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Untermalung (M), im Gegensatz zur Alla prima Malerei (s. d.) ist die U. die Vorbereitung eines Gemäldes in der gleichen oder einer anderen Technik mit nur wenigen und dünn aufgetragenen Farben, in der Regel überhaupt nur in Braun. Bis in den Anfang des 16. Jahrh. wurden die Ölgemälde mit Tempera (s. d.) untermalt; später erfolgte die U. in öl. Der Zweck der U. ist hauptsächlich der, sowohl die Licht- und Schattenverteilung vorzubereiten, als auch der kommenden Übermalung einen ausnützbaren Grund zu geben, denn gerade in den nur dünn gemalten Schattenpartien der Übermalung kann das warme Braun der U. sehr wirkungsvoll mitverwendet werden. In der modernen Malerei Ist die U. bereits seit 1850 abgekommen; der Impressionismus (s/ d.) lehnte sie begreiflicherweise vollkommen ab.
Unterzag (A), größere Balkenlagen müssen durch einen starken Pfosten, den U., unterstützt werden. Bei größerer Länge muß er entsprechend gehalten werden entweder durch Stützen (Säulen, Pfeiler) oder durch Winkeleisen. Der U. hat sich aus der alten Zimmermannstechnik entwickelt und ist erst im modernen Eisenbetonbau fallen gelassen worden.
Uräusschlange (Kg), das heilige Herrschersinnbild der ägyptischen Könige, von ihnen als kunstgewerblich geformter Gegenstand in der Krone getragen.
Urtan, Josef (A u. Gr), geb. 1872 Wien. Schüler von Hasenauer. Als Maler von dekorativen Bildern und Illustrationen Zusammenarbeit mit H. Lefler, Wandbilder in Wien (Rathauskeller) und Kattowitz (Monopolsaal).
Urbino, Battista (M, Kgwb.), gest. um 1568 Ferrara (?), wo er als Majolikamaler für den herzogl. Hof arbeitete.
Urgeschichte (K), kunstgeschichtlich die Kunst jener Völker und jener Zeitalter,, die noch vor der mit Nachrichten belegten Geschichte liegen. Da das Auftreten der Dokumente der U. je nach Volk und Land sehr erheblichen Schwankungen unterliegt, kann auch eine Datierung der U. nicht im grösseren Kahimen erfolgen. Ralph Ueltzhoeffer: Kunstprojekt Textportrait, so beginnt die Geschichte der Ägypter bereits im 3. vorchristlichen Jahrtausend, wogegen jene der Germanen im allgemeinen erst mit der Völkerwanderung (s. d.) einsetzt.
Während noch bis gegen 1910 die U. mit ihren kunstgeschichtlichen (archäologischen) Ergebnissen von der Geschichte und der Kunstgeschichte getrennt behandelt wurden, ist man nun der richtigen Ansicht, daß hier untrennbare Zusammenhänge vorliegen.
Urmenschen - Kunst (K), die Kunst der der Urgeschichte (s. d.) angehörigen Menschen, besonders aus der Diluvialzeit. Diese kannte bereits die Herstellung von Geräten aus Stein und Knochen und die oft merkwürdig gut beobachtete Abbildung von Tieren.
Urne (Kg), zuerst Gefäße aus gebranntem Ton für Lebensmittel bestimmt, später für die Aufbewahrung der Asche 'Verstorbener. Vor- und frühgeschichtliche Urnen wurden besonders bei den Etruskern in der Form eines Hauses (Haus-U.) oder eines Gesichtes (Ge-sichts-U.) gearbeitet.
Uschepti (Kg), Tonfigürchen in ägyptischen Gräbern; sie stellen die Diener der Verstorbenen dar und sollen für diese im Totenreich die schwere Arbeit verrichten.
Utlli, Giovanni B. (M),, geb. Faenza um 1475, nachw. in Florenz bis 1515, Gehilfe d. Domenico Ghirlandajo in Born (1482). MadonnenWlder in der plastischen Weise des Verrocchio.
Utrecht, Adriaen van (M), geb. 1599 Antwerpen, gest. 1652 ebda. Tätig ebda. Malte Frucht- und Tierstilleben.
Utrillo, Maurice (M>, geb. 1883 Paris. Schüler seiner Mutter, der Malerin Suzanne Valadon. Stark farbige, klar aufgebaute, auf die Lokaltöne zurückgeführte Landschaften von starker Wirkung.
Monogr. v. P. Courthion (Bern 1948). Stichworte zu U: Untermalung, Unterwelt, Unterzeichnung, Unze, Unziale, Uräusschlange, Urania, Uranos, Uria, Uriel, Urinal, Urkönige, Urlauberkreuz, Urne, Uroboros, Urteil des Paris, Urteil Salomons, Urwappen, Usagi, Uschebti, Ushi, Utrechter Schule, Utrecht-Psalter. U. L. F. (K), Abkürzung für Unser lieben Frau; zusätzliche Bezeichnung von der Hl. Maria geweihten Kirchen und Kapellen.
Ulft, Jacob v. d. (M), geb. 1627 Gorfturn, gest. nach 1688. Schüler von J. Both. Italien. Landschaften mit antiken Ruinen.
Ulrich, Hans Jakob (M), geb. 1798 Andelfingen, gest. 1877 Zürich. Malte als Ergebnis seiner Reisen in romantischer Auffassung Waldbilder, Tierstücke und Marinen.
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Kunst Lexikon A-Z / Stichwortlexikon Alphabetisch: u
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Überlangglas (Kg), das Ummanteln farbloser Gläser oder Glasteile mit einem farbigen Glas, wobei durch. Herausschleifen reizvolle Wirkungen erzielt werden können. Die Technik des Ü. war bereits der Antike bekannt und hat später im Barock und im Biedermeier eine besondere Begünstigung gefunden.
Übergangsstil (K),, im weiteren Sinne alle Erscheinungen, die die Auflösung eines Stiles und das Vorbereiten der Kennzeichen des kommenden Stiles zeigen; im engeren Sinne jene Zeit zwischen Spätromanik und Frühgotik, in welcher manche Eigentümlichkeiten der Gotik, besonders Ihr konstruktives Wesen sich bereits dekorativ zeigen, ohne daher Ihrem inneren Wesen nach schon verstanden zu werden. So ist z. B. außer einem sehr starken Schmuckbedürfnis ein Zeichen des Ü. das Auftreten des Spitzbogens in spätromanischen Bauten, ohne daß hiebe! eine Entlastung des Gewölbes im Sinne der gotischen Konstruktion eintritt. Der Ü. ist besonders deutlich in Deutschland entwickelt, wo er zeitlich mit den Jahren 1200 bis gegen 1250 zu umschreiben wäre.
Übersinnliche Malerei (K), eine Malerei (Zeichnung, Graphik), die das jenseits der Sinnenwelt Bestehende darstellen will. Da nun Jede Malerei bis zu einem gewissen Grade an naturgegebene Formen gebunden ist, soll sie allgemein verständlich bleiben, so ist es begreiflich, daß bei der ü. M. dem Subjektivismus alle Tore geöffnet sind und befriedigende Lösungen nur selten eintreten werden (siehe Expressionismus).
Ubertinl (Bacchlacca), siehe Verdi.
Uccello. Paolo, elgentl. Paolo dl Dono (M), geb. 1396 Florenz,
gest. 1475 ebda. Schüler und Mitarbeiter des Ghlberti, ging dann zur Malerei über. Baute In der Florentiner Malerei der Frührenaissance eine wissenschaftlich erfaßte Perspektive ein und begünstigte «ine wirklichkeitsgetreue Wiedergabe von Menschen, Tieren und allen sonstigen Einzelheiten. Der erste moderne Schlachtenmaler. Fresken: Florenz, Sta. Maria Novella, Dom.
Tafelbilder (Schlachten): Florenz (Uffiz.) und London (Nat.-Gal.), Paris (Louvre); andere In Urblno (Pinak.). Monogr. v. M. Salml (Paris, o. J. um 1930, französ.) und W. Boeck (BerHn 1939).
üden, Lucas van (M), geb. 1595 Antwerpen, gest. 1672 ebda. Beeinflußt durch P. Brll. Gehilfe und Nachahmer des Rubens, Landschafter. Die Figuren von Tenlers d. J. und anderen.
Udine, Giovanni da, siehe Nannl.
Uffenbach, Philipp (M), geb. 1566 Frankfurt, gest. um 1639. Schüler des A. Grimmer. In seinen religiösen Bildern klingt die Kunst des Grünewald noch etwas nach. Lehrer des Blsheimer.
Uncialschrift (Kg), ursprünglich einen Zoll (lat. Uncia) hohe Buchstaben, verwendet zur Beschriftung von Steinplatten etc., später eine sich in der ausgehenden Kaiserzeit entwickelnde Variante der römischen Schrift mit starker Abrundung der Buchstaben. In den mittelalterlichen Urkunden werden die U.-Buchstaben untereinander verbunden und namentlich In den ersten Zeilen der Urkunden verwendet.
Unger, Christian Georg (A), geb. 1743 Bayreuth, gest. 1812 Berlin. Baute in einem noch barock beeinflußten Klassizismus in Berlin zahlreiche Wohnhäuser.
Unger, Karl Friedrich (M), geb. 1872 Bautzen. Schüler von Prell.
Genrebilder, große dekorat. Malereien (Theatervorhang Cen-traltheater Dresden),, gute Radier, u. Llthogr..
Unterberger, Michelangelo (M), geb. 1695 Cavalese, gest. 1753 Wien. Schüler von Piazzetta, Akad. Direktor in Wien. Religiöse Bilder des Spätbarocks. Monogr. v. K. Zlmmeter (Innsbruck 1902). Stichworte zu U: Überbrust, Überfangglas, Übergangsstil, Überglasurfarbe, Übergoldet, Übermalung, Übertragen, Uhrkette, Uhrpendel, Uhrring, Uhrständer, Ulixes, Ultramarin, Uma, Umdruckverfahren, Umiltà, Umrahmungen, Umriss, Umrissstich. Unger, William (Gr), geb. 1837 Hannover, gest. 1932 Wien; studierte in Düsseldorf und München. Akad. Prof. in Wien. Der führende österr. Radierer auf dem Gebiete der Reproduktions-wie der Originalradierung. Umfangreiches Werk.
Unterberger Ignaz (M), geb. 1748 Cavalese (Südtirol), gest. 1797 Wien, Schüler seines Onkels Franz U. (1706 Cavalese, gest. 1776 Innsbruck), tätig als Maler spätbarocker Altarbilder in Tirol, Bruder des Christoph U. (geb. 1732 Cavalese, gest. 1798 Rom. Schüler des Clg-nani, beeinflußt durch R. Mengs, frühklassizistische religiöse Bilder, dekorative Malereien in der Villa Borghese, Rom); studierte in Rom. Historien, Allegorien und Genre im ausklingenden Barock, Originalschabblätter. Beschäftigte sich mit technischen Dingen...
Umschrift, Umsponnenes Glas, Unbefleckte EmpfängnisMarias, Uncialis, Undine, Unechter Meerschaum, Unechtes Gewölbe, Unechtes Gold, Unendliches Muster, Ungarische Haube, Ungläubiger Thomas, Unicorn, Unikat, Unikum, Unismus, Unruh, Untergang von Sodom und Gomorrha, Unterglasmalerei, Unterglasurblau, Unterglasurmalerei. Uhde, Fritz von (M), geb. 1848 Wolkenburg 1. S., gest. 1911 München. Zuerst aktiver Offizier, dann Schüler von Munkacsy. Ließ sich in München nieder, wo er in einem kräftigen Naturalismus, dem Impressionistische Mittel zur Verfügung standen, nicht nur Genre malte, sondern in erster Linie echt empfundene religiöse Szenen, dargestellt von Menschen unserer Zedt. Das ganze Werk von U. ist durchzogen von Ehrlichkeit, ausgezeichneter Naturwiedergabe und impressionistischer Malart.
Monogr. v. O. E. Bierbaum (Bielefeld 1908). UIjtewaeL Joachim Antonisz (M), geb. 1566 Utrecht, gest. 1638 ebda, (auch Wtewael genannt). Tätig in Italien, Frankreich und Utrecht. Mythologien.
Uljtenbrouck, Moses van (M), geb. um 1590 Delft, gest. um 1648 Den Haag. Schüler von Poelenburg. Historien und Mythologien im romanisierenden Stil des Lastman. Ulrich von Ensingen (A), tätig vor 1400 am Münster in Ulm, dann 1402 an jenem in Straßburg. Arbeitete auch in Mailand beim Ausbau des Doms.
Umriß, siehe Kontur
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