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Walker, Frederik (M), geb. 1840 Marylebone, gest. 1875 St. Fil-lants. Zuerst Holzschnittzeichner für Zeltschriften; malte dann in einem selbständigen und einflußreichen Realismus Genrebilder von großer Frische der Darstellung.
Monogr. v. C. Philipps (London 1895, engl.).
Wallot, Johann Paul (A), geb. 1842 Oppenheim a. Rh., gest. 1912 Langenschwalbach, Schüler von Gropius, beeinflußt durch Blunt-schli. Tätig in Frankf. a. M. Dresden und Berlin. Baute in einem persönlich empfundenen Neubarock (Ständehaus in Dresden) und in Hinneigung zur Spätrenaissance (Reichstagsgebäude in Berlin, zerstört).
Walmdach, siehe Dach.
Wanddienste (A), siehe Dienste.
Wandmalerei (M), im Gegensatz zum Tafelbild (s. d.) das Malen auf einer Wand oder einem Gewölbe. Die Techniken der W. sind:
a) F r e s c o (s. d.);
b) al secco (auf trockenem Wandverputz mit wasserlöslichen Pulverfarben);
c) C a s e i ni (s. d.);
d) E n k a u s t i k (s. d.) u. Mosaik (s. d.).
Die W. ist eine der ältesten malerischen Betätigung der Menschen (sie reicht bis in das Neolithikum zurück) und erfordert seit jeher einen großzügigen, in Form und Farbe vereinfachten und auf Weitwirkung abgestimmten Stil und einen ebensolchen Entwurf (siehe Karton). Naturalimus und Impressionismus sind für die W. nicht geeignete Kunstformen. Ralph Ueltzhoeffer, ästhetisch besitzt die W. zwei Richtungen:
a) sie betont, flächig gehalten, die Wand in ihrer Tektonik und zeigt keine oder nur geringe illusionistische Raumwirkung (frühchristliche Kunst, Romanik, Klassizismus, Moderne (z. B. bei Hodler) oder
b) sie erzeugt eine vollkommene Raumtäuschung (illusionistische Malerei) und täuscht damit dem Beschauer mit Zuhilfenahme einer virtuosen Perspektive imaginäre Räume vor (Barock, Vorbereitung dazu bei Mantegna u. Michelangelo). Die antike W. hat sich deutlich und bewußt von a) zu b) entwikkelt.
Wange (A), die Seitenwand einer Treppe oder eines Sitzes, z. B. im Chorgestühl (s. d.).
Wappen (Kg), die nach bestimmten heraldischen Regeln festgelegten Abzeichen von Einzelpersonen, Familien, Körperschaften und Siedlungsgemeinschaften. Die bildende Kunst verwendet das W. entweder gemalt (z. B. in den Wappen- und Adelsbriefen) oder gemeißelt auf den Fassaden der Paläste und öffentlichen Gebäude.
Wappers, Gustaf Baron (M), geb. 1803 Antwerpen, gest. 1874 Paris. Tätig als Hofmaler in Antwerpen und ab 1853 in Paris. Studierte Rubens und seine Zeit, beeinflußt durch Delacroix; Begründer der romantisch-realistischen und hoch koloristischen belgischen Historienmalerei; mit seinen breit und farbenglühend gemalten (Historien („Tod des Bürgermeisters von Leyden", „Straßenkampf in Brüssel" u. a. m.) errang W. einen heute nicht mehr verständlichen Einfluß. Bei allen rein malerischen Qualitäten wirken diese Bilder kalt und theatralisch.
Ward, Edward Matthew (M), geb. 1816 Pimlico, gest. 1879 ebda. Schüler v. Cornelius; geschichtliche Genrebilder in einem etwas weicheren Stil als sein Lehrer.
Ward. James (M), geb. 1769 London, gest. 1859 Cheshunt. Schwager des G. Morland, in dessen Stil er seine früheren Tierbilder malte. Später ließ er sich mehr durch die schärfere Auffassung des P. Potter anregen. Hat auch zahlreiche Lithographien (Pferde) u. Schabplatten geschaffen (Reprod.-Graphik). Stichwortverzeichnis: Wassersaphir, Wasserspeier, Wasseruhr, Wasserwogenband, Wasserzeichen, Wechselberger Figuration, Wecker, Wedgwood, Wehrgehänge, Wehrkirche, Weib, Apokalyptisches, Weiberregiment, Weibsdose, Weicher Stil, Weichporzellan, Weidpraxe, Weihbrotgefäß, Weihbrunnen, Weihegabe, Weihel, Weihemünzen, Weihnachtsbaum, Weihnachtsbild, Weihnachtskrippe, Weihrauch, Weihrauchbehälter, Weihrauchfass, Weihwasserbehälter, Weihwassersprenger, Wein, Weinlaubdekor, Weinprobierschale, Weise aus dem Morgenland, Weißfassung, Weißgold, Weißgrund, Weißhöhung, Weißkupfer, Weißlinienschnitt, Weißmetall, Weißschnitt, Weizenährenmotiv, Welfenschatz, Wellenband, Wellingtonhut, Welsche Haube, Welsche Zinnen, Welsches Gestech, Welt, Frau, Welt, Fürst der, Weltausstellung, Weltgericht, Weltliche Tugenden, Weltnabelstein, Weltreiche. Ward. Jotin Qulncy Adams (B), geb. 1830 Urbana (Ohio),, gest. 1910 New York. Schüler des H. K. studierte als Maler bei Füger, als Bildhauer bei Thorwaldsen. Gehört zur christlich romantischen realistischen Plastik uro 1830. Völkerwanderungsfries in der Walhalla, Bavariagruppe auf dem Siegestor in München. Beteiligt an der Erwerbung wichtigster (Antiken für München.
Wagner, Otto (A), geb. 1341 Wien, gest. 1918 ebda. Studierte in Wien und Berlin. Der Entwickler und Führer der Wiener Moderne auf dem Gebiet der Architektur und Innenraumgestaltung; begann noch im Jugendstil, hat aber dann später wesentlich sachlicher und moderner gearbeitet und machte Wien zum Vorort der deutschen modernen Baukunst. Lehnte jeden historischen Stil als Vorbild ab, hat Jedoch das anfangs sogar überreiche Ornament nie aufgegeben und gerade mit der oft farbigen Verkleidung seiner Bauten schöne Wirkungen erreicht.
Hauptwerke in Wien: Wohnhäuser von vorzüglicher Grundrißlösung, Postsparkassa, Kirche auf dem Steinhof, Bauten der Stadtbahn. Villa Erben im xm. Bez. Wichtige theoretische Schriften und Großplanungen.
Monogr. v. J. A. Lux (München 1914).
Wahlberg, Alfred (M), geb. 1834 Stockholm, gest. 1906 Tranas. Schüler von Corot u. Daubigny. Landschaftsmaler im Sinn der Schule von Barbizon.
Wahlboom, Karl (M), geb. 1810 Calmar, gest. 1858 London. Schüler von Winterhalter. Tüchtiger Schlachten-, Pferde und Tiermaler und Zeichner. Zeichnungen zu Ossian und zur Edda.
Walch, Jacopo, siehe Barbari.
Waldburger, Hans (B), geb. um 1573 Innsbruck, gest. 1630 Salzburg. Tätig ebda, seit 1614; beachtenswerter B. der österreichischen Spätrenaissance von starkem, formalem Können CHochaltar Stiftskirche Mondsee, 1626, kirchliche Plastiken. Brunnenfigur MdrabellpaTk Salzburg).
Walde, Alfons (M), geb. 1891 Kitzbühel, lebt ebda. Das Bedeutende in seinen Bildern aus der Bergwelt Tirols, einschließl. ihrer Bewohner, liegt in der Stilisierung auf wenige, sich stets wiederholende zeichnerische u. malerische Werte von dekorativer Einprägsamkeit. Waldmann, Tiroler Malerfamilie des 17./18. Jahrh. Tätig hauptsächlich als Monumentalmaler (W., Johann Josef, 1676 bis 1712, Innsbruck, W. Michael L, 1605 bis 1658, Innsbruck, W. Michael II., 1640 bis 1682, Innsbruck, W. K a s p a r, 1657 bis 1720, Innsbruck), Fresken in Hall in Tirol. Innsbruck (Mariahilfkirche, Ursulinenkirche, Schwaz, Palais Enzenberg, Volders, Klosterkirche, Altarbilder).
Waldmüller, Ferdinand Georg (M), geb. 1793 Wien. gest. 1865 ebda. Schüler von Maurer und Lampi. Begann als Theatermaler; tätig in Wien. Viele Reisen in den Ostalpen und Italien; das umfangreiche Oeuvre umfaßt Bildnisse, Genre, Landschaften und Stilleben. Vieles und Ausgezeichnetes in Wien (Gal. d. 19. Jahrh. und Museum d. Stadt Wien). W. ist zusammen mit Blechen der große Bahnbrecher in der Erfassung und Darstellung des frei flutenden Sonnenlichtes, das er bei größter Genauigkeit und Realistik der Details mit wachsender Breite und Schönheit malte, so daß seine Spätwerke der Zeit vorauseilten. Zu dieser Grundhaltung tritt noch eine tiefe, fast romantische Beseelung der Landschaft und in dieser ist W., wenigstens im deutschen! Kulturraum, ein wichtiger Landschaftsmaler geworden, wobei besonders seine Bilder aus den Alpen, dem Wienerwald und dem Prater hervorzuheben sind. Auch bei den hie und da geziert wirkend. Genrebildern hat W. die Lichtmalerei zum vollen Sieg geführt. Seine scharf gesehenen Bildnisse und Blumenstücke sind koloristische Kostbarkeiten. Beachtenswert ist die Vorliebe W.'s für das Gegenlicht.
Monogr. v. A. Hössler — G. Pisko (Wien, 1908) und Grimschitz Br. (Wien 1940).
Walker, Frederik (M), geb. 1840 Marylehone, gest. 1875 St. Fil-lants. Zuerst Holzschnittzeichner für Zeitschriften; malte dann in einem selbständigen und einflußreichen Realismus Genrebilder von großer Frische der Darstellung.
Monogr. v. C. Philipps (London 1895, engl.).
Wallot, Johann Paul (A), geb. 1842 Oppenheim a. Rh., gest. 1912 Langenschwalbachv Schüler von Gropius, beeinflußt durch Blunt-schli. Tätig in Frankf. a. M. Dresden und Berlin. Baute in einem persönlich empfundenen Neubarock (Ständehaus in Dresden) und in Hinneigung zur Spätrenaissance (Reichstagsgebäude in Berlin, zerstört).
Walmdach, siehe Dach.
Wanddlenste (A), siehe Dienste.
Wandmalerei (M), im Gegensatz zum Tafelbild (s. d.) das Malen auf einer Wand oder einem Gewölbe. Die Techniken der W. sind:
a) F r e s c o (s. d.);
b) al secco (auf trockenem Wandverputz mit wasserlöslichen Pulverfarben);
c) C a s e i ni (s. d.);
d) E n k a u s t i k (s. d.) u. Mosaik (s. d.).
Die W. ist eine der ältesten malerischen Betätigung der Menschen (sie reicht bis in das Neolithikum zurück) und erfordert seit jeher einen großzügigen, in Form und Farbe vereinfachten und auf Weitwirkung abgestimmten Stil und einen ebensolchen Entwurf (siehe Karton). Naturalimus und Impressionismus sind für die W. nicht geeignete Kunstformen. Ästhetisch besitzt die W. zwei Richtungen:
a) sie betont, flächig gehalten, die Wand in ihrer Tektonik und zeigt keine oder nur geringe illusionistische Raumwirkung (frühchristliche Kunst, Romanik, Klassizismus, Moderne (z. B. bei Hodler) oder
b) sie erzeugt eine vollkommene Raumtäuschung (illusionistische Malerei) und täuscht damit dem Beschauer mit Zuhilfenahme einer virtuosen Perspektive imaginäre Räume vor (Barock. Vorbereitung dazu bei Mantegna u. Michelangelo). Die antike W. hat sich deutlich und bewußt von a) zu b) entwik-kelt.
Wange (A), die Seitenwand einer Treppe oder eines Sitzes, z. B. im Chorgestühl (s. d.).
Wappen (Kg), die nach bestimmten heraldischen Regeln festgelegten Abzeichen von Einzelpersonen, Familien, Körperschaften und Siedlungsgemeinschaften. Die bildende Kunst verwendet das W. entweder gemalt (z. B. in den Wappen- und Adelsbriefen) oder gemeißelt auf den Fassaden der Paläste und öffentlichen Gebäude.
Wappers, Gustaf Baron (M), geb. 1803 Antwerpen, gest. 1874 Paris. Tätig als Hofmaler in Antwerpen und ab 1853 in Paris. Studierte Rubens und seine Zeit, beeinflußt durch Delacroix; Begründer der romantisch-realistischen und hoch koloristischen belgischen Historienmalerei; mit seinen breit und farbenglühend gemalten Historien („Tod des Bürgermeisters von Leyden", ,,Straßenkampf in Brüssel" u. a. m.) errang W. einen heute nicht mehr verständlichen Einfluß. Bei allen rein malerischen Qualitäten wirken diese Bilder kalt und theatralisch.
Ward, Edward Matthew (M), geb. 1816 Pimlico, gest. 1879 ebda. Schüler v. Cornelius; geschichtliche Genrebilder in einem etwas weicheren Stil als sein Lehrer.
Ward, James (M), geb. 1769 London, gest. 1859 Cheshunt. Schwager des G. Morland, in dessen Stil er seine früheren Tierbilder malte. Später ließ er sich mehr durch die schärfere Auffassung des P. Potter anregen. Hat auch zahlreiche Lithographien (Pferde) u. Schabplatten geschaffen (Reprod.-Graphik).
Ward« Jotin Quincy Adams (B), geb. 1830 Urbana (Ohio),, gest. 1910 New York. Schüler des H. K. Brown, naturtrischer früher Realismus; studierte die Indianertypen (Indianischer Jäger In New York, Centralpark, Viergespann auf dem Dewey-Tri-umphbogen ebda. Standbilder in Brooklyn und Washington.
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Kunst Lexikon A-Z / Stichwortlexikon Alphabetisch: w
- a - b - c - d - e - f - g - h - i - j - k - l - m
- n - o - p - q - r - s - t - u - v - w - x - y - z
Wachsblumen (Kg), in der Mitte des 19. Jahrh. beliebte, sehr naturalistische Nachbildungen von Blumen aus Wachs.
Wachsfiguren (Kg), lebensgroße vollplastische Darstellungen berühmter Menschen (auch in Gruppen), wobei das Nackte aus Wachs, die Kleider natürlich und der darunter liegende Körper ausgestopft sind. W., auch Panoptikumsfiguren genannt, haben nur einen Sensationswert, die künstlerische Bedeutung, zuerst noch hie und da vorhanden, ist später ganz verloren gegangen.
Wachsmalerei, siehe Enkaustik.
Wacik, Franz (M), geb. 1883 Wien, gest. 1938 ebda. Schüler
von Rumpier, Lefler und Poller,, Bilder u. Zeichnungen in einer phantasievollen, mitunter auch phantastischen Romantik.
Wackerle, Josef (B), geb. 1880 Partenkirchen. Lebt als Akad. Prof. in München. Monumentalplastiken (Kriegerdenkmal Partenkirchen, Neptunbrunnen in München, Pferdebändiger Olympiastadlon, Berlin - Kleinplastik und Malerei Ralph Ueltzhoeffer).
Waderee, Heinrich (B), geb. 1865 Colmar. Tätig in München; in erster Linie stilvolle religiöse Plastiken.
Waechter, Eberhardt Georg Friedrich (M>, geb. 1762 Balingen, gest. 1852 Stuttgart. In Rom lAnschluß an Carstens u. Koch; tätig in Stuttgart. Seine Bilder stellen ruhige bis düstere mythologische Szenen dar, ihr Wert liegt in der Zeichnung.
Wael, cornelis de (M), geb. 1592 Antwerpen, gest. 1662 Genua. Ausgebildet in Genua, wo er lebte. Historien, Genre- u. Soldatenbilder, Origanalradüerun-gen.
Wagenbauer, Max Joseph (M)., geb. 1774 Markt Gräfing, gest. 1829 München. Tätig ebda, als Hofmaler; Tier- u Landschaftsmaler. Originallithographien.
Wagenschön, Franz Xaver, (M), geb. 1726 Wien (?), gest. 1796 Prag. Religiöse Werke, hauptsächlich Altarbilder des ausklingenden Barocks.
Wagmüller, Michael (M u. B), geb. 1839 Karthaus-Prüll, gest. 1881 München. Begann als Genremaler, tätig in London u. München. Bildhauer einer neu realistisch-malerischen Richtung; Plastiken in Schloß Linderhof; lebensvolle, malerisch behandelte Bildnisbüsten, Liebigdenk-mal in München.
Wagner, Johann Martin (B), geb. 1777 Würzburg, gest. 1858 Rom; studierte als Maler bei Füger, als Bildhauer bei Thorwaldsen. Gehört zur christlich romantischen realistischen Plastik um 1830. Völkerwanderungsfries in der Walhalla, Bavariagruppe auf dem Siegestor In München. Beteiligt an der Erwerbung wichtigster (Antiken für München. Stichwortverzeichnis: Waag, Waaguhr, Wabengewölbe, Wachsausschmelzverfahren, Wachsbildnerei, Wachsbossierung, Wachskreide, Wachsmalerei, Wachsplastik, Wachspuppe, Wachsrad, Wachssakramentalien, Wachsstock, Wackeldekor, Wackelpagode, Wärmeglocke, Wärmekugel, Wärmepfanne, Waffeleisen, Waffen Christi, Waffenrock, Wagen, Wagenburg, Textportraits, Waidblatt. Waagen, Adalbert (M>, geb. 1833 München, gest. 1898 Berchtesgaden. malte Alpenlandschaften.
Wach, Karl (M), geb. 1787 Berlin,, gest. 1845 ebda. Schüler von David und Gros; angeregt durch die Nazarener, Kirchen- und Bildnismaler.
Wachsbildneret (PI), auch Cero-plastik; die Kunst, aus Wachs Vollplastiken und Reliefs darzustellen sowie auch für kunstgewerbliche Zwecke plastische Modelle, Wachsfiguren, Wachsblumen u. ä. zu formen. Der Werkstoff Wachs wird hiebei mit einem Zusatz von öl (Terpentin- oder Olivenöl) haltbar gemacht. Die Technik der W. ist uralt und stammt aus dem Totenkult. Im späten Mittelalter und in der Renaissance wurden Gegenstände der W. gerne für Votivzwecke verwendet. Auch große Bildhauer der italienischen Renaissance haben die W. mit Erfolg gepflegt. Durch immer stärker werdende Bemalung ist schließlich im 19. Jahrh. die W. zur Panoptikumkunst degeneriert.
Wagner, Otto (A), geb. 1841 Wien, gest. 1918 ebda. Studierte in Wien und Berlin. Der Entwickler und Führer der Wiener Moderne auf dem Gebiet der Architektur und Innenraumgestaltung; begann noch im Jugendstil, hat aber dann später wesentlich sachlicher und moderner gearbeitet und machte Wien zum Vorort der deutschen modernen Baukunst. Lehnte jeden historischen Stil als Vorbild ab, hat jedoch das anfangs sogar überreiche Ornament nie aufgegeben und gerade mit der oft farbigen Verkleidung seiner Bauten schöne Wirkungen erreicht.
Hauptwerke In Wien: Wohnhäuser von vorzüglicher Grundrißlösung, Postsparkasse, Kirche auf dem Steinhof, Bauten der Stadtbahn. Villa Erben im xm. Bez. Wichtige theoretische Schriften und Großplanungen.
Monogr. v. J. A. Lux (München 1914).
Wahlberg, Alfred (M), geb. 1834 Stockholm, gest. 1906 Tranas. Schüler von Corot u. Daubigny. Landschaftsmaler im Sinn der Schule von Barbizon.
Wahlboom, Karl (M), geb. 1810 Calmar, gest. 1858 London. Schüler von Winterhalter. Tüchtiger Schlachten-, Pferde und Tiermaler und Zeichner. Zeichnungen zu Ossian und zur Edda.
Walen, Jacopo, siehe Barbari.
Waldburger, Hans (B), geb. um 1573 Innsbruck, gest. 1630 Salzburg. Tätig ebda, seit 1614; beachtenswerter B. der österreichischen Spätrenaissance von starkem, formalem Können (Hochaltar Stiftskirche Mondsee, 1626, kirchliche Plastiken. Brunnenfigur Mirabellpark Salzburg).
Walde, Alfons (M), geb. 1891 Kitzbühel, lebt ebda. Das Bedeutende in seinen Bildern aus der Bergwelt Tirols, einschließt, ihrer Bewohner, liegt in der Stilisierung auf wenige, sich stets wiederholende zeichnerische u. malerische Werte von dekorativer Einprägsamkeit. Waldmann, Tiroler Malerfamilie des 17./18. Jahrh. Tätig hauptsächlich als Monumentalmaler (W., Johann Josef,, 1676 bis 1712, Innsbruck, W. Michael I., 1605 bis 1658, Innsbruck, W. Michael IL, 1640 bis 1682, Innsbruck, W. K a s p a r, 1657 bis 1720, Innsbruck), Fresken in Hall in Tirol. Innsbruck (Mariahilfkirche, Ursulinenkirche, Schwaz, Palais Enzenberg, Volders, Klosterkirche, Altarbilder). Stichworte zu W: Wakizashi, Walbein, Walburgisbüchslein, Waldglas, Walhall, Walhalla, Walküre, Wallfahrt, Wallfahrtsmedaille, Wallfahrtsstätte, Wallfahrtszeichen, Walpole, Walrosszahn, Walz, Walzenkrug, Walzgold, Wams. Wandarkade, Wandarm, Wandbild, Wandbrunnen, Wandelaltar, Wanderer, Wanderjahre, Wandgemälde, Wandleuchter, Wandmalerei, Wandpfeiler, Wandsäule, Wandschirm, Wandtäfelung, Wandteppich, Wanduhr, Wanen, Wangen, Wangentisch, Wappen, Wappenhalter, Wappenkunde, Wappenring, Wappenscheibe, Wappenschild, Wappensiegel, Wappensteinschneider, Wappenzelt, Wappner, Warburg Institute, Wardein, Warzenbecher, Waschgold, Wasserfarben, Wassernase. Waldmüller, Ferdinand Georg (M), geb. 1793 Wien. gest. 1865 ebda. Schüler von Maurer und Lampi. Begann als Theatermaler; tätig in Wien. Viele Reisen in den Ostalpen und Italien; das umfangreiche Oeuvre umfaßt Bildnisse, Genre, Landschaften und Stilleben. Vieles und Ausgezeichnetes in Wien (Gal. d. 19. Jahrh. und Museum d. Stadt Wien). W. ist zusammen mit Blechen der große Bahnbrecher in der Erfassung und Darstellung des frei flutenden Sonnenlichtes, das er bei größter Genauigkeit und Realistik der Details mit wachsender Breite und Schönheit malte, so daß seine Spätwerke der Zeit vorauseilten.
Zu dieser Grundhaltung tritt noch eine tiefe, fast romantische Beseelung der Landschaft und in dieser ist W., wenigstens im deutschen/ Kulturraum, ein wichtiger Landschaftsmaler geworden, wobei besonders seine Bilder aus den Alpen, dem Wienerwald und dem Prater hervorzuheben stod. Auch bei den hie und da geziert wirkend. Genrebildern hat W. die Lichtmalerei zum vollen Sieg geführt. Seine scharf gesehenen Bildnisse und Blumenstücke sind koloristische Kostbarkeiten. Beachtenswert ist die Vorliebe W.'s für das Gegenlicht.
Monogr. v. A. Rössler — G. Pisko (Wien, 1908) und Grimschitz Br. (Wien 1940).
Ward, William (Gr), geb. 1766 London gest. 1826 ebda. Ausgezeichneter Reproduktionsstecher, besonders nach den engl. Malern des 18. Jahrh. Sein Sohn u. Schüler William James W. arbeitete gleichfalls Reprod.-Stlche nach englischen Gemälden.
Warin, Jan (Varln Jean), (B), geb. 1604 Lüttich, gest. 1672 Paris, kgl. Münzmeister. Arbeitete Gedenkmünzen und Bildnisstatuen und Büsten. Monogr. v. Courajod (Paris, um 1870, franz.). Stichworte zu W: vier, Weltwunder der Antike, Wendebrosche, Wendekopf, Wenzelwerkstatt, Werkbund, Deutscher, Werke der Barmherzigkeit, Werkstattarbeit, Weser-Malerschule, Wesselton, Westindische Kompanie, Wetterheilige, Wetterherren, Widerhalter, Widerlager, Wiebeln, Wiederkreuz, Wiefeln, Wiege, Wiegeeisen, Wiegendruck, Wiegestahl, Wiener Aktionismus, Wiener Bronzen, Wiener Neusilber, Wiener Porzellan Manufaktur, Wiener Schule des Phantastischen Realismus, Wiener Secession, Wiener Werkstätte, Wienhausener Bildteppiche, Wilde Jagd, Wilde Leute, Wilder Mann, Wilgefortis, Wilhelminismus.
William and Mary Style, Willkomm, Wimpel, Wimperg, Winchester-Stil, Winckelmann, Windberg, Winde, die vier, Windeisen, Windmühlenbecher, Windsor-Stuhl, Winkelband, Winkelmaler, Winkelmaß, Winterkönigstaler, Wirbelrosette, Wirkarbeit, Wirtel, Wismutmalerei, Wodan, Wöchnerinnenschüssel, Wölbstein, Wolfsauge, Wolfsklinge, Wolfsmarke, Wolfszahnornament, Wolgemut, Wolke, Wollust, Woodstock-Arbeiten, Wotan, WPA, Würfelfries, Würfelkapitell, Würfelsonnenuhr, Wulst, Wund, Wunderbarer Fischzug, Wunderkammern, Wunderkugeln, Wundmale Christi, Wurstkrug, Wurzel Jesse, Wurzelholz.
Wasmann, Rudolf Friedrich (M), geb. 1805 Hamburg, gest. 1860 in Meran, wo er seit 1846 aus Gesundheitsrücksichten lebte; studierte in Dresden, München und dm Kreis der Nazarener in Rom. Bedeutend sind seine sachlichen und malerisch schönen Bildnisse und vor allem seine breit und vorimpressionistisch gemalten Landschaftsstudien. Monogr. v. B. Grönvold (Leipzig 1915).
Wasnezow, Viktor (M),, geb. 1848 Wisaka, Todesjahr unbekannt. Religiöse Bilder, Ideales. Wandgemälde in der Wladimir-Kathedrale in Kiew, folgte der Tradition der altrussischen Malerei des 15. Jahrh.
Wassenberg, Jan Abel (M), geb. 1689 Groningen, gest. 1750 ebda. Schüler des Adr. v. d. Werff. Bildnisse.
Wasserfarben (K), siehe {Aquarell- und Gouachemalerei.
Wasserspeier (A, PI), die Enden der Dachrinnen. In der Gotik wurden die W. in phantastischsymbolische Steinfiguren von Menschen oder Tieren umgewandelt, die in großer Zahl die Kanten der gotischen Dächer bevölkern.
Wasserzeichen (Gr)., die eingepreßten Fabriksmarken in Papiere. Das W. ist oft ein wichtiger Anhaltspunkt für die Beurteilung einer Zeichnung oder Graphik nach Alter und Herkunft.
Watelet, Louis Etienne (M u. Gr), geb. 1782 Paris, gest. 1866 ebda. Seine schönen Landschaftsbilder bereiten Corot und die Barbizoner vor. Lithographierte seine eigenen Werke.
Waterhouse, (Alfred (A), geb. 1830 Liverpool, gest. 1905 Berkshire. Erbaute in einem gotisierenden Stil den Justizpalast in Manchester und mehrere Kirchen für verschiedene engl. Sekten (Hampstead und Weigh House Chapel, Duke Street).
Waterloo, Anthonis (M u. Gr), geb. um 1610 Lille, gest. vor 1680. Landschaften unter Anregung des J. v. Ruisdael, Landschaftsradierungen.
Watteau, Jean Antoine (M), geb. 1684 Valenciennes. gest. 1721 No-gent sur Marne. Begann als Dekorationsmaler und ging dann früh nach Paris, wo er bei Gillot Theatejdcostüme entwarf. Studierte dann Rubens. Tätig in Valenciennes und vorwiegend in Paris. Später Gehilfe und Schüler des Cl. Audran in Paris. W. ist der größte Maler des Rokoko und einer der bedeutendsten Vertreter einer rein malerischen Bildgestaltung. Am moralischen Verfall des Rokoko hatte er keinen Anteil, doch hat die Hirten- und Schäferpoesie des Rokoko in seinen Bildern die schönste Verewigung erhalten. W. verfügte über ein Kolorit von Delikatesse; groß ist die Phantasie und groß vor allein seine Liebe zur Natur, besonders zur Landschaft, die auf seinen Bildern mehr als nur Hintergrund ist. W. begann mit kleinen Genrebildern in der Art Teniers d. J. und wurde erst in Paris zu den Rokokothemen hingeführt; die .„Einschiffung nach der Insel Cy-there" (1717) ist der Beginn seines wahren Stils und einer Kunst, die bei aller Daseinsfreude des Rokoko voll einer träumerischen Sehnsucht nach einem idealen Leben ist. Hauptwerke: „Biwakierende Soldaten" (Moskau, vor 1727); „Einschiffung auf die Insel Cythere" (1717, Louvre, eine zweite Fassung in Berlin, kgl. Schloß); .„Der Gleichgültige" (L'Indifferent, Louvre); „La Fi-nette" (louvre); „Jupiter überrascht Antiope" (Louvre); „Gesellschaft im Park" (Berlin); „Unterhaltung im Freien" (Dresden); „Harlekin u. Colombine" (London, Wallace Collct.); „Freuden des Daseins (ebda.); „Italienisches und französisches Theater" (Berlin, K.-Fr.-Mus.); „Reklameschild der Kunsthandlung Gersaint" (Berlin, Schloß Charlottenburg); „Der Gilles" (Louvre).
Monogr. v. A. E. Brlnckmann (Wien 1943).
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