jahrh. wurde das T. besonders gerne weiß lak-kiert und mit Vergoldung verwendet. In der Spätrenaissance hat man das T. durch Pfeiler» Säulen und kräftige Profilierung architektonisch behandelt, später mehr flach, jedoch reicher ornamentiert. Das T. überzog entweder die ganze Wand und Decke oder es blieb gegen oben zu ein breiter Streifen frei, welcher mit Wandteppichen oder Gemälden versehen wurde.

Tagliafichi, Andrea (A), geb. 1729 Genua, gest. 1811 ebda. Erbaute im Stil G. lAlessi's mehrere Paläste in Genua (Palazzo Durazzo-OPallaviclni).
Talenti, Francesco (A u. B), nachweisbar in Florenz zwischen 1340 bis gegen 1368. Dombaumeister. Beendigte den Campanile. begann 1357 den Erweiterungsbau des Doms und zeichnete einen Entwurf für die Fassade.
Talenti, Fra Jacopo (A>, gest. 1362 Florenz, vollendete 1357 die Kirche seines Ordens, Sta Maria Novella in Florenz, und den dazugehörigen Konvent.
Talman, William (A), gest. nach 1898 wahrscheinlich London. Baute im Pallodio-Stil in London.

Tamagni, Vincenzo, gen. Vincenzo da San Gimignano (M). geb. 1492 S. Gimignano, gest. nach 1529. Schüler und vermutlich auch Mitarbeiter Raffaels bei dessen Fresken in den Loggien des Vatikans; weitere Arbeiten von ihm in Siena, Gros-seto und Sta Maria d'Aronna.

Tamarocci. Cesare (M\, tätig als Schüler des Fr. Francia bis gegen 1S40 in Bologna.

Tamm, Werner (M), geb. 1658 Hamburg, gest. 1724 Wien. Von den Holländern beeinflußter Maler guter Tierstilleben und Blumenstücke. Tanagra-Figuren ' <P1), griechische Kleinplastiken aus Terracotta des 4. bis 3. Jahrh. v. Chr., gefunden hauptsächlich nach 1873 in der böotischen Stadt Tanagra. Die meistens naturalistisch bemalten Figürchen stellen mit großer Naturwahrheit und mit Anmut genrehafte Figuren aus dem täglichen Leben dar. Sie sind auch für die Kenntnis des griechischen Lebens dieser Zeit von großer Bedeutung.

Tanguy, Yves (M), geb. 1900 Paris. Hervorragender Vertreter d. französ. Surrealismus.

Tarflicu, Pierre Alexandre (Gr), geb. 1756 Paris, gest. 1844 ebda. Vorzüglicher Bildnisstecher nach gleichzeitigen Originalen.

Stichworte zu T: Tassaert, Pieter Anton (B), geb. 1729 Antwerpen, gest. 1788 Berlin. Tätig in England, Paris und Berlin. Realistische Marmorstandbilder mehrerer Generale der preuß. Armee; die Marmorgruppen in den Schlössern und Parkanlagen von Potsdam sind weit herkömmlicher gehalten. Stichwortverzeichnis T: Tabakreibe, Tabakspfeifen, Tabarro, Tabatière, Tabernakel, Tabernakelschrank, Tableau, Tableau mécanique, Tabletier, Tabletterie, Taburett, Tachi, Tachismus, Täfelung, Tafel, Tafelaufsatz, Tafelbild, Tafeldickstein, Tafeldünnstein, Tafelgerät, Tafelgeschirr, Tafelschiff, Tafelwerk, Tagwerk, Taille, Takarabune, Talbotypie, Taler, Talerhumpen, Talisman.

Talk, Tall, Talmi, Talmud, Tambour, Tanagrafigur, Tannhäuser, Tantaliden, Tantalus, Tanzmeisterfiedel, Tapferkeit, Tapisserie, Tapisseriemarke, Tapisseriesignum, Tappert, Taracea, Targetta, Tarquinius Sextus, Tartarus, Tartsche, Taschengeige, Taschensonnenuhr, Taschenuhr, Tassel, Tassilokelch, Tatsu, Tau, Taube, Taufbecher, Taufe, Taufe Christi, Taufengel, Taufkirche, Tauflöffel, Taukreuz, Tauschierung, Tausend-Blumen, Tausia, Taustab, Tazza.

Tassi, Agostino (M), geb. 1565 Perugia, gest. um 1644 Rom, Schüler des P. Bril. Historische Landschaften von monumentaler Haltung, Marinen, Architekturen. Leitet die „heroische Landschaftsmalerei" in Italien ein. Hauptsächlich Fresken (die Figuren von Guercino, Lan-franco u. a.). Lehrer des Cl. Lorrain.

Tattl. Jacopo, gen. Sansovino (A und B), geb. 1486 Florenz, gest. 1570 Venedig. Schüler des Andrea Sansovino (Contucci). Tätig in Rom, Florenz und ab 1523 in Venedig, wo er Oberaufseher d. öffentl. Bauten wurde. S. ist d. bedeutendste A. und B. der venezianischen Hochrenaissance u. hat mit seinen Monumentalbauten das Bild der Stadt wesentlich bereichert. Obwohl aus strenger römischer Schulung kommend, hatte er das Detail nie vernachlässigt und gerade seine Bauten in Venedig sind oft dekorativ überreich, a) Bauten: Rom (Loggia Co-sola, begann S. Giovanni dei Floren tini); Venedig: Palazzo Corner Ca grande (1532), Liberia von S. Marco (1536 u. f. Hauptwerk), Loggetta (1540) und die Münze (La Zecca, 1543). b) Bildwerke: Florenz (Dom, St. Jacobus., Mus. naz. Bacchus); in Venedig die Bau-und Dekorationsplastiken für seine Architekturen; „Mars und Neptun" im Dogenpalast (Scala dei Giganti); Figuren am Grabmal des Dogen Venier (S. Sal-vatore).

Taufstein (Kg), zuerst diente zur Vornahme der Taufe ein großes Taufbecken in der Mitte des Baptisteriums, da bis in das 12. Jahrh. die Taufe durch Untertauchen des ganzen Körpers des Täuflings erfolgte. Mit dem Beginn neuer liturgisch-sanitärer Vorschriften, die nur mehr das Besprengen mit dem Taufwasser erlaubten, genügte nun ein in die Pfarrkirche verlegtes kleines Taufbecken, welches T. genannt wurde. Er besteht aus einer steinernen Schale, welche auf einem Fuß aus Stein, Bronze, Metall oder auch Holz ruht; im 17. Jahrh. tritt dafür auch Zinn hinzu. Der oft reiche, symbolische Schmuck erfaßt alle Teile des T., Vollplastiken werden besonders für den Fuß angewendet.
Tauriskos (B), B. aus Tralles, 3. Jahrh. v. Chr. Arbeitete zusammen mit seinem Bruder Apollonios die Gruppe „Der far-nesische Stier" (Neapel, Mus. naz.).
Tauschierung (Kg), Einlegearbeit von Drähten aus Gold oder Silber auf Gegenständen aus Eisen und Bronze. Bei der Durchführung wird zuerst die Zeichnung mit Grabsticheln vorgeritzt, wobei sich eine nach unten breitere Rille bildet. In diese Rille wird der Draht eingelegt und durch Hämmern befestigt. Bei einer anderen Art von T.-Tech-nik wird zuerst die ganze Fläche des zu belegenden Gegenstandes aufgerauht, der Draht aufgelegt und dann angehäm-mert. wobei die Rauhigkeiten des Grundes sich mit ihm zähn-chenartig verbinden. Die uralte Technik der T. fand ihre Heimat und höchste Ausbildung in der ostasiatischen und islamitischen Kunst. In Europa wurde sie durch die Türkenkriege bekannt, ohne festen Fuß zu fassen. Erst im 19. Jahrh. hat sich Europa im größeren Ausmaße der Kunst der T. zugewendet.

Taut, Bruno (A), geb. 1884 Königsberg. Baute hochmoderne Architekturen mit weitgehender Verwendung von Glas und Stahl und altindischer Bauelemente; Architekturen auf d. Werkbundausstellung Köln 1914; Industriebauten; viele phantastische Projekte. Tritt für die farbige Belebung der Straßen durch Fassadenmalereien ein. Verzeichnis T: Theophilus Presbyter, Theotokos, Theresianischer Stil, Thermolumineszenz-Methode, Theseus, Thetis, Thisbe und Pyramus, Tholos, Thomas, ungläubiger, Thonet, Thor, Thora, Thorafinger, Thorakrone, Thoramantel, Thoraschild, Thorazeiger, Thron, Thronhimmel, Thüringisch-sächsische Schule, Thuribulum, Thyestes, Thyrsos, Tiara, Tiburtische Sibylle, Tiefdruck, Tiefenwirkung, Tiefschnitt, Tierbezwinger, Tierkreis, Tiersymbolik, Tiffany, Tiffany Style, Timoklea von Theben, Tinte, Tintenfisch.

Stichwortverzeichnis: Tiroler Eulenkrüge, Tischbrunnen, Tischglocke, Tischuhr, Tisiphone, Titanen, Titanomachie, Titelblatt, Titelkupfer, Tithonos, Tityos, Tjost, Tobias, Tod, Tod Marias, Todessymbole, Todsünden, Tödlein, Tödtlein, Toga, Toleranz, Tombak, Tome, Tomyris, Tondo, Tonfederwerk, Ton-in-Ton-Malerei, Tonpapier, Tonplastik, Tonschnitt, Tonskizze, Tonstich, Top Cape, Top Crystal, Top Wesselton, Topfhelm, Topfstein, Tora, Toreutik, Tori, Torques, Torso, Torus, Torwächter, Tote und Lebende, Totenbretter, Totenbuch, Totenkapelle, Totenkopf, Totenleuchten, Totenrotel, Totenschädel Adams.

Tautenhayn, Josef d. Ä. (B), geb. 1837 Wien,, gest. 1911 ebda. Schüler der Wr. Akad., Prof. an ihr. Bauplastiken und vorzügliche Medaillen und Plaketten.
Telamone (PI), in der Baukunst eine das Gebälk tragende männliche Figur (siehe lAtlant).

Temenza, Tommaso (A), geb. 1705 Venedig, gest. 1789 ebda. Baute in einem noch unfertigen Klassizismus in Venedig sta Maria Maddalena und die Capeila Sagredo von S. Francesco della Vigna. Verfaßte ein Werk über große A. und B. des 16. Jahrh.

Tempel, Abraham van den (M), geb. 1682 Leeuwarden, gest. 1672 \Aimsterdam. Historien, gute Bildnisse.

Tempel (A), in der Antike die Bezeichnung der für gottesdienstliche Zwecke dienenden öffentlichen Bauten, später dann auch von anderen Zeiten im gleichen Sinne weiterbehalten.

Der antike T. war gewöhnlich rechteckig und stand auf einem aus mehreren Stufen bestehenden Podium (siehe Podium-T.). Das Dach war ein flaches Satteldach (siehe Dach) und die dadurch auf beiden Schmalseiten entstehenden Dreieckgiebel wurden schon in der Frühzeit des griechischen T. mit Hochreliefs ausgefüllt. Nach der Grundrißform unterscheidet man folgende Arten des griechischen T.: Terme, Terminus, Terpsichore, Terra, Terra di Siena, Terra sigillata, Terrakotta, Terrazzo, Terrine, Terzerol, Tesseramosaik, Tetartoedrie, Tète-à-tète, Tethys, Tetramorph, Tetraskelon, Teufel, Textbild, Textildruck, Textilkunst, Textilplastik, Textura, Thaleia, Thalestris, Thalia.

Thallo, Thamyris, Thanatos, The Eight, The Ancients, Theia, Themis, Theogonie, Theologische Tugenden, Theophanie, Totenschild, Totentanz, Tournure, Tours, Schule von, Trabanten, Trabantenwaffen, Trachtenschmuck, Traditio legis, Trägheit, Träne, Tränenvase, Tragaltar, Tragant, Traghimmel, Tragstein, Traktat, Trankopfer.

a) Der Prostylos : der vorderen Schmalseite ist eine Säulenreihe vorgelegt, wodurch sich eine Vorhalle (Pronaos) bildet;

b) der Amphiprostylos: hier wiederholt sich die Säulenreihe von a) auch auf der rückwärtigen Schmalseite;

c) der lAntentempel : auf einer oder auf beiden Schmalseiten werden die Längswände über die Querwände hinaus verlängert und dazwischen ein Säulenpaar eingestellt;

d) der Peripteros zeigt eine, den ganzen T. auf allen Seiten umgebende, einfache Säulenreihe; wird sie verdoppelt, so entsteht
e) der Dipteros;

f) der Pseudoperipteros bildet die innere Säulenreihe zu Wandsäulen um oder sie fehlt ganz, steht also in der Mitte zwischen d) und e).
Der geschlossene Bau des T. umgab die Cella, in deren rückwärtigem Teil das Götterbild aufgestellt war. 3ei größeren T. wurde die Cella auch unterteilt; der rückwärtige Teil hieß Opisthodomos. Belichtet wurde der T. durch die Eingangstür; ein für Beleuchtungszwecke geöffnetes Dach (siehe Hypäthra-T.) ist nicht einwandfrei nachgewiesen.

Außer dem rechteckigen T. bestanden schon in der griechischen, später <lann sehr oft in der römischen Antike T. mit kreisförmigem Grundriß (Rund-T.). Ihnen wurde entweder ein Portikus (s. d.) vorgelegt oder sie wurden, besonders bei kleineren Formen, mit einer Säulenreihe kreisförmig umgeben.
Temperamalerei (M), bis zur Übernahme der Ölmalerei für künstlerische Zwecke die Hauptmaltechnik für Tafelbilder,, beliebt bis gegen 1500 und im 19. Jahrh. außer für selbständige künstl irische Zwecke im Staffeleibild besonders für dekorative Malereien (Theaterma-lerei) angewendet. Die T. arbei tet mit deckenden, rasch trocknenden und sich hiebe! im Tonwert erheblich verändernden Farben, deren Bindemittel Eigelb, Honig, Feigenmilch und Leimwasser ist. (Als Verdünnungsmittel bei der Arbeit kann Wasser verwendet werden. Die Technik ist nicht leicht, das Ergebnis jedoch sehr erfreulich.

Ungefirnißte T-Biläer sind an Duft dem Pastell ähnlich, gefirnißt erhalten sie eine große Leuchtkraft der Farben. Ein pastoser Farbenauftrag empfiehlt sich nicht, da solche Farben leicht abbröckeln. Bis zum Beginn des 16. Jahrh. wurden die Tafelbilder entweder durchwegs in T. geschaffen oder man verwendete diese für die Untermalung und vollendete, hauptsächlich lasierend, in öl. In der Moderne wird die T. wegen gewisser praktischer Vorteile gerne für Studienzwecke herangezogen.

Teneranl, Pietro (B), geb. 1789 Torano-Carrara, gest. 1869 Rom. Schüler von Thorwaldsen. Begann mit klassizistischen Bildnissen in antiker Aufmachung und ging dann zu realistischen Arbeiten im zeitgenössisch. Gewand über (Standbild Bolivars in Bolivia, 1842). Doch wirken auch seine Spätwerke noch immer klassizistisch angenähert (Friedensengel in Potsdam, Friedenskirche).

Tenlers, David d. Ä. (M), geb. 1582 Antwerpen, gest. 1649 ebda. Reisen in Italien, beeinflußt d. Rubens und Elsheimer. Bauernszenen und interessante Landschaften, auch Mythologien.

Tenders, David d. J. (M), geb. 1610 Antwerpen, gest. 1690 Perck bei Brüssel. Schüler und Sohn des Vorigen. Beeinflußt durch Brouwer, (Hofmaler des Erzherzogs Leopold Wilhelm, bedeutender Maler des vlämischen Barocks, tüchtig in Zeichnung und Kolorit, bleibt an Ursprünglichkeit der Erfindung Jedoch hinter Brouwer zurück. Genrebilder (Bauernszenen); einiges religiöses Genre. Galerieansichten; ausgezeichnete,, schlichte Landschaften.
Monogr. v. A. Rosenberg (Bielefeld 1902).

Seine Söhne David T. in. (1688 bis 1685 Brüssel) und David T. IV. (1672 Brüssel, bis 1771 Lissabon) waren gleichfalls Maler.
Tepidarium, siehe Thermen.

Terborch (Ter Boreh), Gerard (M), geb. 1617 Zwolle, gest. 1681 Deventer. Schüler seines Vaters Gerard T., beeinflußt durch Fr. Hals. Tätig in Amsterdam, England, Rom, Münster, Spanien, Zwolle pnd Deventer. Gesellschaftsszenen, meist Innenraumbilder, deren malerische Schönheit zum Selbstzweck besteht u. einen ganz hohen Platz in der damaligen holländ. Malerei einnimmt. Auch die vornehmen Bildnisse sind in erster Linie Meisterwerke schönster Malerei. Hauptwerke: „lApfelschä-lerin" (Wien, Ksth. Mus.); „Der Brief" (London, Buekingham); „Friedensschwur zu Münster" (London, Nat. Gall.); „Väterliche Ermahnung" (Amsterdam, Rijks. Mus.); „.Lautenspielerin" (Kassel); „Konzert" (Berlin, K.-Fr.-Mus.). Bildnisse in Amsterdam (Rijksmus.), London (Nat. Gal.), Berlin (K.-Fr.-Mus.), München (Alt. Pinak.).

Monogr. v. E. Plietzsch (Wien 1944).
Terbruggen, Hendrick (M), geb. 1587 Deventer, gest. 1629 Utrecht. Schüler von Bloemaert. Tätig in Rom. Mailand u. Utrecht. Malte im Stil der italienischen Manieristen Historien u. ä.

Terracotta (PI), Kleinplastiken und Gefäße aus rot, braun oder gelb gebrannter, unglasiert bleibender Tonerde. Das Material ist vor dem Brennen plastisch sehr gut bearbeitbar, nach dem Brand wird es hart und wetterfest und deshalb für Bauplastiken und Bauornamente vorzüglich verwendbar. Stichwortverzeichnis zu T: Trompe l'œil, Trompetenleuchter, Trompetenmotiv, Tropaeum, Tropaion, Trophäe, Trophäenleuchter, Troubadour, Troubadour-Stil, Troy-System, Truhe, Truhenbank, Trumeau, Tschapka, Tscharka, Tschinke, Tschinkenmeister, Tschirnhausen, Tsuba, Tuchmosaik, Tudor, Tudorblatt, Tudorbogen, Tudorrose, Tudorstil, Tudric, Tüchleinmalerei.

Tülle, Tüllenbajonett, Tüllenvase, Türbogenfeld, Türkerie, Türkis, Türklopfer, Türlunette, Tütengewölbe, Tugenden und Laster, Tugendrose, Tulaarbeit, Tula-Uhren, Tulpenkübel, Tulpenvase, Tummler, Tunika, Tuotilo, Tupilak, Turboschnecke, Turm von Babel, Turmmonstranz, Turnier, Turquerie, Tusche, Tuschemanier, Tutilo, Tyche, Tympanon, Tyndareos, Typhon, Typologie, Typologisch. Tischbein, Malerfamilie des 18. Jahrh. Klassizismus. Zumeist Figuralisten und Porträtisten. Die wichtigsten in chronologischer Reihenfolge: T. Johann Heinrich d. A. (M), geb. 1722 Haina. gest. 1789 Kassel. Schüler von Ch. van Loo. beeinflußt durch Watteau. Hofmaler in Kassel; antike Historien. Die Bildnisse noch rokokohaft.

T. Johann Jacob (M), Bruder des Obigen, geb. 1724 Haina, gest. 1791 Lübeck. Staffierte Landschaften und Tierstücke. Beeinflußt durch Hackert und Berghem.
T. Johann Valentin d. A. (M), geb. um 1718 Haina, gest. 1767 Hildburghausen. Bruder d. Johann Heinrich T. d. Ä. Hofmaler in Hildburghausen. Bildnisse.

T., Johann Heinrich d. J. (M), geb. 1742 Haina, gest. 1808 Kassel. Neffe und Schüler seines gleichnamigen Onkels, staffierte Landschaften, Radierungen.
T., Johann Heinrich Wilhelm (M), geb. 1751 Haina, gest. 1829 Eutin. Neffe und Schüler des Johann Heinrich T. d. Ä., tätig in Rom, Neapel u. Eutin. Befreundet mit Goethe. Malte dessen Bildnis in d. Campagna romana (Frankfurt a. M.). Klassizistische Historien, Landschaften mit romantischer Empfindung, am Schlüsse sogar realistische Stillieben und Tierstücke. Selbstbiographie.

Monogr. von F. Landsberger (Leipzig 1908) und H. Bahlmann (Straßburg 1911).
T., Johann Friedrich August (M), geb. 1750 Maes-tricht, gest. 1812 Heidelberg. Sohn des Johann Valentin T. d. Ä., Schüler seines Onkels Johann Heinrich T. d. A. Hofmaler in Kassel; gute klassizistische Bildnisse (Schiller 1805). Monogr. v. A. Stoll (Stuttgart 1923).

T. Karl Ludwig (M), geb. 1797 Dessau, gest. 1855 Bückeburg, Sohn d. Vorigen. Historien, Genre, Bildnisse.

Tisl,, Benvenuto, gen. Garofalo (M), geb. 1481 Ferrara, gest. 1559 ebda. Maler der ferraresischen Renaissance. Beeinflußt durch den Kreis um Raffael, geschmackvoll komponierte und gut gezeichnete Bilder,, doch konventionell; gutes Kolorit. Religiöse Werke, Mythologien.

Tlte, William, Sir (A), geb. 1803 London, gest. 1873 Torquay, Klassizist. Sein Hauptwerk die Börse In London.

Tito, Ettore (M), geb. 1859 Castellamare-Sicilia, gest. 1922 Venedig. Realistische, malerisch vorzügliche Volksszenen aus Venedig.

Tito, Santi di (M u. A), geb. 1536 Borgo San Sepolcro. gest. 1603 Florenz. Schüler von A. Bronzino, - tätig in Rom und Florenz, Religiöse Historien des Spätmanierismus, ibaute Villen und den Falazzo Dardinelli In Florenz.

Titulus, siehe Schriftband. Tizian, richtig Tiziano Vecelll (M), geb. um 1477 Pieve dl Cadore, gest. 1576 Venedig. Schüler des Gentile und Giovanni Bellini, beeinflußt durch Giorgione, langsame Entwicklung. T. wurde der Gipfelpunkt der venezianischen Renaissance-malerel und leitete mit seinen Spätwerken bereits in das Frühbarock über. Tätig fast nur in Venedig, in Padua (1511), in Augsburg (1550/51) und Rom; kaiserl. Hofmaler. Die Kunst Tizians ist von grossem Umfang und umfaßt Religiöses (Altarbilder u. religiöses Genre), Mythologien, Allegorien u. Bildnisse; die Fresken in Venedig sind durch die Witterung zerstört.

Die Bedeutung Tizians als einer der größten Maler aller Zelten liegt sowohl in der Stärke seiner Empfindung, dem hohen Schönheitssinn, der Kraft der Phantasie und In erster Linie im Kolorit, welches jede materielle und immaterielle Verklärung und Steigerung gestattet. T. führte in die venezianische Malerei das Element der farbig unterstützten Dramatik ein und konnte auch dadurch die Erzählerfreude der Venezianer zur schönsten und höchsten Entfaltung bringen, ohne gelehrt im Sinne der Humanisten gewesen zu sein, gestaltete T. dennoch mythologische Stoffe mit einer naiven Eindringlichkeit, zu welcher dann der Zauber des Schönen und des blühenden Kolorits tritt. Besonders glücklich war T. mit seinen landschaftlichen Hintergründen, mit denen er die weitere Landschaftsmalerei stark beeinflußte.

Timarchides (B>, 2. Jahrh. vor Christi aus 'Athen; tätig auch in Born.
Timomachos (M), aus Byzanz. Um 80 v. Chr. Themen a. d. griech. Sagen.
Tlntoretto, siehe Robusti.