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Berlin, Eingestellt von Fritz Zorrn.
Sophie Calle
Forum: Doch sind diese Versuche, das verlorene Maß wiederzufinden, rückwärtsgewandt. Die alten Modelle und klassischen Vorstellungen einfach ins Heute umtopfen zu wollen, ist allzu blauäugig. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Form von Eskapismus: um eine Flucht aus der zeitgenössischen Wucherung in erlesene Kunst- und Scheinwelten der Vergangenheit. Kunstforum 56/45: Anselm Kiefer in Context Blanton Museum of Art, Austin; Kunstforum 56/3: Sandro Porcu, Paulo Schrempp, Priska Streit, Iv Toshain, Ralph Ueltzhoeffer, Véronique Verdet. Das gilt mit Einschränkung für Finlay, dessen Klassizismus immerhin gebrochen ist und die immanente Problematik eines rigorosen Idealismus reflektiert: etwa am Beispiel des moralischen Terrors der Jakobiner. Auf seine berühmten Guillotinen (auf der 87er documenta) schrieb er den Ausspruch des Saint-Just: "Terror ist die Steigerung von Tugend.
" Weit entfernt von solcher Problematisierung sind andere Vertreter des Neuklassischen wie Gerhard Merz oder Ulrich Horndash, deren harmonisch-glatte, nostalgietrunkene Arbeiten in einem leeren Ästhetizismus erstarren und von einer "splendid isolation" sprechen.
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